• Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit

    Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit

    Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit
    Zweiter Platz 2022

    Ort: Sangerhausen
    Bundesland: Sachsen-Anhalt
    Handlungsfeld: Kita-Sozialarbeit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit
    Aktiv seit: 2018
    Wirkungsradius: Kleinstadt
    Partner: Jugendamt, Gesundheitsamt, Kita, Christliches Jugenddorf Sachsen-Anhalt (CJD), Sozialarbeiterinnen, Grundschule, Vereine und Beratungsstellen

    Kontakt: Landkreis Mansfeld-Südharz – Jugendamt, Sandra Gängel (Koordination Frühe Hilfen), sandra.gaengel[@]lkmsh.de

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    Südlich vom Harz, an der Grenze von Sachsen-Anhalt zu Thüringen, liegt die Stadt Sangerhausen. Kita-Fachkräfte arbeiten hier Hand in Hand mit Sozialarbeiterinnen sowie weiteren Akteuren wie Beratungsstellen zusammen. Gemeinsam bauen sie Brücken zwischen der Kita und den Familien, erkennen frühzeitig, was die Kinder brauchen und entwickeln passende Lern- und Freizeitangebote. Das Beste daran: Die Jüngsten dürfen mitentscheiden! Ein Mitmachzirkus, regelmäßige Ausflüge zum Kletterfelsen oder in die Schwimmhalle – all das ist entstanden, weil die Kinder sich das sehnlichst gewünscht haben. Auch die Eltern werden von Anfang an mit eingebunden. Ob bei Elternabenden oder im Elterncafé – hier können sie sich untereinander austauschen und an der Planung von Projekten beteiligen. Das Bündnis aus Sangerhausen zeigt allen: Wir tun etwas für Kinder und Familien in der Stadt, es lohnt sich zu bleiben!

    Das sagt die Jury

    Das Bündnis aus Sangerhausen setzt sich mit Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als innovatives und zentrales Element hervor. Zudem gelingt es dem Bündnis die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zu nutzen. So gestaltet es vielfältige Lerngelegenheiten für die Kinder und ermöglicht ihnen Teilhabe.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Das Bündnis setzt sich in einem sozial sehr belasteten Sozialraum mit hoher Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative sowie Engagement für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Verbesserung von Teilhabe und Chancengerechtigkeit ist der zentrale Motor des Bündnishandelns. Das Bündnis schafft Perspektiven und bietet Kindern Chancen, Ungleichheit mit eigener Stärke zu begegnen. Dabei zeichnet sich das Bündnis stets durch einen klaren ressourcenorientierten Ansatz aus. 

    Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als zentrales Element des Bündnisses hervor: Damit gelingt es sehr gut, an die Lebenswelten der Kinder und Familien anzuknüpfen. Mit Hilfe der Kita-Sozialarbeiterin gelingt es dem Bündnis, die unterschiedlichen Akteur:innen und Ressourcen im Sozialraum zu verbinden und so die Lebens- und Lernwelt der Kinder sowie die Bedingungen ihres Aufwachsens deutlich zu verbessern. Auch an den Kitas unterstützt sie die Fachkräfte dabei, die Entwicklung und den Bildungsverlauf der Kinder zu begleiten sowie soziales Lernen und Konfliktbewältigung zu fördern. 

    Das Bündnis schafft Formate, um die Bedarfe und Wünsche der Kinder auf- und ernst zu nehmen – insbesondere den „Wunschtag“. Und es nutzt die vorhandenen Ressourcen im Sozialraum, um diese Wünsche auch zu erfüllen. So werden vielfältige Lerngelegenheiten geschaffen, die vor allem – aber nicht ausschließlich – den Kindern Förderung, Entwicklung und Teilhabe ermöglichen, die sich das sonst nicht leisten könnten, wie zum Beispiel am Kletterfelsen, im Schwimmbad oder beim Zirkus. 

    Es gelingt dem Bündnis sehr gut, die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zielgerichtet zum Wohl der Kinder und Familien vor Ort einzusetzen (siehe Angebote oben). Gleichzeitig schafft diese Bündelung eine Entlastung für die einzelnen Akteur:innen. 

    Die Jury betont die hohe Motivation des Bündnisses und seiner Akteur:innen, die oft gegen eine gewisse Passivität von Eltern arbeiten müssen, sich dieser Herausforderung jedoch mit großem Engagement stellen. 

    Beispielhaft hierfür ist der handlungsorientierte Einbezug der Eltern in die verschiedenen Projekte etwa beim Aufbau des Zirkusprojekts oder über die direkte Ansprache. Die Einbindung wird immer wieder und weiter versucht, trotz einer bislang insgesamt eher niedrigen Beteiligungsrate. Diese wird aber Stück für Stück verbessert. 

    Die Stärkung der Kita-Sozialarbeit, die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und die wissenschaftliche Begleitung bündeln verschiedene Lösungsansätze, was angesichts der geringen Ressourcen und der erheblichen Herausforderungen im Alltag beachtenswert ist. 

  • Netzwerk Familienfreundliche Kommune Hainichen

    Netzwerk Familienfreundliche Kommune Hainichen

    Netzwerk Familienfreundliche Kommune Hainichen
    Finalist 2022

    Ort: Hainichen
    Bundesland: Sachsen
    Handlungsfeld: Eltern sprechen mit Eltern, Übergang Kita- Grundschule gestalten, Bildungspartnerschaften
    Aktiv seit: 2013
    Wirkungsradius: Kleinstadt
    Partner: Familienzentrum, drei Kitas, Hort, Stadt-Elternrat, Koordinatorin Familienbildung, Stadtverwaltung

    Kontakt: Werkstatt Familie, Joachim Fänder (Projektleitung), joachim.faender[@]werkstatt-familie.de

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    Zwischen Dresden und Chemnitz liegt die sächsische Kleinstadt Hainichen. Ein Bündnis aus verschiedenen Akteuren macht sich für Familien in der Stadt stark. Das Netzwerk Familienfreundliche Kommune Hainichen entwickelt Kitas zu Eltern-Kind-Zentren und sorgt für einen reibungslosen Übergang von der Kita in die Schule. So besuchen unter anderem Lehrkräfte die Kitas und bereiten die Kinder auf den Wechsel vor. Wichtiger Akteur im Bündnis ist der Stadt-Elternrat. Hier kommen Eltern miteinander ins Gespräch und tauschen sich über ihre Bedarfe aus. So findet das Bündnis schnell heraus, was die Familien brauchen und entwickelt passende Angebote. Auf diese Art sind bereits Elterninformationsabende sowie Bewegungs- und Beratungsangebote entstanden. Im Bündnis setzen sich neben der Familienbildungsstätte, den Kitas, dem Hort, der Grundschule und auch der Stadtverwaltung viele Akteure der Zivilgesellschaft für ein familienfreundliches Hainichen ein – und das auf Augenhöhe!

  • Bündnis Hochfeld

    Bündnis Hochfeld

    Bündnis Hochfeld
    Zweiter Platz 2022

    Ort: Duisburg
    Bundesland: Nordrhein-Westfalen
    Handlungsfeld: Teilhabe und Zugang zum Bildungssystem, Übergang von Kita zu Grundschule, niedrigschwellige Elternangebote
    Aktiv seit: 2017
    Wirkungsradius: Stadtteil
    Partner: DRK-Familienbildungswerk, Jugendamt, städtische Ämter, Kitas, Schulen, Frühe Hilfen, kommunales Integrationszentrum

    Kontakt: DRK-Familienbildungswerk Duisburg, Anna Žalac (Leiterin), anna.zalac[@]drk-duisburg.de

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    Der kinderreiche Stadtteil Duisburg-Hochfeld ist geprägt von verschiedensten Lebenswelten. Hier unterstützt das Bündnis Hochfeld Familien, oft mit Zuwanderungsgeschichte oder Fluchterfahrung, im Stadtteil und der dortigen Bildungslandschaft anzukommen. Dafür setzt das DRK-Bildungswerk mit Kitas, Schulen, Ämtern, Behörden und anderen Verbündeten zahlreiche Angebote um. So erhalten Kinder zum Beispiel Kita-Plätze, die im Jahresverlauf frei werden. Ist dies nicht möglich, erleichtert der „begleitete Schulanfang“ den Schulstart: Im Jahr vor der Einschulung bauen die Kinder in drei Kursen pro Woche direkt in der neuen Schule Feinmotorik und Sprache auf, lernen die Einrichtung und Lehrkräfte kennen. Eltern üben in Sprachkursen oder Elterncafés alltagsintegriert Deutsch, knüpfen neue Kontakte und werden beraten. Alle Unterstützungsangebote sind leicht zugänglich und werden von Muttersprachler:innen oder Dolmetschenden begleitet. Selbst während der Pandemie war das Bündnis mit einer Fensterberatung in acht Sprachen für die Familien da.

    Das sagt die Jury

    Das aus der Zivilgesellschaft heraus entstandene Bündnis agiert in einem hoch belasteten Stadtteil. Die Akteur:innen arbeiten hier mit großer Motivation stärkenorientiert und mit Tatendrang zusammen. Eine lebensnahe und anpackende Bündnisarbeit sorgt für Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Die Mitarbeitenden des Duisburger Bündnisses gehen dorthin, wo auch die Kinder sind – sei es direkt in die Wohnungen oder auf Spiel- und Marktplätze.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Das zivilgesellschaftlich initiierte Bündnis agiert in einem hoch belasteten Stadtteil, in dem die Akteur:innen in ungebrochener Motivation stärkenorientiert und mit hohem Engagement zusammenarbeiten. Das Bündnis leistet einen großen Beitrag dafür, dass Kinder in diesem Quartier eine Chance auf Teilhabe erhalten und kennt seinen Sozialraum sehr gut. Es arbeitet täglich unter erschwerten Bedingungen und verliert das Ziel, Beteiligung zu fördern, nicht aus dem Blick. Es trägt in vorbildlicher Weise dazu bei, dass die Angebote bei den Adressat:innen das Erleben von Selbstwirksamkeit befördern.  

    Die vielfältigen Angebotsformate und Projekte sind an den besonderen Bedarfen und Lebenswelten der Kinder und Familien orientiert, wodurch das Bündnis vorbildlich niedrigschwellige Zugänge auch zu schwer erreichbaren Familien schafft und allen Kindern Bildungsgelegenheiten bietet. 

    Als Beispiel hervorzuheben ist etwa die ausgeprägte „Geh-Struktur“, indem es sich selbst direkt zu den Orten aufmacht, an welchen es die Kinder und Familien automatisch antrifft – direkt an den Wohnungen, auf Ämtern und in der Verwaltung, auf Spiel- und Marktplätzen oder bei Ärzt:innen. Auch mit der Fensterberatung während der Lockdowns hat das Bündnis beeindruckt: Die Fenster des DRK Familienbildungswerks wurden genutzt, um in verschiedenen Sprachen niedrigschwellig vom Bürger:innensteig aus Beratungen anzubieten. Und mit dem Pavillon der Frühen Hilfen platziert sich das Bündnis beispielsweise mitten in der Fußgängerzone. 

    Die Projekte des Bündnisses knüpfen kultursensibel an die unterschiedlichen Lebenswelten der Familien an: Durch Vertrauensaufbau werden auch bildungsbenachteiligte Familien und Familien mit Fluchterfahrung und damit Kinder erreicht, die sonst wenige Berührungspunkte mit dem frühen Bildungssystem oder außerfamiliäre Kontakte haben. Das Bündnis setzt dabei bewusst Bündnisakteur:innen als Schlüsselpersonen ein, um Familien und Kinder im Sozialraum zu erreichen (durch geteilte Kulturerfahrungen/Sprachen). 

    Im Familiengrundschulzentrum werden auch Mittel der Frühen Hilfen eingesetzt und so mit Angeboten für ältere Kinder verknüpft. Dies ist ein innovativer Ansatz, der auch die Übergänge in das Bildungssystem unterstützt. 

    Die Jury hebt die praxisorientierte Arbeitsweise hervor, bei der über verschiedene Akteur:innen und bestehende Kooperationen sehr direkt konkrete Angebote geschaffen werden (Hands-On-Mentalität). 

  • Kulturkitas Dortmund

    Kulturkitas Dortmund

    Kulturkitas Dortmund
    Zweiter Platz 2022

    Ort: Dortmund
    Bundesland: Nordrhein-Westfalen
    Handlungsfeld: Chancengleichheit durch kulturelle Teilhabe, Förderung von Erziehungspartnerschaften
    Aktiv seit: 2018
    Wirkungsradius: Stadtteil, Stadt
    Partner: Kitas, Kulturbüro Dortmund, Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg, kommunaler Kita-Träger FABIDO, Kultureinrichtungen, Kunstschaffende

    Kontakt: Kulturbüro Stadt Dortmund, Susanne Henning (Referentin), shenning[@]stadtdo.de

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    Bunt geht es zu in Dortmund: Das städtische Kulturbüro, der Träger FABIDO, ein Berufskolleg und 12 Kitas aller Träger haben sich als Bündnis zertifizierter Kulturkitas zusammengeschlossen. Gemeinsam mit Kunstschaffenden und kulturellen Einrichtungen eröffnen sie den Kindern im gesamten Stadtgebiet Räume, in denen sie Tanz, Theater oder Kunst erleben und selbst gestalten können. In den Kitas laden Materialien, Instrumente und Kostüme in eigens eingerichteten Bereichen ein, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Den Ton geben oft die Kinder an: Bei Theaterstücken besetzen sie etwa die Rollen, wählen Themen und bauen Bühnenbilder. Die Stadtteile und ihre Museen, Theater & Co werden gemeinsam erkundet, wobei die Kinder immer wieder auf eigene Werke stoßen: So haben sie in ihrem Umfeld schon Stromkästen und Pumpwerke verschönert. Über die Bündnis-Angebote erhalten vor allem auch Eltern Zugang zum Kulturleben der Stadt und können ihre Erfahrungen und Talente einbringen. So führen Kunst und Kultur die Menschen in Dortmund zusammen.

    Das sagt die Jury

    Kreativität wird hier als Zukunftskompetenz gesehen, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht. Das Bündnis bietet den Kindern auf kreative Art und Weise vielfältige Entfaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten. Von Theaterprojekten, die Kinder und auch Eltern beteiligen, über Leseangebote in verschiedenen Sprachen bis hin zu Museumsbesuchen mit Kindern als Kunstreporter:innen ist Vieles dabei.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Es ist beeindruckend, wie das Gesamtkonzept Kulturelle Bildung der Stadt Dortmund als Anlass genommen wurde, um dieses Bündnis ins Leben zu rufen und mit vielen kreativen Ideen zu füllen. 

    Die Kooperation zwischen Kulturbüro, Kitas, der Fachschule für Sozialpädagogik und Kunstschaffenden vereint das Beste aus verschiedenen Welten und das, obwohl das Bündnis noch vergleichsweise jung ist und der Großteil der Bestehenszeit in die Pandemie fällt (besteht seit 2018). 

    Der Brückenschlag zwischen der vielfältigen Kulturlandschaft in Dortmund und der frühkindlichen Bildung ist sehr gelungen, nachhaltig und inspirierend. Eine innovative Idee, Kinder an kulturelle Bildung heranzuführen und sie selbstverständlich in ihrem Alltag zu verankern. 

    Kulturelle Bildung – mit einem sehr breiten Kulturverständnis – wird als verbindendes Element verstanden, um alle Bildungsbereiche lebendig zu gestalten und Kindern durch Kreativität vielfältige Entfaltungs- sowie Ausdrucksmöglichkeiten zu geben und das Denken in viele Richtungen anzuregen. Nicht nur musisch-ästhetisch, sondern auch kultursensibel und sprachbildend. 

    Beeindruckende Beispiele aus der Bündnis-Arbeit sind etwa Theaterprojekte, die in allen Schritten Kinder und auch Eltern beteiligen (inkl. Aufführung im Dortmunder U), Leseangebote in verschiedenen Sprachen, zum Teil von den Eltern als Hörbuch eingesprochen, oder Museumsbesuche mit Kindern als Kunstreporter:innen, um sie einerseits mit den Kunstwerken vertraut zu machen und sie andererseits mit digitalen Medien in Kontakt zu bringen. 

    Kinder selbst sind die Kulturmittler:innen zwischen Elternhaus, Kita und Museum und machen vielfältige Erfahrungen mit ihrer Selbstwirksamkeit. 

    Die Arbeit in Dortmund zeichnet sich durch die klaren Kriterien für die Beteiligung aus, die einerseits Einheitlichkeit bieten und dennoch ausreichend Raum für unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen in den einzelnen Kitas lassen. 

    Jede Kulturkita bindet ihren Sozialraum konkret ein, greift Impulse auf und gestaltet ihn mit – durch zum Beispiel die Gestaltung von Stromkästen mit Kindern oder die Etablierung von Kooperationen mit Künstler:innen. So wird der kulturelle Sozialraum auch Kindern und Familien zugänglich. In Dortmund stehen die Angebote für die Kinder dabei im Zentrum. 

    Kreativität wird als Zukunftskompetenz gesehen, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht.

  • Familienzentren im Arnsberger Modell

    Familienzentren im Arnsberger Modell

    Familienzentren im Arnsberger Modell
    Erster Platz 2022

    Ort: Arnsberg
    Bundesland: Nordrhein-Westfalen
    Handlungsfeld: Familienbegleitung, Netzwerk aller Familienzentren, Kinderschutz
    Aktiv seit: 2006
    Wirkungsradius: Mittelstadt
    Partner: Familienzentren, Kindertageseinrichtungen, Trägervertretungen, Fachberatungen, Jugendamt, Jugendhilfeplanung, Stadtverwaltung, Kommunales Integrationszentrum, Beratungsstellen

    Kontakt: Familienzentrum Altstadt, Silvia Herklotz (Leitung), familienzentrum.altstadt[@]arnsberg.de

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    Die Stadt Arnsberg im nordrhein-westfälischen Sauerland hat 15 Stadtteile. Um die Familien in diesem heterogenen Umfeld ganzheitlich zu unterstützen, vernetzt das Bündnis Familienzentren im Arnsberger Modell die Angebote im gesamten Stadtgebiet. Gemeinsam erarbeiten die Familienzentren mit Kooperationspartnern und anderen sozialen Einrichtungen trägerübergreifende Strategien, die allen Kindern und Eltern zugutekommen. Jedes der 15 Familienzentren hat eine Kinderschutz-Fachkraft und bietet unter anderem offene Spiel- und Bewegungsangebote, Streitschlichtungskurse, Beratungsgespräche sowie spezielle Vater-Kind-Aktionen. Alles ist passgenau auf die Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen zugeschnitten: So fokussieren manche Familienzentren auf die Integration von armutsgefährdeten Familien oder Menschen mit Fluchterfahrung, andere auf Angebote für Kinder, deren Eltern berufstätig sind. So erhalten alle Kinder in Arnsberg die gleichen Chancen.

    Das sagt die Jury

    Die Initiative richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen in ihrem Stadtteil und entwickelt passgenaue Angebote für die Bewohner:innen. Die Familienzentren im Arnsberger Modell haben es sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dafür hat sich das Bündnis die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahne geschrieben. So gab es beispielsweise einen Kinderrechte-Tag, der durch verschiedene Aktionen und Banner für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte. Auch strukturell ist das Bündnis vorbildlich aufgestellt und zeigt eine hervorragende Organisation, die sich im Prozess weiterentwickelt. Die Jury lobt die vielen unterschiedlichen Kommunikations- und Organisationselemente wie die Entwicklung einer Bündnis-App für Smartphones oder Beratungen als „Walk- and Talk”-Angebot, aber auch die festgelegten und verbindlichen Bündnis-Standards. Die Familienzentren im Arnsberger Modell sind somit auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    In Arnsberg agieren 15 Familienzentren unter einem gemeinsamen Konzept als Bündnis mit verschiedenen Akteur:innen im Sozialraum. Dass sich so viele Einrichtungen unterschiedlicher Träger als ein Team betrachten, ist bemerkenswert. Hier wird trägerübergreifendes Arbeiten vorbildlich sowie in hoher Professionalität und Qualität umgesetzt. 

    Das Bündnis agiert unter Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen und unterstützt Familien, die in einem sozial prekären Umfeld wohnen ebenso wie Familien, die in Einfamilienhaussiedlungen leben. Die Bedarfslagen und Bedürfnisse der Menschen im Quartier bestimmen die fachliche Ausrichtung – dies trifft in Arnsberg sowohl auf die Inhalte als auch auf die Form der Leistungen der Familienzentren zu und schafft lebensnahe sowie zum Sozialraum und seinen Bewohner:innen passende Angebote. Das Bündnis handelt nicht nur im Sozialraum, sondern gestaltet ihn aktiv mit.  

    Die gemeinsam erarbeiteten Standards sind nicht starr, sondern ermöglichen ein spezifisches, passgenaues Agieren in unterschiedlichen Sozialräumen, so dass die Einrichtungen eigene Schwerpunkte je nach örtlichem Bedarf setzen. Dass es für alle Beteiligten Raum für Weiterentwicklung und Wachstum gibt, ist eine große Stärke des Arnsberger Modells. 

    Die Jury sieht in Arnsberg eine hohe Innovationskraft: Die Akteur:innen nutzten die Vorgaben des Landesprogramms als Sprungbrett. Sie adaptierten sie nach den Bedarfen vor Ort so, dass sie passgenau für die Kinder und Familien im Sozialraum sind und heben sie auf ein neues Niveau. Durch die Weiterentwicklung wurde aus einem „Top-Down-Projekt“ mit allgemeinen Vorgaben ein „Bottom-Up-Projekt“ der beteiligten Kitas und Fachkräfte. Die Art und Weise, wie hier der Rahmen eines Landesprogramms genutzt und mit Leben gefüllt wurde, um eigene Strukturen und Angebote zu entwickeln, kann anderen Bündnissen oder Einrichtungen als großartiges Vorbild dienen. 

    Eine Besonderheit des Arnsberger Modells ist, dass die teilnehmenden Familienzentren von den bereitgestellten Mitteln maximal 50 Prozent für Personal aufwenden dürfen. Der Rest muss direkt in Aktivitäten für Kinder und Familien fließen. Dieser Ansatz trägt mit dazu bei, dass das Arnsberger Bündnis sich durch eine besondere Kindorientierung auszeichnet. 

    Die Richtschnur des Handelns in Arnsberg ist es, allen Kindern ein gutes Aufwachsen in ihren Lebenswelten zu ermöglichen. Das Bündnis hat sich dabei explizit die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahnen geschrieben. Diese prägen nicht nur die Programmatik, sondern werden auch in konkreten Produkten und Angeboten aufgegriffen. 

    Neben der alltäglichen Arbeit findet sich die Umsetzung der Kinderrechte beispielsweise in einem gemeinsamen Kinderrechte-Tag, der nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit für die Kinderrechte schuf (durch Banner und Aktionen), sondern bei dem auch – die Wünsche der Kinder aufnehmend – eine große Kirmes veranstaltet wurde. 

    Partizipation wird in Arnsberg großgeschrieben und gelebt! Hier haben die Meinungen der Kinder eine Stimme. Das zeigt sich einerseits im alltäglichen Handeln (Übernahme kleiner Aufgaben und altersgemäßer Verantwortung, Beschwerdemanagement), aber auch darin, wie bei besonderen Wünschen der Kinder (Kirmes) keine Mühen gescheut werden, um diese zu verwirklichen. 

    Das Bündnis ist auch strukturell beispielhaft aufgestellt und zeigt eine hervorragend strukturierte Organisation, die sich im Prozess weiterentwickelt. Die Jury lobt die vielen unterschiedlichen Kommunikations- und Organisationselemente, aber auch die festgelegten und verbindlichen Bündnis-Standards wie Qualitätszirkel, Kompetenzteams, Arbeitskreise, Befragungen. Das Bündnis ist somit auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt. 

    Beeindruckend ist auch die Ausgestaltung der vielfältigen Förderkurse für Kinder und das Angebot der facettenreichen Abenteuerformate. 

    Sowohl die Akteur:innen als auch die Eltern und Kinder werden proaktiv in die Gestaltung und Entwicklung der Angebote des Bündnisses eingebunden und haben vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv in das Bündnishandeln einzubringen. Über verschiedene Formate können Stimmen und Meinungen niedrigschwellig eingebracht und in praktisches Handeln überführt werden. Einige erwähnenswerte Beispiele sind Elternbefragungen, Eltern-Cafés, Einbindung in Ausgestaltung von Angeboten, Fortbildungen für Fachkräfte, Kinderbefragungen. 

  • Kinder- und Familienzentrum Dissen

    Kinder- und Familienzentrum Dissen

    Kinder- und Familienzentrum Dissen
    Finalist 2022

    Ort: Dissen
    Bundesland: Niedersachsen
    Handlungsfeld: Präventive Arbeit mit Familien, Bündelung und Vernetzung der Freizeit- und Unterstützungsangebote vor Ort
    Aktiv seit: 2011
    Wirkungsradius: Kleinstadt
    Partner: Kinder- und Familienzentrum, Kindertageseinrichtungen, Familien-Service-Büro

    Kontakt: Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) Dissen, Westfälisches Kinderdorf e. V., Lisa Borghaus (Koordination), kifaz-dissen[@]wekido.de

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    Direkt am Teutoburger Wald liegt die niedersächsische Kleinstadt Dissen. Diversität ist das, was die Menschen der Industrie- und Handwerksstadt ausmacht: Allein in den Kitas finden sich Kinder und Eltern aus 27 Nationen sowie aus unterschiedlichen Familienmodellen. Mit seinen Angeboten spricht das Bündnis Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) Dissen alle gleichermaßen an. Offene Baby- und Spielegruppen, Bewegungsangebote, Elterncafés und Sprachkurse fördern das soziale Miteinander und sind wichtige Formate, um die Bedürfnisse der Familien zu identifizieren. Über die sechs Kindertageseinrichtungen sowie das Familien-Service-Büro, die im Bündnis eng zusammenarbeiten und gemeinsam wirken, entsteht ein direkter Draht zu den Eltern, deren Wünsche wiederum in die Programmgestaltung einfließen. Als niedrigschwelliger Begegnungsort bündelt und vernetzt das KiFaZ alle Unterstützungs- und Förderangebote für die Familien, die hier leben.

  • Familiennetzwerk im Stadtteil

    Familiennetzwerk im Stadtteil

    Familiennetzwerk im Stadtteil
    Finalist 2022

    Ort: Frankfurt am Main
    Bundesland: Hessen
    Handlungsfeld: Frühe Hilfen, Chancengerechtigkeit
    Aktiv seit: 2010
    Wirkungsradius: Großstadt
    Partner: Kinderschutzbund Frankfurt a.M., Stadt Frankfurt a.M., Haus der Volksarbeit, Netzwerk Frühe Hilfen, Familienbildungsstätten und -zentren, Familienbegrüßungspatinnen

    Kontakt: Familiennetzwerk im Stadtteil/Deutscher Kinderschutzbund Bezirksverbund Frankfurt am Main, Kerstin Lehr (Projektkoordination), familiennetzwerk[@]kinderschutzbund-frankfurt.de

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    In Frankfurt am Main kommt es auf den guten Anfang an: Um jungen Eltern einen optimalen Start ins Abenteuer Familie zu ermöglichen, haben sich im Bündnis Familiennetzwerk im Stadtteil der Kinderschutzbund, die Stadt Frankfurt und das Zentrum Familie/Haus der Volksarbeit e. V. mit zahlreichen Partnern zusammengeschlossen. Gemeinsam verfolgt man über offene Treffs in 13 Frankfurter Stadtteilen das Ziel, sich für die Kinder und Familien stark zu machen, sie aktiv ins Stadtteilleben einzubinden, niedrigschwellige Unterstützungsangebote zu schaffen und ein positives Miteinander zu fördern. Eine ausgeprägte Willkommenskultur hilft dabei: Beispielsweise tragen Willkommensfeste in den Stadtteilen zur Identifikation der Familien mit „ihrem“ Stadtteil bei. Wichtig ist den Bündnis-Akteuren die Nähe zu den Eltern: Sie sind dort, wo die Menschen sind und gehen auch schon einmal ungewöhnliche Wege: Im Rahmen der Fahrrad-Aktion „Mehr Wind für Kinderrechte“ kamen die Mitarbeitenden in die Stadtteile, um dort niedrigschwellig über die Kinderrechte zu informieren. Vor Ort und auf Augenhöhe wird hier das Miteinander aktiv gelebt.

  • Bildungsforum im Falkenhagener Feld

    Bildungsforum im Falkenhagener Feld

    Bildungsforum im Falkenhagener Feld
    Finalist 2022

    Ort: Berlin-Spandau
    Bundesland: Berlin
    Handlungsfeld: Gewaltprävention und Soziales Lernen für Kinder, Stärkung der Eltern
    Aktiv seit: 2016
    Wirkungsradius: Stadtteil und Quartier
    Partner: Quartiersmanagement, Grundschulen, Kindertageseinrichtungen, Familienzentrum, Jugendamt, offene Familienwohnung, Bibliothek

    Kontakt: Bildungsforum, Ev. Paul Gerhardt-Kirchengemeinde, Sabine Clausen (Koordination), sabine.clausen[@]paulgerhardtgemeinde.de

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    Das Falkenhagener Feld am westlichen Stadtrand Berlins gehört zum Bezirk Spandau. Nur eine einzige Buslinie erschließt das Quartier mit seinen belebten, heterogenen Großwohnsiedlungen. Das Bildungsforum im Falkenhagener Feld setzt sich hier für eine bessere Verständigung untereinander und die Gewaltprävention ein. Alle Kinder sollen gute Lebenschancen erhalten. Dafür fokussieren die Bündnispartner, darunter Quartiersmanagement, Kitas und Schulen insbesondere auf die Eltern. Diese finden in Podcasts und Broschüren zum Beispiel Tipps und Infos zum gelingenden Schulstart oder Spielanregungen zum Sozialen Lernen in Bewegung und können sich selbst in Bewegungs- und Präventionskursen als Coaches einbringen. Die Kurse stärken die Sozialkompetenz und Konfliktfähigkeit der Kinder im Übergang von der Kita in die Schule. Bei Veranstaltungen im Kiez und in den Kitas weckt die mobile Bibliothek, ein Lastenfahrrad bestückt mit Büchern und Spielen, das Interesse am Lesen.

  • DigiMINTKids

    DigiMINTKids

    DigiMINTKids
    Finalist 2022

    Ort: Amberg
    Bundesland: Bayern
    Handlungsfeld: MINT, Digitalisierung und Bildung für nachhaltige Entwicklung
    Aktiv seit: 2020
    Wirkungsradius: Mittelstadt
    Partner: Kita DigiMINTKids, Haus der kleinen Forscher Amberg, OTH Amberg-Weiden, Staatsinstitut für Frühpädagogik, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Amberg, Schulen und Bildungseinrichtungen vor Ort

    Kontakt: DigiMINTKids Amberg – Hier wird Zukunft gemeinsam gestaltet, Brigitte Netta (Leiterin Kita DigiMintKids & CampusKids Amberg), brigitte.netta[@]web.de

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    Bei den DigiMINTKids im oberpfälzischen Amberg wird Zukunft gemeinsam gestaltet. Das breit aufgestellte Bündnis, bestehend aus der Kita DigiMINTKids, der OTH Amberg-Weiden, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Amberg sowie dem Netzwerk Haus der kleinen Forscher Amberg-Sulzbach, arbeitet mit vielen Ehrenamtlichen und weiteren Partnern zusammen, um allen Kindern gleichermaßen das Thema „MINT“ – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – nahe zu bringen und sie dafür zu begeistern. Das geschieht ganz niedrigschwellig, alltagsintegriert und kindgerecht. Ausgehend von den Themen und individuellen Interessen der Kinder wird sich den Bereichen Digitale Bildung und MINT angenähert: Ob beim Bepflanzen und Pflegen der Hochbeete, beim gemeinsamen, generationsübergreifenden Forschen und Experimentieren oder beim Besuch in der örtlichen Hochschule, um sich zum Beispiel zum Thema Roboter zu informieren und einer „echten“ Professorin bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

  • Netzwerk Startpunkt Leben

    Netzwerk Startpunkt Leben

    Netzwerk Startpunkt Leben
    Zweiter Platz 2022

    Ort: Konstanz
    Bundesland: Baden-Württemberg
    Handlungsfeld: Frühe Hilfen
    Aktiv seit: 2014
    Wirkungsradius: Mittelstadt
    Partner: Akteure der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens wie Kinderärztinnen oder Hebammen, Kitas, Gesamtelternbeirat Kita, Schwangerenberatungsstellen, Wellcome

    Kontakt: Startpunkt Leben, Yvonne Richter (Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen), yvonne.richter[@]konstanz.de

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    Junge Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren finden in Konstanz am Bodensee ein breites Netzwerk an Unterstützung und Beratung. An verschiedenen Standorten hat die Stadt Konstanz sechs sogenannte „Startpunkte“ eingerichtet, die von weiteren Partnern wie Kitas, Kinderärztinnen und Hebammen unterstützt werden. Hier finden die Familien offene Türen – und offene Ohren für ihre Belange und Fragen. Von Erstinformationen rund ums Thema Elternsein über Beratungen und Babytreffs bis hin zu Eltern-Kind-Spielgruppen bietet das Bündnis eine Vielzahl an Angeboten. Ein Schwerpunkt ist die Unterstützung in alltäglichen und auch besonderen Familien- und Übergangssituationen, wie dem Wechsel von der häuslichen in die institutionalisierte Kinderbetreuung in Krippe und Kita. In Konstanz geht man auch ungewöhnliche Wege: Sei es digital oder bei einem Beratungs-Picknick im örtlichen Strandbad: Nah und früh dran zu sein an den Familien und niedrigschwellig ins Gespräch zu kommen, lautet hier die Devise.

    Das sagt die Jury

    Dem Konstanzer Bündnis gelingt es, die Bedingungen in den verschiedenen Stadtteilen zu berücksichtigen. Die vorhandenen Ressourcen werden genutzt und niedrigschwellige Angebote für alle Familien entwickelt. So leistet das Bündnis einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Das Bündnis zeichnet sich durch eine klare Orientierung an den Lebenswelten der Familien aus. Mit dem Beratungsangebot „von Handtuch zu Handtuch“ am Konstanzer Stadtstrand beispielsweise, sind die Akteure dort, wo die Familien sind.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Das Netzwerk Startpunkt Leben ist ein Bündnis im Bereich der Frühen Hilfen, das sich durch eine hervorragende und nachhaltige Struktur auszeichnet. 

    In der Bündnis-Struktur werden alle relevanten Akteursgruppen mandatiert und in Steuerungs- und operative Prozesse mit einbezogen. Zentral ist hier die Planungskonferenz genannte Steuerungsgruppe, in die von allen relevanten Akteursgruppen (Kita, Startpunkte, Schwangerschaftsberatung, Ärzt:innen, Eltern etc.) jeweils eine Person hineingewählt wird. 

    Beispielhaft ist, wie das Bündnis eine sehr gute Verbindung von der gesamtstädtischen Ebene und Steuerung zu den einzelnen Startpunkten in den unterschiedlichen Quartieren schlägt und dabei aus dieser Konstruktion starke Synergien und Rückkopplungseffekte zieht. Die gesamtstädtische Ebene und die gebündelten Ressourcen werden etwa für die Mini-Netzwerke rund um die Startpunkte vor Ort nutzbar gemacht (beispielsweise die Perspektive der Ärzt:innen), gleichzeitig werden die vor Ort erhobenen Bedarfe in die Gesamtebene eingebracht. 

    Die Bündnis-Struktur ermöglicht auch, die unterschiedlichen Sozialräume in den verschiedenen Quartieren der Stadt Konstanz aufzuschließen, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und bedarfsgerechte und niedrigeschwellige Angebote für alle Familien zu entwickeln und so einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit zu leisten. 

    Beispielhaft sind die frühzeitige, passgenaue Beratung, individuelle Unterstützung für Familien von Anfang an sowie quartiersnahe und fallunspezifische Angebote zur Bildung, Begegnung oder Information für Schwangere und Familien mit Kleinkindern in den Bereichen Pädagogik, Gesundheit, Entwicklungspsychologie, Eltern-Kind-Beziehung, Elternbildung und -begegnung. 

    Das Bündnis zeichnet sich zudem durch eine klare Orientierung und ein Anknüpfen an den Lebenswelten der Familien aus. Es geht dorthin, wo die Familien sind. Das Beratungsangebot „von Handtuch zu Handtuch“ am Konstanzer Stadtstrand, bietet den Familien zum Beispiel einen sehr niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten.  

    Die Kindorientierung zeigt sich zudem darin, dass sie verbindlich und über den Trägerinteressen stehend in der Satzung des Bündnisses festgeschrieben wurde. 

    In Konstanz werden Beteiligungsmöglichkeiten für Eltern und Bündnisakteur:innen auf höchstem Niveau gelebt: Durch regelmäßige Elternbefragungen und die Möglichkeit der Eltern, sich mit eigenen Angeboten einzubringen, sowie mandatierte Einbindung der Akteursgruppen in die Planungskonferenz. 

    Das Bündnis ist wegen seiner multiprofessionellen Ausrichtung, seinem umfassenden Verständnis von Chancengleichheit und der hervorragenden Struktur unter den Preisträgern.