Thüringer Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Thüringer Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“
Zweiter Platz 2021

Ort: Jena
Bundesland: Thüringen
Handlungsfeld: Frühkindliche Bildung, Elternpartizipation
Aktiv seit: 2012
Wirkungsradius: Kleinere Großstadt

Kontakt: Thüringer Eltern-Kind-Zentrum (ThEKiZ) „Anne Frank“, Daniel Müller (Leiter), daniel.mueller[@]jena.de

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Gegensätze sind typisch für den Jenaer Stadtteil Lobeda – schon von der Autobahn aus sieht man die großen Wohnanlagen, in denen Menschen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen leben. Schaut man genauer hin, gibt es hier viel zu entdecken: Die Uniklinik, die 2017 nach Lobeda umgezogen ist, und eine pittoreske Altstadt mit historischer Kirche, Brunnen und Rathaus. Mittendrin befindet sich das Thüringer Eltern-Kind-Zentrum (ThEKiZ) „Anne Frank“, das vor allem die Lobedaer Familien mit ihren Kindern im Mittelpunkt seiner Arbeit sieht. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist den Mitarbeitenden hier wichtig – die Familien sind in die pädagogische Arbeit integriert und als starke Partnerinnen und Partner geschätzt. Sie haben viele Möglichkeiten zur Mitgestaltung: Unter anderem wurden aufgrund von Eltern-Rückmeldungen die Konzeption im Kita-Bereich überarbeitet und neue Angebote wie eine Waldspielgruppe, Liederkreise oder Englischkurse für Kinder geschaffen.

Das sagt die Jury

Das Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“ ist ein Paradebeispiel für gelebte Partizipation und Vernetzung und leistet wunderbare Arbeit für die Kinder und Familien in Jena. Das Bündnis bindet Kinder und Familien aktiv in Ihre Arbeit mit ein und lädt sie zum Mitgestalten ein. Dabei orientiert sich die Arbeit stark an den Lebenswelten und Bedürfnissen der Kinder und Familien. Mit einer bedürfnisorientierten Beratung und Unterstützung leistet das Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“ einen ungemein wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit in Jena-Lobeda. Die Jury hat beeindruckt, wie viele unterschiedliche Akteurinnen und Akteure das Bündnis mittragen und mit anpacken. Bei den vielfältigen Angeboten ist für jeden etwas dabei – von Töpfern, Tanzen und Musizieren über Logopädie bis hin zu einer Krabbelgruppe, einer Kinderakademie und einem mobilen Café. Aus Sicht der Jury gelingt dem Bündnis insbesondere die aktive Einbindung der Eltern sehr gut, die als die wichtigsten Bündnispartnerinnen wahrgenommen werden. Entsprechend treten sie nicht nur als Konsumentinnen von Angeboten auf, sondern als aktive Mitgestalterinnen.

Die Begründung unserer Jury in voller Länge

Das Thüringer Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“ in Jena-Lobeda ist ein aus einer Kita heraus entstandenes Bündnis, das in einem belasteten Stadtteil Jenas agiert und wirkt.

Die Geschichte des Bündnisses zeigt eine systematische Entwicklung von einer Kita zu einem offenen Zentrum für Familien, das mittlerweile in den gesamten Ortsteil ausstrahlt und von vielen unterschiedlichen Akteur:innen (mit-)getragen wird, u.a. Hebammen, Praxen für Logopädie oder Ergotherapie, Frühförderstelle, Querwege e.V., Bildungseinrichtungen wie VHS Jena, einzelne Personen und Unternehmen.

Die Jury beeindruckt, wie im Laufe dieser Entwicklung immer wieder auch externe Expertise zum Ausbau des Bündnisses genutzt wird.

In seiner Arbeit bindet das Bündnis in Jena auf der Grundlage des Early-Excellence-Ansatzes Kinder und Familien aktiv ein und setzt ein Lernkonzept um, das sich stark an den Lebenswelten der Kinder orientiert.

Mit einer Vielfalt von Angebotsformaten, wie Bewegungs- und Kreativangeboten, Entwicklungsgesprächen, Musizieren, Logopädie, Ergotherapie, nimmt das Bündnis unterschiedliche Bedarfe von Kindern und Familien vor Ort auf und gestaltet sie. Mit ihrer anpackenden Arbeit sind die Bündnisakteur:innen besonders nah dran an den Bedarfen der Kinder und ihrer Familien.

Aus Sicht der Jury gelingt dem Bündnis insbesondere die aktive Einbindung der Eltern sehr gut, die als die wichtigsten Bündnispartnerinnen wahrgenommen werden. Entsprechend treten sie nicht nur als Konsumentinnen von Angeboten auf, sondern als aktive Mitgestalterinnen.

Das Bündnis stellt nach Meinung der Jury eine gute Mischung von professioneller und zivilgesellschaftlicher Kooperation dar und leistet somit als Modellprojekt einen wichtigen Beitrag zum Diskurs um die Weiterentwicklung der Kitas zu Familienzentren.