• Bildungsforum im Falkenhagener Feld

    Bildungsforum im Falkenhagener Feld

    Bildungsforum im Falkenhagener Feld
    Finalist 2022

    Ort: Berlin-Spandau
    Bundesland: Berlin
    Handlungsfeld: Gewaltprävention und Soziales Lernen für Kinder, Stärkung der Eltern
    Aktiv seit: 2016
    Wirkungsradius: Stadtteil und Quartier
    Partner: Quartiersmanagement, Grundschulen, Kindertageseinrichtungen, Familienzentrum, Jugendamt, offene Familienwohnung, Bibliothek

    Kontakt: Bildungsforum, Ev. Paul Gerhardt-Kirchengemeinde, Sabine Clausen (Koordination), sabine.clausen[@]paulgerhardtgemeinde.de

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    Das Falkenhagener Feld am westlichen Stadtrand Berlins gehört zum Bezirk Spandau. Nur eine einzige Buslinie erschließt das Quartier mit seinen belebten, heterogenen Großwohnsiedlungen. Das Bildungsforum im Falkenhagener Feld setzt sich hier für eine bessere Verständigung untereinander und die Gewaltprävention ein. Alle Kinder sollen gute Lebenschancen erhalten. Dafür fokussieren die Bündnispartner, darunter Quartiersmanagement, Kitas und Schulen insbesondere auf die Eltern. Diese finden in Podcasts und Broschüren zum Beispiel Tipps und Infos zum gelingenden Schulstart oder Spielanregungen zum Sozialen Lernen in Bewegung und können sich selbst in Bewegungs- und Präventionskursen als Coaches einbringen. Die Kurse stärken die Sozialkompetenz und Konfliktfähigkeit der Kinder im Übergang von der Kita in die Schule. Bei Veranstaltungen im Kiez und in den Kitas weckt die mobile Bibliothek, ein Lastenfahrrad bestückt mit Büchern und Spielen, das Interesse am Lesen.

  • Kitanetzwerk Kiezanker 36

    Kitanetzwerk Kiezanker 36

    Kitanetzwerk Kiezanker 36
    Zweiter Platz 2023

    Ort: Berlin-Kreuzberg
    Bundesland: Berlin
    Handlungsfeld: Kiezstärkung, Orte für Kinder im Sozialraum, Gentrifizierung und Verdrängung im Kiez
    Aktiv seit: 2018
    Wirkungsradius: Quartier
    Partner: Kitas, Kinderläden, Familien- und Nachbarschaftszentrum Kiezanker 36, Jugendamt, verschiedene Protagonisten im Kiez

    Kontakt: Pestalozzi-Fröbel-Haus – Kiezanker 36, Esther Borkam (Leitung), borkam[@]pfh-berlin.de

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    Ob beim jährlichen Laternenumzug mit Drachenfrau Fumara und ihrem Sohn Schnaub oder einer Plakataktion gegen vermüllte Spielplätze – das Berliner Bündnis Kitanetzwerk Kiezanker 36 verbindet pädagogische und politische Themen mit denen des Stadtteils und macht durch öffentliche Aktionen auf Missstände aufmerksam. Insbesondere auf die Verdrängung von Familien, Kindern und Kitas durch die Gentrifizierung, die seit Jahren den Wrangelkiez bestimmt. Kinder und Familien werden aktiv eingebunden. Alle Projekte leiten sich aus den Alltagsfragen und Lebensrealitäten der Kinder ab. In der „Plüsch-Plausch-Ecke“ treffen sich regelmäßig Vorschulkinder und erzählen, was ihnen auf dem Herzen liegt. So wird die Jesus-Figur über dem Eingang der evangelischen Kirche Anlass, über unterschiedliche Glaubensrichtungen zu sprechen, entsteht aus den Fragen der Kinder ein regelmäßiger Flohmarkt oder entspringt die Gesprächsrunde „Unser obdachloser Nachbar“ – ein Thema, mit dem die Kinder im Kiez täglich konfrontiert sind.

    Das sagt die Jury

    Besonders beeindruckt hat die Jury, wie es dem Kreuzberger Bündnis gelingt, Demokratiebildung und Teilhabe von Anfang an zu ermöglichen. Die Akteure nehmen die Impulse der Kinder auf, stärken ihre Stimmen und Rechte, und führen sie kindgerecht dahin, politisch mitzuwirken. Ziel ist es, den Kiez für alle, allen voran für Kinder, zu gestalten. In zukunftsweisenden Verhandlungsprozessen über kindgerechte Stadträume, über Vielfalt, Verdrängung und Tradition wird der öffentliche Raum für Kinder hier gemeinsam zurückerobert.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Jury lobt, wie das Kreuzberger Bündnis Impulse der Kinder aufnimmt und sie kindgerecht daran heranführt, politisch wirken zu können. Die Kinder erleben selbstwirksam, wie sie als politische Subjekte wahr- und ernstgenommen werden und gegen sie betreffende Missstände laut werden können. Sie werden aus sich heraus in Demokratisierungsprozesse eingebunden: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelingt es dem Bündnis, die Stimme der Kinder und ihre Rechte zu stärken, ihre Lebensbedingungen und ihre Stellung im Kiez zu verbessern. Die Kinder selbst können dies mit ihren eigenen Vorstellungen beeinflussen. So verstärkt das Kitanetzwerk Kiezanker 36 Teilhabe und Demokratiebildung von Anfang an.

    Besonders beeindruckend findet die Jury die Rückeroberung des öffentlichen Raums für Kinder: Die zukunftsweisenden Verhandlungsprozesse über kindgerechte Stadträume, über Verkehr und Vielfalt, Verdrängung und Tradition werden im Kiezanker 36 aufgegriffen und vorangetrieben. Städte für alle und besonders für Kinder auszurichten, ist zentrales Thema, das in Zukunft mit Blick auf Verdrängungsprozesse in Städten immer wichtiger werden wird. Dabei lebt das Bündnis eine Sicht auf alle sich im Quartier aufhaltenden Menschen – unter anderem Obdachlose – als dazugehörigen Teil des Kiezes vor. Dies hat eine einzigartige solidarische und soziale Strahlkraft, die bundesweit Vorbild hat. Die Jury hat diese vorurteilsfreie Betrachtungsweise aller im Kiez lebenden Menschen beeindruckt.

    Inspirierend findet die Jury auch die Finanzierung der Koordinationsstelle des Bündnisses über das Jugendamt: Die angestrebte Absicherung der im Modellprojekt Kiezanker 36 finanzierten Koordinationsstelle kann als wegweisend bezeichnet werden, ebenso hat die sehr gute Kooperation mit dem Jugendamt hohe Strahlkraft. Hoffnung ist es, dass durch das Familienförderungsgesetz eine Finanzierung von Koordinierungsstellen wie im Kiezanker in allen Berliner Bezirken möglich werden wird.

    Beeindruckend ist die Wirkkraft des Bündnisses in einem Umfeld mit unterschiedlichen Herausforderungen. Dies wird durch die demokratische Aktivierung verschiedener Bevölkerungsgruppen erreicht, die sich für das Wohl ihres Kiezes einsetzen und so den Sozialraum mitgestalten. Auch andere Altersgruppen werden für familienorientiertes Handeln motiviert. Der gesamte Kiez ist niedrigschwellig eingeladen, sich zu beteiligen. So entsteht eine Atmosphäre von Solidarität, bei der alle mitgedacht werden.