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Zum Selbermachen ist man nie zu jung! In der Leipziger FRÖBEL-Kinderkrippe Entdeckerland erleben die meist unter Dreijährigen den Kita-Alltag von Anfang an selbstbestimmt. Die Fachkräfte ermutigen die Kinder, alles, was sie schon können, selbst zu tun – auch wenn beim Eingießen mal etwas daneben geht. Bei der Auswahl des Mittagessens sind auch die Jüngsten gefragt: Sie wählen aus dem wöchentlichen Speiseplan des Caterers aus, was zum Schluss auf ihrem Teller landet. Besondere Freude bereitet den Kindern die Ameisenarena, in der seit zwei Jahren südamerikanische Blattschneiderameisen leben. Die Kinder füttern die Tiere und können ihren Lebenszyklus von der Eiablage bis zum Sterben beobachten. Gemeinsam mit der FRÖBEL-Kita direkt nebenan plant das Entdeckerland Projekte und Feste. Dabei lernen die Krippenkinder schon die Kita und die Kitakinder kennen. Beim Wechsel werden sie von den Fachkräften aufmerksam begleitet. Da fällt der Übergang von der Krippe in die Kita gleich viel leichter.
Kath. Kita Pastor Hein Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2022
Ort: Sulzbach Bundesland: Saarland Größe: 61 Kinder, 13 Mitarbeitende Träger: Katholische Kita gGmbH Saarland Unsere Stärken: Nachhaltigkeit, Einbindung in den Stadtteil, Mut zur Veränderung
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Im Jahr 2019 zog frischer Wind in die katholische Kita Pastor Hein im saarländischen Sulzbach ein: Das Team stellte sich neu zusammen und richtete seine Arbeit nach dem Situationsansatz aus. Die Kinder gestalten den Kita-Alltag nun aktiv mit und ihre Fragen haben schon einiges bewegt: So können sie ihren Wissensdurst am neuen „Experimentierfreitag“ stillen und aus der Frage, was da summt und brummt, entstand ein selbstgebautes Insektenhotel. Auch Eltern und das Umfeld nehmen verstärkt am Kita-Leben teil. Gemeinsam wurden zum Beispiel ein Second-Hand-Basar und Familien-Rallyes durch den Ort organisiert. Neugeknüpfte Kontakte helfen der Kita, noch nachhaltiger zu werden: Frische Lebensmittel kommen nun unverpackt von Höfen aus der Region und eine lokale Firma legte der Kita einen Obst- und Gemüsegarten an, den die Kinder selbst bepflanzen. Über alle Neuigkeiten berichtet halbjährlich die eigene Kita-Zeitung – die Einhorn-Glitzer-Post –, die die Kinder stolz mit Ideen und Beiträgen mitgestalten.
Ort: Plaidt Bundesland: Rheinland-Pfalz Größe: 135 Kinder, 29 Mitarbeitende Träger: KiTa gGmbH Koblenz Unsere Stärken: Offene Arbeit, Kinderrechte und Impulspädagogik
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Durch die Nähe zur Natur und zu Koblenz ist die Gemeinde Plaidt beliebter Wohnort für Familien. Hier können die Kinder in der Kita St. Willibrord ihren Tag frei gestalten. So entscheiden sie selbst, ob sie etwa im Entdeckerraum forschen, im Atelier Kunstwerke erschaffen oder im Theaterraum in neue Rollen schlüpfen möchten. Das Recht auf Freispiel ist neben dem Wackelzahnparlament oder der Kindersprechstunde im Leitungsbüro in der eigenen Kitaverfassung festgehalten. Die Fachkräfte begleiten die Kinder aufmerksam und setzen mit Fragen und Materialien Impulse, damit sie sich frei entfalten können. Dabei greift das Team aktuelle Themen und Sorgen der Kinder auf: Als die Region im Juli 2021 von der Flutkatastrophe betroffen war, konnten die Kinder in der Kita selbst aktiv werden. Sie halfen, die Kleintiergehege ihres Lieblings-Hofes zu reparieren und sammelten mit einer Bäckerei im Ort Spenden für die benötigten Baumaterialien. Durch das gemeinschaftliche Engagement wuchsen alle Beteiligten noch enger zusammen.
Ort: Gillenfeld Bundesland: Rheinland-Pfalz Größe: 97 Kinder, 31 Mitarbeitende Träger: Katholische KiTa gGmbH Trier Unsere Stärke: Nutzung des Sozialraums, Selbstbestimmung der Kinder
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In der FamilienkiTa Emmaus entscheiden die Kinder jeden Tag selbst, worauf sie Lust haben: experimentieren in der „Forscherfundgrube“, mit Lehm matschen in der „Wolkenwelt“ oder Neues gestalten im „Sammelsurium“. Die vielen themenorientierten Bildungsräume geben den Kindern ein Gefühl von Abenteuerlust, aber auch von Geborgenheit. Alles, was sie hier erschaffen, wird wertgeschätzt und auf Wunsch ausgestellt. Mit besonderem Stolz erfüllte die Kinder eine „Vernissage to go“: Im Dezember 2020 waren in den Schaufenstern der Gillenfelder Geschäfte die Gemeinschaftswerke der Kinder zu bestaunen und wurden zum Verkauf angeboten. Aber auch außerhalb der Kita können die Kinder viel erleben, denn die Einrichtung arbeitet mit unterschiedlichen Kooperationspartnern zusammen: Auf dem Bauernhof lernen sie, wie aus Ziegenmilch Käse wird und mit der Junior Uni Wuppertal erforschen sie, auf wie viele Arten man Raketen starten lassen kann. So bleibt die Kita spannend und macht Spaß!
Das sagt die Jury
In der Gillenfelder Kita gibt es etablierte partizipative Strukturen. Kinder haben die Möglichkeit durch entdeckendes und experimentelles Lernen Selbstwirksamkeit zu erfahren. Sie werden so zum selbstbestimmten Forschen und Erkunden angeregt. Überzeugt hat die Jury auch das kreative sowie stärkenorientierte Konzept, das in vielfältigen und anregenden Bildungsräumen stattfindet.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Kinder werden hier in Gestaltungsentscheidungen durch diverse Möglichkeiten wie Kinderkonferenzen, Gremien, Sitzkreise einbezogen.
Die kreative Gestaltung des Wochenablaufs (2 Tage altershomogen in Stammgruppen; 3 Tage nach Interessen) ist eine überzeugende Mischung aus Struktur und Freiheit. Ein grundsätzlich festgelegter zeitlicher Rahmen bietet den Kindern Sicherheit, dadurch kann eine thematische Öffnung und Orientierung an den Interessen der Kinder stattfinden.
Die Jury hebt die detaillierte Kita-Verfassung und freiwillige Kinderkonferenzen als beispielhaft hervor. Überzeugt hat auch die Meinungs-Wand der Kinder: Eine Themensammlung für Anliegen, Beschwerden der Kinder, die die Tagesordnung in der Kinderkonferenz visualisiert. Die Kinder haben das Recht, ihre Ideen zu neuen Projektvorhaben zu äußern und geben ihre Meinung nach einer Hospitation zu ein:er Bewerber:in ab.
Die Möglichkeit für Kinder, Selbstwirksamkeit zu erfahren, steht in der FamilienkiTa Emmaus im Fokus. Das aktuelle Ereignis der Flut wurde zum Beispiel mit den Kindern besprochen und aufgearbeitet, daraus ist die „Mut-Mach-Post“ entstanden.
Die Kita zeichnet sich durch ihre Flexibilität durch Ausdehnung der Öffnungszeiten und Reaktion auf die individuellen Lebenssituationen während der Pandemie aus.
Beeindruckend ist auch die Raumgestaltung. In der Kita gibt es vielfältige, anregende Themenräume mit kreativen Namen: Forscherfundgrube (Experimentierraum), Spielscheune (gendersensibler Rollenspielraum), Baubuden (Bauräume), Sammelsurium (Atelier mit vielfältigem Materialangebot), Schaffschmiede (Werkstatt), Kinderküche und Kinderrestaurant, Mit-Mach-Markt (Gruppenraum), Träumetal (Ruheraum).
Inklusives Handeln steht hier im Fokus: Kinder mit besonderen Bedürfnissen/Unterstützungsbedarf nehmen am Kita-Alltag in der Gemeinschaft teil.
Die regelmäßige Sozialraumanalyse ist hier ein bewusster Prozess, bei dem die Lebensweise der Familien betrachtet wird, um Rückschlüsse für die pädagogische Arbeit zu gewinnen.
Es gibt viele aktive Kooperationen mit relevanten Einrichtungen im Stadtteil, was Wege kürzer und Zugänge einfacher macht. Besonders ist die Kooperation mit der Grundschule und anderen Kitas, die mit tollen Ideen auch während Corona weiterlaufen konnte.
Ein großes Netzwerk mit unter anderem Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen und dem Sozialamt ermöglicht den Familien Zugang zu niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten, zum Beispiel durch das Elterncafé oder die Ausrichtung eines Second-Hand-Basars. Auch das Beispiel der „Blumenmeer-zaubernden Bienenretter“ verdeutlicht das Engagement im Sozialraum.
Die Kita greift gesellschaftliche Themen auf, die für das Aufwachsen von Kindern bedeutsam sind wie Bildung für nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz.
Besonders das Wort „Schatzmomentesammler“ als einzigartiges Konzept ist der Jury ans Herz gewachsen. Die Idee dahinter: Ein Ordner, in dem Kunstwerke und Lerngeschichten gesammelt werden und der als Eigentum des jeweiligen Kindes verstanden wird.
Ort: Greifswald Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern Größe: 88 Kinder, 14 Mitarbeitende Träger: Institut Lernen und Leben e.V. Unsere Stärke: Demokratiebildung, Natur- und Umweltbildung
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In der GreifswalderKita „7 Raben“ ist Stillstand ein Fremdwort: Mit viel Neugier, Motivation und Freude am Lernen wachsen nicht nur das Kita-Team, sondern auch Eltern und Nachbarschaft immer wieder über sich hinaus. Ob Spielzeugflohmarkt, Bücherbaum oder die Aktion „Wir gehören zusammen“, im Rahmen derer alle Kita-Kinder gemeinsam mit ihren Eltern ein Bild eines Raben gemalt haben, das anschließend ins Fenster der Kita oder zu Hause gehängt wurde. Das hat während der Corona-Notbetreuung das Zusammengehörigkeitsgefühl von allen Beteiligten nochmals gestärkt. Die Kinder erleben hier einen abwechslungsreichen und selbstbestimmten Kita-Alltag – ob in den Räumlichkeiten der Einrichtung beim freien Spiel, im Rahmen verschiedener Angebote wie Yoga und der Kita-Sauna, beim Toben im großen Außengelände oder auf dem Sportplatz um die Ecke. Die Kita hat sich außerdem bereits vor sieben Jahren auf den Weg zur demokratischen Kita gemacht – ob Kinderrat oder Beschwerdemanagement: Mitbestimmung wird hier aktiv gelebt.
Das sagt die Jury
Die Kita-Fachkräfte nutzen unterschiedliche ressourcen- und stärkenorientierte Beobachtungsverfahren, um die Entwicklung der Kinder in den Blick zu nehmen. Sie verstehen das Beobachten der Kinder als große Chance und Ausgangspunkt für die Gestaltung und Entwicklung ihrer Arbeit. In der Greifswalder Kita wird Diversität in allen Aktivitäten gefördert. Die Kita schreibt sich auf die Fahne, aktiv Klischees entgegenzuwirken. Dabei lebt sie einen reflektierten und bewussten Umgang mit Geschlechterrollen und Stereotypen.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Kita liegen in Natur und Kunst. Bildung wird als aktiver, selbstbestimmter Prozess verstanden. Kreativitätspädagogik ist das gelebte Leitbild, das auch vom Träger gefördert wird.
Die Kita zeichnet sich auch durch ihre Sozialraumorientierung aus: Sie schaut über den eigenen Tellerrand und vernetzt sich bzw. holt sich auch Netzwerkspartner*innen ins Haus. Der Sozialraum wird als Lernort verstanden. Zum engen sozialen Netzwerk gehören ein Förster, Familienangehörige, die Stadtteilbibliothek, der Sportverein und das „Kitanetzwerk für frühkindliche Bildung“. Darüber hinaus pflegt die Kita „7 Raben“ eine Kooperation mit einer polnischen Kita und einen Bücherbaum, der für alle zugänglich ist.
Kinder partizipieren bei Entscheidungsprozessen, sie werden beispielsweise aktiv zur Materialbestellung miteinbezogen. Es gibt einen Kinderrat, hier wird auch das Verhalten anderer Kinder reflektiert.
Die Wünsche der Eltern werden gehört. Sie werden über den Kita-Alltag über Fotodokumentationen (Litfaßsäule) informiert und können sich selbst einbringen. Durch Kooperationen der Kita im Bereich der Früh- und Gesundheitsförderung werden Eltern entlastet.
Das gesamte Team wird in die pädagogische Arbeit miteinbezogen. Die Teammitglieder gehen wertschätzend und offen miteinander um und können sich mit ihren jeweiligen Kompetenzen einbringen.
Die freiwillige Teilnahme der Kinder an den durch Fachkräfte bereitgestellten und begleiteten Lernsettings und Angeboten (z. B. Theaterkurs, Ritterkurs) stärkt sie in ihrer Selbstwirksamkeit und Entscheidungskompetenz.
Vorbildhaft findet die Jury den hohen Grad der Selbstreflexion: Die Einrichtung setzt sich sehr reflektiert mit ihrer Arbeit und den sich ändernden Sozialstrukturen auseinander.
Ebenso erwähnenswert sind die ressourcen- und stärkenorientierte Beobachtungsverfahren: Die intensive Beobachtung der Kinder und Dokumentation mittels verschiedener Methoden („Gardner’sche Intelligenzen“, „validierte Grenzsteine der Entwicklung“) unterstützt die Begleitung der kindlichen Entwicklungsprozesse.
Dem Vielfaltsaspekt wird in der Kita stark Rechnung getragen: Es wird ein reflektierter und bewusster Umgang mit Geschlechterrollen, Stereotypen und Klischees gelebt. Die Förderung von Diversität in allen Aktivitäten ist beispielhaft. Die Kita schreibt sich auf die Fahne, aktiv Klischees entgegenzuwirken.
Dazu werden zum Beispiel die in der Kita vorhandenen Materialien im Hinblick auf Diskriminierungstendenzen gesichtet: Bücher, die Klischees bedienen, werden aussortiert. Geschlechterstereotypen wird bewusst entgegengewirkt, etwa durch Aktionstage, an denen Mütter und Töchter technische Aktivitäten durchführen, zum Beispiel Bauen von Spielgeräten. Jungen lernen eher „mädchentypische“ Berufe kennen. So werden Geschlechterrollen in der Kita aktiv hinterfragt und klug durchleuchtet.
Kinder lernen durch verschiedene Formate, wie Meinungsbildungsprozesse ablaufen. Demokratieförderung zeigt sich beispielweise im Kinderrat, einem bewusst forcierten Beschwerdemanagement und der Kooperation mit der „Partnerschaft für Demokratie“.
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Mit Schafen kuscheln, im Wald spielen oder Rote Bete ernten – in der AWO Kita Rödgen erkunden Kinder die Natur auf vielfältige Art und Weise. Und das nur fünf Kilometer vom Gießener Stadtzentrum entfernt. Kinder sind die Akteur:innen und entscheiden über ihr Tun. Wo möchten sie Mittag essen, wo ihre Zeit verbringen – in den Räumen der Kita oder draußen? Vor allem während der Pandemie machen Ausflüge in die Natur den Kita-Alltag erst möglich. Auch im Bereich des Digitalen ist die Kita Vorreiterin: Kinder gehen mit Tablets auf Entdeckungsreise und lernen so den bewussten Umgang mit neuen Medien. Mitarbeitende können per Videochat an Besprechungen teilnehmen, über die App den Dienstplan abrufen und die Eltern mit Informationen versorgen. In den letzten zwei Jahren haben die pädagogischen Fachkräfte vor allem eins gelernt: Wenn die Umstände unsere Arbeit, wie wir sie kennen, nicht zulassen, dann machen wir es eben anders!
Das sagt die Jury
Der Innenbereich, der Kita-Garten und der Bauwagen sind drei verschiedene Lernorte, die pädagogisch gekonnt miteinander verknüpft werden. Die Kinder können selbst entscheiden, wo sie die Woche verbringen wollen. Die Gießener Einrichtung legt Schwerpunkte auf Naturpädagogik und Digitalisierung. Besonders beeindruckt hat die Jury die kindorientierte Arbeit der AWO Kita Rödgen: Kinder werden hier als eigenständige und kompetente Menschen betrachtet, die durch impulsgebende und vielfältige Lernorte selbstbestimmt und vertieft ihren Interessen nachgehen können.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Der Gießener Einrichtung gelingt die Verknüpfung verschiedener Lernorte: Die drei impulsgebenden Lernorte (Innenbereich, Außenbereich, Bauwagen) sowie die Kombination der Schwerpunkte Naturpädagogik und Digitalisierung sind sehr innovativ und vorbildhaft.
Besonders beeindruckt hat die Jury die kindorientierte Arbeit der AWO Kita Rödgen: Die Fachkräfte sehen die Kinder als eigenständige und kompetente Menschen, die durch impulsgebende und vielfältige Lernorte selbstbestimmt und vertieft ihren Interessen nachgehen können.
Die Fachkräfte agieren dabei sehr sensibel für die Bedarfe und Interessen der Kinder und passen ihre pädagogische Arbeit und Angebote entsprechend an.
Die Kinder bestimmen ihr Lernen in hohem Maße selbst. Die Pädagog:innen beobachten die Lernschritte der Kinder, dokumentieren diese sehr ressourcenorientiert und wertschätzend und besprechen diese mit den Familien auf Augenhöhe.
Die Fachkräfte orientieren sich an den Stärken und Ressourcen der Kinder.
Sie nutzen kreative Möglichkeiten, den pädagogischen Alltag und ihre Rolle als Pädagog:innen transparent zu gestalten, wie beispielsweise den YouTube-Kanal oder die Kita-Info-App.
Auf die Gefühlswelt der Kinder wird sehr gut eingegangen, die Fachkräfte fördern einen bewussten Umgang mit der Artikulation und dem Austausch von Gefühlen, was die Kinder in ihrer Gemeinschaft handlungsfähig macht.
Die Gestaltung der Kitaabläufe entlang der Impulse der Kinder, geprägt durch einen ressourcenorientierten Blick, ermöglicht den Kindern im Entwicklungsverlauf ihre eigenen Stärken zu erkennen und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Das Erkennen einzelner Bildungsmomente leitet die Kinder vom Schneckenfund bis zu Fragen rund um den Salatanbau.
Die Fachkräfte in der Gießener Kita zeichnen sich durch eine hohe Bereitschaft aus, sich zu hinterfragen und Dinge zu ändern. So gelingt eine kontinuierliche Anpassung der pädagogischen Arbeit und der Angebote an den Interessen der Kinder.
Die gute Sozialraumorientierung der Kita wird durch die Jury besonders hervorgehoben. Die Kita pflegt intensive Kooperationen zu verschiedenen Akteur:innen im Sozialraum und nutzt die dort vorhandenen Ressourcen, um den Kindern vielfältige Lern- und Bildungsanlässe zu ermöglichen, unter anderem mit Grundschule, Bauernhof und Greenpeace, der entstandenen Kooperation mit einem Landwirtschaftsbetrieb oder dem „Netzwerk gelingender Übergang“.
Gleichzeitig gestaltet die Kita ihren Sozialraum in Gießen aktiv mit. Beispielhaft zeigt sich dies im Projekt „Rödgen summt – wir lassen unseren Ort aufblühen“. Hier wurde der verwilderte Pfarrgarten zu einem Bürgergarten umgestaltet.
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Abseits von der Hektik der Großstadt Berlin liegt die brandenburgische „Naturparkstadt“ Biesenthal, umgeben von Wäldern, Wiesen und dem Wukensee, der gleichzeitig Namensgeber der Elterninitiativ-Kita „Wukaninchen“ ist. Hier steht das Natur- und Stadterleben im Zentrum des Kita-Alltags: Von der Krötensammlung im Frühjahr, über das Bewirtschaften eigener Hochbeete bis hin zu Stadtspaziergängen inklusive Besuchen in Bibliothek und Grundschulen sind die Kita-Kinder viel unterwegs. Auch in den Innenräumen der Kita spielt Bewegung eine große Rolle: Angelehnt an die Pädagogik der Kinderärztin Emi Pikler können sich schon die Ein- bis Dreijährigen an den „Pikler-Spielmöbeln“ austoben. Aber auch den „Großen“ wird bei den Wukaninchen nie langweilig: Ob beim „Ich-Projekt“ oder bei der Teilnahme am Stadtentwicklungskonzept der Gemeinde Biesenthal. Alle Kinder haben hier viel Raum für Mitbestimmung und werden in die Gestaltung des Kita-Alltags einbezogen: So macht Kita allen Spaß!
Das sagt die Jury
Die Biesenthaler Kita ist eine selbstorganisierte Elterninitiative, deren Bildungsverständnis auf demokratischen Grund- und Kinderrechten basiert. Diversität und zivilgesellschaftliches Engagement sind für die Kita von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig verfolgt die Einrichtung einen ganzheitlichen und überzeugenden naturpädagogischen Ansatz. Die Natur wird als Bildungs- und Lebensraum angesehen und der Umweltschutz ist ihnen sehr wichtig.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Kita Wukaninchen ist eine selbstorganisierte Elterninitiative, deren Bildungsverständnis auf demokratischen Grund- und Kinderrechten basiert. Die Kita begreift sich als kommunalpolitischer Akteur, der bewusst in die Gestaltung des Sozialraums eingreift und für Diversität, Umweltschutz und zivilgesellschaftliches Engagement eintritt.
Vorbildlich lebt die Kita ihre Schwerpunkte: Nachhaltigkeit, naturpädagogischer Ansatz, Natur als Bildungs- und Lebensraum der Kinder.
Träger, Leitung, Pädagog*innen, Kinder und Eltern bilden hier eine Gemeinschaft über die Kita hinaus, zum Wohle der Einrichtung, aber auch für den Stadtteil und die Nachbarschaft.
Wichtig ist hier auch die Vermittlung einer diversen Gesellschaft, die in besonderer Achtsamkeit der Sprache und des Umgangs miteinander deutlich wird. Vielfalt und Diversität sind zentrale Bestandteile der pädagogischen Arbeit – dies beeindruckt die Jury besonders vor dem Hintergrund des gesellschaftspolitischen Umfeldes in der Region, unter anderem dem hohen Anteil einer rechtsgerichteten Wählerschaft.
Die Kita Wukaninchen zeichnet sich durch ihren kindgerechten Umgang mit sensiblen Alltagsthemen wie Rassismus und Geschlechterrollen aus. Zum Beispiel werden einige Kinder geschlechtsneutral angesprochen.
Die Zusammenarbeit mit den Familien ist ein Schwerpunkt in der Kita. Es gibt Hausbesuche und auf die Bedarfe der Eltern wird sehr individuell eingegangen. Es gibt eine stark selbstverwaltete Elternschaft, die gemeinsam mit dem Team Prozesse anstößt, sich engagiert einsetzt und eng mit der Einrichtung zusammenarbeitet.
Die Fachkräfte ermöglichen es, dass die Kinder den Sozialraum mitgestalten und sich an der Stadtentwicklung beteiligen.
Kinder gestalten ihre Interaktion untereinander selbst und suchen nach Lösungen für Auseinandersetzungen. Beeindruckende Beispiele sind das Konzept der „Waldepochen“ (2 Monate am Stück findet der Kita-Alltag ausschließlich an einem weiter entfernten Platz im Wald oder am See statt) oder der Jahreskreis, auf dem die Kinder den Verlauf des Jahres an den unterschiedlichen Orten und den einzelnen Schwerpunkten (zum Beispiel Waldwochen, Seewochen und Hyggewochen) ablesen können. Dies macht den Kindern den Verlauf des Jahres bewusster und direkt in der Natur erfahrbar.
Vorbildhaft ist auch das große Engagement für Familien mit Migrationshintergrund und das umfangreiche Netzwerk wie die Kooperationen mit der Flüchtlingshilfe. Die diversen Aktionen im Sozialraum für die Aufnahme von Geflüchteten haben Vorbildcharakter, beispielsweise der Spaziergang gegen Rassismus oder die Beteiligung der Kinder an einem Stadtentwicklungskonzept.
Das eigene gesteckte Ziel, hierarchiearm zu arbeiten, wird konsequent gelebt. So rotieren Aufgaben mit Potential für Machtkonzentration (zum Beispiel die Dienstplangestaltung) im Team.
In der Kita wird ein wertschätzender, achtsamer Umgang miteinander und mit der Umwelt gepflegt.
Die Wukaninchen senden eine wichtige Botschaft: Engagierte Eltern und Bürger*innen bauen hier eine Welt für Kinder, in der sich alle repräsentiert und wohl fühlen.
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Im Kinder- und Familienzentrum Wilhelm Löhe im fränkischen Gunzenhausen bereichern Menschen verschiedener Generationen und Kulturen mit ihren individuellen Kompetenzen die Gemeinschaft. Schon die Jüngsten entscheiden hier zusammen in Morgenkreisen und Kinderkonferenzen, womit sie sich beschäftigen möchten. Die Stärken und Entwicklungen der Kinder beschreiben die Fachkräfte in Lerngeschichten und gestalten gemeinsam mit ihnen individuelle Portfolios. Auch für Eltern gibt es hier viele Angebote: Sie können in der Kita hospitieren und sich beraten lassen. In der monatlichen „Familienzeit“ lernen sie die Vorteile des Barfußlaufens kennen oder können bei Waldausflügen entspannen. Beim wöchentlichen Seniorentreff feiern Jung und Alt zusammen Andachten, singen oder machen Gymnastik. Um das eigene Angebot abzurunden, ist das Team eng mit den sozialen Diensten vor Ort vernetzt und lädt regelmäßig Fachexperten ein. Unterstützt wird es zudem von Therapiehund Mogly, der gern zum Wohlbefinden aller Beteiligten beiträgt.
Ort: March Bundesland: Baden-Württemberg Größe: 98 Kinder, 17 Mitarbeitende Träger: Gemeinde March Unsere Stärken: Ganzheitliches Lernen, Öffnung zum Sozialraum, Bildung für Nachhaltige Entwicklung
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Ein schier unbegrenztes Außengelände hat der Kindergarten Holzhausen in der Gemeinde March, nahe Freiburg im Breisgau. Denn die Kinder spielen nicht nur in der Einrichtung, sondern auch auf einem Waldplatz und im Waldklassenzimmer, auf einer Halbinsel am Bach sowie auf dem kita-eigenen Acker. Sie bauen Hochbeete, Weidentunnel oder andere Werke aus Naturmaterialien und bestimmen Blumenarten oder Tiergeräusche mithilfe von Apps auf dem Tablet. Dabei lernen sie beispielsweise, dass selbst Stürme oder Vandalismus „ihren“ Orten nichts anhaben können, wenn Kinder, Eltern, Kita-Fachkräfte, Träger und Bürgermeister gemeinsam Verantwortung dafür übernehmen und tatkräftig immer wieder Neues gestalten. Mit dieser Einstellung nutzt die Kita die Herausforderungen der Pandemie als Chance, ihr Konzept zu verändern und beispielsweise Kinder stärker zu beteiligen. Dank der positiven Haltung erlebt die Gemeinschaft auch die unterschiedlichen Lebenswelten der Kinder und Familien als echte Bereicherung.
Ort: Heilbronn Bundesland: Baden-Württemberg Größe: 115 Kinder, 30 Mitarbeitende Träger: Stadt Heilbronn Amt für Familie, Jugend und Senioren Unsere Stärke: Partizipation, kulturelle Vielfalt
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Das Familienzentrum Olgakrippe ist Anlaufstelle für Jung und Alt in der Heilbronner Nordstadt. Nicht nur Kinder von 0 bis 6 Jahren, sondern das gesamte Stadtquartier finden hier umfassende Angebote. Dazu gehören die Sport-AG für geflüchtete Frauen, eine Krabbelgruppe von und für Mütter oder der Trommelkurs für Kinder und Senioren. Im Kita-Alltag werden Kinderrechte gelebt und konsequent umgesetzt. So ist beispielsweise der „Kindertag“ entstanden: An zwei Tagen im Jahr nehmen die Kinder den Platz der Leitung im Büro ein. Sie bestellen Materialien, übernehmen den Telefondienst, gestalten den Speiseplan und tun alles, was eine Kita-Leitung so tut. Die Familien, die das Familienzentrum besuchen, haben verschiedenste sprachliche und kulturelle Hintergründe. Eine große Chance für die Olgakrippe! So ist mit Hilfe der Eltern ein Dolmetschernetzwerk entstanden, das sich insbesondere bei Elterngesprächen als wertvoll erweist.
Das sagt die Jury
Das Familienzentrum hat die Jury unter anderem mit ihrer besonderen Lern- und Veränderungsbereitschaft überzeugt. Die Pandemie wurde als Chance begriffen, Prozesse zu überdenken, Dinge zu verändern und neue Wege zu gehen. Das Team der Olgakrippe stellt die Partizipation von Kindern klar in den Mittelpunkt. Es ist dem Team wichtig, Kinder an der Gestaltung des Alltages zu beteiligen und sie zu ermutigen, sich in die Gemeinschaft einzubringen sowie Verantwortung zu tragen. An „Kindertagen“ übernehmen die Kinder das Ruder und schlüpfen in die Rollen der pädagogischen Fachkräfte. Sie gehen ans Telefon und dürfen Entscheidungen nach außen vertreten. Das Familienzentrum zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus und nimmt deren Heterogenität als besonderen Gewinn wahr.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Einrichtung ist in hohem Maße preiswürdig, da sie systematisch und auf allen Ebenen die Qualitätsanforderungen an einen Preisträger beim Deutschen Kita-Preis erfüllt.
Die Qualitätsentwicklung ist hier eine gemeinschaftliche Teamaufgabe. Dabei übernehmen einzelne Fachkräfte ihren persönlichen Interessen und Kompetenzen entsprechende Aufgaben, zum Beispiel als „Fahrzeugbereichsleiter:in“.
Die Pandemie und deren Auswirkungen wurden als Chance genutzt, Bestehendes zu überdenken: In diesem Verständnis einer Krise als Chance wurde der gute Kontakt zu Familien erweitert mit Angeboten wie Online-Yoga, digitalen Bilderbuchstunden, der Olgakrippen-Zeitung, einem Kulturzaun und digitalen Teamsitzungen (Handlungsmut/Kreativität).
Die Olgakrippe zeichnet sich durch eine sehr gute Teamkultur aus. Abstimmungen der Fachkräfte verdeutlichen, dass es möglich ist, unterschiedlich zu agieren, zum Beispiel, wenn einer Fachkraft konkrete Spielsituationen riskant oder unsicher erscheinen. Es dürfen unterschiedliche Haltungen existieren, dies führt in der Olgakrippe aber nicht dazu, dass Kinder eingeschränkt werden, sondern die Fachkräfte stimmen sich gut untereinander ab.
Das Team lebt den Early Excellence-Ansatz auch in der Teamkultur. Man respektiert die anderen, hört ihre Meinung und unterstützt sich gegenseitig. Auch hier wird in der Olgakrippe auf die Stärken des Einzelnen gesetzt (zum Beispiel beim Onlineangebot für die Familien während der Pandemie). Verschiedene Meinungen werden diskutiert, niemand wird bloßgestellt. Es gibt eine ausgeprägte Feedback-Kultur, in deren Rahmen die Fachkräfte ihr eigenes Tun regelmäßig reflektieren.
In der Kita des Jahres ist Partizipation eine Herzensangelegenheit. Das Team der Olgakrippe stellt Partizipation von Kindern klar in den Mittelpunkt ihres Handelns und immer wieder auch ihrer Qualitätsentwicklung. Bei der Neugestaltung der Räume wurden die Kinder beispielsweise aktiv eingebunden – dies war gleichzeitiger Start einer Weiterentwicklung der Kita mit Fokus auf Partizipation.
Den Pädagog:innen ist es wichtig, Kinder an der Gestaltung ihres Alltags zu beteiligen. Sie regen Kinder an, sich in die Gemeinschaft einzubringen und Verantwortung zu übernehmen und finden hierfür teils unkonventionelle Methoden.
So wurde zum Beispiel ein Kinderbeirat gewählt (inkl. Wahlkampf). An der Wahl waren auch die Eltern beteiligt. Es gibt einen Kindertag, an dem die Kinder die Kita „leiten“. Daraus entstehen neue Ideen zur Raumgestaltung und Veränderungsprozesse. Überzeugend sind auch Wunschangebote wie der „Kindercheftag“ und der Kindertag, an denen Kinder die Rollen der pädagogischen Fachkräfte einnehmen und zum Beispiel ans Telefon gehen und Entscheidungen auch gegenüber Externen vertreten.
Die Zusammenarbeit mit Eltern ist in der Olgakrippe gelebte Bildungspartnerschaft auf gleicher Augenhöhe.
Beeindruckt hat die Jury ebenso die gelungene Kindorientierung und gelebte Vielfalt: Das Handeln der Fachkräfte und der Alltag für die Kinder richten sich konsequent an den Bedürfnissen der Kinder aus. Dafür werden die Bedürfnisse der Kinder auf unterschiedlichste, kreative Weise in Erfahrung gebracht, mit den Kindern betrachtet und in mitunter außergewöhnliche Ideen übersetzt, gemeinsam in der Praxis erprobt und umgesetzt.
So werden die bedeutsamen Themen der Kinder regelmäßig methodisch-gestützt erhoben, zum Beispiel durch Beobachtungen oder Gespräche mit den Kindern. Auf Basis der Auswertung dieser, entwickeln die Fachkräfte dann im Team Ideen für Aktivitäten oder ungewöhnliche Angebote, die sich an den Impulsen und Fragen der Kinder orientieren, wie beispielsweise eine „laute Runde“, die anstelle einer „leisen Runde“ gewünscht wurde.
Der ressourcenorientierte Blick gilt für alle Beteiligten, die Kita zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus und nimmt deren Heterogenität als besonderen Gewinn wahr. Die Offenheit für verschiedene Kulturen wird in der Praxis gelebt, zum Beispiel finden Morgenkreise in unterschiedlichen Sprachen statt.
Mehr als nur Kita – die Olgakrippe ist ein Familienzentrum im Stadtteil: Sie zeichnet sich durch ihr hohes Engagement im Sozialraum aus und es gibt sehr gute Kooperationen im Stadtteil (zum Beispiel mit der Grundschule). Für Eltern stellt die Kita detaillierte Informationen über mögliche Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die Olgakrippe wird so zu einem wichtigen Bestandteil im Lebensraum der Menschen und die Angebote werden an die Bedürfnisse der Familien angepasst – zum Beispiel, indem Veranstaltungen auf das Wochenende verlegt werden.
Beeindruckend: Die Kita versteht sich als Gemeinschaft und lebt dieses Gemeinschaftsgefühl.
Die Olgakrippe zeichnet sich durch eine offene Arbeitsstruktur unter Einbezug des Early Excellence Ansatzes aus, der erst im Jahr 2019 eingeführt wurde und bereits gut implementiert ist.
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