Ort: Amberg Bundesland: Bayern Handlungsfeld: MINT, Digitalisierung und Bildung für nachhaltige Entwicklung Aktiv seit: 2020 Wirkungsradius: Mittelstadt Partner: Kita DigiMINTKids, Haus der kleinen Forscher Amberg, OTH Amberg-Weiden, Staatsinstitut für Frühpädagogik, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Amberg, Schulen und Bildungseinrichtungen vor Ort
Kontakt: DigiMINTKids Amberg – Hier wird Zukunft gemeinsam gestaltet, Brigitte Netta (Leiterin Kita DigiMintKids & CampusKids Amberg), brigitte.netta[@]web.de
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Bei den DigiMINTKids im oberpfälzischen Amberg wird Zukunft gemeinsam gestaltet. Das breit aufgestellte Bündnis, bestehend aus der Kita DigiMINTKids, der OTH Amberg-Weiden, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Amberg sowie dem Netzwerk Haus der kleinen Forscher Amberg-Sulzbach, arbeitet mit vielen Ehrenamtlichen und weiteren Partnern zusammen, um allen Kindern gleichermaßen das Thema „MINT“ – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – nahe zu bringen und sie dafür zu begeistern. Das geschieht ganz niedrigschwellig, alltagsintegriert und kindgerecht. Ausgehend von den Themen und individuellen Interessen der Kinder wird sich den Bereichen Digitale Bildung und MINT angenähert: Ob beim Bepflanzen und Pflegen der Hochbeete, beim gemeinsamen, generationsübergreifenden Forschen und Experimentieren oder beim Besuch in der örtlichen Hochschule, um sich zum Beispiel zum Thema Roboter zu informieren und einer „echten“ Professorin bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.
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Im Kinder- und Familienzentrum Wilhelm Löhe im fränkischen Gunzenhausen bereichern Menschen verschiedener Generationen und Kulturen mit ihren individuellen Kompetenzen die Gemeinschaft. Schon die Jüngsten entscheiden hier zusammen in Morgenkreisen und Kinderkonferenzen, womit sie sich beschäftigen möchten. Die Stärken und Entwicklungen der Kinder beschreiben die Fachkräfte in Lerngeschichten und gestalten gemeinsam mit ihnen individuelle Portfolios. Auch für Eltern gibt es hier viele Angebote: Sie können in der Kita hospitieren und sich beraten lassen. In der monatlichen „Familienzeit“ lernen sie die Vorteile des Barfußlaufens kennen oder können bei Waldausflügen entspannen. Beim wöchentlichen Seniorentreff feiern Jung und Alt zusammen Andachten, singen oder machen Gymnastik. Um das eigene Angebot abzurunden, ist das Team eng mit den sozialen Diensten vor Ort vernetzt und lädt regelmäßig Fachexperten ein. Unterstützt wird es zudem von Therapiehund Mogly, der gern zum Wohlbefinden aller Beteiligten beiträgt.
BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte Finalist 2023
Ort: Pielenhofen Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Nachhaltige Bildung, Natur- und Umwelterfahrungen, Vernetzung von Praxis und Schule Aktiv seit: 2016 Wirkungsradius: Landkreis Regensburg Partner: Waldkinder-Regensburg, Fachakademien für Sozialpädagogik in Pielenhofen und Regensburg, Kita-Träger, Gemeinde Pielenhofen, weitere Waldkindergärten und Vereine
Kontakt: Waldkinder-Regensburg, Anke Wolfram (Leiterin), awolfram[@]littlebigfuture.de
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Hügelige Mischwälder und steile Jurafelsen umrahmen die oberpfälzische Gemeinde Pielenhofen im Naabtal. Die vielfältige Natur lädt hier zum Entdecken ein. Kita-Kinder und angehende Pädagog*innen werden dabei vom Bündnis BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte gefördert: Die Initiative rund um den örtlichen Waldkindergarten und die Fachakademie für Sozialpädagogik setzt in der Ausbildung an, um Fachkräfte zu gewinnen und für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu begeistern. Bei Praktika in naturraumorientierten Kitas erleben die Studierenden gemeinsam mit den Kindern die Natur und lernen BNE-Themen zukunftsweisend zu gestalten. Alle Beteiligten bringen sich aktiv ein: Ob bei Elternbefragungen, Ideen-Cafés oder Werkstattgesprächen zur Kita der Zukunft. Doch entscheidend sind die Bedürfnisse und Ideen der Kinder, die sie etwa wöchentlich in Kinderkonferenzen sammeln. So entstand auch das aktuelle Wildbienenprojekt, bei dem Jung und Alt ein Wildbienenareal mit kindgerechten Schautafeln gestalten.
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In einem alten Gutshof auf einem Berg am Rande von Würzburg befindet sich die Kita „Gut Heuchelhof“. Hier läuten die Kinder mit einer Triangel den Morgenkreis ein. Das Begrüßungslied wird zu Gitarrenmusik in verschiedenen Sprachen und Gebärden begleitet. Im Kindercafé können sich die Kinder am Buffet bedienen und entscheiden selbst, was, wie viel und mit wem sie essen. Ebenso gestalten sie im offenen Konzept ihren Alltag nach eigenen Interessen: Ob malen im Atelier, kreativ sein in der Holzwerkstatt, forschen im Spielzimmer oder arbeiten mit Montessori-Material im Entdeckerland – in den verschiedenen Funktionsräumen können sie eigenständig spielen und Erfahrungen sammeln. Der Garten mit Obstbäumen und Kräutern lädt zum Erkunden und Entdecken ein. Ihr Wissen eignen sich die Kinder interessensgeleitet an. So kümmern sich die Tierexperten zum Beispiel um Riesenschnecken, die Weißbauchigel Anna und Elsa oder die Bartagamen Bella und Frederick. In dieser Kita gibt es viel zu erleben!
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In der Kindertagesstätte Arche Noahim oberfränkischen Kasendorf verspricht jeder Tag ein neues Abenteuer zu werden: Nach dem offenen Konzept können sich die Kinder frei in den Funktionsräumen und im Garten bewegen und ihre Spielgefährten wählen. Wer mag, schließt sich morgens der Waldgruppe an und entdeckt Pflanzen, erklimmt Kletterbäume oder liest Tierspuren. Ihr Umfeld gestalten die Kinder aktiv mit. So haben sie in der Kinderkonferenz schon beschlossen, einen früheren Schlafraum in ein Bällebad umzuwandeln. Gemeinsam mit den Fachkräften haben die Kinder überlegt, wie sie sich mit dem Maultier und dem Esel auf einer angrenzenden Weide anfreunden können – mittlerweile besuchen sie die Tiere wöchentlich zum Reiten und Kutsche fahren. Die täglichen Bring- und Abholzeiten vereinbaren die Familien individuell mit dem Team, die Eingewöhnung ist das ganze Jahr über möglich und bei Kita-Festen sind alle Angebote kostenlos. So können hier Jung und Alt mitmachen und sich entfalten.
Das sagt die Jury
Die Kita hat die Jury unter anderem mit ihrer beispielhaften Gestaltung von Übergängen überzeugt. Liebevoll und engagiert werden die Kinder von einer Lebensphase in die nächste begleitet. Besonders bemerkenswert ist dabei die enge Kooperation mit der Grundschule, die sich das offene Konzept der Kita zum Vorbild nimmt und weiterführt. Das Team der Kasendorfer Kita passt die Strukturen den Bedürfnissen der Kinder an – und nicht die Kinder an die Strukturen. Regeln für das Miteinander werden von und gemeinsam mit den Kindern gestaltet, das hat die Jury besonders beeindruckt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Besonders lobenswert findet die Jury die Gestaltung der Übergänge in der Kindertagesstätte Arche Noah. Kinder werden sehr liebevoll und engagiert über die gesamte Biografie von Krippe bis Hort begleitet. Besonders vorbildlich ist die enge Kooperation mit der örtlichen Grundschule. Vorschulkinder haben die Möglichkeit, ihre zukünftigen Klassenräume bereits ein Jahr vor der Einschulung mit auszuwählen und von Wandfarbe bis Sitzgelegenheiten mitzugestalten.
Beeindruckt hat die Jury auch, wie engagiert die Pädagog*innen einen Rahmen schaffen, in dem Kinder sich frei entfalten und eigene Erfahrungen machen können. Kinder dürfen und sollen sich erproben und die Fachkräfte schaffen die Bedingungen für selbstbestimmtes Handeln der Kinder im Alltag. In den Lern- und Funktionsräumen der Kita können sich die Kinder jederzeit frei bewegen und täglich neu entscheiden, ob sie einen Teil des Tages im Wald verbringen möchten. Sie können den ganzen Tag ihren Interessen und selbst gestellten Aufgaben nachgehen. Auch was sie essen und ob sie schlafen möchten, entscheiden die Kinder selbst. Für alle Bedürfnisse ist gesorgt: So gibt es etwa eine „Flüsterrunde“ – eine freiwillige Ruhephase für Kinder, die nicht schlafen wollen, aber noch etwas Ruhe brauchen.
Die Fachkräfte haben einen respektvollen und gleichzeitig humorvollen Umgang mit den Kindern. Sie nehmen sich in jedem Moment Zeit für Gespräche mit Kindern, auch über längere Zeiträume. Dadurch schaffen sie eine vertrauensvolle und wertschätzende Beziehung auf Augenhöhe.
Die Strukturen werden den Bedürfnissen der Kinder angepasst und nicht die Kinder an die Strukturen. So werden Regeln in der Kita von und mit den Kindern festgelegt, wenn es Regelungsbedarfe gibt. Kinder werden in ihren Bedarfen individuell gesehen und ernst genommen. Bei Konflikten werden gemeinsam Lösungen erarbeitet. Über die Nutzung eines freien Raums der Kita haben die Kinder demokratisch abgestimmt – als Ergebnis wurde dort ein Bällebad aufgebaut. Die Kinder haben nach der Eröffnung selbst Regeln eingefordert, wie sie sich im Bällebad verhalten wollen und sollen.
Die Eltern sind ein spürbarer Teil der Einrichtung und werden aktiv in den Kita-Alltag eingebunden. Kindergeburtstage werden auf Wunsch der Kinder häufig bei den Familien zuhause gefeiert: So werden die Geburtstagsrituale aus der Kita mit den Gewohnheiten der Familien verbunden.Gelobt hat die Jury auch, dass es den Kindern jederzeit freisteht, Dinge von zuhause mit in die Kita zu bringen.
In einem benachbarten Waldstück hat die Kita einen Naturerlebnisort geschaffen, der von den Kindern täglich genutzt wird und der auch allen Mitgliedern der Gemeinde rund um die Uhr offensteht.
Es gibt eine beeindruckende Reflexion des eigenen Handelns unter den Fachkräften und das Team lebt eine sehr positive Feedback-Kultur. Das Team hat einen Verhaltenskodex unterschrieben, der Themen wie Nähe und Distanz, Kinderrechte, Macht(missbrauch), Bereitschaft zur Reflexion oder den Umgang mit grenzüberschreitendem Verhalten beinhaltet.
Die Fachkräfte holen sich externe Hilfezu Themen, bei denen Unsicherheit besteht und gestalten davon ausgehend Angebote für Eltern. So kam etwa das Thema Trauerbewältigung in der Kita auf, woraufhin die Kita sich Hilfe bei einem Zentrum für trauernde Kinder holte. Es gab eine Teamschulung und für die Familien wurden ein Elternabend und ein Workshop zum Thema Tod organisiert, um ihnen den Umgang damit zu erleichtern.
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Wenn Erwachsene sich auf Kinder einlassen, entstehen wunderbare Dinge. Wie in der bayerischen Kita Diespeck. Kinder im Alter von sechs Monaten bis zum Ende der Grundschulzeit werden hier in ihrer Entwicklung begleitet. Täglich erleben sie Abenteuer – ob im Wald, auf Entdeckungstour mit dem digitalen Mikroskop oder auf Exkursion zum örtlichen Baustoffhandel. Wohin es geht, entscheiden sie selbst. Das Projekt des Sand- und Matschbereichs in Form eines Piratenschiffes zeigt, dass die Kinder das Sagen haben: Sie informierten sich im Vorfeld über Piraten und ihre Schiffe, skizzierten ihre Ideen und besorgten die Baumaterialien. Zur Finanzierung ihres Projekts schrieben sie einen Brief an den Bürgermeister. Mit Erfolg: Zum Schluss bauten sie gemeinsam mit Eltern und Großeltern ihr Traumschiff. Die Entwicklung der Kinder wird in Portfolio-Ordnern dokumentiert. So bleiben die vielen Kita-Abenteuer eine Erinnerung für das Leben.
Ort: München Bundesland: Bayern Handlungsfeld: mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit durch den Abbau von herkunftsbedingten Bildungsbenachteiligungen Aktiv seit: 2015 Wirkungsradius: Stadtbezirk Partner: Quartiersleitung KiTA, Kita-Leitungen, KiTZ-Fachkräfte, Leitung Bildung im Quartier, BildungsLokal, Leitung Fachstelle und Kontaktstelle Frühe Förderung
Kontakt: Referat für Bildung und Sport, PI – ZKB Bildung im Quartier, BildungsLokal, Agnieszka Papierowski (Lokale Bildungsmanagerin), a.papierowski[@]muenchen.de
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Die AG Frühe Bildung und Förderung ist im Münchner Westen aktiv. Das Bündnis gründete sich 2015 mit dem Ziel, Familien mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung die Ankunft im Stadtteil zu erleichtern. Das Bündnis bietet vor allem kostenfreie Begegnungs-, Freizeit- und Beratungsangebote wie Hilfe bei der Kitaplatzsuche, Sprachkurse oder medienpädagogische Workshops an. Zudem bezieht es alle Kinder und ihre Familien aktiv im Stadtteil ein und lässt sie mitentscheiden. Das Bündnis erstellt passgenaue Angebote für die Menschen vor Ort und erreicht die Familien dort, wo sie sich gerne aufhalten. In Workshops haben pädagogische Fachkräfte gemeinsam mit den Familien beispielsweise alte, baufällige Spielplätze neugestaltet. Damit diese auch weiterhin schön bleiben, übernehmen die Familien im Quartier die Patenschaft. Über die Jahre ist aus einem anfänglichen Facharbeitskreis ein breit aufgestelltes Bündnis entstanden, das die Familien nachhaltig vor Ort unterstützt und ihnen Selbstbewusstsein und Mut gibt.
Ort: Oberelsbach Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Etablierung einer Bildungslandschaft, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Natur- und Heimaterfahrungen ermöglichen Aktiv seit: 1974 Wirkungsradius: Landgemeinde Partner: Kommune, alle Bildungseinrichtungen im Ort, Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V., Umweltbildungsstätte Oberelsbach
Kontakt: Markt Oberelsbach, Björn Denner (Erster Bürgermeister), rathaus[@]oberelsbach.de
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Die Rhön bietet vielen Tieren und Pflanzen ideale Lebensbedingungen. Im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats liegt der Markt Oberelsbach. Damit sich die rund 300 Kinder der Gemeinde genauso wohlfühlen wie die heimische Flora und Fauna, vereint das Bündnis Biosphärenkinder die Lernangebote vor Ort. Die Fach- und Lehrkräfte der zwei Kitas, der Krippe, des Horts sowie der Grundschule tauschen sich täglich aus, um die Übergänge fließend zu gestalten und schon den Jüngsten ein naturnahes Aufwachsen zu ermöglichen. Das Mittagessen wird für alle Kinder in der lokalen Umweltbildungsstätte gekocht. Wo die saisonalen Bio-Produkte dafür herkommen, erfahren sie beim monatlichen Besuch auf dem Bauernhof. Bei regelmäßigen Waldtagen, selbst entwickelten Projekten im Biosphärenreservat, Ausflügen zu Imker oder Schäfer wachsen die Kinder weiter zusammen – und lernen viel über Themen wie Nachhaltigkeit und Artenschutz. So wird das ganze Dorf mitsamt seiner Umgebung zum Bildungsraum für Kinder.
BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte Finalist 2025
Ort: Pielenhofen Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Naturraumpädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung, enge Verbindung von Ausbildung und Praxis, Fachkräftegewinnung Aktiv seit: 2016 Wirkungsradius: Landkreis Partner: Waldkindergarten, Fachakademie für Sozialpädagogik, Kooperationsschulen, Kommune, Träger
Kontakt: Waldkinder-Regensburg, Anke Wolfram (Kita-Leiterin), awolfram[@]littlebigfuture.de
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Inmitten der idyllischen Landschaft der Oberpfalz liegt die Gemeinde Pielenhofen. Hier lernen und forschen Kinder und Studierende Seite an Seite. Durch die enge Verknüpfung von Ausbildung und pädagogischer Praxis im Naturraum erleben Studierende Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht nur theoretisch, sondern gestalten sie aktiv mit. Das Bündnis rund um den Waldkindergarten und die Fachakademie für Sozialpädagogik verbindet in seinen Projekten Naturraumpädagogik mit MINT-Themen und digitaler Medienkompetenz. Ausgangspunkt sind stets die Interessen der Kinder: So entstand in gemeinsamer Arbeit mit Eltern und Fachkräften beispielsweise ein Wildbienenareal. Für den Aktionstag „Waldkita digital“ entwickelten Studierende Lernangebote, mit denen die Kinder ihr Wissen über die Natur spielerisch per Tablet erweitern können. Alle Beteiligten begegnen sich dabei stets auf Augenhöhe. Das Bündnis gilt inzwischen als Modellprojekt für die Vernetzung von Ausbildung und Praxis und wird über den Träger in weitere Bundesländer verbreitet. Mit neuen Kooperationsschulen wächst ein bundesweites Netzwerk, das überregional Impulse setzt. So macht das Bündnis BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte Kinder und angehende Fachkräfte stark für die Zukunft.
Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn Dritter Platz
Ort: Mühldorf a. Inn Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Verankerung der Familienbildung als präventiven Ansatz, niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen und Stärkung der Elternkompetenzen Aktiv seit: 2009 Wirkungsradius: Landkreis Partner: Koordinierungsstelle Familienbildung, Familienstützpunkte, Kitas, Grundschulen, Jugendamt, Beratungs- und Bildungsstellen
Kontakt: Lernen vor Ort – Landratsamt Mühldorf a. Inn, Dr. Carolin Jürgens (Bündniskoordinatorin), lernenvorort[at]lra-mue.de
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Mit einer Ausdehnung von über 50 Kilometern verbindet der Landkreis Mühldorf am Inn – östlich von München – Städte wie Mühldorf und Waldkraiburg mit vielen Landgemeinden. Weite Wege und die Mischung aus Stadt und Land machen die Begleitung von Familien zur Herausforderung. Das Bündnis Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn stellt sich dieser. Durch strukturierte Bildungsarbeit entstehen Angebote, die alltagsnah, offen und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden an Orten eingerichtet, die Familien im Alltag ohnehin besuchen – in Kitas und Familienzentren. Dort erhalten sie niedrigschwellige Beratung, etwa durch eine Familienkinderkrankenschwester, und können an Angeboten teilnehmen, darunter von Eltern moderierte Austauschrunden, Spielenachmittage oder Frühstückstreffs. Regelmäßige Befragungen sorgen dafür, dass die Angebote kontinuierlich an die Bedürfnisse der Familien angepasst werden. Ein gutes Beispiel für bedarfsorientierte Unterstützung bietet der Elternratgeber zum Übergang von der Kita in die Grundschule. Er wurde auf Wunsch von Eltern entwickelt und unterstützt sie in der Begleitung ihrer Kinder vor Schuleintritt. Das Bündnis zeigt, wie wirkungsvoll frühe Unterstützung für Kinder, Eltern und die ganze Region sein kann.
Das sagt die Jury
Überzeugt hat die Jury, dass das Bündnis mit datengestütztem Bildungsmonitoring, Befragungen und Evaluationen die Bedarfe der Familien erkennt und passende Angebote entwickelt. Der Landkreis erstreckt sich über weite 50 Kilometer. Damit viele Familien teilhaben können, achten die Bündnisbeteiligten darauf, dass alle Angebote alltagsnah und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden deshalb in Kitas und Familienzentren, verteilt auf dem gesamten Landkreis, eingerichtet. Dort bekommen Eltern Beratung unter anderem durch eine Familienkinderkrankenschwester. Die weiteren Angebote reichen von fachlichen Symposien, von Eltern moderierten Austauschrunden bis hin zu Spielenachmittagen. Auch vom Bündnis selbst verfasste Handbücher zum Übergang in die Grundschule geben Orientierung. Des Weiteren sind die Familienstützpunkte lokal vernetzt. Träger und Einrichtungen stimmen sich ab, um Doppelstrukturen zu vermeiden. So entsteht ein starkes Netz für Familien vor Ort.
Die Begründung unserer Jury in voller Länger
Basis für das Wirken: systematische Datenerhebung, Bildungsmonitoring und Weiterentwicklung
Das Bündnis für Familienbildung im Landkreis Mühldorf a. Inn beeindruckt durch eine außergewöhnlich fundierte, datengestützte Arbeitsweise. Ein systematisches Bildungsmonitoring bildet die Grundlage für alle Aktivitäten und ermöglicht es, die Lebenswelten von Kindern und Familien umfassend zu erfassen.
Daraus entstehen klare Handlungsorientierungen und passgenaue Angebote, die die unterschiedlichen Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen zielgerichtet aufgreifen. Die Arbeit wird kontinuierlich durch Elternbefragungen, multiprofessionellen Austausch und regelmäßige Evaluationen untermauert. So konnte etwa der in Befragungen geäußerte Wunsch nach mehr Transparenz zu Ferien- und Freizeitangeboten zeitnah aufgegriffen und in die Entwicklung einer digitalen Übersicht überführt werden.
Die systematische Weiterentwicklung des Bündnisses ist professionell strukturiert und fest verankert; das Fortschreiben der eigenen Konzeption gehört zur „DNA“ der Arbeit des Bündnisses. Der multiprofessionelle Zugang ermöglicht zudem einen ganzheitlichen Blick auf die vielfältigen Lebenslagen der Adressatinnen und Adressaten und stärkt die fachlich fundierte Weiterentwicklung aller Angebote.
Dezentralität und Bedarfsorientierung schafft niedrigschwellige Zugänge
Im Landkreis Mühldorf a. Inn wird Familienbildung nicht als reines Angebot, sondern als strukturelle Aufgabe verstanden. Der Abbau von Barrieren spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Herausforderungen des Flächenlandkreises werden durch ein dezentrales System von Familienstützpunkten beantwortet, die bewusst in Kitas oder Familienzentren angesiedelt sind – also dort, wo Familien sich ohnehin aufhalten.
Grundlage für die Standortentscheidungen sind die Sozialraumdaten des Landkreises, so dass die Stützpunkte dort entstehen, wo der Bedarf am größten ist. Ein strukturiertes System der Bedarfsermittlung schafft passgenaue und differenzierte Angebote, die Erziehungspartnerschaft, Teilhabe und Selbstwirksamkeit nachhaltig stärken.
Besonders deutlich wird der niedrigschwellige Ansatz im Angebot der Familienkinderkrankenschwester. Hier werden in den Familienstützpunkten offene Baby- und Kleinkindsprechstunden mit einer Familienkinderkrankenschwester angeboten. Eltern können sich zu den Sprechstunden anmelden oder diese spontan in Anspruch nehmen und erhalten Beratung zu sämtlichen Themen rund um ihr Kind. Zudem besteht die Möglichkeit, Kinder vor Ort messen und wiegen zu lassen – ein Angebot, das von vielen Familien gerne genutzt wird. Im Mittelpunkt der Sprechstunden stehen häufig Fragen zur Entwicklung, Ernährung oder zu Regulationsschwierigkeiten. Zeigen sich dabei komplexere oder psychosoziale Fragestellungen, dienen die Sprechstunden als niederschwelliger Zugang zu den Fachkräften des koordinierenden Kinderschutzes (KoKi). Auf dieser Grundlage können gezielt weiterführende Unterstützungsangebote vermittelt werden – freiwillig und ohne bürokratische Hürden.
Für viele Eltern stellt die Familienkinderkrankenschwester so eine natürliche Fortsetzung der Hebammenbetreuung dar und wird als deutlich niedrigschwelliger wahrgenommen als ein direkter Kontakt zur Sozialpädagogin. Durch ihre Nähe zum Kind entsteht rasch Vertrauen, das den Zugang zu weiterführender Hilfe erleichtert.
Eine ausgeprägte Beteiligungskultur stärkt zusätzlich die Wirksamkeit der Arbeit – Formate wie Familiensymposien, offene Caféangebote oder Sprach- und Kinderkurse holen Familien aktiv in fachliche und gemeinschaftliche Prozesse hinein. Hohe Wirksamkeit entfalten zudem die bewusst präventiv und niedrigschwellig gestalteten Eltern-Kind-Gruppen, die dezentral an sechs Standorten stattfinden und soziale Integration, Austausch und emotionale Sicherheit fördern. Sie dienen zugleich als Brücke zu den Koordinatorinnen der Familienstützpunkte, die Bedarfe erkennen und in die Weiterentwicklung lokal passender Angebote einfließen lassen.
Prävention mit ressourcenorientiertem Blick
Die Familienbildung im Landkreis Mühldorf zeichnet sich durch einen konsequent ressourcenorientierten Ansatz aus. Auf Grundlage des systematischen Bildungsmonitorings entsteht ein tiefes Verständnis der Lebenswelten der Familien, aus dem klare Handlungsorientierungen abgeleitet werden. Der präventive Ansatz zielt im Bündnis nicht auf erkannte Defizite, sondern setzt an den Stärken der Familien und dem Anspruch, deren vorhandene Ressourcen zu fördern, an.
Angebote wie die Familienkinderkrankenschwester oder der Elterntalk stehen exemplarisch für diesen Ansatz: Beim Elterntalk treffen sich Eltern in privatem Rahmen und tauschen sich moderiert zu Alltagsthemen aus. Das besondere hierbei: Die Moderation übernehmen nicht Fachkräfte, sondern geschulte Eltern, die dabei in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden und sich aktiv und gestaltend einbringen können.
Dieser ressourcenorientierte Blick wirkt weit über die unmittelbare Familienbildung hinaus. Familienfreundliche Strukturen werden als Standortfaktor verstanden und tragen mit dazu bei, dass Mühldorf a. Inn – inzwischen der am schnellsten wachsende Landkreis Deutschlands – für junge Familien besonders attraktiv ist.
Gezieltes Aufschließen der unterschiedlichen Sozialräume im Flächenlandkreis
Die starke Sozialraumorientierung des Bündnisses stellt sicher, dass die Ressourcen vor Ort bestmöglich genutzt werden und gleichzeitig keine blinden Flecken entstehen. Die Familienstützpunkte sind eng mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren in ihren Sozialräumen vernetzt und bilden vor Ort lokale Netzwerke, die sich wiederum mit dem Landkreisbündnis regelhaft rückkoppeln – mit Blick sowohl auf Bedarfe als auch Ressourcen.
So entstehen vor Ort passgenaue Angebote, die niedrigschwellige Zugänge sichern und gleichzeitig in die übergeordnete Strategie im Landkreis eingebunden sind. Die trägerübergreifende Zusammenarbeit verhindert Parallelstrukturen und ermöglicht eine effiziente Bearbeitung der Bedarfe.
Ein mehrstufiges System von Austauschformaten – sowohl auf Landkreisebene als auch in den einzelnen Sozialräumen – gewährleistet, dass finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen optimal genutzt werden. Durch diese systematische Verknüpfung der Ebenen bleiben alle Zielgruppen im Blick: Kinder, Familien und Fachkräfte gleichermaßen.
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