Ort: Kyffhäuserland Bundesland: Thüringen Handlungsfeld: Nutzung neuer Lerngelegenheiten vor Ort Aktiv seit: 2014 Wirkungsradius: Ländlicher Raum
Kontakt: Gemeinde Kyffhäuserland,Tel. 034671 660-0
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An der Grenze zu Sachsen-Anhalt haben sich 2012 acht nordthüringische Dörfer um das Kyffhäusergebirge zur Gemeinde Kyffhäuserland zusammengeschlossen. Die Gemarkung der neu entstandenen Kommune erstreckt sich über insgesamt 128 Quadratkilometer – ein weitläufiges Gebiet, in dem Kinder eine Menge zur Natur und Geschichte der Region entdecken können. Deshalb arbeiten die sechs Kitas im Kyffhäuserland nicht nur mit Landkreisvertretern und der örtlichen Grundschule zusammen, sondern auch mit der Feuerwehr, der Polizei, dem Forstamt oder der Verwaltung des Naturparks vor Ort. Daneben unterstützen weitere Bildungseinrichtungen das lokale Bündnis. Insgesamt 14 Partner haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Kleinsten in der Gemeinde in ihrer natürlichen Neugier zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass sie die vielfältigen Bildungsorte und Lerngelegenheiten vor ihrer Haustür nutzen können. So übernimmt die Polizei die Verkehrserziehung und das Forstamt stellt ein Waldgrundstück zur Verfügung, das die Kitas täglich nutzen können. Der Elternbeirat hat das Projekt „Komm mit auf eine Zeitreise durch das Kyffhäuserland“ ins Leben gerufen, in dem Kita-Kinder die Sehenswürdigkeiten der Region kennenlernen.
Das sagt die Jury
Das Bündnis ist ein Lehrstück der Demografieentwicklung. Kindorientierung und nachhaltige Dorfentwicklung werden hier vereint.
Die Bündnispartner nehmen die gemeinsame Verantwortung wahr, einkommensunabhängige Entwicklungsmöglichkeiten für alle Kinder zu bieten.
Die Bündnispartner sind vereint durch die Überzeugung, dass Kinder vielfältige und anregende außerschulische Lernorte brauchen.
Alle Beteiligten werden kompetenzorientiert eingebunden und fühlen sich persönlich aufgefordert, ein gutes Vorbild für „ihre“ Kinder zu sein.
AWO Kita „An der schmalen Gera“ Zweiter Platz 2019
Ort: Erfurt Bundesland: Thüringen Größe: 52 Kinder, 6 Mitarbeitende Träger: AWO Alten-, Jugend- und Sozialhilfe (AJS) gGmbH Unsere Stärke: mit dem Team und den Kindern neue Wege gehen
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Die Erfurter AWO Kita „An der schmalen Gera“ ist in einem Altbau in der Nähe der Altstadt untergebracht. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man hier nicht offen für Neues ist. 2013 hat sich das Kita-Team für eine grundsätzliche Veränderung entschieden: Um den Entwicklungsbedürfnissen der Kinder in der Einrichtung bestmöglich Rechnung zu tragen, wurde das Konzept der offenen Arbeit eingeführt. Dabei war es den Verantwortlichen besonders wichtig, diesen Pfad mit dem Team, den Kindern und den Eltern gemeinsam zu beschreiten. Allen Mitarbeitenden – auch dem technischen Personal – wurde das Konzept erläutert. Die Eltern konnten sich während der Phase der Neuausrichtung zum Beispiel in zusätzlich angebotenen Sprechstunden informieren. Und in Kinderkonferenzen haben die pädagogischen Fachkräfte das Vorhaben auch mit ihren Schützlingen besprochen. Erst mit dem mehrheitlichen Einverständnis der Kinder fiel der Startschuss für die offene Arbeit. Heute dürfen die Kinder zum Beispiel das Außengelände der Kita in Absprache mit den Fachkräften selbständig erforschen oder auch während der Ruhezeiten auf der Bewegungsbaustelle aktiv werden. Im Projekt „Dancing kids“ finden Kinder aller Nationalitäten über Musik und Tanz zusammen. Und bei den Auftritten der Gruppe kommen dann auch ihre Familien miteinander in Kontakt. Beim „geschenkten Kita-Tag“ dürfen übrigens auch die Eltern mit in die Kita kommen, um mit ihrem Nachwuchs zu spielen und die offene Arbeit der Kita hautnah mitzuerleben.
Das sagt die Jury
Die Arbeit der Kita überzeugt und beeindruckt durch eine gelebte Haltung der Fachkräfte, Kinder in ihrem Lernen zu unterstützen, ihre Selbstwirksamkeit zu fördern, ihnen mit Zutrauen zu begegnen und ihnen Freiräume zu geben. Dabei haben sie zugleich immer auch die Familien im Blick.
Um die Qualität kontinuierlich weiterzuentwickeln wurden regelhafte Reflexionsstrukturen etabliert. Die Fachkräfte arbeiten vorausschauend und zugleich pragmatisch, sie nehmen konsequent Schwächen und Entwicklungspotentiale in den Blick und zeigen Mut, Neues zu wagen und konzeptionelle Veränderungen umzusetzen. Dabei werden sie zielgerichtet auch von ihrem Träger sehr bedarfs- und zielorientiert unterstützt.
Die Kita versteht sich als integraler Bestandteil des Sozialraums, wirkt in diesen hinein und übernimmt Verantwortung in diesem (Tanzgruppe, Müllsammeln im Park, Kontakt Seniorenheim). Es gibt Kooperationen mit vielen Akteuren im Sozialraum aber auch mit Fachschulen, der Universität oder die Mitwirkung in einem Fachberatungsnetzwerk.
Kontakt: Thüringer Eltern-Kind-Zentrum (ThEKiZ) „Anne Frank“, Daniel Müller (Leiter), daniel.mueller[@]jena.de
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Gegensätze sind typisch für den Jenaer Stadtteil Lobeda – schon von der Autobahn aus sieht man die großen Wohnanlagen, in denen Menschen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen leben. Schaut man genauer hin, gibt es hier viel zu entdecken: Die Uniklinik, die 2017 nach Lobeda umgezogen ist, und eine pittoreske Altstadt mit historischer Kirche, Brunnen und Rathaus. Mittendrin befindet sich das Thüringer Eltern-Kind-Zentrum (ThEKiZ) „Anne Frank“, das vor allem die Lobedaer Familien mit ihren Kindern im Mittelpunkt seiner Arbeit sieht. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist den Mitarbeitenden hier wichtig – die Familien sind in die pädagogische Arbeit integriert und als starke Partnerinnen und Partner geschätzt. Sie haben viele Möglichkeiten zur Mitgestaltung: Unter anderem wurden aufgrund von Eltern-Rückmeldungen die Konzeption im Kita-Bereich überarbeitet und neue Angebote wie eine Waldspielgruppe, Liederkreise oder Englischkurse für Kinder geschaffen.
Das sagt die Jury
Das Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“ ist ein Paradebeispiel für gelebte Partizipation und Vernetzung und leistet wunderbare Arbeit für die Kinder und Familien in Jena. Das Bündnis bindet Kinder und Familien aktiv in Ihre Arbeit mit ein und lädt sie zum Mitgestalten ein. Dabei orientiert sich die Arbeit stark an den Lebenswelten und Bedürfnissen der Kinder und Familien. Mit einer bedürfnisorientierten Beratung und Unterstützung leistet das Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“ einen ungemein wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit in Jena-Lobeda. Die Jury hat beeindruckt, wie viele unterschiedliche Akteurinnen und Akteure das Bündnis mittragen und mit anpacken. Bei den vielfältigen Angeboten ist für jeden etwas dabei – von Töpfern, Tanzen und Musizieren über Logopädie bis hin zu einer Krabbelgruppe, einer Kinderakademie und einem mobilen Café. Aus Sicht der Jury gelingt dem Bündnis insbesondere die aktive Einbindung der Eltern sehr gut, die als die wichtigsten Bündnispartnerinnen wahrgenommen werden. Entsprechend treten sie nicht nur als Konsumentinnen von Angeboten auf, sondern als aktive Mitgestalterinnen.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Thüringer Eltern-Kind-Zentrum „Anne Frank“ in Jena-Lobeda ist ein aus einer Kita heraus entstandenes Bündnis, das in einem belasteten Stadtteil Jenas agiert und wirkt.
Die Geschichte des Bündnisses zeigt eine systematische Entwicklung von einer Kita zu einem offenen Zentrum für Familien, das mittlerweile in den gesamten Ortsteil ausstrahlt und von vielen unterschiedlichen Akteur:innen (mit-)getragen wird, u.a. Hebammen, Praxen für Logopädie oder Ergotherapie, Frühförderstelle, Querwege e.V., Bildungseinrichtungen wie VHS Jena, einzelne Personen und Unternehmen.
Die Jury beeindruckt, wie im Laufe dieser Entwicklung immer wieder auch externe Expertise zum Ausbau des Bündnisses genutzt wird.
In seiner Arbeit bindet das Bündnis in Jena auf der Grundlage des Early-Excellence-Ansatzes Kinder und Familien aktiv ein und setzt ein Lernkonzept um, das sich stark an den Lebenswelten der Kinder orientiert.
Mit einer Vielfalt von Angebotsformaten, wie Bewegungs- und Kreativangeboten, Entwicklungsgesprächen, Musizieren, Logopädie, Ergotherapie, nimmt das Bündnis unterschiedliche Bedarfe von Kindern und Familien vor Ort auf und gestaltet sie. Mit ihrer anpackenden Arbeit sind die Bündnisakteur:innen besonders nah dran an den Bedarfen der Kinder und ihrer Familien.
Aus Sicht der Jury gelingt dem Bündnis insbesondere die aktive Einbindung der Eltern sehr gut, die als die wichtigsten Bündnispartnerinnen wahrgenommen werden. Entsprechend treten sie nicht nur als Konsumentinnen von Angeboten auf, sondern als aktive Mitgestalterinnen.
Das Bündnis stellt nach Meinung der Jury eine gute Mischung von professioneller und zivilgesellschaftlicher Kooperation dar und leistet somit als Modellprojekt einen wichtigen Beitrag zum Diskurs um die Weiterentwicklung der Kitas zu Familienzentren.
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Mit einem Morgenspaziergang in der Natur, interessanten Gesprächen und fröhlichem Gesang fängt der Tag gut an – so auch im thüringischen Waldkindergarten Stadtroda. Nach dem gemeinsamen Morgenkreis im Wald können die Kinder selbst entscheiden, wo und was sie spielen, was sie essen und ob sie sich am Nachmittag in der Hängematte ausruhen. Der Wald bietet eine lernfreundliche und abwechslungsreiche Umgebung: Die Kinder gestalten kreative Kunstwerke aus Ästen und Moos oder bauen selbst eine Feuerstelle zum Wärmen an kalten Wintertagen. Die pädagogischen Fachkräfte bieten Aktivitäten wie Schnitzen, Sägen und Bauen an, um den Umgang mit der Natur noch erlebbarer zu machen. Mit einem Tablet halten die Kinder ihre Entdeckungen fest oder recherchieren gefundene Naturphänomene. Der Sozialraum ist Teil des Kita-Alltags, etwa indem die Kinder beim benachbartem Agrarunternehmen den Traktoren zuschauen oder Obst einkaufen. So macht der Waldkindergarten Spaß!
Kita am Sommerbad Zweiter Platz & Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2024
Ort: Greiz Bundesland: Thüringen Größe: 84 Kinder, 18 Mitarbeitende Träger: Stadt Greiz Unsere Stärke: Teilhabe, Inklusion, Chancen für alle, bedarfsorientierte Angebote für Familien
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In der Greizer Kita am Sommerbad begegnen sich Jung und Alt auf Augenhöhe und gemeinsam erstellte Regeln gelten gleichermaßen für alle. Nach dem offenen Konzept können die Kinder ihren Tag frei gestalten: So verwandeln sich die Kita-Räume auf Wunsch in einen Bewegungsparcours oder in Kino und Bettenlager für eine Übernachtungsparty. Möchten die Kinder schwimmen, macht der eigene Eingang zum benachbarten Sommerbad das auch spontan möglich. Als Thüringer Eltern-Kind-Zentrum heißt die Einrichtung Familien in all ihrer Vielfalt willkommen. Eltern können ihre Kinder jederzeit bringen und abholen, sich auf der Kommunikationsinsel kennenlernen, in der Bibliothek stöbern oder im Geben-und-Nehmen-Regal alte Schätze neu entdecken. Das Team vermittelt Familien mit Fluchterfahrung schnell einen Kita-Platz und Deutschkurse. Viele dieser Angebote entstehen, weil die Fachkräfte halbjährlich die Bedarfe und Lebensbedingungen vor Ort analysieren: So wissen sie genau, was die Greizer Familien brauchen.
Das sagt die Jury
Die Fachkräfte begegnen Kindern und Familien diversitätssensibel und leben eine konsequent inklusive Haltung. Die Einrichtung wirkt mit Unterstützungsangeboten weit in den Sozialraum hinein und ist ein wichtiger Ankerpunkt für Familien. Die Fachkräfte helfen bei bürokratischen Hürden, übersetzen und beraten. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie das Team auf Herausforderungen reagiert. Seien es kreative Antworten bei der Raumgestaltung oder spezielle Fortbildungen der Mitarbeitenden, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder zu begegnen – die Fachkräfte finden stets innovative Lösungen. Kinder erfahren sich als Individuen, die respektiert und gehört werden. Im Kinderrat oder bei der Gestaltung des Tages bestimmen sie aktiv mit.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Kinder der Kita am Sommerbad werden in ihren Stärken gesehen und gefördert. Sie erfahren sich als Individuen, die respektiert, wertgeschätzt und gefragt werden. Sie erleben Vielfalt und demokratische Entscheidungsfindungen und stärken ihr Selbstbewusstsein durch stetige Erfolgserlebnisse bei ihrem eigenverantwortlichen Handeln. Kinder erfahren weitreichende Beteiligungsmöglichkeiten und erleben, dass Ihre Stimme gehört wird. So findet beispielsweise ein wöchentlich tagender und stets gut besuchter Kinderrat statt, die Teilnahme daran ist freiwillig und die Kinder werden eingeladen, ihre Wünsche und Beschwerden zu formulieren und ggf. dem Leitungsteam mitzuteilen. Protokolle jedes Kinderrates werden direkt im Anschluss im Flur der Kita ausgehangen und sind für alle einsehbar. Die Tür des Leitungsbüros steht den Kindern offen und sie sind eingeladen, ihre Anliegen dort mitzuteilen. Die Kinder der Kita am Sommerbad entscheiden täglich neu, ob sie an sommerlichen Vormittagen mit in das direkt benachbarte Sommerbad zum Planschen gehen möchten, zu welchem die Kita jederzeit Zugang hat oder lieber das großzügige Außengelände der Kita erkunden.
Durch die Arbeit im offenen Konzept mit altershomogenen Gruppenstrukturen gelingt es, dass Kinder gleichzeitig Freiraum und Sicherheit erfahren – ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen.
In der Kita am Sommerbad beeindruckte die Jury, wie die Fachkräfte es schaffen, jeder Herausforderung mit einer kreativen, innovativen und passgenauen Lösung zu begegnen. Sind es die schwierigen und sehr kleinen Räume der Kita oder die hohe Anzahl von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf oder Fluchterfahrung; die Kita sucht proaktiv und in hoher Eigeninitiative nach Wegen, um sich den Herausforderungen zu stellen und gute Lösungen für alle zu finden. Um auf die hohe Anzahl von Kindern mit Fluchterfahrung zu reagieren, haben etwa alle Mitarbeitenden eine Fortbildung zum Thema „Trauma und Traumafolgestörungen“ absolviert. In den letzten Jahren haben sich außerdem mehrere Pädagog*innen zu Heilpädagog*innen weitergebildet: „Um Barrieren abbauen zu können, ist es wichtig, dass wir Kinder mit Förderbedarf zügig erkennen und sie bei Bedarf alltagsintegriert begleiten“. Um Eltern in allen Lebenslagen zu unterstützen, bietet die Kita in ihren Räumen etwa kostenfreie „Starke Eltern-Starke Kinder“-Kurse an. Und ein Schreiner aus dem Nachbarort unterstützt die Kita ehrenamtlich und fertigt individuell passgenau geschreinerte Möbel an, um die kleinen Räume sinnvoll nutzbar zu machen.
Die engagierten und kultursensiblen Fachkräfte legen besonderen Wert auf vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in einem herausfordernden Sozialraum.
Die Fachkräfte der Kita gehen respektvoll, wertschätzend und armutssensibel auf Familien zu und sorgen dafür, dass die Kita sich zu einem wichtigen Ankerpunkt für die Eltern und Familien entwickelt hat. Sie zeigen im Umgang mit den Kindern und Familien eine hohe Diversitätssensibilität und eine konsequent inklusive Haltung, die soziale, ethische, kulturelle und individuelle Unterschiede achtet, ohne zu bewerten. Kinder und Familien dürfen hier so sein, wie sie sind.
Die Kita setzt ein klares Zeichen gegen Rassismus und vermittelt Werte wie Respekt und Toleranz, wodurch ein inklusives und unterstützendes Umfeld geschaffen wird. Die Pädagog*innen sind aufmerksam für (Sprach-) Barrieren und bauen diese ab, um alle Eltern miteinzubeziehen. So wurde das Willkommensbuch der Kita, das Familien über Abläufe in der Kita informiert, mit Hilfe einer Muttersprachler*in ins Arabische übersetzt. Im Alltag arbeiten die Pädagog*innen mit Übersetzungs-Apps, Piktogrammen und nehmen sich vor allem viel Zeit für Anliegen, Bedarfe und Erklärungen über Sprachgrenzen hinweg. Mit dem warmherzig gestalteten „Eingangstresen“ und der zuständigen Fachkraft ist die Kita in vielen Belangen als Ansprechpartnerin für die Familien da. Die Fachkräfte helfen Eltern beim Beantragen finanzieller Mittel, z.B. für das Bildungs- und Teilhabepaket für Essen und Ausflüge. Sie versuchen zu helfen, bevor Schulden aufgebaut werden. Sie reden mit den zuständigen Ämtern, fragen nach dem Stand der Bearbeitung, übersetzen und beraten.
Es gibt vielfältige, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für die Familien der Kita und des Sozialraums, auch Ehemalige sind in der Kita am Sommerbad willkommen. Die Vernetzung im Sozialraum ist vielfältig und eigene Angebote werden bedarfsorientiert gestaltet. Die Pädagog*innen kennen die Lebenslagen der Kinder und ihrer Familien sehr gut, was ihnen ermöglicht, ihre Angebote gezielt an den Bedürfnissen der Familien auszurichten. Die Kita führt in hoher Eigeninitiative Angebote für den gesamten Sozialraum durch, für die sie einen Bedarf wahrnimmt. Des Weiteren versteht sich die Kita als aktiver Bestandteil des Sozialraums und organisiert verschiedene Gemeinschaftsaktionen, darunter Wettbewerbe und Veranstaltungen für Familien. Zusätzlich bieten sie praktische Unterstützung, wie die Bereitstellung von Ressourcen wie Kleidung und Bücher. Es gibt ein gut genutztes Verschenke-Regal sowie ein Bücher-Ausleih-Regal im Eingangsbereich der Kita. Die Kita engagiert sich aktiv im Netzwerk „Migration und Inklusion“, um sich mit anderen Institutionen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
Eltern sind jederzeit eingeladen, in der Kita zu verweilen. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Eltern entgegenzukommen, gibt es keine festen Bring- und Abholzeiten. Auf der Kommunikationsinsel im Garten der Kita können Eltern bei einem Kaffee jederzeit mit Fachkräften ins Gespräch kommen. Die Perspektive der Eltern wird außerdem in regelmäßigen Gesprächsrunden, sogenannten „Spinn-Cafés“ eingeholt.
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Am Fuße des Jenzigs in Jena-Ost wächst ein Wunschbaum. An seinen Ästen befestigen die Kinder der AWO Kita Jenzigblick ihre Anliegen und Wünsche – und das trägt Früchte: Vorschläge für das Zirkusprojekt oder das Piratenschiff im Garten kommen nicht nur von den Kindern, sie wirken auch aktiv an deren Umsetzung mit. Schon die Jüngsten entscheiden hier selbst, ob sie etwa den Wald erkunden, einen Kuchen backen oder beim Erzähltheater mitmachen. Die Fachkräfte begleiten sie dabei und fördern nach dem Early-Excellence-Ansatz die Interessen und Potenziale jedes Kindes. Für individuelle Angebote setzt das Team vor allem auf stärkenorientierte Beobachtungen im Alltag. Ein Frühstücksgespräch zweier Kinder über Dinos kann sich so innerhalb weniger Tage zu einer Wanderung über den nahegelegenen Saurierpfad entwickeln, bei der interessierte Kinder mit einer interaktiven App mehr über die Riesenechsen lernen. Von den Bewegungsangeboten mit einer Athletin des Triathlonvereins über gemeinsame Flohmärkte und Elternabende mit der benachbarten Grundschule bis hin zum eigenen Kinderrechte-Song, der mit einem echten Rapper entstand – die Kita bindet ihr Umfeld aktiv ein und wächst so über sich hinaus.
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