Ort: Uslar Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Einbeziehung der Eltern Aktiv seit: 1998 Wirkungsradius: Ländlicher Raum
Kontakt: Stadt Uslar, Dirk Rackwitz (Netzwerkkoordinator), d.rackwitz[@]uslar.de
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Die Stadt Uslar setzt sich aus 19 Ortsteilen zusammen, die sich über eine breite Fläche erstrecken. Diese geografische Besonderheit erhöht den Kommunikations- und Organisationsaufwand in der Region. Das Bündnis Uslar für Familien setzt sich für ein familienfreundliches Stadtgebiet ein, in dem alle Eltern die gleichen Bedingungen vorfinden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein guter Übergang für die Kinder von der Kita in die Grundschule stehen derzeit im Zentrum der Arbeit. „Uslar für Familien“ hat eine lange Tradition. Das Bündnis entstand vor 19 Jahren auf Initiative der Verwaltung. Inzwischen gehören rund 20 Partner dazu, darunter alle Träger der Kindertagesstätten, Schulen, verschiedene Fachdienste des Landkreises wie zum Beispiel das Gesundheitsamt, Vertreter der Ratsfraktionen und Kitas. In einem Stadtelternbeirat sind Mütter und Väter direkt in die Arbeit des Bündnisses involviert. Hier können sie ihre Probleme und Wünsche äußern und erhalten frühzeitig Informationen, damit zum Beispiel der Übergang von der Kita in die Grundschule für alle Kinder klappt.
Ort: Rehburg-Loccum Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: attraktive Stadtgestaltung für Familien trotz demografischen Wandels Aktiv seit: 2014 Wirkungsradius: ländliche Region
Kontakt: Stadt Rehburg-Loccum,Matthias Struckmeyer (Koordinator), m.struckmeyer[@]stadt.rehburg-loccum.de
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Rehburg-Loccum kämpft seit Jahren mit dem demografischen Wandel in der Region. Wie kann die 10.000-Einwohnerstadt für Familien attraktiv bleiben? Die Politik und die Verwaltung vor Ort sowie weitere lokale Akteure wie Kitas und Grundschulen machten aus der Not eine Tugend: Sie investierten in Qualität. So entstand 2014 das Bündnis Bildungshaus Rehburg-Loccum, zu dem inzwischen 15 Partner gehören. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes in der frühen Bildung von Kitas und Grundschulen. Zukünftig sollen in dem Bildungshaus Lernwerkstätten unter anderem zur Förderung sprachlicher und sozial-emotionaler Kompetenzen angeboten werden. Eltern sind am gesamten Prozess stark beteiligt. Sie bringen ihre Interessen und Bedürfnisse auf Elternabenden, bei Elternbeiräten sowie in Projektgruppen ein. Und auch die Kinder dürfen mitreden und ihre Wünsche äußern, zum Beispiel in Kita-Morgenkreisen. Zurzeit wird das „Haus der Bildung“ in Rehburg-Loccum noch gebaut, doch schon bald sollen Kinder hier forschend lernen können.
Das sagt die Jury
Die Jury beeindruckt der Handlungsmut der Beteiligten, trotz negativer demografischer Entwicklung bewusst in die Qualität von Bildung zu investieren.
Die kraftvolle Vision des jungen Bündnisses soll durch den Deutschen Kita-Preis bestärkt und ermutigt werden, Bestehendes auszubauen und strukturell zu verankern.
Kitas und Schulen suchen gemeinsam mit der kommunalen Verwaltung selbstbestimmt nach Möglichkeiten, sich im Interesse der Kinder zu verändern.
Mit einer bewundernswerten Selbstverständlichkeit werden Familienfreundlichkeit und eine starke Elternbeteiligung gelebt.
Ort: Rinteln, Hessisch Oldendorf, Auetal Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Qualitätsentwicklung in Kitas unter Beteiligung aller Akteurinnen und Akteure Aktiv seit: 2011 Wirkungsradius: Zusammenschluss von drei Kommunen über Landkreisgrenzen hinweg
Kontakt: Qualität im Dialog, Gemeinde Auetal,Ingmar Everding (Bündnis-Koordinator), ieverding[@]auetal.de
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Wie können wir die Qualität unserer Kitas weiterentwickeln und dabei die pädagogische Vielfalt der Einrichtungen erhalten? Indem alle an einem Strang ziehen – und das über Träger- und Landkreisgrenzen hinweg. Zu diesem Schluss kamen die Initiatorinnen und Initiatoren des niedersächsischen Bündnisses Qualität im Dialog. Seit 2011 arbeiten die benachbarten Städte Rinteln und Hessisch Oldendorf sowie die ländliche Gemeinde Auetal zusammen, um das Angebot ihrer 28 Krippen, Kitas und Horte intensiver an den Bedürfnissen der Jüngsten auszurichten. Treibende Kraft des Bündnisses sind nicht nur pädagogische Fachkräfte der Einrichtungen und Kommunen, sondern vor allem die Kinder und ihre Eltern. Sie können bei regelmäßigen Befragungen Verbesserungsvorschläge einbringen und Angebote mitgestalten. Kinder dürfen und sollen sich beteiligen. Sie lernen, Wünsche zu äußern und Regeln zu hinterfragen. So fragten sie in einer der Kitas: „Warum dürfen wir keine Spielsachen mit in unsere selbstgebaute Höhle nehmen?“ Die Themen der Kinder werden von den Beteiligten zum Anlass genommen, gemeinsam mit Kindern und Eltern den Sinn von Kita-Regeln zu besprechen und diese anzupassen. Nach und nach werden die Räumlichkeiten, Angebote und Prozesse in den Kitas unter die Lupe genommen. Damit alle Partnerinnen und Partner von den Erfahrungen einzelner Einrichtungen profitieren, tauschen sich die drei Kommunen regelmäßig aus. So stellt das Bündnis sicher, dass über Träger- und Landkreisgrenzen hinweg die Qualität in den Einrichtungen und besonders die Bedürfnisse der Jüngsten im Mittelpunkt stehen.
Evangelische Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2019
Ort: Bad Zwischenahn Bundesland: Niedersachsen Größe: 60 Kinder, 10 Mitarbeitende Träger: Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Zwischenahn Unsere Stärke: Kinder in ihrem Handeln unterstützen und konsequent in der Kita beteiligen
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Kinder können sehr gut selbst entscheiden, was sie erforschen und lernen wollen – das Team der Evangelischen Kita „Lüttje Lü“ im niedersächsischen Aschhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Bad Zwischenahn, hat das bereits vor mehr als einem Jahrzehnt bemerkt. Damals haben die Fachkräfte die pädagogischen Angebote noch starr nach Wochenplan organisiert. Dann beschlossen die Verantwortlichen, etwas zu verändern, denn die Kinder ließen sich oft nicht motivieren und das Team merkte, dass sie nicht ihr volles Potenzial entfalten konnten. Heute können die Mädchen und Jungen in ihrem „KinderSpielRaumTraumSpaßEntdeckerZeitHaus“ selbstbestimmt auf Entdeckungsreise gehen. Die Fachkräfte stehen ihnen in den Werkstätten, Ateliers sowie den Bewegungs- und Spielräumen als Bezugspersonen und Impulsgebende zur Seite. Sie unterbrechen ihre Schützlinge kaum beim Ausprobieren und sorgen für einen Tagesablauf mit viel freier Zeit zum Spielen und Entdecken. Arbeitsgemeinschaften und Projekte erleben Kinder und Fachkräfte als Lernende in Prozessen mit offenem Ausgang. Die Partizipation der Kinder ist ein Grundpfeiler der Pädagogik des Hauses: Die Kinder werden konsequent in die inhaltliche Planung, die Gestaltung von Regeln, die Organisation von Festen und in die Budgetverwaltung bei Anschaffungen einbezogen. So vielfältig und bunt wie das Leben sind die Interessen der Kita-Kinder in Aschhausen – und in der Evangelischen Kita „Lüttje Lü“ stehen sie alle im Mittelpunkt.
Ort: Dornum Bundesland: Niedersachsen Größe: 59 Kinder, 12 Mitarbeitende Träger: AWO Kreisverband Norden e. V. Unsere Stärke: Vernetzung und Integration der Familien im Ort
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Nur zwei Kilometer von der Nordseeküste entfernt befindet sich der AWO Integrationskindergarten. Die Kita ist Mittelpunkt des knapp 800 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Ortsteils Nesse der niedersächsischen Gemeinde Dornum. Neben der Kirche ist sie die größte Einrichtung im Ort und Treffpunkt der Einwohnerschaft. Tagtäglich gehen hier 59 Kinder mit ihren Familien ein und aus. In der Kita gibt es Tiere, die von ihnen gehegt und gepflegt werden. Kinder aus Familien mit landwirtschaftlichen Betrieben geben ihr Wissen an die anderen weiter. Auch Besuche auf dem Bauernhof, bei der Feuerwehr, Polizei und im Rathaus gehören zum Programm. Vor allem in den letzten drei Jahren sind viele neue Familien ganz verschiedener Nationalitäten hinzugekommen. In der Kita begegnen sich daher Kinder und Erwachsene mit vielen unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Eltern verweilen gerne etwas länger und knüpfen im dafür eingerichteten Elterncafé in der Kita Kontakte. Da einige Mütter anfangs kein Deutsch sprachen, entstand mit der „Mama-Schule“ ein von der Kita-Leitung organisiertes Lerncafé. Der anfangs ehrenamtliche Deutschunterricht ist inzwischen zu einer festen Institution geworden, die von Kita-Mamas, aber auch von anderen Frauen aus der Gemeinde, besucht wird. So ist der Integrationskindergarten ein wichtiger Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens.
PERLE-Netzwerk in Walsrode und der Vogelparkregion Finalist 2020
Ort: Heidekreis Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Gute Übergänge in der Bildungskette und Gestaltung einer professionellen Lerngemeinschaft Aktiv seit: 2015 Wirkungsradius: Ländlicher Raum, kommunenübergreifend
Kontakt: Bildungslandschaft Heidekreis, Stabsstelle Schulverwaltung und Bildung, ÖPNV, Alexandra von Plüskow-Kaminski (Bildungskoordinatorin), a.vonplueskow-kaminski[@]heidekreis.de
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Inmitten der Lüneburger Heide liegt der Heidekreis. Außer dem Weltvogelpark Walsrode und dem Heide Park Soltau lockt die ansprechende Landschaft viele Touristen in die Region. Für die dortige Bildungslandschaft setzt sich das PERLE-Netzwerk ein. Der Kern dieses Bündnisses besteht aus zehn Kitas, sieben Grundschulen sowie Gremien der Kommunen und des Sozialraums, die kommunenübergreifend eine professionelle Lerngemeinschaft für die pädagogischen Fachkräfte aus Kita und Grundschule aufbauen. Durch Fortbildungen in den Bereichen Personal Leadership (PERLE), Beratung und Sprachbildung sowie kollegiale Fallberatungen können sich die Teilnehmenden qualifizieren und lernen auf Augenhöhe zusammenzuwirken. Die Fachkräfte nutzen die gewonnenen Kompetenzen, um den Kindern den Übergang von der Kita zur Grundschule zu erleichtern. Unterstützt wird das Bündnis dabei unter anderem von Strukturen der Niedersächsischen Landesschulbehörde, einer Kinderbuchautorin, die Projekte zur Sprachförderung anbietet oder der TU Braunschweig, die das Netzwerk evaluiert hat.
Über den Tellerrand der eigenen Region hinaus vernetzt sich das Bündnis zudem mit Bildungseinrichtungen aus dem europäischen Ausland, um vielfältige Impulse für die eigene Arbeit aufzugreifen. So nimmt das PERLE-Netzwerk seit 2019 am ERASMUS+ Programm teil und fördert den Austausch mit Kitas und Schulen, unter anderem aus Österreich, Polen und den Niederlanden.
PINGUIN Kindertagesstätte Aurich e.V. Erster Platz & Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2020
Ort: Aurich Bundesland: Niedersachsen Größe: 150 Kinder, 24 Mitarbeitende Träger: Pinguin Kindertagesstätte Aurich e. V. Unsere Stärke: forschendes Lernen, Kinder und Eltern als Ideengeber
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Im Herzen Ostfrieslands, in der Stadt Aurich, sind die Kinder der PINGUIN Kindertagesstätte die Akteure und die Erwachsenen schauen staunend zu. Zum Beispiel in der Kinderlernwerkstatt, in der sich die Kita-Kinder gegenseitig immer wieder Neues beibringen. So entdeckten sie etwa gemeinsam die Welt der Buchstaben und Schriftzeichen. Die Vielfalt von Sprache, Rhythmus und Melodie erleben die Kinder jeden Tag in Musik- und „Vor“-Lese-Angeboten. Im Kita-Atelier toben sich die kleinen „Pinguine“ zudem kreativ aus. Eltern und ortsansässige Firmen sind dabei eine große Hilfe. Nichts wird mehr in Aurich einfach so weggeworfen. Ob Firmenabfälle wie Schrauben, Draht, Holzreste oder alltägliche Dinge wie Dosen oder Stoffe – zu allem haben die Kinder eine kreative Verwertungsidee. Was sie besonders stolz macht: Diese Arbeit fand in Aurich schon große Beachtung unter anderem auf öffentlichen Ausstellungen.
Die Kita ist Teil des Familienzentrums Aurich, in dem sich Eltern und Kinder Hilfestellungen jeglicher Art holen können. Die Einrichtung fungiert dabei als Vermittler und Unterstützer für die Familien im Ort. Vor allem den Eltern kommt in der Kita eine besondere Rolle zu, denn seit fast 50 Jahren wird die Einrichtung von einem Elternverein geführt. Dadurch sind sie aktiv an der pädagogischen Ausrichtung der Kindertagesstätte beteiligt.
Das sagt die Jury
Die PINGUIN Kindertagesstätte Aurich ist ein gemeinsamer Lebensort, den Erwachsene und Kinder zusammen so gestalten, dass sie sich jeden Tag in der Kita und miteinander wohlfühlen. Der Raum für Kinder, eigene Anliegen und Wünsche zu äußern, ist weit geöffnet und sie erleben unmittelbar und konkret, dass sie mit ihren Ideen ernst genommen werden und etwas bewirken können. Wohl auch deshalb nehmen sie die ihnen offenstehenden Möglichkeiten an und bestimmen und gestalten ganz selbstverständlich mit. In der Kita wird ein partizipatives Miteinander in herausragender Weise gelebt.
Der Kita-Alltag ist davon bestimmt, dass die Kinder ihren Themen und Interessen folgen und sich in vielfältiger Art und Weise als kompetent und wirksam erfahren können. Die Feinfühligkeit, mit der die Fachkräfte auf die Bedürfnisse der Kinder und konkrete Situationen eingehen, ist sehr beeindruckend.
Den Fachkräften gelingt es beispielhaft, zwei grundlegende Bedürfnisse von Kindern zu erfüllen: ungestört mit den Freundinnen und Freunden spielen zu können und bei ihrer Welt- und Lebenserkundung von aufmerksamen, ihnen interessante Impulse gebenden Erwachsenen begleitet zu werden.
Die Art und Weise, wie die Menschen in der Einrichtung und aus dem Umfeld zusammenwirken und gemeinsam die Qualität verbessern und das Konzept weiterentwickeln, entspricht in hohem Maße der Idee eines kompetenten Systems, in das Kinder, Eltern, Fachkräfte, Leitung und der Kita-Träger eingebunden sind. Alle Beteiligten verstehen sich als Lernende, die sich wertschätzend begegnen, ihre Visionen teilen, sich gegenseitig Impulse geben, ihr pädagogisches und organisationales Handeln fortlaufend reflektieren und sich selbst und die Kita zusammen weiterentwickeln.
Evangelische Kneipp Kindertagesstätte Bad Bodenteich Finalist 2021
Ort: Bad Bodenteich Bundesland: Niedersachsen Größe: 188 Kinder, 30 Mitarbeitende Träger: Evangelischer Kindertagesstättenverband Uelzen Unsere Stärken: Nachhaltiges Gesundheitskonzept, Verankerung in der Gemeinde, gewaltfreie Kommunikation
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Im niedersächsischen Bad Bodenteich, zwischen Kurpark und Auenlandschaften, liegt die evangelische Kneipp Kindertagesstätte Bad Bodenteich. Die Kita lebt die Kultur des Kurorts aktiv mit und ist fester Teil der Gemeinde. So gestalten die Kinder spielerische Andachten oder treten als Musical-Stars auf der großen Seeparkbühne auf. Im Garten der Kita ernten sie frische Kräuter und verfeinern damit Speisen und Tees. Der eigene Kneippraum lädt zu Wechselbädern oder Wassertreten ein. Im Sommer wird hierfür ein nahegelegener Bach genutzt, im Winter stapfen Mutige auch mal barfuß durch den Schnee. Was sie erleben möchten, entscheiden die Kinder selbst. Die Kita bietet ihnen täglich viel Zeit und Raum für ihre Entdeckungstouren. Die gewaltfreie Kommunikation prägt das offene Miteinander: Die Fachkräfte ermutigen die Kinder, Gefühle anzunehmen und Konflikte eigenständig zu lösen. Eine zusätzliche Sprachfachkraft unterstützt dabei, Themen wie Sprache und Inklusion in der Kita zu verankern.
Ort: Rinteln, Hessisch Oldendorf, Auetal Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Qualitätsentwicklung in Kitas unter Beteiligung aller Akteurinnen und Akteure Aktiv seit: 2011 Wirkungsradius: Kommunenübergreifend imländlichen Raum
Kontakt: Qualität im Dialog, Ingmar Everding (Bündniskoordinator), ieverding[@]auetal.de
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In den niedersächsischen Gemeinden Auetal, Rinteln und Hessisch Oldendorf setzt sich das Bündnis Qualität im Dialog dafür ein, die Arbeit in den örtlichen Kitas weiterzuentwickeln und den Lebenswelten der Familien anzupassen. Der Name des Bündnisses ist Programm: Kinder, Eltern, Träger und Fachkräfte aus 29 Kitas beteiligen sich und kommen miteinander ins Gespräch. Über Hospitationen in anderen Einrichtungen, Fachtage, Infoabende für Familien oder Elternbefragungen können sich die Beteiligten über ihre Bedürfnisse austauschen und von- und miteinander lernen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Kinder, die ihre Sicht vielfältig einbringen: In Mal-Interviews teilen sie bildlich mit, was ihnen in ihrer Kita gefällt und was nicht, sie bewerten verschiedene Orte mit Smileys oder halten ihre Wünsche in Videos fest. Alle Ergebnisse werden gemeinsam ausgewertet – und das hat über Träger- und Landkreisgrenzen hinweg schon viele Veränderungen angestoßen.
Das sagt die Jury
Das Bündnis zeigt beispielhaft, wie es über drei Kommunen hinweg gelingt, vorhandene Ressourcen in der Zusammenarbeit klug zu nutzen und Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung sowie Demokratieförderung auf höchstem Niveau gemeinsam mit Kindern, Familien und Fachkräften voranzutreiben. Das Bündnis war bereits 2019 Finalist des Deutschen Kita-Preises und hat die aufgezeigten Potenziale aufgegriffen, weiterentwickelt und umgesetzt. Durch Elternabende und Befragungen bezieht das Bündnis ganz besonders stark alle relevanten Akteur:innen, insbesondere Familien, mit in ihre Arbeit ein und beteiligt diese beispielsweise auch an der (Weiter-)Entwicklung von Fragebögen. Besonders beeindruckt hat die Jury die Bündnisarbeit während der Pandemie. Mit der Broschüre zum „Kita-Leben in besonderen Zeiten“ ist dem Bündnis eine Sammlung von Praxisbeispielen gelungen, die sowohl Fachkräften als auch Eltern und Kindern Inspirationen und Orientierung für den Alltag in der Pandemie und auch darüber hinaus gibt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Bündnis Qualität im Dialog macht nicht an Grenzen Halt und überzeugt durch seine landkreisübergreifende Zusammenarbeit über drei Kommunen hinweg. Es zeigt beeindruckend, wie Kindertageseinrichtungen mit Unterstützungen der Kommunen und unter Einbezug von Kindern und Familien erfolgreich an einer gemeinsamen Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung arbeiten.
Durch die Arbeit in dialogischen Beteiligungsprozessen gelingt es dem Bündnis, für die verschiedenen Einrichtungen aus drei unterschiedlichen Sozialräumen eine gemeinsame Identität herzustellen und mit Leben zu füllen. Ein wichtiger Schlüssel und beispielhaft für andere Kommunen ist für die Jury die Haltung des Bündnisses, nicht in Zuständigkeiten, sondern in gemeinsamer Verantwortung zu denken und zu arbeiten.
Bemerkenswert und beispielhaft ist, wie die Perspektiven auf Kita-Qualität aus Kinder-, Eltern- und Fachkraftsicht in den pädagogischen Alltag der verbundenen 29 Kindertageseinrichtungen aufgenommen werden.
Qualität im Dialog war bereits 2019 Finalist des Deutschen Kita-Preises und hat die aufgezeigten Potenziale aufgegriffen, weiterentwickelt und umgesetzt. Durch einrichtungsbezogene Elternabende und Befragungen werden alle relevanten Akteur:innen und v.a. Familien stark eingebunden. Eltern werden beispielsweise auch an der (Weiter-)Entwicklung von Fragebögen beteiligt. Diese Selbstevaluationen sieht die Jury als Qualitätsentwicklungsinstrument für eine nachhaltige, partizipative und an den Bedarfen der Anspruchsgruppen ausgerichtete Bündnisarbeit.
Das Bündnis Qualität im Dialog zeichnet sich durch eine hohe Kindorientierung mit differenzierten Beteiligungsmöglichkeiten aus. Es bietet zudem großes Potential, Kinder auch in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Von allen Bündnisakteur:innen werden Kinderrechte sehr ernst genommen. So wünschen sie sich, Kindern einen festen Platz in der Lenkungsgruppe einzuräumen. Das Bündnis steht damit für gelebte Partizipation.
Das Bündnis nimmt außerdem einen politischen Blick auf die Rahmenbedingungen ein, um die Voraussetzungen in den Einrichtungen und damit die Arbeitssituation der Fachkräfte zu verbessern.
Besonders beeindruckt hat die Jury die Bündnisarbeit während der Pandemie: Mit einer Broschüre zum „Kita-Leben in besonderen Zeiten“ ist eine gelungene Sammlung von Praxisbeispielen und Möglichkeiten entstanden, die auch digital angewendet werden kann und sowohl Fachkräften als auch Eltern und Kindern Inspirationen und Orientierung für den Alltag in der Pandemie gibt. Für die Jury ist dies eines von vielen Beispielen, wie zielstrebig das Bündnis Herausforderungen begegnet und mit wieviel Weitsicht es agiert, um Qualitätsentwicklung im Bereich frühkindliche Bildung zu befördern.
Qualität im Dialog in Auetal, Rinteln und Hessisch Oldendorf zeigt beispielhaft, wie es auch kleinen Kommunen gelingen kann, vorhandene Ressourcen in der Zusammenarbeit klug zu nutzen und Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung und Demokratieförderung auf höchstem Niveau zu betreiben.
Ort: Dissen Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Präventive Arbeit mit Familien, Bündelung und Vernetzung der Freizeit- und Unterstützungsangebote vor Ort Aktiv seit: 2011 Wirkungsradius: Kleinstadt Partner: Kinder- und Familienzentrum, Kindertageseinrichtungen, Familien-Service-Büro
Kontakt: Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) Dissen, Westfälisches Kinderdorf e. V., Lisa Borghaus (Koordination), kifaz-dissen[@]wekido.de
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Direkt am Teutoburger Wald liegt die niedersächsische Kleinstadt Dissen. Diversität ist das, was die Menschen der Industrie- und Handwerksstadt ausmacht: Allein in den Kitas finden sich Kinder und Eltern aus 27 Nationen sowie aus unterschiedlichen Familienmodellen. Mit seinen Angeboten spricht das Bündnis Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) Dissen alle gleichermaßen an. Offene Baby- und Spielegruppen, Bewegungsangebote, Elterncafés und Sprachkurse fördern das soziale Miteinander und sind wichtige Formate, um die Bedürfnisse der Familien zu identifizieren. Über die sechs Kindertageseinrichtungen sowie das Familien-Service-Büro, die im Bündnis eng zusammenarbeiten und gemeinsam wirken, entsteht ein direkter Draht zu den Eltern, deren Wünsche wiederum in die Programmgestaltung einfließen. Als niedrigschwelliger Begegnungsort bündelt und vernetzt das KiFaZ alle Unterstützungs- und Förderangebote für die Familien, die hier leben.
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