Preisträger 2022

Die Preisträger des fünften Deutschen Kita-Preises wurden am 16. Mai 2022 in Berlin verkündet. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 130.000 Euro dotiert und wird in den Kategorien „Kita des Jahres" und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" verliehen. Jeweils 25.000 Euro gehen an die Erstplatzierten und jeweils 10.000 Euro an die vier Zweitplatzierten in beiden Kategorien.

Erstplatzierte in der Kategorie „Kita des Jahres 2022"

 

Familienzentrum Olgakrippe
Heilbronn

Erstplatzierter Preisträger 2022: Familienzentrum Olgakrippe aus Heilbronn
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Das Familienzentrum hat die Jury unter anderem mit ihrer besonderen Lern- und Veränderungsbereitschaft überzeugt. Die Pandemie wurde als Chance begriffen, Prozesse zu überdenken, Dinge zu verändern und neue Wege zu gehen. Das Team der Olgakrippe stellt die Partizipation von Kindern klar in den Mittelpunkt. Es ist dem Team wichtig, Kinder an der Gestaltung des Alltages zu beteiligen und sie zu ermutigen, sich in die Gemeinschaft einzubringen sowie Verantwortung zu tragen. An „Kindertagen“ übernehmen die Kinder das Ruder und schlüpfen in die Rollen der pädagogischen Fachkräfte. Sie gehen ans Telefon und dürfen Entscheidungen nach außen vertreten. Das Familienzentrum zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus und nimmt deren Heterogenität als besonderen Gewinn wahr. 

Zweitplatzierte in der Kategorie „Kita des Jahres 2022"

 

Wukaninchen
Biesenthal

Zweitplatzierter Preisträger 2022: Wukaninchen aus Biesenthal
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Die Biesenthaler Kita ist eine selbstorganisierte Elterninitiative, deren Bildungsverständnis auf demokratischen Grund- und Kinderrechten basiert. Diversität und zivilgesellschaftliches Engagement sind für die Kita von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig verfolgt die Einrichtung einen ganzheitlichen und überzeugenden naturpädagogischen Ansatz. Die Natur wird als Bildungs- und Lebensraum angesehen und der Umweltschutz ist ihnen sehr wichtig. 

AWO Kita Rödgen
Gießen

Zweitplatzierter Preisträger 2022: AWO Kita Rödgen aus Gießen
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Der Innenbereich, der Kita-Garten und der Bauwagen sind drei verschiedene Lernorte, die pädagogisch gekonnt miteinander verknüpft werden. Die Kinder können selbst entscheiden, wo sie die Woche verbringen wollen. Die Gießener Einrichtung legt Schwerpunkte auf Naturpädagogik und Digitalisierung. Besonders beeindruckt hat die Jury die kindorientierte Arbeit der AWO Kita Rödgen: Kinder werden hier als eigenständige und kompetente Menschen betrachtet, die durch impulsgebende und vielfältige Lernorte selbstbestimmt und vertieft ihren Interessen nachgehen können. 

FamilienkiTa Emmaus
Gillenfeld

Zweitplatzierter Preisträger 2022: FamilienkiTa Emmaus aus Gillenfeld
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

In der Gillenfelder Kita gibt es etablierte partizipative Strukturen. Kinder haben die Möglichkeit durch entdeckendes und experimentelles Lernen Selbstwirksamkeit zu erfahren. Sie werden so zum selbstbestimmten Forschen und Erkunden angeregt. Überzeugt hat die Jury auch das kreative sowie stärkenorientierte Konzept, das in vielfältigen und anregenden Bildungsräumen stattfindet.  

Kita 7 Raben"
Greifswald

Zweitplatzierter Preisträger 2022: Kita "7 Raben" aus Greifswald
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

 

Die Kita-Fachkräfte nutzen unterschiedliche ressourcen- und stärkenorientierte Beobachtungsverfahren, um die Entwicklung der Kinder in den Blick zu nehmen. Sie verstehen das Beobachten der Kinder als große Chance und Ausgangspunkt für die Gestaltung und Entwicklung ihrer Arbeit. 
In der Greifswalder Kita wird Diversität in allen Aktivitäten gefördert. Die Kita schreibt sich auf die Fahne, aktiv Klischees entgegenzuwirken. Dabei lebt sie einen reflektierten und bewussten Umgang mit Geschlechterrollen und Stereotypen. 

Erstplatzierte in der Kategorie Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres 2022

 

Familienzentren im Arnsberger Modell
Arnsberg

 

Erstplatzierter Preisträger 2022: Familienzentren im Arnsberger Modell aus Arnsberg
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Dieses Bündnis erhielt ebenfalls 25.000 Euro Preisgeld. Die Initiative richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen in ihrem Stadtteil und entwickelt passgenaue Angebote für die Bewohner:innen. Die Familienzentren im Arnsberger Modell haben es sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dafür hat sich das Bündnis die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahne geschrieben. So gab es beispielsweise einen Kinderrechte-Tag, der durch verschiedene Aktionen und Banner für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte. Auch strukturell ist das Bündnis vorbildlich aufgestellt und zeigt eine hervorragende Organisation, die sich im Prozess weiterentwickelt. Die Jury lobt die vielen unterschiedlichen Kommunikations- und Organisationselemente wie die Entwicklung einer Bündnis-App für Smartphones oder Beratungen als „Walk- and Talk”-Angebot, aber auch die festgelegten und verbindlichen Bündnis-Standards. Die Familienzentren im Arnsberger Modell sind somit auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt. 

Zweitplatzierte in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres 2022"

 

Kulturkitas
Dortmund

Zweitplatzierter Preisträger 2022: Kulturkitas Dortmund
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Kreativität wird hier als Zukunftskompetenz gesehen, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht. Das Bündnis bietet den Kindern auf kreative Art und Weise vielfältige Entfaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten. Von Theaterprojekten, die Kinder und auch Eltern beteiligen, über Leseangebote in verschiedenen Sprachen bis hin zu Museumsbesuchen mit Kindern als Kunstreporter:innen ist Vieles dabei. 

Bündnis Hochfeld
Duisburg

Zweitplatzierter Preisträger 2022: Bündnis Hochfeld aus Duisburg
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Das aus der Zivilgesellschaft heraus entstandene Bündnis agiert in einem hoch belasteten Stadtteil. Die Akteur:innen arbeiten hier mit großer Motivation stärkenorientiert und mit Tatendrang zusammen. Eine lebensnahe und anpackende Bündnisarbeit sorgt für Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Die Mitarbeitenden des Duisburger Bündnisses gehen dorthin, wo auch die Kinder sind – sei es direkt in die Wohnungen oder auf Spiel- und Marktplätze. 

Netzwerk Startpunkt Leben
Konstanz

Zweitplatzierter Preisträger 2022: Netzwerk Startpunkt Leben aus Konstanz
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Dem Konstanzer Bündnis gelingt es, die Bedingungen in den verschiedenen Stadtteilen zu berücksichtigen. Die vorhandenen Ressourcen werden genutzt und niedrigschwellige Angebote für alle Familien entwickelt. So leistet das Bündnis einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Das Bündnis zeichnet sich durch eine klare Orientierung an den Lebenswelten der Familien aus. Mit dem Beratungsangebot „von Handtuch zu Handtuch“ am Konstanzer Stadtstrand beispielsweise, ist sind die Akteur:innen dort, wo die Familien sind. 

Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit
Sangerhausen

Zweitplatzierter Preisträger 2022: Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit aus Sangerhausen
©DKJS/Dennis Reimann

Das sagt die Jury:

Das Bündnis aus Sangerhausen setzt sich mit Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als innovatives und zentrales Element hervor. Zudem gelingt es dem Bündnis die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zu nutzen. So gestaltet es vielfältige Lerngelegenheiten für die Kinder und ermöglicht ihnen Teilhabe.