• Wukaninchen

    Wukaninchen

    Wukaninchen
    Zweiter Platz 2022

    Ort: Biesenthal
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 36 Kinder, 9 Mitarbeitende
    Träger: Wukaninchen e.V.
    Unsere Stärke: Bewegung, Natur- und Waldpädagogik, Partizipation, BNE

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    Abseits von der Hektik der Großstadt Berlin liegt die brandenburgische „Naturparkstadt“ Biesenthal, umgeben von Wäldern, Wiesen und dem Wukensee, der gleichzeitig Namensgeber der Elterninitiativ-Kita „Wukaninchen“ ist. Hier steht das Natur- und Stadterleben im Zentrum des Kita-Alltags: Von der Krötensammlung im Frühjahr, über das Bewirtschaften eigener Hochbeete bis hin zu Stadtspaziergängen inklusive Besuchen in Bibliothek und Grundschulen sind die Kita-Kinder viel unterwegs. Auch in den Innenräumen der Kita spielt Bewegung eine große Rolle: Angelehnt an die Pädagogik der Kinderärztin Emi Pikler können sich schon die Ein- bis Dreijährigen an den „Pikler-Spielmöbeln“ austoben. Aber auch den „Großen“ wird bei den Wukaninchen nie langweilig: Ob beim „Ich-Projekt“ oder bei der Teilnahme am Stadtentwicklungskonzept der Gemeinde Biesenthal. Alle Kinder haben hier viel Raum für Mitbestimmung und werden in die Gestaltung des Kita-Alltags einbezogen: So macht Kita allen Spaß!

    Das sagt die Jury

    Die Biesenthaler Kita ist eine selbstorganisierte Elterninitiative, deren Bildungsverständnis auf demokratischen Grund- und Kinderrechten basiert. Diversität und zivilgesellschaftliches Engagement sind für die Kita von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig verfolgt die Einrichtung einen ganzheitlichen und überzeugenden naturpädagogischen Ansatz. Die Natur wird als Bildungs- und Lebensraum angesehen und der Umweltschutz ist ihnen sehr wichtig. 

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Kita Wukaninchen ist eine selbstorganisierte Elterninitiative, deren Bildungsverständnis auf demokratischen Grund- und Kinderrechten basiert. Die Kita begreift sich als kommunalpolitischer Akteur, der bewusst in die Gestaltung des Sozialraums eingreift und für Diversität, Umweltschutz und zivilgesellschaftliches Engagement eintritt.  

    Vorbildlich lebt die Kita ihre Schwerpunkte: Nachhaltigkeit, naturpädagogischer Ansatz, Natur als Bildungs- und Lebensraum der Kinder. 

    Träger, Leitung, Pädagog*innen, Kinder und Eltern bilden hier eine Gemeinschaft über die Kita hinaus, zum Wohle der Einrichtung, aber auch für den Stadtteil und die Nachbarschaft.

    Wichtig ist hier auch die Vermittlung einer diversen Gesellschaft, die in besonderer Achtsamkeit der Sprache und des Umgangs miteinander deutlich wird. Vielfalt und Diversität sind zentrale Bestandteile der pädagogischen Arbeit – dies beeindruckt die Jury besonders vor dem Hintergrund des gesellschaftspolitischen Umfeldes in der Region, unter anderem dem hohen Anteil einer rechtsgerichteten Wählerschaft.

    Die Kita Wukaninchen zeichnet sich durch ihren kindgerechten Umgang mit sensiblen Alltagsthemen wie Rassismus und Geschlechterrollen aus. Zum Beispiel werden einige Kinder geschlechtsneutral angesprochen.

    Die Zusammenarbeit mit den Familien ist ein Schwerpunkt in der Kita. Es gibt Hausbesuche und auf die Bedarfe der Eltern wird sehr individuell eingegangen. Es gibt eine stark selbstverwaltete Elternschaft, die gemeinsam mit dem Team Prozesse anstößt, sich engagiert einsetzt und eng mit der Einrichtung zusammenarbeitet.

    Die Fachkräfte ermöglichen es, dass die Kinder den Sozialraum mitgestalten und sich an der Stadtentwicklung beteiligen.

    Kinder gestalten ihre Interaktion untereinander selbst und suchen nach Lösungen für Auseinandersetzungen. Beeindruckende Beispiele sind das Konzept der „Waldepochen“ (2 Monate am Stück findet der Kita-Alltag ausschließlich an einem weiter entfernten Platz im Wald oder am See statt) oder der Jahreskreis, auf dem die Kinder den Verlauf des Jahres an den unterschiedlichen Orten und den einzelnen Schwerpunkten (zum Beispiel Waldwochen, Seewochen und Hyggewochen) ablesen können. Dies macht den Kindern den Verlauf des Jahres bewusster und direkt in der Natur erfahrbar. 

    Vorbildhaft ist auch das große Engagement für Familien mit Migrationshintergrund und das umfangreiche Netzwerk wie die Kooperationen mit der Flüchtlingshilfe. Die diversen Aktionen im Sozialraum für die Aufnahme von Geflüchteten haben Vorbildcharakter, beispielsweise der Spaziergang gegen Rassismus oder die Beteiligung der Kinder an einem Stadtentwicklungskonzept. 

    Das eigene gesteckte Ziel, hierarchiearm zu arbeiten, wird konsequent gelebt. So rotieren Aufgaben mit Potential für Machtkonzentration (zum Beispiel die Dienstplangestaltung) im Team. 

    In der Kita wird ein wertschätzender, achtsamer Umgang miteinander und mit der Umwelt gepflegt. 

    Die Wukaninchen senden eine wichtige Botschaft: Engagierte Eltern und Bürger*innen bauen hier eine Welt für Kinder, in der sich alle repräsentiert und wohl fühlen.  

  • Netzwerk Kind

    Netzwerk Kind

    Netzwerk Kind
    Zweiter Platz 2023

    Ort: Meyenburg
    Bundesland: Brandenburg
    Handlungsfeld: Sozialer Ungleichheit vorbeugen, Förderung und Vernetzung von Familien und Fachkräften
    Aktiv seit: 2015
    Wirkungsradius: Landgemeinde
    Partner: Amt Meyenburg, Kitas, Schule, lokale Vereine und Institutionen, Jugendsozialarbeit, Kirche, Senioren, Flüchtlingshilfe

    Kontakt: Integrationskita „Eichhörnchen“, Petra Hahn (Netzwerkkoordinatorin), nw-kind-meyenburg[@]gmx.de

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    Nach der Wende war die Landflucht im brandenburgischen Meyenburg besonders zu spüren. Damit die hier lebenden Kinder gut und gesund aufwachsen können, verbündete sich die Kommune mit der Integrationskita, der Grundschule und zahlreichen Akteuren vor Ort zum Netzwerk KindGemeinsam bringen sie die Gemeinde seit 2015 zum Pulsieren! Mit vielfältigen Angeboten begegnet das Bündnis präventiv sozialer Ungleichheit und stärkt Familien und Fachkräfte gleichermaßen: So finden Eltern Zugang zu Hilfsdiensten, erhalten Erziehungstipps in der Elternschule oder tauschen sich bei Eltern-Baby-Treffs aus. Auch den Kindern öffnen sich neue Türen: In der Kinderwerkstatt üben sie etwa den Umgang mit Hammer und Säge, erkunden als „Bibfüchse“ die Angebote der Stadtbibliothek oder erklären Seniorinnen und Senioren die Funktionen von Tablet & Co. Bei Integrationsfesten wie dem jährlichen Schlossmarkt erfahren alle Familien, dass sie willkommen sind, lernen die Angebote lokaler Vereine kennen und sehen: Hier ist was los!

    Das sagt die Jury

    In bemerkenswerter Weise wurde durch eine Initiative zwischen Kita und Grundschule die ganze Dorfgemeinschaft in Meyenburg neu belebt. Das Bündnis sieht Bildung als Schlüssel, um Zuversicht und Gemeinschaftssinn in der strukturschwachen Kommune zu stärken. Begeistert haben die Jury auch die zahlreichen präventiven und niedrigschwelligen Angebote, die unabhängig von der sozialen Herkunft Bildungserfolge ermöglichen und die Gesundheit aller Kinder fördern.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Das Bündnis hat es geschafft, sich aus einer Initiative zwischen Kita und Grundschule heraus enorm breit aufzustellen: Alle wollen mitmachen – und das tun sie auch! Ob Bibliothek, Kommunalverwaltung, Jugendhilfe, Kirche, Vereine, Senior*innenvertretung, Initiative für Menschen mit Fluchterfahrung oder das Mode-Museum – alle sind mit an Bord.

    Es ist bemerkenswert, dass über ein kind- bzw. familienorientiertes Vorhaben eine ganze Dorfgemeinschaft wiederbelebt wurde. Bildung wird in Meyenburg als Schlüssel gesehen, den Raum neu zu beleben: Das Netzwerk bringt einer strukturschwachen und von Abwanderung betroffenen Kommune Zuversicht und Gemeinschaftssinn zurück und holt Angebote nicht nur aktiv in die Kommune, sondern bei Bedarf auch direkt in die Kita. Der gesamte Sozialraum wird für Bildungsgelegenheiten genutzt, um gute Aufwachsbedingungen zu fördern.

    Das Bündnis will entgegenwirken, dass der Bildungserfolg stark von der sozialen Herkunft abhängt. Deshalb bemüht sich das Netzwerk Kind um eine soziale Stabilisierung von Familien und unterstützt die frühe Förderung benachteiligter Kinder insbesondere mit präventiven und niedrigschwelligen Angeboten. Viele davon zielen konkret auf die Gesundheitsförderung der Kinder ab.

    Das Bündnis war 2022 bereits für den Deutschen Kita-Preis nominiert. Hervorzuheben ist die hohe Lernbereitschaft der Akteur*innen, die sich zum Beispiel darin zeigt, dass Empfehlungen aus der letzten Bewerbungsrunde so zeitnah und effektiv umgesetzt wurden.

    Die Jury lobt den präventiven Charakter des Bündnisses: Es macht Angebote rund um Prävention und orientiert sich an den Bedürfnissen und Ressourcen von Anfang an. Dabei hat es die Verstetigung der Angebote gut im Blick. Hervorzuheben sind etwa die Elternbegleitung und -beratung, der Eltern-Baby-Treff, die Förderung aktiver Elternbeteiligung, die Partizipation von Kindern im Alltag und bei Projekten wie der Spielplatzgestaltung, das Engagement beim Übergang Kita-Schule und die bedarfsorientierte Unterstützung von Menschen mit Fluchterfahrung.

    Beeindruckend ist zudem, wie die Bündnisarbeit bei den Beteiligten eine Haltungsänderung hin zu starker Kindorientierung bewirkte: Die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien wurden in den Fokus des Handelns gerückt und sie werden partizipativ in die Bündnisarbeit eingebunden.

  • Kita Regenbogen

    Kita Regenbogen

    Kita Regenbogen
    Dritter Platz 2024

    Ort: Ortrand
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 193 Kinder, 30 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Ortrand
    Unsere Stärke: MINT-Förderung, Partizipation, Institutionsübergreifende Bildung, Erziehungspartnerschaften

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    In der südlichsten Stadt Brandenburgs kooperieren Kita, Grund- und Oberschule auf einem Gelände, um junge Menschen von der Krabbelgruppe bis zum Berufseinstieg zu fördern. Teil des Ortrander Bildungscampus ist die Kita Regenbogen. In verschiedenen Funktionsräumen können hier schon die Jüngsten spielerisch forschen und lernen. Ob mit selbstgebauten Raketen oder unterm Mikroskop die Wunder der Natur entdecken – ausschlaggebend sind immer die Interessen der Kinder. Wenn die etwa für die Feuerwehr brennen, werden gemeinsam Ideen gesammelt und in die Tat umgesetzt: So sind einige Kinder der Jugendfeuerwehr beigetreten, haben mit den Fachkräften und Eltern eine eigene Feuerwehr auf dem Kita-Spielplatz gebaut oder gelernt, Kerzen und Lagerfeuer sicher anzuzünden. Ihre Ideen und Wünsche diskutieren sie im Kinderrat. Weitreichendere Fragen oder Sorgen bringen die Kinder auch in die eigens eingerichtete Sprechstunde beim Bürgermeister ein. So erleben sie von Anfang an, dass ihre Meinung zählt.

    Das sagt die Jury

    Das Team gestaltet den Sozialraum aktiv mit. Die enge Zusammenarbeit auf dem Bildungscampus und mit der Grundschule gehört genauso zum Alltag wie gemeinsame Angebote mit Vereinen oder eine Kindersprechstunde beim Bürgermeister. Die Strukturen innerhalb der Kita passen die Fachkräfte kontinuierlich an die Bedürfnisse aller Beteiligten an. Dabei beziehen sie die Familien ein oder holen benötigte Therapieangebote direkt in die Kita. So baut das Team Barrieren ab und ermöglicht allen Kindern Teilhabe. Zudem setzen sich der Träger und die Kita-Leitung beispielhaft dafür ein, dass sich alle Mitarbeitenden fachlich und persönlich weiterentwickeln können. So werden die Potenziale der Fachkräfte ausgeschöpft und Perspektiven geschaffen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Kita legt großen Wert auf die Kooperationen mit Vereinen des Sozialraumes und deren Weiterentwicklung. Die Zusammenarbeit mit Sportvereinen stärken das Gemeinschaftsgefühl und vermitteln den Kindern soziale Kompetenzen. Die Stadtverwaltung versucht mit einem qualitativen pädagogischen Angebot Familien anzusprechen, zu binden und neue Familien zu erreichen. Die Kita Regenbogen ist Teil eines Bildungscampus als Stadtentwicklungsstrategie, welcher ein großer Gewinn für den Sozialraum ist. Durch die enge Zusammenarbeit im Netzwerk des Bildungscampus und die Integration in die lokale Gemeinschaft sensibilisiert die Kita die Familien und das Umfeld für die Bedeutung inklusiver und partizipativer Ansätze in der frühkindlichen Bildung. Durch kurze Wege zum Bürgermeister und eine von ihm eingerichtete Kindersprechstunde haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Ideen und Wünsche im Sozialraum einzubringen. Die Kita ergreift die Initiative für Aktivitäten, die allen Kindern den Übergang erleichtern.

    Die Kita kooperiert mit den vielen Vereinen in der Region. Sie machen Angebote in der Kita, wie Schach oder das Spielen von Gesellschaftsspielen mit ehrenamtlichen Senior*innen. Der Sportverein stellt regelmäßig die Sporthalle zur Verfügung. Es gibt Besuche in der Grundschule und gegenseitige Unterstützung bei Raumknappheit, so konnte eine Flexklasse der Grundschule bereits ihren Unterricht in den Räumen der Kita durchführen. Familien erleben, dass die Kita niedrigschwellig Unterstützungsangebote organisiert. Neben der Krabbelgruppe für junge Familien mit Kindern, die noch nicht in der Kita sind, finden auch andere Unterstützungsangebote ihren Raum in der Einrichtung. Hierzu gehört ein Elternkurs zum Thema Bewegung und Musik. Einige Ergotherapeut*innen kommen in die Kita, um mit den Kindern therapeutisch zu arbeiten.

    Der engagierte Träger sorgt für Wohlbefinden und gute Arbeitsbedingungen in der Kita Regenbogen, hierzu zählen auch Möglichkeiten zur Spezialisierung für die Fachkräfte. Die Fachkräfte schätzen die Förderung ihrer individuellen Schwerpunkte sowie Stärken und die fachlichen Weiterentwicklungen durch die Leitung und den Träger. Die Fachberatung des Landkreises begleitet die Kita regelmäßig bei der Entwicklung und Evaluation des Qualitätshandbuchs. Ein gemeinsames fachliches Zukunftsthema sehen Leitung und Team in der Weiterentwicklung der Kita zur Konsultations-Kita des Landes Brandenburg. „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ sind für den Träger und die Kita weitere Zukunftsthemen. Auf eine gute und vor allem lösungsorientierte Zusammenarbeit von Trägervertreter*innen und Leitungen legen Leitung und Team sehr viel Wert.

    Neben der kontinuierlichen jährlichen Selbstevaluation im Rahmen des Qualitätshandbuchs, betrachtet das Team sein Konsultationsangebot für andere Kitas als eine weitere Möglichkeit der eigenen Qualitätsentwicklung. Sowohl die Vorbereitung auf die Konsultation als auch den Austausch mit anderen Einrichtungen sehen sie hier als Gewinn.

    Die Partizipation von Kindern und Eltern ist in der Kita gleichermaßen bedeutsam. Die Fachkräfte haben die Situationen des Essens, der Pflege, des Anziehens und Schlafens so gestaltet, dass sich die Kinder selbstbestimmt einbringen können. Durch die Stiftung „Kinder forschen“ werden hier die MINT-Fächer gestärkt und alle Kinder erfahren eine naturwissenschaftliche Grundbildung. Es ist den Fachkräften wichtig, Kindern mit Behinderungen diese Entscheidungsmöglichkeiten in gleicher Weise zugänglich zu machen. Jedes Kind hat das Recht, ein Kind unter Kindern zu sein. Zudem prüfen die Pädagog*innen immer wieder, ob die Strukturen für alle Kinder geeignet sind und passen sie bei Bedarf an. Familienergänzend ermöglicht die Kita, dass Therapeut*innen die Kinder in der Kita behandeln. Eltern haben so nach der Arbeit keine langen Wege und die Therapeut*innen können ihre Tätigkeit weiterhin im Sozialraum anbieten. Das Team ist zudem kreativ beim Abbau von Sprachbarrieren im Kontakt mit Eltern.

    Das Team hinterfragt Regeln bewusst auf Sinnhaftigkeit. Es ist den Fachkräften wichtig, Beschwerden der Kinder mit ihnen zu diskutieren und neue Regeln zu finden. Die Kita hat dazu ein strukturiertes Beschwerde- und Feedbackverfahren etabliert und Kinder erleben, dass sie über sich bestimmen und ihre Wünsche geachtet werden. Neben dem Kinderrat und den Themenkreisen (Bezugsfachkräfte kommen dort mit den Bezugskindern zusammen und die Kinder bringen auf dieser Ebene ihre Themen ein) sind die regelmäßige Kindersprechstunde beim ehrenamtlichen Bürgermeister des Ortes Teil der strukturell verankerten Beteiligung in der Kita. Der Kita-Ausschuss ist paritätisch besetzt und zu bestimmten Themen wird auch ein Mitglied des Kinderrats eingeladen.

    Ein Kind, das gravierende gesundheitliche Einschränkungen hat und besondere hygienische Bedingungen in Kita und Schule braucht, wurde aufgenommen und es wurde eine eigene Toilette eingerichtet, um die Hygiene zu garantieren, die es braucht. Die Kita Regenbogen stellte sich dieser Herausforderung mit großem Engagement und Hilfsbereitschaft.

  • Kinderland Fantasia

    Kinderland Fantasia

    Kinderland Fantasia
    Finalist 2024

    Ort: Roskow OT Weseram
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 43 Kinder, 9 Mitarbeitende
    Träger: Kinderförderverein WIR e.V.
    Unsere Stärken: Offene Arbeit, Ansatz der Psychomotorik, Förderung Selbstwirksamkeit

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    Im Weseramer Kinderland Fantasia ist der Name Programm: Das multiprofessionelle Team – die Expertise reicht von Yogamotoriker*innen bis zum Steinmetz – bietet den Kindern jeden Tag die Möglichkeit, kreativ zu sein und sich als selbstwirksam zu erleben. Ob beim wöchentlichen Waldtag, beim Tüfteln auf der Bewegungsbaustelle oder beim Musizieren – im Mittelpunkt steht immer das Kind mit seinen Bedürfnissen und Interessen. Bei ihrem Angebot setzt die Kita auf die Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft. So ist eine einwöchige Reise zum Bauernhof Käthe fester Bestandteil des Kita-Jahres und in der örtlichen Sporthalle wird spielerisch – im Sinne der Psychomotorik – die kindliche Entwicklung gefördert. Die Kita versteht sich aber auch selbst als Ort, dessen Türen für alle offen steht: In der „Kiez-Kita“ können sich Familien beraten lassen, Ideen einbringen, eigene Feste feiern. Und nach Feierabend ist das Kita-Gelände weiter für alle zugänglich, die Freude am Spielen haben.

  • JuS Kita Kinderland

    JuS Kita Kinderland

    JuS Kita Kinderland
    Finalist 2025

    Ort: Oranienburg
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 70 Kinder, 13 Mitarbeitende
    Träger: Jugend und Sozialwerk (JuS) gemeinnützige GmbH
    Unsere Stärke: generationenübergreifender Alltag, Partizipation, offene Arbeit, Vielfalt

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    Eine Gartentür und viele gemeinsame Erlebnisse verbinden die Kinder der JuS Kita Kinderland mit den Bewohnenden des benachbarten Pflegeheims in Oranienburg. Beim Gärtnern, Spielen, Backen und Musizieren kommen Jung und Alt zusammen. Sie rühren gemeinsam Ringelblumensalbe an oder beobachten, wie Küken und Schmetterlinge schlüpfen. Die Kinder berichten von ihren Abenteuern, die Seniorinnen und Senioren vom früheren Leben. So entstehen in dem intergenerativen Haus echte Beziehungen. Wenn im Wohnheim jemand verstirbt, trauert die Kita-Gemeinschaft kindgerecht und begleitet diesen Prozess gemeinsam. Das offene Konzept lässt jeden Tag Raum für individuelle Spiel- und Ruhezeiten sowie Mitbestimmung bei Essen, Kleidung und Themen. So übernehmen die Kinder Verantwortung – für sich selbst, für ihre Gruppe und für Jüngere, wenn Krippenkinder in die Kita wechseln. Auch die Familien nehmen aktiv am Kita-Leben teil: Sie engagieren sich im Kita-Ausschuss, übernehmen den Gießdienst oder schreiben ermutigende Einträge ins „Mut-mach-Buch“ zur Eingewöhnung. Das solidarische, generationenübergreifende Miteinander zeigt den Jüngsten, dass sie ein wichtiger und gestaltender Teil der Gesellschaft sind.

  • AWO Kita Tausendfüßler

    AWO Kita Tausendfüßler

    AWO Kita Tausendfüßler
    Preisträger DGB-Zusatzpreis 2025

    Ort: Potsdam
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 141 Kinder, 23 Mitarbeitende
    Träger: AWO Kinder und Jugendhilfe Potsdam gGmbh
    Unsere Stärken: Bewegung, offene Arbeit, Begleitung von Eltern, Förderung von sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern

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    Für die Potsdamer AWO Kita Tausendfüßler spielt Bewegung eine große Rolle, doch geht es lang nicht nur um körperliche Fitness. Die Kita hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kompetenzen zu fördern, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. So bestärken die pädagogischen Fachkräfte schon die Jüngsten, sich aktiv in Entscheidungen einzubringen, die den Kita-Alltag betreffen. Dafür setzt das Team Elemente des Papilio-Programms ein. Von Anfang an lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen, etwa beim Tischdienst oder wenn ältere Kinder den Jüngeren helfen. Konflikte bleiben dabei nicht aus, werden aber als Lernsituation verstanden. Gemeinsam mit dem Team setzen sich die Kinder mit den eigenen Fragen zu Themen wie Freundschaft, Trauer oder Ausgrenzung auseinander. Die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes stehen dabei im Mittelpunkt. Eine ausgebildete Elternbegleiterin ist Teil des Teams. Fragen und Sorgen, die beispielsweise entstehen, wenn der Übergang von der Kita in die Schule bevorsteht, finden bei ihr Gehör und werden sensibel behandelt. Solche Veränderungen gehören zum Leben dazu und werden von der Kita behutsam begleitet, um Kinder stark zu machen für die Zukunft.

    Das sagt der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Zusatzpreis

    Die Kita Tausendfüßler ist ein guter Ort für Kinder und ein attraktiver Ort zum Arbeiten. Sie steht beispielhaft für das gewerkschaftliche Prinzip guter Arbeit: eine Kultur der Mitbestimmung und Beteiligung, die die Arbeitszufriedenheit stärkt und durch Tarifbindung nachhaltig verankert ist. Eine gute, vertrauensvolle und partizipative Zusammenarbeit ist in Zeiten des Fachkräftemangels besonders wichtig. Für ihre kontinuierliche Beteiligung, ihren Teamgeist und ihren Einsatz für gute Bildung, Betreuung und Erziehung verdient die Kita Tausendfüßler mit ihren 23 Beschäftigten den DGB-Zusatzpreis „Attraktivität der Arbeit“ 2025 in besonderem Maße.

    Die Kitazeigt eindrucksvoll, wie Partizipation und Mitbestimmung die Arbeitszufriedenheit, die Fachkräftebindung und eine hohe pädagogische Qualität sichern: Die tief verankerte Haltung gemeinsamer Teilhabe durchdringt das Miteinander der Beschäftigten und prägt zugleich das Trägersystem. Alle Mitarbeitenden können aktiv mitgestalten, mitentscheiden und ihre Wünsche und Stärken einbringen. Die Implementierung des neuen Brandenburger Bildungsplans ist dafür beispielhaft. Neue Ansätze werden stets gemeinsam erprobt, besprochen und beibehalten oder bei Bedarf angepasst. Durch regelmäßige Austauschformate und themenspezifische Arbeitsgruppen stellt die Kita sicher, dass alle Beschäftigten in wichtige Entscheidungen eingebunden sind. Die Leitung und der Träger unterstützen durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungsangebote die berufliche Weiterentwicklung der Fachkräfte.

    All das stärkt die Arbeitszufriedenheit, die Selbstwirksamkeit und das Gemeinschaftsgefühl. „Durch gemeinsame Diskussionen stärken wir nicht nur unsere Lösungen, sondern auch das Wir-Gefühl. Diese positive Atmosphäre überträgt sich unmittelbar auf die Kinder und schafft ein Klima der Sicherheit und Geborgenheit“, berichten die Fachkräfte.

    Partizipation und Mitbestimmung wird vom Träger, vom Leitungsteam sowie von den Fachkräften und Auszubildenden als Motor für Qualität, Stabilität und ein gutes Miteinander verstanden. Dies erklärt, warum das Team trotz spürbarem Fachkräftemangel seit Jahren sehr konstant ist. Die Leiterin arbeitet bereits seit über 20 Jahren in der Einrichtung, mehr als die Hälfte der pädagogischen Fachkräfte seit zehn Jahren oder länger.

    Ein positives Teamklima erfordert kontinuierliche Arbeit und Aufmerksamkeit. Obwohl die Kita mit der gegenwärtigen Situation zufrieden ist, setzt sie bewusst auf Weiterentwicklung und plant, künftig auch Supervision in Anspruch zu nehmen. Wir sind überzeugt, dass die Kita Tausendfüßler auch in Zukunft ein guter Ort zum Lernen, Wachsen und Arbeiten sein wird.