• Pakt für Pirmasens

    Pakt für Pirmasens

    Pakt für Pirmasens
    Finalist 2024

    Ort: Pirmasens
    Bundesland: Rheinland-Pfalz
    Handlungsfeld: Bildung und Teilhabe, Erkunden der Welt, Ernährung und Gesundheit, Hilfe zur Selbsthilfe
    Aktiv seit: 2008
    Wirkungsradius: Kleinere Mittelstadt
    Partner: Kommunale und freie Träger, Quartierszentren, Kitas, Schulen, Unternehmen, Zivilgesellschaft

    Kontakt: Stadtverwaltung Pirmasens, Martina Fuhrmann (Koordinatorin), martinafuhrmann[@]pirmasens.de

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    Für bessere Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder und Jugendlichen bündelt das Bündnis Pakt für Pirmasens die Kräfte aller, die sich engagieren können und wollen: kommunale und freie Träger, Vereine, Unternehmen, Haupt- und Ehrenamtliche. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ koordiniert und finanziert das Netzwerk niedrigschwellige Angebote, die von Kindern, Eltern und Fachkräften vorgeschlagen und umgesetzt werden. Initiativen wie Eltern-Kind-Gruppen, Natur- und Aufräumaktionen im Park, gesundes Kita-Frühstück oder die Kinder-Ernährungsberatung „LeckerSchmecker-Detektive“ sind wahre Herzensprojekte. Schülerinnen und Schüler geben einander Nachhilfe oder bessern bei Gemeinschaftsaktionen ihr Taschengeld auf. So bringen Jung und Alt ihre Stärken ein, um die Bildungschancen der Kinder in der Stadt zu verbessern.

  • Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach

    Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach

    Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach
    Finalist 2025

    Ort: Bad Kreuznach
    Bundesland: Rheinland-Pfalz
    Handlungsfeld: Sozialarbeit, Chancengerechtigkeit, Inklusion, Erziehungskompetenz und Selbsthilfe, Prävention
    Aktiv seit: 2022
    Wirkungsradius: Stadt
    Partner: Kitas, freie Träger, Jugendamt, Kita- und Schul-Sozialarbeit, Grund- und Förderschulen, Familienbildungsstätten, Frühe Hilfen, Freizeit- und Kultureinrichtungen

    Kontakt: Stadt Bad Kreuznach, Angelina Hörning (Sachgebietsleitung Kita-Sozialarbeit), angelina.hoerning[at]bad-kreuznach.de

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    Alle Familien erreichen – an ihren Lieblingsorten und mit Themen, die sie bewegen: Das gelingt dem Bündnis Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach direkt in den Kitas sowie bei Spielplatztreffen, Familienwanderungen oder Bibliotheksbesuchen. Denn so kommen Kinder und Eltern ungezwungen mit wichtigen Beratungs- und Unterstützungsangeboten in Kontakt. In der rheinland-pfälzischen Kurstadt haben sich die Kita-Sozialarbeitenden der Stadt vernetzt, um die Familien in 32 Kitas und in ihrem jeweiligen Umfeld zu stärken. Gemeinsam mit kommunalen und freien Trägern, Grund- und Förderschulen, Frühen Hilfen, Familienberatungsstellen und weiteren Institutionen fördern sie Chancengerechtigkeit und Inklusion. Was die Kinder und Familien brauchen, erfahren die Sozialarbeitenden mittels Befragungen, Ortsbegehungen mit Kindern oder in Gesprächen mit Eltern. So entstehen zum Beispiel Vorlesepicknicks für alle Bad Kreuznacher Familien, Mitmach-Ausstellungen zu gemeinsamen Erkundungen oder ein Genussparcours zu gesunder Ernährung. Veranstaltungen zu Zahngesundheit, Windelentwöhnung und Erziehungsfragen stärken die Selbsthilfekompetenz der Familien und entlasten das Kita-Personal – zum Wohl der Jüngsten.

  • Inklusive Kita Unkel

    Inklusive Kita Unkel

    Inklusive Kita Unkel
    Erster Platz 2025

    Ort: Unkel
    Bundesland: Rheinland-Pfalz
    Größe: 131 Kinder, 28 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Unkel
    Unsere Stärke: multiprofessionelles Team, Inklusion, Kombination verschiedener pädagogischer Methoden wie Reggio-Pädagogik, offene Arbeit und tiergestützte Intervention

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    Die Inklusive Kita Unkel ist ein Ort, an dem Inklusion gelingt: Alle Kinder werden in ihrer Einzigartigkeit wahrgenommen und individuell begleitet. Angeschlossen an das Heilpädagogisch-Therapeutische Zentrum Neuwied unterstützt die Einrichtung auch Kinder mit Beeinträchtigungen. Für eine bestmögliche Förderung sorgt ein interdisziplinäres Team aus Fachkräften der Ergo- und Physiotherapie, Logopädie, Psychologie sowie einer Ärztin. Sie alle kommen direkt in die Kita und ermöglichen bedarfsgerechte Angebote mitten im Kita-Alltag. Um auf die vielfältigen Bedürfnisse und Talente der Kinder einzugehen, verbindet die Einrichtung verschiedene pädagogische Ansätze wie Reggio-Pädagogik, offene Arbeit und tiergestützte Intervention miteinander. So begleiten fünf Zwergziegen sowie Therapiehund Karl die Kinder und geben ihnen beispielsweise in der sensiblen Eingewöhnungsphase Sicherheit. Die Kinder gestalten ihren Alltag aktiv mit: Sie entscheiden, wo und mit wem sie spielen, was und wann sie essen, ob und wie lange sie schlafen sowie wer ihre Bezugsperson ist. In der Inklusiven Kita Unkel passt sich nicht das Kind der Kita an, sondern die Kita dem Kind.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, dass die Einrichtung auf außergewöhnliche Weise ein inklusiver Ort für alle Kinder – mit und ohne Beeinträchtigung – ist und jedes einzelne Kind mit großer Wertschätzung, Professionalität und Herz bestmöglich begleitet wird. Für alle wird ein Weg gefunden, der Teilhabe möglich macht, auch bei Kindern mit höchstindividuellem Unterstützungsbedarf. Therapiehund Karl erkennt erste Anzeichen epileptischer Anfälle und das Team bildet sich fortwährend weiter für den Notfall. Ein Tag in der Natur mit der Waldgruppe ist dadurch auch für Kinder mit schweren chronischen Erkrankungen, wie Diabetes oder Epilepsie, möglich. Zum Kita-Team gehört auch therapeutisches Fachpersonal, denn die Kita arbeitet eng mit dem Heilpädagogisch-Therapeutischen Zentrum Neuwied zusammen. So werden Förderbedarfe früh erkannt und Therapien direkt in der Kita umgesetzt. Besonders hervorzuheben ist außerdem die Kooperation mit der Grundschule. Bei regelmäßigen Besuchen lernen die Kinder Räume, Klassen und Lehrkräfte der Schule kennen, nehmen an Projekten teil und erleben Schulveranstaltungen. So gelingt der Übergang von der Kita in die Grundschule reibungslos.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länger

    Vielfältiges Lernen und Begleiten von Anfang an 

    „Sie leben, was wir uns nach der UN-Kinderrechtskonvention vorgenommen haben”, sagt Bundesfamilienministerin Prien bei der Preisverleihung des Deutschen Kita-Preises 2025, „nämlich, dass Kinder, ganz egal ob mit oder ohne Handicap, die Chance haben gut aufzuwachsen. Und Sie schaffen es mit ganz viel Empathie und Mitmenschlichkeit und mit Kompetenz.” Die Einrichtung schafft von Beginn an eine inklusive, anregende Lernkultur, in der Kinder mit und ohne Behinderung ihren Alltag selbstbestimmt gestalten können. Die pädagogische Praxis ist darauf ausgerichtet, individuelle Interessen zu stärken, vielfältige Erfahrungsräume anzubieten, in der Fachkräfte sich als unterstützende Lernbegleitende verstehen. Lernumgebungen sind bewusst heterogen und offen gestaltet, um exploratives, sinnbezogenes und selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen; digitale Medien und therapeutische Elemente werden dabei situationsgerecht integriert. 

    Die Kita bietet differenzierte, nicht vorgefertigte Materialien und räumliche Angebote, die Kinder zum Ausprobieren, Forschen und Gestalten einladen. Fachkräfte beobachten, dokumentieren und geben Impulse zum Lernen, ohne die kindlichen Handlungsansätze zu dominieren. Selbstbestimmung zeigt sich konkret darin, dass Kinder Entscheidungen über Spiel- und Arbeitsweisen treffen, ihre Projekte über längere Zeiträume verfolgen und ihre Ideen und Fragen ernst genommen werden. Gleichzeitig ist das Team fachlich so aufgestellt, dass es komplexe Unterstützungsbedarfe erkennen und in den Alltag integrieren kann: Pflegerische Maßnahmen, therapeutische Interventionen und der Einsatz digitaler Hilfsmittel erfolgen integriert und alltagsnah, so dass jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend aktiv teilnehmen kann. Die Haltung der Fachkräfte ist geprägt von der Prämisse, Rahmenbedingungen flexibel zu verändern, damit Kinder nicht in das System passen müssen, sondern das System sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Dies umfasst auch die Nutzung altershomogener und -heterogener Gruppenformen, die gezielt soziale Lernprozesse und Freundschaftsbildung unterstützen. 

    Das Konzept umfasst offen nutzbare Themenräume (Bewegungsraum, Atelier, Entdeckerwerkstatt, Snoezelenraum), eine Naturgruppe mit Ziegen und eine Waldgruppe. Kinder entwickeln eigenständige Projekte: zum Beispiel ein Webprojekt oder Kugelbahnexperimente. Forscherfragen werden über mehrere Wochen verfolgt, digitale Werkzeuge situativ eingesetzt. Fachkräfte begleiten forschend und unterstützend, statt vorzugeben. 

    Vorbildhafte Inklusion und Bildungsgerechtigkeit 

    Die Kita verfolgt ein ganzheitlich inklusives Konzept, das Bildungsgerechtigkeit als strukturelles Ziel begreift: Alle Kinder erhalten passgenaue Förderung – pädagogisch wie therapeutisch – in einem Rahmen, der Teilhabe sicherstellt. Inklusion ist hier so gut und qualitativ hochwertig, weil die Rahmenbedingungen des offenen Konzepts, die Personalstruktur, also Mitarbeitende, die nach ihren Stärken eingesetzt werden, die Fachkompetenz, insbesondere durch gezielte Weiterbildungen und Fachberatung sowie die vielfältigen Kooperationen zum Beispiel mit dem Heilpädagogischen Therapiezentrum oder dem Bürgerpark auf dem sich das Ziegengehege befindet, ideale Förderung ermöglichen. Dies hat Vorbildcharakter und lädt zum Nachahmen ein. 

    Inklusion zeigt sich auch in einer ressourcenorientierten Haltung, die individuelle Förderbedarfe früh erkennt und systematisch adressiert. Durch diese Haltung und enge Verzahnung von pädagogischer und therapeutischer Arbeit finden Interventionen alltagsintegriert statt. Kinder werden nicht aus ihrem Alltag herausgelöst, Therapie und Förderung fließen in den Kita-Alltag ein. Die Fachkräfte arbeiten multidisziplinär, teilen Fallverständnisse und planen gemeinsam Maßnahmen, wodurch Übergänge zwischen Therapie, Förderung und Spiel fließend sind. Diese Struktur sichert Zugang zu Unterstützungsleistungen direkt vor Ort, reduziert Barrieren für Familien und ermöglicht nachhaltige, alltägliche Lerngelegenheiten. Die konzeptionelle Verankerung inklusiver Prinzipien zeigt sich in Leitlinien, Fortbildungen und in der Bereitschaft, organisatorische Abläufe flexibel an die Bedürfnisse von Kindern und Familien anzupassen. 

    Multidisziplinäres Team und Wirken: Durch die feste Einbindung des Heilpädagogisch-Therapeutischen Zentrums sind Therapeutinnen und Therapeuten sowie eine Psychologin gleichberechtigte Teammitglieder. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht niederschwellige Absprachen, frühe Förderdiagnostik und die direkte Vermittlung passender Therapieangebote, wie Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, in den Alltagssettings. Und von der hohen Professionalität der Fachkräfte sowie dem Miteinander von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung profitieren alle Kinder. 

    Strukturierte Formen des Qualitätsmanagements, der Beobachtung und Dokumentation 

    Die Einrichtung arbeitet systematisch an der Qualitätssicherung: Beobachtungsinstrumente, Zielvereinbarungen sowie regelmäßige fachliche Begleitung schaffen Transparenz über Entwicklungsstände und ermöglichen zielgerichtete, überprüfbare Förderprozesse. 

    Qualitätsmanagement ist in der Einrichtung kein abstraktes Konzept, sondern wird durch konkrete Instrumente umgesetzt: standardisierte Beobachtungsverfahren erfassen Entwicklungsstände, daraus werden Teilhabeziele gemeinsam mit Eltern (und wenn möglich Kindern) definiert und deren Umsetzung dokumentiert. Regelmäßige Reflexionsschleifen und externe Fachberatung sorgen dafür, dass Maßnahmen überprüfbar, adaptierbar und evidenzgestützt sind. Teaminterne Arbeitsgruppen und fest eingeplante Teamtage garantieren, dass fachliche Weiterentwicklung ein stetiger Prozess ist; Supervision und Coaching unterstützen die professionelle Haltung und Fallreflexion. Der Träger stellt hierbei notwendige Ressourcen zur Verfügung: Zeit für Dokumentation, Fortbildungen, Fachberatung. Dadurch werden Nachhaltigkeit und Entwicklung der pädagogischen Qualität gesichert. Kinderschutz ist fester Bestandteile des eigens erarbeiteten und sich stetig weiterentwickelnden Konzepts und sind im Team verankert, sodass Prävention und Intervention nicht nur systematisch organisiert sind, sondern auch im Alltag umgesetzt werden. 

    Die Fachberatung kennt die Kita gut, führt regelmäßige IST-Erhebungen durch, gibt methodische Impulse zu Beobachtung und Dokumentation und begleitet die Einrichtung bei der Anpassung konzeptioneller und pädagogischer Maßnahmen, so dass die Qualität kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt wird. 

    Erziehungspartnerschaft und Elternarbeit 

    Die Kita pflegt eine verlässliche, offene und niederschwellige Zusammenarbeit mit Eltern. Partizipation, Transparenz und Unterstützung sind Kernprinzipien der täglichen Praxis. Eltern werden als Expertinnen und Experten ihrer Kinder einbezogen und die Einrichtung gestaltet Zugänge, die allen Familien gerecht werden. 

    Elternarbeit ist in der Inklusiven Kita Unkel systematisch und alltagsnah organisiert: Informations- und Austauschangebote reichen von Hausbesuchen vor Eintritt in die Kita über tägliche Gesprächsangebote beim Bringen und Abholen bis zu regelmäßigen Entwicklungsgesprächen, die auf ressourcenorientierten Vorbereitungsbögen basieren. Die Kita-Netzwerkerin koordiniert Unterstützungsangebote, übersetzt Informationen in unterschiedliche Familiensprachen und organisiert Begegnungsformate, die Gemeinschaft und Vernetzung stärken. Therapeutische Fachkräfte agieren als Bindeglieder, wodurch Beratung in sozialrechtlichen oder entwicklungsbezogenen Fragen direkt zugänglich wird. Transparente Kommunikationswege durch Portfolios, Fotodokumentationen oder die Kita-App ermöglichen Einblicke in den Alltag und schaffen Vertrauen. Flexible Bring- und Abholzeiten, niedrigschwellige Gesprächsangebote und konkrete Hilfen (zum Beispiel sprachliche Vermittlung via Kita-App oder Einbindung anderer Familien) reduzieren Barrieren und fördern die gleichberechtigte Teilhabe aller Familien. 

    Die Kita-Netzwerkerin hat systematisch die Bedarfe der Familien im Blick, organisiert Begegnungen wie Picknicks, übersetzt Infomaterial in Familiensprachen und vernetzt die Einrichtung mit Jugendamt, Beratungsstellen und weiteren Hilfesystemen, sodass Eltern sich unterstützt und wahrgenommen fühlen. 

    Öffnung in den Sozialraum und Kooperationen 

    Die Kita nutzt ihre Rolle im Gemeinwesen aktiv, um Lernräume zu erweitern, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und Bildungskontinuitäten zu schaffen. Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Kulturträgern verankern die Einrichtung im Sozialraum und fördern generationenübergreifende Begegnungen. 

    Die Verbindung zwischen Kita und Sozialraum ist vielfach gestaltet: Regelmäßige Exkursionen, Projektkooperationen und öffentliche Ausstellungen machen die Arbeit sichtbar und stärken das Selbstbild der Kinder als aktive Mitgestaltende ihres Umfelds. Kultur- und Naturerfahrungen, wie im Theater, Wald, beim Schwimmen oder künstlerischen Projekten, erweitern die Lernwelten und fördern die Selbstwirksamkeit. Die enge Kooperation mit dem Heilpädagogisch-Therapeutischen Zentrum stellt sicher, dass medizinische und therapeutische Fragestellungen fachlich begleitet werden, wodurch Familien entlastet und Kinder kontinuierlich unterstützt werden. Die Zusammenarbeit mit der benachbarten Grundschule sichert Übergangsprozesse: Kinder lernen Räume, Abläufe und Lehrpersonen kennen, erwerben Routinen (zum Beispiel durch den Büchereiführerschein, und erfahren Bildungskontinuität. Kulturkooperationen und generationenübergreifende Projekte schaffen zusätzliche Perspektiven und stärken die Präsenz der Kita im Stadtteil. 

    Aus der spontanen Idee eines Kindes, aus Dosen kleine Roboterfiguren zu bauen, entwickelte sich beispielsweise ein umfangreiches Projekt. Andere Kinder schlossen sich an und es entstand ein gemeinsames Dorf mit Ausstellungsorten im Ort. Die Kinder präsentierten stolz ihre Werke, die Aufmerksamkeit im Sozialraum wuchs und die Arbeit fand sogar Erwähnung in der Fachzeitschrift „Betrifft Kinder“. 

  • Kita St. Nikolaus

    Kita St. Nikolaus

    Kita St. Nikolaus
    Zweiter Platz 2025

    Ort: Kirchen (Sieg)
    Bundesland: Rheinland-Pfalz
    Größe: 144 Kinder, 46 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Kirchen (Sieg)
    Unsere Stärke: Reggio-Pädagogik, Teilhabe, Kinderparlament, Kinderrechte, Elternbeteiligung

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    Wie sensibilisieren wir mehr Menschen für Kinderrechte? Im Mäuseparlament hatten die Kinder und das Team der Kita St. Nikolaus die zündende Idee, der anwesende Bürgermeister war schnell überzeugt: Vor dem Rathaus im rheinland-pfälzischen Kirchen soll eine große Schautafel zu Kinderrechten verankert werden. In der Kita sind sie das längst. Fachkräfte, Eltern und Kinder haben gemeinsam eine Kinderverfassung mit Rechten und Regeln erarbeitet, an der das Team sein pädagogisches Handeln ausrichtet. Ob Speiseplan, Raumgestaltung oder Projektideen – die Kinder beraten sich in Gruppenkonferenzen und entscheiden im Parlament bei Themen, die sie betreffen, mit. Sogar bei der Einstellung neuer Mitarbeitender ist ihre Meinung gefragt. Nach dem Morgenkreis öffnet sich den Kindern die gesamte Kita zum Forschen und Lernen. Die Fachkräfte begleiten sie dabei und greifen ihre Ideen auf. Die Eltern bestaunen die Projektergebnisse nicht nur beim morgendlichen Kaffee im Kinderrestaurant oder an „Ich-zeig-dir-meine-Kita-Samstagen“, sondern machen oft selbst mit – sei es als Neurologin beim Gehirnprojekt oder beim Vorlesen in ihrer Muttersprache. So erfahren hier Jung und Alt, was echte Teilhabe bedeutet.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, wie engagiert das Team die Kinderrechte in den Kita-Alltag übersetzt. Im Mäuseparlament können die Kinder über Speiseplan, Raumgestaltung oder Projektideen entscheiden. Und eine Kinderverfassung, in der Kinder, Fachkräfte sowie Familien verbindliche Regeln festlegen, ist Teil des pädagogischen Konzepts. Sensibel binden die Fachkräfte die soziale und kulturelle Vielfalt der Kinder ein. Um die Familien in Kirchen passgenau zu unterstützen, ist das Team über die Kita hinaus vernetzt. Die Einrichtung arbeitet eng mit einem Familienzentrum, einer Kita-Sozialarbeiterin und einer Netzwerkerin, die alle Anliegen aus den städtischen Kitas koordiniert, zusammen. Zukunftsweisend setzt die Kita zudem digitale Medien im Alltag ein. Mit dem Tablet wird zu wichtigen Fragen recherchiert. Die Kinder lernen hier von Anfang an, digitale Hilfsmittel sinnvoll zu nutzen. Die Fachkräfte verstehen sich dabei immer als Mitlernende.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länger

    Systematische Umsetzung der Kinderrechte im Alltag und starkes partizipatives Beschwerdemanagement 

    Die Kita zeichnet sich dadurch aus, dass die Rechte der Kinder nicht nur theoretisch verankert sind, sondern im pädagogischen Alltag konsequent umgesetzt und für alle Beteiligten erlebbar gemacht werden. Kinder gestalten ihren Tag überwiegend selbstbestimmt und entscheiden eigenständig, an welchen Angeboten sie teilnehmen. Gleichzeitig gibt es klare Regeln und Verabredungen, die von den Kindern mitgetragen werden. 

    Die Fachkräfte richten ihre Praxis aktiv daran aus, herauszufinden, was die Kinder möchten und brauchen. Sie achten die Kinder in ihren Entscheidungen und finden gemeinsam Lösungen. Besonders beeindruckend ist, dass dies in einem Umfeld geschieht, in dem viele Kinder nur eingeschränkte Startchancen haben. So leistet die Kita einen wichtigen Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit. 

    Dies zeigt sich in vielen Projekten und Alltagssituationen: Schon beim Betreten des Hauses begegnen Kinder ihren Rechten unmittelbar – im Treppenhaus können sie auf Knopfdruck Bilder und Tonaufnahmen zu Kinderrechten abrufen. Auch im Sozialraum wird das Thema sichtbar, etwa durch Postkartenaktionen oder Jutebeutel mit Kinderrechtsmotiven. 

    Ein weiteres Beispiel ist die gemeinsam erarbeitete Kinderverfassung, die als Leitlinie für das pädagogische Handeln dient und den Kindern Orientierung gibt. Demokratiebildung wird dabei nicht nur besprochen, sondern konkret gelebt: Als die Kinder erfuhren, dass die Tische im Restaurant einheitlich geplant waren, beschwerten sie sich. Daraufhin entwickelten sie Schuhkartonmodelle, stimmten über ihre Favoriten ab und wählten gemeinsam Möbel aus. Heute spiegelt die Vielfalt der Tische – vom klassischen Tisch mit Stühlen über einen kunstvoll verzierten niedrigen Holztisch mit Sitzkissen bis hin zum beliebten „Freundetisch“ – die unterschiedlichen Wünsche der Kinder wider. 

    Auch die Tagesgestaltung liegt innerhalb des pädagogischen Rahmens in Kinderhand. In der „freien Entdeckerzeit“ am Vormittag sind alle Themenräume geöffnet, so dass die Kinder selbst entscheiden können, wo sie ihre Zeit verbringen. Danach gestalten die Stammgruppen ihre Zeit individuell. Kinder reflektieren ihre Erlebnisse und können jederzeit zwischen Aktivitäten, Mittagessen und Außengelände wechseln. 

    So wird deutlich: Die Kita ist ein Ort, an dem Kinderrechte nicht nur vermittelt, sondern aktiv gelebt werden – und an dem Familienorientierung und soziale Gerechtigkeit im Alltag spürbar sind. 

    Sozialpädagogische Familienarbeit und Vernetzung im Sozialraum 

    Die drei kommunalen Kindertagesstätten der Stadt Kirchen bilden gemeinsam ein Familienzentrum. Eine Kita-Sozialarbeiterin sowie eine Kita-Netzwerkerin sind für das gesamte Familienzentrum zuständig und unterstützen Familien durch Beratung, Vernetzung und Begleitung. Der Träger initiierte das „4-Säulen-Projekt“ mit Familienzentrum, Mehrgenerationentreff, Eltern-Kind-Zentrum und Gemeindeschwester-Plus. Diese Angebote sind aus den Bedarfen der Familien gewachsen und beleben den Sozialraum nachhaltig. 

    Die Einrichtung agiert inklusiv, kultursensibel und lebensweltorientiert. Sprachliche Vielfalt wird aktiv aufgegriffen: Fachkräfte sprechen mit Kindern in der Familiensprache, nutzen Übersetzerinnen und Übersetzer oder die Hilfe von Familien. So wird Bildungsgerechtigkeit gefördert und die Teilhabe aller Kinder ermöglicht. 

    Wie stark die Kita im Alltag auf die Bedürfnisse von Familien eingeht, zeigt sich in vielen konkreten Beispielen. So begleitet die Kita-Sozialarbeiterin Familien bei Anträgen und Terminen und schafft damit wichtige Zugänge zu Unterstützungssystemen. Gleichzeitig finden Yoga- und Entspannungsangebote für Eltern direkt in den Räumen der Kita statt – ein Zeichen dafür, dass die Einrichtung nicht nur für Kinder, sondern auch für ihre Familien ein Ort der Stärkung ist. 

    Bedarfsorientierte Angebote wie eine Familienbibliothek, Themenabende oder eigens entwickelte Stadtpläne verdeutlichen die lebensweltorientierte Haltung. Die Kita ist heute ein fester Teil der Gemeinschaft. 

    Auch im pädagogischen Alltag achten die Fachkräfte auf Unterschiede in sozialen und kulturellen Lebenslagen und überlegen, wie ungleichen Bildungschancen begegnet werden kann. Besonders sichtbar wird dies in den neu gestalteten Geburtstagsritualen: Statt eines Wettbewerbs um die wertvollsten Geschenktüten stehen nun gemeinschaftliche Feiern im Mittelpunkt, die von der Kita für alle Kinder gleich organisiert werden – ein Beispiel für gelebte Inklusion und soziale Sensibilität. 

    So wird deutlich: Die Kita ist nicht nur ein Bildungsort für Kinder, sondern auch ein lebendiges Familienzentrum, das den Sozialraum bereichert und Bildungsgerechtigkeit aktiv fördert. 

    Einsatz digitaler Medien 

    Besonders hervorzuheben ist der alltagsintegrierte, kindgerechte und reflektierte Einsatz digitaler Medien, mit denen die Kinder insbesonders die Kinderrechte erforschen können. Digitale Werkzeuge werden weder als Zusatzangebot noch als Technikprojekt verstanden, sondern als natürlicher Bestandteil des pädagogischen Alltags, der Kindern Selbstbestimmung, Partizipation und unmittelbare Zugänge zu Wissen ermöglicht. 

    Die Kinder nutzen iPads flexibel, um ihre eigenen Fragen zu verfolgen: Wenn etwa ein Kind wissen möchte, was Drachen fressen, wird gemeinsam recherchiert – die Kinder formulieren ihre Fragen, vergleichen verschiedene Quellen, diskutieren Ergebnisse und dokumentieren ihre Erkenntnisse. Dadurch erleben sie sich als aktive Forschende, die Antworten selbstständig finden können. 

    Auch in der Raumgestaltung sind digitale Medien sichtbar verankert: TipTois liegen in verschiedenen Bildungsbereichen bereit, so dass Kinder eigeninitiativ Materialien erkunden oder vertiefen können. Sprechbuttons werden gezielt eingesetzt, um Kinderrechtsbildung niedrigschwellig erfahrbar zu machen. Kinder haben selbst Inhalte eingesprochen – etwa Erklärungen zu ihrem Recht auf Beteiligung oder auf Schutz – und diese anschließend in Form von Plakaten und Hörstationen im Haus sichtbar gemacht. So entsteht eine Lernumgebung, in der Medienbildung und Kinderrechte eng ineinandergreifen und Kinder ihre eigenen Botschaften im Haus hör- und sichtbar platzieren können. 

    Die pädagogischen Fachkräfte begleiten diese Prozesse kompetent, indem sie digitale Werkzeuge nicht dominieren, sondern deren sinnvollen Einsatz mit den Kindern reflektieren: Welche Informationen sind verlässlich? Wie können wir etwas nachprüfen? Welche Bilder dürfen wir aufnehmen und wie sprechen wir über Datenschutz? Dadurch entwickeln Kinder nicht nur technische Fähigkeiten, sondern ein grundlegendes Verständnis für Medienkompetenz, Selbstbestimmung und Schutz ihrer eigenen Rechte. 

    Insgesamt zeigt sich ein vorbildlicher Medienansatz, der Kindern nicht nur Zugang zu Wissen ermöglicht, sondern ihnen eine Stimme gibt, ihre Perspektiven ernst nimmt und die Kita als demokratischen Lernort stärkt. 

    Fachkräfte als Mitlernende 

    Die Fachkräfte verstehen sich nicht als Anleitende, sondern als Bildungsbegleitende und Mitlernende. Diese Haltung prägt den gesamten Alltag: Kein Tag gleicht dem anderen, weil die Fachkräfte aufmerksam wahrnehmen, welche Fragen, Impulse und Interessen die Kinder einbringen. Die pädagogische Arbeit orientiert sich nicht an vorab festgelegten Vorgaben, sondern an der kindlichen Neugier. Kinder erleben sich dadurch als aktive Forschende, die selbstbestimmt Themen verfolgen, Hypothesen entwickeln und täglich neue Zusammenhänge entdecken können. Diese Atmosphäre des gemeinsamen Lernens stärkt die Selbstwirksamkeit der Kinder und vermittelt ihnen das Gefühl: Meine Gedanken sind wichtig. Meine Fragen bewegen etwas. 

    Wie diese Haltung konkret gelebt wird, zeigt das Superheldenprojekt eindrücklich: Ausgehend von einem Gespräch der Kinder über Superkräfte entstand ein mehrwöchiges Forschungs- und Gestaltungsprojekt. Kinder überlegten, welche Heldin oder welcher Held sie selbst sein möchten, welche Eigenschaften und Fähigkeiten sie bereits besitzen und welche sie gerne entwickeln würden. Sie gestalteten Symbole für ihre individuellen Superkräfte, führten Interviews mit Passantinnen und Passanten über deren persönliche Vorbilder und dokumentierten ihre Erkenntnisse. Das Projekt verknüpfte Selbstreflexion, Sprache, Medienarbeit und soziale Kompetenz auf natürliche Weise. 

    Genauso werden naturwissenschaftliche Fragen aus dem Alltag aufgegriffen und vertieft: Kinder untersuchen unter dem Mikroskop Milchzähne, Haare oder Ohren, vergleichen Strukturen und formulieren eigene Erklärungsversuche. In anderen Situationen entstehen fantasievolle Forschungsaufträge – etwa wenn ein Gehege für Drachen gebaut wird und die Frage auftaucht, was Drachen eigentlich fressen könnten. Die Fachkräfte greifen solche Impulse nicht als Spielerei auf, sondern erkennen sie als bedeutsame Lernanlässe. Sie geben keine vorgefertigten Antworten, sondern begleiten die Kinder dabei, selbst herauszufinden, zu probieren, zu forschen und weiterzudenken.