Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße Erster Platz 2018
Ort: Maintal Bundesland: Hessen Größe: 140 Kinder, 30 Mitarbeitende Träger: Stadt Maintal Unsere Stärke: Öffnung zum Stadtteil und Einbeziehung der Familien in das Kita-Leben
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Das Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße ist ein Treffpunkt für alle im Stadtteil. Rund 140 Kinder werden derzeit in der Maintaler Einrichtung betreut. Aber das Familienzentrum ist nicht nur eine Kita, sondern auch Familien- und Elternberatungsstelle sowie ein Stadtteiltreff. 2009 wurde die Kita zu einem Familienzentrum ausgebaut, damit gelang die Öffnung zum Stadtteil und die Einbeziehung der Eltern in den pädagogischen Alltag.Gemeinsam mit den Müttern und Vätern haben die Verantwortlichen Angebote der Familienbildung geschaffen. So gibt es Familien- und Entwicklungsberatungen, Deutschkurse sowie ein Elterncafé für Familien aus dem Bezirk. Das Team des Familienzentrums überdenkt immer wieder die eigenen Rollen und das pädagogische Handeln. Während Bildungsreisen nach Italien, England und Finnland haben sich die Fachkräfte andere Bildungssysteme und Partizipationsprojekte angeschaut, ihre eigene Arbeit reflektiert und ihre pädagogischen Konzepte weiter ausgebaut. Nicht nur die Kinder sollen von deren Arbeit profitieren, sondern auch ihre Familien. Mit den vielfältigen Angeboten ist das Familienzentrum zu einer wichtigen Anlaufstelle für die Eltern im Stadtteil geworden.
Das sagt die Jury
In der Kita wird ein Bild vom Kind gelebt, das gleich eines Schatzsuchers, bestrebt ist, sich eigenständig die Welt zu erschließen: Fachkräfte und Kinder gestalten gemeinsam Lernprozesse.
Die Kita folgt einem modernen und stärkeorientierten Bildungsverständnis, indem Integration und die Förderung von Begabungen ein selbstverständlicher Bestandteil ist.
Mit passenden Methoden und einem außerordentlichen Gespür finden die Fachkräfte heraus, was Familien und ihre Kinder brauchen: was es im Sozialraum noch nicht gibt, erschafft dieses Kita-Team neu.
Themen werden innerhalb der Kindergemeinschaft so aufbereitet, dass auch geflüchtete Kinder und ihre Familien professionell und emphatisch unterstützt werden, wie zum Beispiel „die Sache mit der Angst“.
Das Kitateam ist aufgeschlossen und voll von unbändiger Lernfreude.
Regelmäßig stattfindende Teamreflexion wird unter anderem angereichert durch Impulse von gemeinsamen Bildungsreisen ins Ausland.
Das multiprofessionelle Kita-Team übersetzt theoretische Eindrücke in hochwertige pädagogische Praxis und stellt Kinder und ihre Familien mit all ihren Facetten und Bedürfnissen in den Mittelpunkt.
Projektgruppe Quartiersbildungszentrum Blockdiek Erster Platz 2018
Ort: Bremen – Osterholz Bundesland: Bremen Handlungsfeld: Förderung von Familien und Kindern Aktiv seit: 2009 Wirkungsradius: Großstadt, Randlage
Kontakt: Quartiersbildungszentrum Blockdiek, Stefan Kunold (Leitung), skunold[@]hwst.de
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Knapp 7.000 Menschen aus rund 80 Nationen leben in Blockdiek – einem der kinderreichsten Viertel Bremens. Hier wirkt und arbeitet die Projektgruppe Quartiersbildungszentrum Blockdiek. Ziel des Bündnisses ist es, den Kindern und Eltern vor Ort mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das geschieht insbesondere durch niedrigschwellige Angebote der frühkindlichen Bildung, die sich immer am alltäglichen Bedarf der Familien vor Ort orientieren: Im Elterncafé oder in Deutschkursen kommen die Macher auch mit Familien in Kontakt, die sonst nur schwer zu erreichen sind. Hier erfahren sie dann, welche Kita-Angebote, Ferienfreizeiten oder Beratungsmöglichkeiten im Viertel vorhanden sind. Insgesamt 13 Institutionen engagieren sich in dem Bündnis – dabei sind zum Beispiel ein Mütterzentrum, ein Kinder- und Familienzentrum, drei Kitas und eine Grundschule, das Jugendamt, das Gesundheitsamt und zwei Anbieter ambulanter Erziehungshilfen. Kooperation wird auch bei den beteiligten Kitas großgeschrieben: Die Mitarbeitenden der Einrichtungen treffen sich regelmäßig, um ihre Arbeit zu koordinieren, gemeinsame Familienfeste und Stadtteilrundgänge zu planen oder an einrichtungsübergreifenden Fortbildungen teilzunehmen.
Das sagt die Jury
Das Bündnis zeichnet sich durch sein jahrelanges hohes Engagement und die Leidenschaft über unterschiedliche Professionen hinweg aus. Beteiligt am Bündnis sind alle, die im Ortsteil mit Kindern und deren Eltern arbeiten.
Die Angebote orientieren sich am alltäglichen Bedarf der Familien vor Ort und werden ständig angepasst. Es besteht eine hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit dem eigenen Quartier durch Feste, Elterncafés, Deutsch- oder Kochkurse.
Das Bündnis verbessert regelmäßig seine Angebote und die Zusammenarbeit der Bündnispartner durch ein Monitoring der Ziele und Angebote sowie durch die tiefe, gegenseitige Solidarität. Die Zusammenarbeit ist von einem hohen Maß an Flexibilität mit gleichzeitiger Verlässlichkeit geprägt.
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Die bunte Vielfalt von 35 Nationen ist im Straßenbild der Dortmunder Nordstadt allgegenwärtig. Damit auch die Kleinsten hier einen optimalen Start in die Zukunft haben, hat sich das Netzwerk INFamilie zum Ziel gesetzt, Kinder und Familien mit zahlreichen Angeboten – wie zum Beispiel mit Sprachkursen für Eltern, Quartiersspaziergängen sowie Kita- und Schulbibliotheken – zu unterstützen. Außerdem werden Eltern durch einen regelmäßigen Austausch beispielsweise in Form von Elterncafés zusammengebracht. Die Wurzeln des Netzwerks bilden die FABIDO Kindertageseinrichtung Bornstraße und die Grundschule Kleine Kielstraße. Heute gehören neben weiteren Kindertageseinrichtungen auch Familienzentren, Beratungsstellen und Institutionen der Stadt Dortmund zum Netzwerk. Das Bündnis hat dadurch die Möglichkeit, in vielen Bereichen tätig zu werden. So stehen in nächster Zeit die Umgestaltung eines Spielplatzes, die Organisation eines Quartierfestes sowie die Einrichtung eines Bürgergartens an. Komplettiert werden die Angebote des Netzwerkes durch ganz praktische und unbürokratische Hilfen: Unter anderem können Familien, die keinen Kita-Platz für ihre Jüngsten gefunden haben, diese alternativ in Kinderstuben und Sprachfördergruppen von klein auf individuell und liebevoll betreuen lassen. Dadurch gelingt ein optimaler Start in die Zukunft, von dem Kinder und Eltern gleichermaßen profitieren.
Das sagt die Jury
Das Bündnis arbeitet in einem schwierigem Sozialraum hochengagiert und strahlt Hoffnung aus.
Im Bündnis engagieren sich engverzahnt zahlreiche Institutionen und weitere Akteure. Die Arbeit geschieht achtsam und ressourcenorientiert auf der Grundlage einer gemeinsamen wertschätzenden Haltung.
Die Verantwortung für alle Kinder und Familien im Bezirk wird sehr ernst genommen. Das Bündnis bietet vielseitige und innovative Förderangebote an. Als ein Beispiel hat die Jury das „Brückenprojekt“ hervorgehoben. Hier werden Kinder, die keinen Kitaplatz erhalten haben, trotzdem betreut. Es wird über die Grenzen der eigenen Institution hinausgedacht und gemeinsam gehandelt.
Katholisches Familienzentrum – Kindertagesstätte St. Sebastian Erster Platz 2019
Ort: Eppertshausen Bundesland: Hessen Größe: 123 Kinder, 30 Mitarbeitende Träger: Katholische Kirchengemeinde St. Sebastian Unsere Stärke: Bedürfnisse von Familien und Kindern in die tägliche Arbeit einbeziehen
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Im südhessischen Eppertshausen bietet die Katholische Kindertagesstätte St. Sebastian 123 Kindern ein zweites Zuhause. Und damit sich dieses möglichst nahtlos an das erste Zuhause bei ihren Familien anfügt, legen sich die Fachkräfte in der Einrichtung mächtig ins Zeug. Um herauszufinden, was ihre Schützlinge gerade brauchen, arbeiten sie eng mit den Eltern zusammen. Neben regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgesprächen fragen sie die Bedürfnisse der Familien zudem über mehrsprachige Fragebögen und Aushänge an Wandzeitungen ab. Im Kita-Alltag schauen und hören die pädagogischen Fachkräfte ganz genau hin: Die Kinder dürfen tagsüber nicht nur frei bestimmen, in welchem Areal der Kita sie gerade spielen wollen, sie können ihre Ideen und Wünsche sogar auf einer „Wünschewand“ festhalten. Auch bei der Gestaltung der Räumlichkeiten vertrauen die Fachkräfte auf die Expertise der Kleinsten: Ihren Entschluss, eine Kugelbahn aufzubauen, haben die Kinder gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften umgesetzt. Nachdem die Kinder ihre Ideen für die Bahn aufgezeichnet hatten, halfen sie dabei, die benötigten Materialien zu besorgen und die Kugelbahn zusammenzubauen. Auch sonst wird die Mitbestimmung der Kleinen großgeschrieben. So sind gewählte Kinder-Vertretungen aus jeder Gruppe zum Beispiel an der Planung von Kita-Festen und an der Neugestaltung des Außengeländes beteiligt – damit sich das zweite Zuhause fast genauso wie das erste anfühlt.
Das sagt die Jury
Fachkräfte, Leitung und Träger arbeiten engagiert, reflektiert, kompetent und vor allem unter starker Beteiligung von Kindern und Eltern an der systematischen Weiterentwicklung der Qualität – und das kontinuierlich seit 40 Jahren. Dabei werden die Interessen und die Kompetenzen aller Beteiligten gezielt erfasst, Ressourcen vorausschauend geplant, Prozesse transparent gemacht, intern evaluiert und weiterentwickelt.
Die systematische Beteiligung von Kindern und die intensive Elternarbeit gehen mit einer gelebten Beschwerdekultur, der Förderung von Zivilcourage und einem ausgeprägten kommunalpolitischen Engagement z.B. gegen Fremdenfeindlichkeit einher.
Der inklusiv arbeitenden Kita gelingt es nicht nur, Kinder mit Schwerstbehinderung zu integrieren und ihnen mit einer positiven Haltung zu begegnen, sondern der Anspruch auf Teilhabe, Förderung und gute Entwicklungsbedingungen bezieht sich ganz im Sinne von Kindorientierung auf alle Kinder mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, familiären, kulturellen und sozialen Hintergründen.
Ort: Bamberg Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Förderung von Selbstwirksamkeit, Gesundheit und nachbarschaftlichem Engagement Aktiv seit: 2017 Wirkungsradius: städtisch
Kontakt: Kath. Kindergarten St. Gisela, Nadja Heinbuch (Einrichtungsleitung), st-gisela.bamberg[@]kita.erzbistum-bamberg.de
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Im Süden Bambergs liegt der Stadtteil Gereuth. Seit 2017 ist hier ein Zusammenschluss aus zivilgesellschaftlichen Gruppen, Beratungsinstitutionen, der katholischen Kita, der Grundschule sowie Einrichtungen der Jugendhilfe aktiv. „Aus der Gereuth für die Gereuth“ – der Name ist Programm: Denn das Bündnis animiert die Anwohner sich für den eigenen Stadtteil einzusetzen. Es sammelt die Ideen der Bevölkerung und setzt sie gemeinsam mit ihr um. So entstanden unter anderem Stadtteil- und Sommerfeste, auf denen sich die Anwohner kennenlernen konnten. Vor allem die Kinder erleben, dass ihre Meinung zählt. Durch Gespräche, Befragungen und Kinderkonferenzen können sie ihre Themen einbringen. So entstand unter anderem die Idee eines Kinderturnens oder eines Eltern-Kind-Kochworkshops. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos und wirklich jede und jeder ist willkommen. Zur Not wird auch mal ein Abholdienst oder eine Begleitung organisiert.
Gemeinsam mit der örtlichen Stadtbaugesellschaft entstand das „Taschengeldprojekt“. Hier gehen die Kinder als gutes Beispiel in Sachen Umweltschutz voran, indem sie ihren Stadtteil sauber halten. Einmal pro Woche treffen sie sich mit einem engagierten Bürger aus dem Viertel und sammeln den herumliegenden Müll ein. Als Gegenzug erhalten sie dafür ein kleines Taschengeld.
Das sagt die Jury
Es gelingt dem Bündnis in einem sehr herausfordernden und stigmatisierten Stadtteil die heterogene Bevölkerung zusammenwachsen zu lassen, indem es die Menschen – und vor allem Kinder – im Stadtteil miteinander in Aktion bringt.
Die Jury hat beeindruckt, wie groß die Kindorientierung und Partizipation dabei in der Gereuth geschrieben werden: Kinder werden nicht als hilfs- und unterstützungsbedürftig adressiert, sondern als Akteure, die mitreden, mitbestimmen und ganz konkret mitwirken können. Angebote werden hier nicht für sie, sondern mit ihnen gemeinsam gestaltet und sie werden so als Zielgruppe konsequent in die Arbeit des Bündnisses mit einbezogen und in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. So wirkt das Bündnis bekräftigend in den Stadtteil hinein und fördert viele Potentiale.
Die Arbeit des Bündnisses zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr konkret ist und gemeinsam mit den Menschen vor Ort die Herausforderungen anpackt. Der Sozialraum wird dabei nicht in die Kita geholt, vielmehr geht die Kita direkt in den Sozialraum hinein. Die gesetzten Ziele und die Art der Bearbeitung stimmen dabei gut überein. Die Zielgruppe wird wirksam aktiviert, um konkrete Hilfen umzusetzen, ohne zu entmündigen. Vielmehr wird die Identifikation mit der Gereuth gestärkt.
Die Ressourcen der Zielgruppe werden gesehen und gefördert. Die Kraft und die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Handelns im Alltag werden deutlich. So gelingt es mit großem Engagement Stück für Stück das Image der Gereuth in Bamberg zu verbessern.
PINGUIN Kindertagesstätte Aurich e.V. Erster Platz & Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2020
Ort: Aurich Bundesland: Niedersachsen Größe: 150 Kinder, 24 Mitarbeitende Träger: Pinguin Kindertagesstätte Aurich e. V. Unsere Stärke: forschendes Lernen, Kinder und Eltern als Ideengeber
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Im Herzen Ostfrieslands, in der Stadt Aurich, sind die Kinder der PINGUIN Kindertagesstätte die Akteure und die Erwachsenen schauen staunend zu. Zum Beispiel in der Kinderlernwerkstatt, in der sich die Kita-Kinder gegenseitig immer wieder Neues beibringen. So entdeckten sie etwa gemeinsam die Welt der Buchstaben und Schriftzeichen. Die Vielfalt von Sprache, Rhythmus und Melodie erleben die Kinder jeden Tag in Musik- und „Vor“-Lese-Angeboten. Im Kita-Atelier toben sich die kleinen „Pinguine“ zudem kreativ aus. Eltern und ortsansässige Firmen sind dabei eine große Hilfe. Nichts wird mehr in Aurich einfach so weggeworfen. Ob Firmenabfälle wie Schrauben, Draht, Holzreste oder alltägliche Dinge wie Dosen oder Stoffe – zu allem haben die Kinder eine kreative Verwertungsidee. Was sie besonders stolz macht: Diese Arbeit fand in Aurich schon große Beachtung unter anderem auf öffentlichen Ausstellungen.
Die Kita ist Teil des Familienzentrums Aurich, in dem sich Eltern und Kinder Hilfestellungen jeglicher Art holen können. Die Einrichtung fungiert dabei als Vermittler und Unterstützer für die Familien im Ort. Vor allem den Eltern kommt in der Kita eine besondere Rolle zu, denn seit fast 50 Jahren wird die Einrichtung von einem Elternverein geführt. Dadurch sind sie aktiv an der pädagogischen Ausrichtung der Kindertagesstätte beteiligt.
Das sagt die Jury
Die PINGUIN Kindertagesstätte Aurich ist ein gemeinsamer Lebensort, den Erwachsene und Kinder zusammen so gestalten, dass sie sich jeden Tag in der Kita und miteinander wohlfühlen. Der Raum für Kinder, eigene Anliegen und Wünsche zu äußern, ist weit geöffnet und sie erleben unmittelbar und konkret, dass sie mit ihren Ideen ernst genommen werden und etwas bewirken können. Wohl auch deshalb nehmen sie die ihnen offenstehenden Möglichkeiten an und bestimmen und gestalten ganz selbstverständlich mit. In der Kita wird ein partizipatives Miteinander in herausragender Weise gelebt.
Der Kita-Alltag ist davon bestimmt, dass die Kinder ihren Themen und Interessen folgen und sich in vielfältiger Art und Weise als kompetent und wirksam erfahren können. Die Feinfühligkeit, mit der die Fachkräfte auf die Bedürfnisse der Kinder und konkrete Situationen eingehen, ist sehr beeindruckend.
Den Fachkräften gelingt es beispielhaft, zwei grundlegende Bedürfnisse von Kindern zu erfüllen: ungestört mit den Freundinnen und Freunden spielen zu können und bei ihrer Welt- und Lebenserkundung von aufmerksamen, ihnen interessante Impulse gebenden Erwachsenen begleitet zu werden.
Die Art und Weise, wie die Menschen in der Einrichtung und aus dem Umfeld zusammenwirken und gemeinsam die Qualität verbessern und das Konzept weiterentwickeln, entspricht in hohem Maße der Idee eines kompetenten Systems, in das Kinder, Eltern, Fachkräfte, Leitung und der Kita-Träger eingebunden sind. Alle Beteiligten verstehen sich als Lernende, die sich wertschätzend begegnen, ihre Visionen teilen, sich gegenseitig Impulse geben, ihr pädagogisches und organisationales Handeln fortlaufend reflektieren und sich selbst und die Kita zusammen weiterentwickeln.
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Der Wörlitzer Park in der Stadt Oranienbaum-Wörlitz gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein beliebtes Reiseziel in Sachsen-Anhalt. Hier haben die Kinder der integrativen Sprach-Kita „Villa Sonnenschein“schon den royalen Empfang von Prinz Charles miterlebt oder ein Modell für einen Spielplatz entworfen. Im Alltag nutzen sie den Park, um die lokale Geschichte, Kultur und Natur zu erforschen. Ihre Themen besprechen sie regelmäßig im Kinderparlament. Das multiprofessionelle Team begleitet die Kinder dabei, eigene Ideen zu verwirklichen und Neues zu lernen. Die Räumlichkeiten können flexibel umgestaltet werden, so dass aus der Sprachwerkstatt auch ein Rollenspielraum wird, wenn Theater hoch im Kurs steht. Sprachliche Bildung und Inklusion sind fest im Alltag verankert, die gebärdenunterstützte Kommunikation hilft allen – unabhängig vom Förderbedarf. Kulinarische Höhepunkte sind das Zubereiten der selbst angebauten Gemüse- und Obstsorten sowie ein wöchentlicher Back-Tag.
Das sagt die Jury
Die Integrative Sprach-Kita „Villa Sonnenschein“ in Oranienbaum-Wörlitz ist ein beeindruckendes Beispiel für eine gelebte Gemeinschaft und ein stärkendes Miteinander aller Kinder und Erwachsenen. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung werden nicht nur von ihren Fachkräften individuell gefördert und unterstützt, sondern helfen sich im Alltag gegenseitig, z. B. indem ältere Kinder den Jüngeren lernbegleitend zur Seite stehen. Besonders beeindruckt hat die Jury auch, dass sich Kita und Träger als lernende Organisationen verstehen. Mit vielfältigen Instrumenten und zusammen mit den Eltern wird stetig an der Verbesserung der Qualität gearbeitet.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die integrative Sprach-Kita „Villa Sonnenschein“ in Oranienbaum-Wörlitz ist ein beeindruckendes Beispiel für eine gelebte Gemeinschaft und ein stärkendes Miteinander aller Kinder und Erwachsenen.
Kinder mit und ohne Beeinträchtigung werden nicht nur von ihren Fachkräften individuell gefördert und unterstützt, sondern helfen sich im Alltag gegenseitig, beispielsweise indem ältere Kinder den Jüngeren als Lernbegleiter:innen zur Seite stehen. Auch viele Entscheidungen treffen die Kinder im Kita-Alltag ganz selbstverständlich selbst. Die Fachkräfte sind in einem kontinuierlichen Dialog mit den Kindern. Sie hören ihnen aufmerksam zu, greifen ihre Fragen in spannenden Projekten auf und wecken ihre Neugier auf Unbekanntes. So steht beispielsweise das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung im Fokus, Kinder lernen landwirtschaftliche Abläufe zu unterschiedlichen Jahreszeiten kennen und kümmern sich verantwortungsvoll um einen eigenen Gemüse- und Obstgarten.
Über Entwicklungsbriefe mit Video- und Bildmaterial, einen Elternstammtisch, ein Elterncafé, regelmäßige Fallgespräche und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen stehen Fachkräfte und Eltern in einem intensiven Austausch über die Entwicklung der Kinder. So erhalten die Fachkräfte nicht nur einen Einblick in die Lebenssituation der Kinder und Familien, sondern können die Anliegen und Rückmeldungen von Eltern konsequent aufgreifen.
Besonders beeindruckt hat die Jury, dass sich Kita und Träger als lernende Organisationen verstehen und mit vielfältigen Instrumenten zusammen an der Verbesserung der Qualität arbeiten. Das Konzept ist Ausdruck eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses, bei dem Fehler zu Lernanlässen werden.
Ort: Tarp Bundesland: Schleswig-Holstein Handlungsfeld: Generationsübergreifende Bildungsangebote, Vernetzung der Bildungseinrichtungen vor Ort Aktiv seit: 2012 Wirkungsradius: Kleine Kleinstadt
Kontakt: BildungsCampus Tarp e. V., Judith Detlefsen (Koordinatorin), info[@]bildungscampus-tarp.de
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Hoch oben im Norden Schleswig-Holsteins, direkt an der Grenze zu Dänemark, liegt das Städtchen Tarp. Hier hat man eine starke Bildungsgemeinschaft gegründet, die allen Tarper Bürgerinnen und Bürgern, unabhängig ihres Hintergrunds oder Alters, zugutekommen soll. Das Ergebnis: Alle Bildungseinrichtungen vor Ort – von den Kitas, Grundschulen und der Bibliothek über die Volkshochschule bis hin zum Seniorenzentrum und dem Sportverein – sind inzwischen Teil des BildungsCampus Tarp. Gemeinsam wurden viele institutionsübergreifende Projekte und Angebote geschaffen, wie beispielsweise Lese- und Vorleseprojekte in Kita und Schule oder Gewaltpräventionsangebote. Vor allem profitieren die Jüngsten in den Kitas von den Aktivitäten des Bündnisses: Die Fachkräfte haben mehr Zeit für die pädagogische Arbeit, weil sich die Bündniskoordinatorin um alles Organisatorische kümmert. Formate wie Kita-Schwimmkurse, Kindertheater oder das Spielmobil bieten den Familien zudem Spaß und Abwechslung im Alltag.
Das sagt die Jury
Der nördlichste Finalist hat im Auswahlprozess die Jury von sich überzeugen können. Sie lobte besonders, welchen Stellenwert Kindorientierung und ihre Beteiligung in der Arbeit des Bündnisses einnehmen: Kinder werden als Akteure gesehen, die vielfältige Möglichkeiten haben, sich einzubringen. Außerdem ist es dem Bildungscampus Tarp e. V. vorbildlich gelungen, in kurzer Zeit eine professionelle Struktur aufzubauen, sodass auch die vielfältigen Herausforderungen des ländlichen Raums sehr gut bewältigt werden.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Dem Bündnis gelingt eine vor allem für den ländlichen Raum beeindruckende Sozialraumorientierung. So umfasst der Bildungscampus alle Bildungsakteur:innen (Schulen und Kitas) in Tarp und darüber hinaus wichtige zivilgesellschaftliche Vertreter:innen, .u.a. aus der Vereinslandschaft, dem Senior:innenbeirat und der Politik. Auch Eltern werden über einen Elternbeirat in die Vereinsarbeit integriert. Das Bündnis in Tarp ist auf herausragende Art und Weise im Sozialraum verankert und verfügt über eine sehr enge Anbindung an die politischen Entscheidungsträger:innen.
Die Partnerschaft der Bündnis-Akteur:innen ist gelebte Augenhöhe: Sie denken nicht in Zuständigkeiten, sondern in gemeinsamer Verantwortung. Dies zusammengenommen ist für die Jury hervorragende Grundlage nachhaltiger Bündnisarbeit.
Dem Bündnis ist es in sehr kurzer Zeit gelungen, eine hochprofessionelle und nachhaltige Arbeitsstruktur zu etablieren, indem es ein gemeinsames Organisationskonzept erarbeitet und beschlossen hat, das Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten klar definiert. Eine große Besonderheit ist, dass das Bündnis als Verein organisiert ist (Bildungscamps Tarp e.V.), in dem alle Bündnisakteur:innen mit je einem Platz vertreten sind und der Bürgermeister 1. Vorsitzender ist.
Dem Bündnis gelingt es zudem hervorragend, ein internationales Miteinander in hoher Selbstverständlichkeit in dänischer Grenznähe zu gestalten. Es verbindet dabei sowohl alle relevanten Institutionen als auch die Lebensphasen der Menschen miteinander. Es zeigt eindrücklich, welche Bedeutung der Kommunalpolitik und kommunalen Verwaltung zukommt, und hat damit Leuchtturmcharakter für die deutsche Bildungslandschaft.
Das Tarper Bündnis war bereits 2019 unter den Finalist:innen des Deutschen Kita-Preises. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie es dem Bündnis gelungen ist, die Rückmeldungen aufzugreifen und kreativ und zum Wohl der Kinder und ihrer Familien umzusetzen. Herausragend ist hierbei insbesondere die Weiterentwicklung im Bereich Partizipation. Das Bündnis bietet vielfältige Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und ihre Familien. U.a. eine Kindersprechstunde beim Bürgermeister und die Einrichtung des institutionenübergreifenden Elternbeirats mit Sitz im Verein.
Die Bedarfe der Kinder und Familien werden direkt und unvermittelt erhoben und daraus kluge Strategien entwickelt, um die Lebenswelt der Kinder mit den Kindern ressourcenorientiert zu gestalten. Hier trifft Tatkraft auf Lebensfreude!
Das Bündnis in Tarp zeigt in beeindruckender Art und Weise, was eine kleine Stadt im ländlichen Raum erreichen kann, wenn alle miteinander zum Wohle der Kinder an einem Strang ziehen.
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Die Stadt Arnsberg im nordrhein-westfälischen Sauerland hat 15 Stadtteile. Um die Familien in diesem heterogenen Umfeld ganzheitlich zu unterstützen, vernetzt das Bündnis Familienzentren im Arnsberger Modelldie Angebote im gesamten Stadtgebiet. Gemeinsam erarbeiten die Familienzentren mit Kooperationspartnern und anderen sozialen Einrichtungen trägerübergreifende Strategien, die allen Kindern und Eltern zugutekommen. Jedes der 15 Familienzentren hat eine Kinderschutz-Fachkraft und bietet unter anderem offene Spiel- und Bewegungsangebote, Streitschlichtungskurse, Beratungsgespräche sowie spezielle Vater-Kind-Aktionen. Alles ist passgenau auf die Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen zugeschnitten: So fokussieren manche Familienzentren auf die Integration von armutsgefährdeten Familien oder Menschen mit Fluchterfahrung, andere auf Angebote für Kinder, deren Eltern berufstätig sind. So erhalten alle Kinder in Arnsberg die gleichen Chancen.
Das sagt die Jury
Die Initiative richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen in ihrem Stadtteil und entwickelt passgenaue Angebote für die Bewohner:innen. Die Familienzentren im Arnsberger Modell haben es sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dafür hat sich das Bündnis die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahne geschrieben. So gab es beispielsweise einen Kinderrechte-Tag, der durch verschiedene Aktionen und Banner für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte. Auch strukturell ist das Bündnis vorbildlich aufgestellt und zeigt eine hervorragende Organisation, die sich im Prozess weiterentwickelt. Die Jury lobt die vielen unterschiedlichen Kommunikations- und Organisationselemente wie die Entwicklung einer Bündnis-App für Smartphones oder Beratungen als „Walk- and Talk”-Angebot, aber auch die festgelegten und verbindlichen Bündnis-Standards. Die Familienzentren im Arnsberger Modell sind somit auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
In Arnsberg agieren 15 Familienzentren unter einem gemeinsamen Konzept als Bündnis mit verschiedenen Akteur:innen im Sozialraum. Dass sich so viele Einrichtungen unterschiedlicher Träger als ein Team betrachten, ist bemerkenswert. Hier wird trägerübergreifendes Arbeiten vorbildlich sowie in hoher Professionalität und Qualität umgesetzt.
Das Bündnis agiert unter Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen und unterstützt Familien, die in einem sozial prekären Umfeld wohnen ebenso wie Familien, die in Einfamilienhaussiedlungen leben. Die Bedarfslagen und Bedürfnisse der Menschen im Quartier bestimmen die fachliche Ausrichtung – dies trifft in Arnsberg sowohl auf die Inhalte als auch auf die Form der Leistungen der Familienzentren zu und schafft lebensnahe sowie zum Sozialraum und seinen Bewohner:innen passende Angebote. Das Bündnis handelt nicht nur im Sozialraum, sondern gestaltet ihn aktiv mit.
Die gemeinsam erarbeiteten Standards sind nicht starr, sondern ermöglichen ein spezifisches, passgenaues Agieren in unterschiedlichen Sozialräumen, so dass die Einrichtungen eigene Schwerpunkte je nach örtlichem Bedarf setzen. Dass es für alle Beteiligten Raum für Weiterentwicklung und Wachstum gibt, ist eine große Stärke des Arnsberger Modells.
Die Jury sieht in Arnsberg eine hohe Innovationskraft: Die Akteur:innen nutzten die Vorgaben des Landesprogramms als Sprungbrett. Sie adaptierten sie nach den Bedarfen vor Ort so, dass sie passgenau für die Kinder und Familien im Sozialraum sind und heben sie auf ein neues Niveau. Durch die Weiterentwicklung wurde aus einem „Top-Down-Projekt“ mit allgemeinen Vorgaben ein „Bottom-Up-Projekt“ der beteiligten Kitas und Fachkräfte. Die Art und Weise, wie hier der Rahmen eines Landesprogramms genutzt und mit Leben gefüllt wurde, um eigene Strukturen und Angebote zu entwickeln, kann anderen Bündnissen oder Einrichtungen als großartiges Vorbild dienen.
Eine Besonderheit des Arnsberger Modells ist, dass die teilnehmenden Familienzentren von den bereitgestellten Mitteln maximal 50 Prozent für Personal aufwenden dürfen. Der Rest muss direkt in Aktivitäten für Kinder und Familien fließen. Dieser Ansatz trägt mit dazu bei, dass das Arnsberger Bündnis sich durch eine besondere Kindorientierung auszeichnet.
Die Richtschnur des Handelns in Arnsberg ist es, allen Kindern ein gutes Aufwachsen in ihren Lebenswelten zu ermöglichen. Das Bündnis hat sich dabei explizit die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahnen geschrieben. Diese prägen nicht nur die Programmatik, sondern werden auch in konkreten Produkten und Angeboten aufgegriffen.
Neben der alltäglichen Arbeit findet sich die Umsetzung der Kinderrechte beispielsweise in einem gemeinsamen Kinderrechte-Tag, der nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit für die Kinderrechte schuf (durch Banner und Aktionen), sondern bei dem auch – die Wünsche der Kinder aufnehmend – eine große Kirmes veranstaltet wurde.
Partizipation wird in Arnsberg großgeschrieben und gelebt! Hier haben die Meinungen der Kinder eine Stimme. Das zeigt sich einerseits im alltäglichen Handeln (Übernahme kleiner Aufgaben und altersgemäßer Verantwortung, Beschwerdemanagement), aber auch darin, wie bei besonderen Wünschen der Kinder (Kirmes) keine Mühen gescheut werden, um diese zu verwirklichen.
Das Bündnis ist auch strukturell beispielhaft aufgestellt und zeigt eine hervorragend strukturierte Organisation, die sich im Prozess weiterentwickelt. Die Jury lobt die vielen unterschiedlichen Kommunikations- und Organisationselemente, aber auch die festgelegten und verbindlichen Bündnis-Standards wie Qualitätszirkel, Kompetenzteams, Arbeitskreise, Befragungen. Das Bündnis ist somit auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt.
Beeindruckend ist auch die Ausgestaltung der vielfältigen Förderkurse für Kinder und das Angebot der facettenreichen Abenteuerformate.
Sowohl die Akteur:innen als auch die Eltern und Kinder werden proaktiv in die Gestaltung und Entwicklung der Angebote des Bündnisses eingebunden und haben vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv in das Bündnishandeln einzubringen. Über verschiedene Formate können Stimmen und Meinungen niedrigschwellig eingebracht und in praktisches Handeln überführt werden. Einige erwähnenswerte Beispiele sind Elternbefragungen, Eltern-Cafés, Einbindung in Ausgestaltung von Angeboten, Fortbildungen für Fachkräfte, Kinderbefragungen.
Ort: Heilbronn Bundesland: Baden-Württemberg Größe: 115 Kinder, 30 Mitarbeitende Träger: Stadt Heilbronn Amt für Familie, Jugend und Senioren Unsere Stärke: Partizipation, kulturelle Vielfalt
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Das Familienzentrum Olgakrippe ist Anlaufstelle für Jung und Alt in der Heilbronner Nordstadt. Nicht nur Kinder von 0 bis 6 Jahren, sondern das gesamte Stadtquartier finden hier umfassende Angebote. Dazu gehören die Sport-AG für geflüchtete Frauen, eine Krabbelgruppe von und für Mütter oder der Trommelkurs für Kinder und Senioren. Im Kita-Alltag werden Kinderrechte gelebt und konsequent umgesetzt. So ist beispielsweise der „Kindertag“ entstanden: An zwei Tagen im Jahr nehmen die Kinder den Platz der Leitung im Büro ein. Sie bestellen Materialien, übernehmen den Telefondienst, gestalten den Speiseplan und tun alles, was eine Kita-Leitung so tut. Die Familien, die das Familienzentrum besuchen, haben verschiedenste sprachliche und kulturelle Hintergründe. Eine große Chance für die Olgakrippe! So ist mit Hilfe der Eltern ein Dolmetschernetzwerk entstanden, das sich insbesondere bei Elterngesprächen als wertvoll erweist.
Das sagt die Jury
Das Familienzentrum hat die Jury unter anderem mit ihrer besonderen Lern- und Veränderungsbereitschaft überzeugt. Die Pandemie wurde als Chance begriffen, Prozesse zu überdenken, Dinge zu verändern und neue Wege zu gehen. Das Team der Olgakrippe stellt die Partizipation von Kindern klar in den Mittelpunkt. Es ist dem Team wichtig, Kinder an der Gestaltung des Alltages zu beteiligen und sie zu ermutigen, sich in die Gemeinschaft einzubringen sowie Verantwortung zu tragen. An „Kindertagen“ übernehmen die Kinder das Ruder und schlüpfen in die Rollen der pädagogischen Fachkräfte. Sie gehen ans Telefon und dürfen Entscheidungen nach außen vertreten. Das Familienzentrum zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus und nimmt deren Heterogenität als besonderen Gewinn wahr.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Einrichtung ist in hohem Maße preiswürdig, da sie systematisch und auf allen Ebenen die Qualitätsanforderungen an einen Preisträger beim Deutschen Kita-Preis erfüllt.
Die Qualitätsentwicklung ist hier eine gemeinschaftliche Teamaufgabe. Dabei übernehmen einzelne Fachkräfte ihren persönlichen Interessen und Kompetenzen entsprechende Aufgaben, zum Beispiel als „Fahrzeugbereichsleiter:in“.
Die Pandemie und deren Auswirkungen wurden als Chance genutzt, Bestehendes zu überdenken: In diesem Verständnis einer Krise als Chance wurde der gute Kontakt zu Familien erweitert mit Angeboten wie Online-Yoga, digitalen Bilderbuchstunden, der Olgakrippen-Zeitung, einem Kulturzaun und digitalen Teamsitzungen (Handlungsmut/Kreativität).
Die Olgakrippe zeichnet sich durch eine sehr gute Teamkultur aus. Abstimmungen der Fachkräfte verdeutlichen, dass es möglich ist, unterschiedlich zu agieren, zum Beispiel, wenn einer Fachkraft konkrete Spielsituationen riskant oder unsicher erscheinen. Es dürfen unterschiedliche Haltungen existieren, dies führt in der Olgakrippe aber nicht dazu, dass Kinder eingeschränkt werden, sondern die Fachkräfte stimmen sich gut untereinander ab.
Das Team lebt den Early Excellence-Ansatz auch in der Teamkultur. Man respektiert die anderen, hört ihre Meinung und unterstützt sich gegenseitig. Auch hier wird in der Olgakrippe auf die Stärken des Einzelnen gesetzt (zum Beispiel beim Onlineangebot für die Familien während der Pandemie). Verschiedene Meinungen werden diskutiert, niemand wird bloßgestellt. Es gibt eine ausgeprägte Feedback-Kultur, in deren Rahmen die Fachkräfte ihr eigenes Tun regelmäßig reflektieren.
In der Kita des Jahres ist Partizipation eine Herzensangelegenheit. Das Team der Olgakrippe stellt Partizipation von Kindern klar in den Mittelpunkt ihres Handelns und immer wieder auch ihrer Qualitätsentwicklung. Bei der Neugestaltung der Räume wurden die Kinder beispielsweise aktiv eingebunden – dies war gleichzeitiger Start einer Weiterentwicklung der Kita mit Fokus auf Partizipation.
Den Pädagog:innen ist es wichtig, Kinder an der Gestaltung ihres Alltags zu beteiligen. Sie regen Kinder an, sich in die Gemeinschaft einzubringen und Verantwortung zu übernehmen und finden hierfür teils unkonventionelle Methoden.
So wurde zum Beispiel ein Kinderbeirat gewählt (inkl. Wahlkampf). An der Wahl waren auch die Eltern beteiligt. Es gibt einen Kindertag, an dem die Kinder die Kita „leiten“. Daraus entstehen neue Ideen zur Raumgestaltung und Veränderungsprozesse. Überzeugend sind auch Wunschangebote wie der „Kindercheftag“ und der Kindertag, an denen Kinder die Rollen der pädagogischen Fachkräfte einnehmen und zum Beispiel ans Telefon gehen und Entscheidungen auch gegenüber Externen vertreten.
Die Zusammenarbeit mit Eltern ist in der Olgakrippe gelebte Bildungspartnerschaft auf gleicher Augenhöhe.
Beeindruckt hat die Jury ebenso die gelungene Kindorientierung und gelebte Vielfalt: Das Handeln der Fachkräfte und der Alltag für die Kinder richten sich konsequent an den Bedürfnissen der Kinder aus. Dafür werden die Bedürfnisse der Kinder auf unterschiedlichste, kreative Weise in Erfahrung gebracht, mit den Kindern betrachtet und in mitunter außergewöhnliche Ideen übersetzt, gemeinsam in der Praxis erprobt und umgesetzt.
So werden die bedeutsamen Themen der Kinder regelmäßig methodisch-gestützt erhoben, zum Beispiel durch Beobachtungen oder Gespräche mit den Kindern. Auf Basis der Auswertung dieser, entwickeln die Fachkräfte dann im Team Ideen für Aktivitäten oder ungewöhnliche Angebote, die sich an den Impulsen und Fragen der Kinder orientieren, wie beispielsweise eine „laute Runde“, die anstelle einer „leisen Runde“ gewünscht wurde.
Der ressourcenorientierte Blick gilt für alle Beteiligten, die Kita zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus und nimmt deren Heterogenität als besonderen Gewinn wahr. Die Offenheit für verschiedene Kulturen wird in der Praxis gelebt, zum Beispiel finden Morgenkreise in unterschiedlichen Sprachen statt.
Mehr als nur Kita – die Olgakrippe ist ein Familienzentrum im Stadtteil: Sie zeichnet sich durch ihr hohes Engagement im Sozialraum aus und es gibt sehr gute Kooperationen im Stadtteil (zum Beispiel mit der Grundschule). Für Eltern stellt die Kita detaillierte Informationen über mögliche Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die Olgakrippe wird so zu einem wichtigen Bestandteil im Lebensraum der Menschen und die Angebote werden an die Bedürfnisse der Familien angepasst – zum Beispiel, indem Veranstaltungen auf das Wochenende verlegt werden.
Beeindruckend: Die Kita versteht sich als Gemeinschaft und lebt dieses Gemeinschaftsgefühl.
Die Olgakrippe zeichnet sich durch eine offene Arbeitsstruktur unter Einbezug des Early Excellence Ansatzes aus, der erst im Jahr 2019 eingeführt wurde und bereits gut implementiert ist.
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