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Südlich vom Harz, an der Grenze von Sachsen-Anhalt zu Thüringen, liegt die Stadt Sangerhausen. Kita-Fachkräfte arbeiten hier Hand in Hand mit Sozialarbeiterinnen sowie weiteren Akteuren wie Beratungsstellen zusammen. Gemeinsam bauen sie Brücken zwischen der Kita und den Familien, erkennen frühzeitig, was die Kinder brauchen und entwickeln passende Lern- und Freizeitangebote. Das Beste daran: Die Jüngsten dürfen mitentscheiden! Ein Mitmachzirkus, regelmäßige Ausflüge zum Kletterfelsen oder in die Schwimmhalle – all das ist entstanden, weil die Kinder sich das sehnlichst gewünscht haben. Auch die Eltern werden von Anfang an mit eingebunden. Ob bei Elternabenden oder im Elterncafé – hier können sie sich untereinander austauschen und an der Planung von Projekten beteiligen. Das Bündnis aus Sangerhausen zeigt allen: Wir tun etwas für Kinder und Familien in der Stadt, es lohnt sich zu bleiben!
Das sagt die Jury
Das Bündnis aus Sangerhausen setzt sich mit Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als innovatives und zentrales Element hervor. Zudem gelingt es dem Bündnis die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zu nutzen. So gestaltet es vielfältige Lerngelegenheiten für die Kinder und ermöglicht ihnen Teilhabe.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Bündnis setzt sich in einem sozial sehr belasteten Sozialraum mit hoher Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative sowie Engagement für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Verbesserung von Teilhabe und Chancengerechtigkeit ist der zentrale Motor des Bündnishandelns. Das Bündnis schafft Perspektiven und bietet Kindern Chancen, Ungleichheit mit eigener Stärke zu begegnen. Dabei zeichnet sich das Bündnis stets durch einen klaren ressourcenorientierten Ansatz aus.
Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als zentrales Element des Bündnisses hervor: Damit gelingt es sehr gut, an die Lebenswelten der Kinder und Familien anzuknüpfen. Mit Hilfe der Kita-Sozialarbeiterin gelingt es dem Bündnis, die unterschiedlichen Akteur:innen und Ressourcen im Sozialraum zu verbinden und so die Lebens- und Lernwelt der Kinder sowie die Bedingungen ihres Aufwachsens deutlich zu verbessern. Auch an den Kitas unterstützt sie die Fachkräfte dabei, die Entwicklung und den Bildungsverlauf der Kinder zu begleiten sowie soziales Lernen und Konfliktbewältigung zu fördern.
Das Bündnis schafft Formate, um die Bedarfe und Wünsche der Kinder auf- und ernst zu nehmen – insbesondere den „Wunschtag“. Und es nutzt die vorhandenen Ressourcen im Sozialraum, um diese Wünsche auch zu erfüllen. So werden vielfältige Lerngelegenheiten geschaffen, die vor allem – aber nicht ausschließlich – den Kindern Förderung, Entwicklung und Teilhabe ermöglichen, die sich das sonst nicht leisten könnten, wie zum Beispiel am Kletterfelsen, im Schwimmbad oder beim Zirkus.
Es gelingt dem Bündnis sehr gut, die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zielgerichtet zum Wohl der Kinder und Familien vor Ort einzusetzen (siehe Angebote oben). Gleichzeitig schafft diese Bündelung eine Entlastung für die einzelnen Akteur:innen.
Die Jury betont die hohe Motivation des Bündnisses und seiner Akteur:innen, die oft gegen eine gewisse Passivität von Eltern arbeiten müssen, sich dieser Herausforderung jedoch mit großem Engagement stellen.
Beispielhaft hierfür ist der handlungsorientierte Einbezug der Eltern in die verschiedenen Projekte etwa beim Aufbau des Zirkusprojekts oder über die direkte Ansprache. Die Einbindung wird immer wieder und weiter versucht, trotz einer bislang insgesamt eher niedrigen Beteiligungsrate. Diese wird aber Stück für Stück verbessert.
Die Stärkung der Kita-Sozialarbeit, die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und die wissenschaftliche Begleitung bündeln verschiedene Lösungsansätze, was angesichts der geringen Ressourcen und der erheblichen Herausforderungen im Alltag beachtenswert ist.
Ort: Aschersleben Bundesland: Sachsen-Anhalt Handlungsfeld: Natur, Nachhaltigkeit und Bewegung, Partizipation, generationsübergreifende Bildungsangebote Aktiv seit: 2016 Wirkungsradius: Landgemeinde Partner: Integrative Kita, Natur und Handwerk e. V., Förderverein der Kita, Familienhof „Martin“, Sportverein, Gemeinde
Kontakt: Kita „Schackstedter Strolche“, Sandra Görke (Leitung), kita-strolche[@]kids-ev-bernburg.de
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In Sachsen-Anhalt, zwischen Magdeburg und Halle, liegt das kleine Dorf Schackstedt. Hier hat sich das Bündnis Schackstedter Strolche gegründet, das sich für Bildungsangebote in den Bereichen Natur, Umwelt und Bewegung stark macht. Die Interessen der Kinder geben hier die Richtung vor: Durch Kinderinterviews gestalten und entscheiden die Jüngsten aktiv über Projekte mit. So setzt sich die Initiative auf deren Wunsch zum Beispiel für das Anlegen eines Sagen- und Märchenpfades im Wald ein. Neben dem Dorfmittelpunkt – der Kita „Schackstedter Strolche“ – sind der Natur und Handwerk e. V., der Sport- und Förderverein, Familienhöfe sowie die Gemeinde selbst Teil des Bündnisses. Kinder können sich hier frei in der Natur bewegen, Ziegen füttern, spannende Filmnachmittage im Heukino erleben oder Puppen aus Naturmaterialien basteln. Ob auf traditionellen Dorffesten oder während der Umsetzung von Bildungsangeboten – das Bündnis setzt sich für ein familienfreundliches Schackstedt ein!
Das sagt die Jury
Das ehrenamtliche Engagement im Ascherslebener Ortsteil Schackstedt ist groß. Das ganze Dorf kommt hier zusammen, damit Kinder bestmöglich lernen und aufwachsen können, aber auch um gemeinsam gute Lebensbedingungen für alle Menschen im Ort zu gestalten. Die Jury lobt die ausgeprägte Kindorientierung als Herzstück der Bündnisarbeit. Alle Verbündeten zeichnet ein ressourcenorientierter Blick auf die Kinder aus. So entstehen die Angebote durch deren Ideen und Bedürfnisse und knüpfen beispielhaft an den Lebenswelten der Kinder an.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Schackstedter Strolche sind ein tolles Beispiel für hohes ehrenamtliches Engagement: In Schackstedt kommt das ganze Dorf zusammen, um gute Lern- und Aufwachsbedingungen für die Kinder, aber auch gute Lebensbedingungen und ein lebendiges Gemeinwesen für alle Menschen vor Ort zu gestalten. Das Bündnis ist damit Mittelpunkt des Dorflebens und ein wichtiger Anlaufpunkt für alle Bürger*innen.
Die Jury lobt die ausgeprägte Kindorientierung als Herzstück der Bündnisarbeit: Alle Akteur*innen zeichnet ein ressourcenorientierter Blick auf die Kinder aus. Entsprechend entstehen die Angebote aufgrund von Impulsen, Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und knüpfen so gut an deren Lebenswelten an.
Die Jury lobt zudem die gelebte Beteiligungskultur für Kinder in Schackstedt: Es gibt viele Möglichkeiten für Kinder, ihre Perspektive einzubringen beispielsweise durch Kinderinterviews. Projekte entstehen aus den Interessen der Kinder, sie werden in der Planung wie auch in der Umsetzung der Projekte von Anfang an mit einbezogen und erleben so, dass ihre Sichtweisen wichtig sind und berücksichtigt werden. Für Beschwerden ist zudem ein Briefkasten auf Höhe der Kinder angebracht.
Das Bündnis lebt vom gemeinsamen Miteinander der Menschen in der Gemeinde. Kurze Wege und flache Hierarchien werden effizient genutzt, um einen Mehrwert für die Kinder zu schaffen. Die Kinder erleben sich selbst und ihre Interessen als Mittelpunkt des Sozialraums und das Dorf als eine eigene große Familie, in der sie sich gut aufgehoben wissen.
Für die Entwicklung dieser Angebote nutzt das Bündnis die ihm verfügbaren Ressourcen im dörflichen Sozialraum – vom Ziegenhof bis zum Sportverein – auf sehr gute Weise, um Lern- und Begegnungsorte für Kinder zu schaffen und diese zu erweitern. Die Kinder erleben dadurch einen unmittelbaren Bezug zu ihren Lebenswelten im Sozialraum und den daraus entstehenden Mehrwert.
Die Jury attestiert dem Bündnis ein hohes Lernniveau: Die Beteiligten sind offen für neue Impulse und reflektieren ihr Handeln insbesondere unter der Maßgabe, wie die Interessen der Kinder noch besser adressiert werden können.
Ort: Halle (Saale) Bundesland: Sachsen-Anhalt Größe: 109 Kinder, 15 Mitarbeitende Träger: Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen der Stadt Halle/Saale Unsere Stärke: Bedürfnisorientierte Arbeit, Kinderrechte, offene Arbeit
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Die Kinder wissen selbst am besten, was gut für sie ist – dieses Motto gilt in der Kita Heide-Süd in Halle an der Saale. Und wenn die Jüngsten beschließen, dass eine Landschildkröte nun das Beste wäre, lässt sich das Team gerne überzeugen. Damit diese in die Kita einziehen konnte, haben die Kinder recherchiert, Fachkräfte und Eltern befragt, getüftelt und das Gehege mitgebaut. Den jährlichen Ausflug vor Schuleintritt planen sie ebenfalls selbst – samt Radtour, Döner essen und Fähre fahren. In den Themenräumen, der Werkstatt und im Garten der Kita steht allen frei, was sie spielen. Weil die Kinder und Eltern den Alltag mitgestalten und deren Wünsche über geplanten Abläufen stehen, sieht jeder Tag anders aus. Ob Motorrad reparieren, Handwerkstag mit Tischler und Schmied, Projektwoche zum Feuermachen oder mehrtägiger Ausflug mit Camping – statt organisatorischen Grenzen sieht die Kita-Gemeinschaft einfach Gelegenheiten für neue Abenteuer.
Das sagt die Jury
Die Kita hat die Jury unter anderem mit ihren besonderen partizipativen Strukturen überzeugt. Die Impulse der Kinder entscheiden über den Tagesablauf, sodass die Kinder jeden Tag ihren eigenen Rhythmus leben: Für sie ist alles freiwillig und es gibt keine strukturellen Vorgaben durch einen festen Tagesablauf oder angeleitete Gemeinschaftssituationen, stattdessen lassen sich die Fachkräfte von den Interessen und Bedarfen der Kinder leiten. Sie ermöglichen ihnen das freie Spielen und sehen sie als eigenständige und kompetente Menschen, die selbstbestimmt ihren Interessen nachgehen können. Die Kita kennt den Sozialraum der Familien, pflegt sehr enge Beziehungen zu den Eltern und bezieht die Familien aktiv in das Kita-Leben ein. Die Fachkräfte haben eigenaktiv Qualitätsstandards für eine kinderrechtsbasierte pädagogische Arbeit entwickelt, richten ihr Handeln konsequent an den Kinderrechten aus und reflektieren ihre Arbeit gemeinsam systemisch mit den Kindern.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Besonders beeindruckend ist die gelebte Partizipation und Kindorientierung in der Kita Heide-Süd: Die Impulse der Kinder entscheiden über den Tagesablauf, sodass Kinderjeden Tag ihren eigenen Rhythmus leben können. Es gibt keine strukturellen Vorgaben durch einen festen Tagesablauf oder von Erwachsenen angeleitete Gemeinschaftssituationen, stattdessen lassen sich die Fachkräfte von den Interessen und Bedarfen der Kinder leiten. So finden in der Kita Heide-Süd spontane Tee-Partys oder Grillabende statt, die die Kinder initiieren und begeistert mitgestalten. Die konsequent partizipativen Strukturen ermöglichen eine hohe Selbstwirksamkeits- und Lernerfahrung der Kinder.
Projekte werden ausgehend von den Themen der Kinder gestaltet. Aus der Begeisterung fürs Fahrradfahren ist etwa die Projektwoche„Der Sommer unseres Lebens“ entstanden. In der Kita ist es Tradition, dass Kinder vor dem Wechsel in die Grundschule einen gemeinsamen Tag mit einem besonderen Ereignis planen. Im letzten Sommer haben sich die Kinder gewünscht, diesen einen Tag auszudehnen und „eine Woche lang nur Fahrrad zu fahren“. Eine ganze Woche lang machten die Pädagog*innen, unterstützt von Eltern, mit den Kindern ausgiebige Fahrradtouren in die Umgebung. Auch in diesem Jahr wird die Fahrradwoche wiederholt. Ein weiteres Projekt ist das Schildkrötenprojekt: Aus dem Interesse der Kinder an Schildkröten ist eine Kooperation mit dem Zoo der Stadt Halle entstanden. Die Kinder beherbergen und pflegen nun die Schildkröte Lolly bei sich in der Kita.
Die Kita ist der Ort der Kinder und bietetihnen eine anregende Umgebung und individuell gestaltete Funktionsräume, die am offenen Konzept ausgerichtet sind. Die Fachkräfte ermöglichen den Kindern das freie Spielen und sehen sie als eigenständige und kompetente Menschen, die selbstbestimmt und vertieft ihren Interessen nachgehen können. Die Fachkräfte sind davon überzeugt, dass sich Kinder im Spiel selbst bilden. Sie begleiten die Kinder stets aufmerksam und unterstützend ohne sich aufzudrängen.
Die kreative Gestaltung der Räume in der Kita Heide-Süd ist einzigartig: In den familiär und liebevoll gestalteten Räumen der Einrichtung fühlen sich die Kinder wie zu Hause. Individuell und lebensnah gestaltete Räume und verschiedene Schlafplätze von Zelt und Kinderwagen über Doppelbett bis hin zu Körben bieten den Kindern einen Ort zum Wohlfühlen. In der authentischen Zweiraum-Wohnung – eingerichtet von den Kindern – gibt es Platz für unbeobachtetes Spiel.
Beeindruckt hat die Jury auch, wie das Team die Teilhabe aller Kinder am Kita-Leben durch konkrete Maßnahmen garantiert. Förderangebote und Therapeut*innen werden ins Haus geholt und in den Kita-Alltag eingebettet. Die Fachkräfte arbeiten engagiert daran, Barrieren abzubauen: Im Bereich der Sprache geschieht dies etwa mithilfe von Piktogrammen, Übersetzungs-Apps oder Dolmetscher*innen.
Kinder werden in ihrer Familienidentität unterstützt und die Fachkräfte haben enge Beziehungen zu den Eltern und Familien. Die Kita kennt den Sozialraum der Familien und bezieht diese aktiv in das Kita-Leben ein. So hat die Kita etwa die Ressourcen-Plattform „Gelbe Seiten“ gestartet: Hier können Eltern und Familienangehörige ihre Fähigkeiten und Talente notieren und individuell in der Kita einbringen. Die Kita bietet Familien Hilfeleistungen auch bei nicht-pädagogischen Herausforderungen wie der Antragstellung bei Behörden oder drohender Wohnungslosigkeit. Quereinsteiger*innen werden mit ihren jeweiligen beruflichen Kompetenzen in die pädagogische offene Arbeit eingebunden.
Die Kita hat sich in Eigeninitiative als kinderrechtsbasierte Einrichtung weitergebildet und hat, angelehnt an die UN-Kinderrechte, Qualitätsstandards für Träger, Leitungen und Pädagog*innen für eine kinderrechtsbasierte pädagogische Arbeit entwickelt. Die pädagogische Arbeit ist folglich konsequent an den Kinderrechten ausgerichtet und wird gemeinsam mit den Kindern systematisch reflektiert und weiterentwickelt. Die Kita ist Konsultations-Kita für den Kinderrechtsansatz und Anlaufstelle für benachbarte Kitas.
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