Kita am Sommerbad Zweiter Platz & Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2024
Ort: Greiz Bundesland: Thüringen Größe: 84 Kinder, 18 Mitarbeitende Träger: Stadt Greiz Unsere Stärke: Teilhabe, Inklusion, Chancen für alle, bedarfsorientierte Angebote für Familien
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In der Greizer Kita am Sommerbad begegnen sich Jung und Alt auf Augenhöhe und gemeinsam erstellte Regeln gelten gleichermaßen für alle. Nach dem offenen Konzept können die Kinder ihren Tag frei gestalten: So verwandeln sich die Kita-Räume auf Wunsch in einen Bewegungsparcours oder in Kino und Bettenlager für eine Übernachtungsparty. Möchten die Kinder schwimmen, macht der eigene Eingang zum benachbarten Sommerbad das auch spontan möglich. Als Thüringer Eltern-Kind-Zentrum heißt die Einrichtung Familien in all ihrer Vielfalt willkommen. Eltern können ihre Kinder jederzeit bringen und abholen, sich auf der Kommunikationsinsel kennenlernen, in der Bibliothek stöbern oder im Geben-und-Nehmen-Regal alte Schätze neu entdecken. Das Team vermittelt Familien mit Fluchterfahrung schnell einen Kita-Platz und Deutschkurse. Viele dieser Angebote entstehen, weil die Fachkräfte halbjährlich die Bedarfe und Lebensbedingungen vor Ort analysieren: So wissen sie genau, was die Greizer Familien brauchen.
Das sagt die Jury
Die Fachkräfte begegnen Kindern und Familien diversitätssensibel und leben eine konsequent inklusive Haltung. Die Einrichtung wirkt mit Unterstützungsangeboten weit in den Sozialraum hinein und ist ein wichtiger Ankerpunkt für Familien. Die Fachkräfte helfen bei bürokratischen Hürden, übersetzen und beraten. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie das Team auf Herausforderungen reagiert. Seien es kreative Antworten bei der Raumgestaltung oder spezielle Fortbildungen der Mitarbeitenden, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder zu begegnen – die Fachkräfte finden stets innovative Lösungen. Kinder erfahren sich als Individuen, die respektiert und gehört werden. Im Kinderrat oder bei der Gestaltung des Tages bestimmen sie aktiv mit.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Kinder der Kita am Sommerbad werden in ihren Stärken gesehen und gefördert. Sie erfahren sich als Individuen, die respektiert, wertgeschätzt und gefragt werden. Sie erleben Vielfalt und demokratische Entscheidungsfindungen und stärken ihr Selbstbewusstsein durch stetige Erfolgserlebnisse bei ihrem eigenverantwortlichen Handeln. Kinder erfahren weitreichende Beteiligungsmöglichkeiten und erleben, dass Ihre Stimme gehört wird. So findet beispielsweise ein wöchentlich tagender und stets gut besuchter Kinderrat statt, die Teilnahme daran ist freiwillig und die Kinder werden eingeladen, ihre Wünsche und Beschwerden zu formulieren und ggf. dem Leitungsteam mitzuteilen. Protokolle jedes Kinderrates werden direkt im Anschluss im Flur der Kita ausgehangen und sind für alle einsehbar. Die Tür des Leitungsbüros steht den Kindern offen und sie sind eingeladen, ihre Anliegen dort mitzuteilen. Die Kinder der Kita am Sommerbad entscheiden täglich neu, ob sie an sommerlichen Vormittagen mit in das direkt benachbarte Sommerbad zum Planschen gehen möchten, zu welchem die Kita jederzeit Zugang hat oder lieber das großzügige Außengelände der Kita erkunden.
Durch die Arbeit im offenen Konzept mit altershomogenen Gruppenstrukturen gelingt es, dass Kinder gleichzeitig Freiraum und Sicherheit erfahren – ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen.
In der Kita am Sommerbad beeindruckte die Jury, wie die Fachkräfte es schaffen, jeder Herausforderung mit einer kreativen, innovativen und passgenauen Lösung zu begegnen. Sind es die schwierigen und sehr kleinen Räume der Kita oder die hohe Anzahl von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf oder Fluchterfahrung; die Kita sucht proaktiv und in hoher Eigeninitiative nach Wegen, um sich den Herausforderungen zu stellen und gute Lösungen für alle zu finden. Um auf die hohe Anzahl von Kindern mit Fluchterfahrung zu reagieren, haben etwa alle Mitarbeitenden eine Fortbildung zum Thema „Trauma und Traumafolgestörungen“ absolviert. In den letzten Jahren haben sich außerdem mehrere Pädagog*innen zu Heilpädagog*innen weitergebildet: „Um Barrieren abbauen zu können, ist es wichtig, dass wir Kinder mit Förderbedarf zügig erkennen und sie bei Bedarf alltagsintegriert begleiten“. Um Eltern in allen Lebenslagen zu unterstützen, bietet die Kita in ihren Räumen etwa kostenfreie „Starke Eltern-Starke Kinder“-Kurse an. Und ein Schreiner aus dem Nachbarort unterstützt die Kita ehrenamtlich und fertigt individuell passgenau geschreinerte Möbel an, um die kleinen Räume sinnvoll nutzbar zu machen.
Die engagierten und kultursensiblen Fachkräfte legen besonderen Wert auf vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in einem herausfordernden Sozialraum.
Die Fachkräfte der Kita gehen respektvoll, wertschätzend und armutssensibel auf Familien zu und sorgen dafür, dass die Kita sich zu einem wichtigen Ankerpunkt für die Eltern und Familien entwickelt hat. Sie zeigen im Umgang mit den Kindern und Familien eine hohe Diversitätssensibilität und eine konsequent inklusive Haltung, die soziale, ethische, kulturelle und individuelle Unterschiede achtet, ohne zu bewerten. Kinder und Familien dürfen hier so sein, wie sie sind.
Die Kita setzt ein klares Zeichen gegen Rassismus und vermittelt Werte wie Respekt und Toleranz, wodurch ein inklusives und unterstützendes Umfeld geschaffen wird. Die Pädagog*innen sind aufmerksam für (Sprach-) Barrieren und bauen diese ab, um alle Eltern miteinzubeziehen. So wurde das Willkommensbuch der Kita, das Familien über Abläufe in der Kita informiert, mit Hilfe einer Muttersprachler*in ins Arabische übersetzt. Im Alltag arbeiten die Pädagog*innen mit Übersetzungs-Apps, Piktogrammen und nehmen sich vor allem viel Zeit für Anliegen, Bedarfe und Erklärungen über Sprachgrenzen hinweg. Mit dem warmherzig gestalteten „Eingangstresen“ und der zuständigen Fachkraft ist die Kita in vielen Belangen als Ansprechpartnerin für die Familien da. Die Fachkräfte helfen Eltern beim Beantragen finanzieller Mittel, z.B. für das Bildungs- und Teilhabepaket für Essen und Ausflüge. Sie versuchen zu helfen, bevor Schulden aufgebaut werden. Sie reden mit den zuständigen Ämtern, fragen nach dem Stand der Bearbeitung, übersetzen und beraten.
Es gibt vielfältige, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für die Familien der Kita und des Sozialraums, auch Ehemalige sind in der Kita am Sommerbad willkommen. Die Vernetzung im Sozialraum ist vielfältig und eigene Angebote werden bedarfsorientiert gestaltet. Die Pädagog*innen kennen die Lebenslagen der Kinder und ihrer Familien sehr gut, was ihnen ermöglicht, ihre Angebote gezielt an den Bedürfnissen der Familien auszurichten. Die Kita führt in hoher Eigeninitiative Angebote für den gesamten Sozialraum durch, für die sie einen Bedarf wahrnimmt. Des Weiteren versteht sich die Kita als aktiver Bestandteil des Sozialraums und organisiert verschiedene Gemeinschaftsaktionen, darunter Wettbewerbe und Veranstaltungen für Familien. Zusätzlich bieten sie praktische Unterstützung, wie die Bereitstellung von Ressourcen wie Kleidung und Bücher. Es gibt ein gut genutztes Verschenke-Regal sowie ein Bücher-Ausleih-Regal im Eingangsbereich der Kita. Die Kita engagiert sich aktiv im Netzwerk „Migration und Inklusion“, um sich mit anderen Institutionen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
Eltern sind jederzeit eingeladen, in der Kita zu verweilen. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Eltern entgegenzukommen, gibt es keine festen Bring- und Abholzeiten. Auf der Kommunikationsinsel im Garten der Kita können Eltern bei einem Kaffee jederzeit mit Fachkräften ins Gespräch kommen. Die Perspektive der Eltern wird außerdem in regelmäßigen Gesprächsrunden, sogenannten „Spinn-Cafés“ eingeholt.
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Am Fuße des Jenzigs in Jena-Ost wächst ein Wunschbaum. An seinen Ästen befestigen die Kinder der AWO Kita Jenzigblick ihre Anliegen und Wünsche – und das trägt Früchte: Vorschläge für das Zirkusprojekt oder das Piratenschiff im Garten kommen nicht nur von den Kindern, sie wirken auch aktiv an deren Umsetzung mit. Schon die Jüngsten entscheiden hier selbst, ob sie etwa den Wald erkunden, einen Kuchen backen oder beim Erzähltheater mitmachen. Die Fachkräfte begleiten sie dabei und fördern nach dem Early-Excellence-Ansatz die Interessen und Potenziale jedes Kindes. Für individuelle Angebote setzt das Team vor allem auf stärkenorientierte Beobachtungen im Alltag. Ein Frühstücksgespräch zweier Kinder über Dinos kann sich so innerhalb weniger Tage zu einer Wanderung über den nahegelegenen Saurierpfad entwickeln, bei der interessierte Kinder mit einer interaktiven App mehr über die Riesenechsen lernen. Von den Bewegungsangeboten mit einer Athletin des Triathlonvereins über gemeinsame Flohmärkte und Elternabende mit der benachbarten Grundschule bis hin zum eigenen Kinderrechte-Song, der mit einem echten Rapper entstand – die Kita bindet ihr Umfeld aktiv ein und wächst so über sich hinaus.
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