Ort: Konstanz Bundesland: Baden-Württemberg Handlungsfeld: Frühe Hilfen Aktiv seit: 2014 Wirkungsradius: Mittelstadt Partner: Akteure der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens wie Kinderärztinnen oder Hebammen, Kitas, Gesamtelternbeirat Kita, Schwangerenberatungsstellen, Wellcome
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Junge Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren finden in Konstanz am Bodensee ein breites Netzwerk an Unterstützung und Beratung. An verschiedenen Standorten hat die Stadt Konstanz sechs sogenannte „Startpunkte“ eingerichtet, die von weiteren Partnern wie Kitas, Kinderärztinnen und Hebammen unterstützt werden. Hier finden die Familien offene Türen – und offene Ohren für ihre Belange und Fragen. Von Erstinformationen rund ums Thema Elternsein über Beratungen und Babytreffs bis hin zu Eltern-Kind-Spielgruppen bietet das Bündnis eine Vielzahl an Angeboten. Ein Schwerpunkt ist die Unterstützung in alltäglichen und auch besonderen Familien- und Übergangssituationen, wie dem Wechsel von der häuslichen in die institutionalisierte Kinderbetreuung in Krippe und Kita. In Konstanz geht man auch ungewöhnliche Wege: Sei es digital oder bei einem Beratungs-Picknick im örtlichen Strandbad: Nah und früh dran zu sein an den Familien und niedrigschwellig ins Gespräch zu kommen, lautet hier die Devise.
Das sagt die Jury
Dem Konstanzer Bündnis gelingt es, die Bedingungen in den verschiedenen Stadtteilen zu berücksichtigen. Die vorhandenen Ressourcen werden genutzt und niedrigschwellige Angebote für alle Familien entwickelt. So leistet das Bündnis einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Das Bündnis zeichnet sich durch eine klare Orientierung an den Lebenswelten der Familien aus. Mit dem Beratungsangebot „von Handtuch zu Handtuch“ am Konstanzer Stadtstrand beispielsweise, sind die Akteure dort, wo die Familien sind.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Netzwerk Startpunkt Leben ist ein Bündnis im Bereich der Frühen Hilfen, das sich durch eine hervorragende und nachhaltige Struktur auszeichnet.
In der Bündnis-Struktur werden alle relevanten Akteursgruppen mandatiert und in Steuerungs- und operative Prozesse mit einbezogen. Zentral ist hier die Planungskonferenz genannte Steuerungsgruppe, in die von allen relevanten Akteursgruppen (Kita, Startpunkte, Schwangerschaftsberatung, Ärzt:innen, Eltern etc.) jeweils eine Person hineingewählt wird.
Beispielhaft ist, wie das Bündnis eine sehr gute Verbindung von der gesamtstädtischen Ebene und Steuerung zu den einzelnen Startpunkten in den unterschiedlichen Quartieren schlägt und dabei aus dieser Konstruktion starke Synergien und Rückkopplungseffekte zieht. Die gesamtstädtische Ebene und die gebündelten Ressourcen werden etwa für die Mini-Netzwerke rund um die Startpunkte vor Ort nutzbar gemacht (beispielsweise die Perspektive der Ärzt:innen), gleichzeitig werden die vor Ort erhobenen Bedarfe in die Gesamtebene eingebracht.
Die Bündnis-Struktur ermöglicht auch, die unterschiedlichen Sozialräume in den verschiedenen Quartieren der Stadt Konstanz aufzuschließen, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und bedarfsgerechte und niedrigeschwellige Angebote für alle Familien zu entwickeln und so einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit zu leisten.
Beispielhaft sind die frühzeitige, passgenaue Beratung, individuelle Unterstützung für Familien von Anfang an sowie quartiersnahe und fallunspezifische Angebote zur Bildung, Begegnung oder Information für Schwangere und Familien mit Kleinkindern in den Bereichen Pädagogik, Gesundheit, Entwicklungspsychologie, Eltern-Kind-Beziehung, Elternbildung und -begegnung.
Das Bündnis zeichnet sich zudem durch eine klare Orientierung und ein Anknüpfen an den Lebenswelten der Familien aus. Es geht dorthin, wo die Familien sind. Das Beratungsangebot „von Handtuch zu Handtuch“ am Konstanzer Stadtstrand, bietet den Familien zum Beispiel einen sehr niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten.
Die Kindorientierung zeigt sich zudem darin, dass sie verbindlich und über den Trägerinteressen stehend in der Satzung des Bündnisses festgeschrieben wurde.
In Konstanz werden Beteiligungsmöglichkeiten für Eltern und Bündnisakteur:innen auf höchstem Niveau gelebt: Durch regelmäßige Elternbefragungen und die Möglichkeit der Eltern, sich mit eigenen Angeboten einzubringen, sowie mandatierte Einbindung der Akteursgruppen in die Planungskonferenz.
Das Bündnis ist wegen seiner multiprofessionellen Ausrichtung, seinem umfassenden Verständnis von Chancengleichheit und der hervorragenden Struktur unter den Preisträgern.
Ort: March Bundesland: Baden-Württemberg Größe: 98 Kinder, 17 Mitarbeitende Träger: Gemeinde March Unsere Stärken: Ganzheitliches Lernen, Öffnung zum Sozialraum, Bildung für Nachhaltige Entwicklung
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Ein schier unbegrenztes Außengelände hat der Kindergarten Holzhausen in der Gemeinde March, nahe Freiburg im Breisgau. Denn die Kinder spielen nicht nur in der Einrichtung, sondern auch auf einem Waldplatz und im Waldklassenzimmer, auf einer Halbinsel am Bach sowie auf dem kita-eigenen Acker. Sie bauen Hochbeete, Weidentunnel oder andere Werke aus Naturmaterialien und bestimmen Blumenarten oder Tiergeräusche mithilfe von Apps auf dem Tablet. Dabei lernen sie beispielsweise, dass selbst Stürme oder Vandalismus „ihren“ Orten nichts anhaben können, wenn Kinder, Eltern, Kita-Fachkräfte, Träger und Bürgermeister gemeinsam Verantwortung dafür übernehmen und tatkräftig immer wieder Neues gestalten. Mit dieser Einstellung nutzt die Kita die Herausforderungen der Pandemie als Chance, ihr Konzept zu verändern und beispielsweise Kinder stärker zu beteiligen. Dank der positiven Haltung erlebt die Gemeinschaft auch die unterschiedlichen Lebenswelten der Kinder und Familien als echte Bereicherung.
Ort: Heilbronn Bundesland: Baden-Württemberg Größe: 115 Kinder, 30 Mitarbeitende Träger: Stadt Heilbronn Amt für Familie, Jugend und Senioren Unsere Stärke: Partizipation, kulturelle Vielfalt
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Das Familienzentrum Olgakrippe ist Anlaufstelle für Jung und Alt in der Heilbronner Nordstadt. Nicht nur Kinder von 0 bis 6 Jahren, sondern das gesamte Stadtquartier finden hier umfassende Angebote. Dazu gehören die Sport-AG für geflüchtete Frauen, eine Krabbelgruppe von und für Mütter oder der Trommelkurs für Kinder und Senioren. Im Kita-Alltag werden Kinderrechte gelebt und konsequent umgesetzt. So ist beispielsweise der „Kindertag“ entstanden: An zwei Tagen im Jahr nehmen die Kinder den Platz der Leitung im Büro ein. Sie bestellen Materialien, übernehmen den Telefondienst, gestalten den Speiseplan und tun alles, was eine Kita-Leitung so tut. Die Familien, die das Familienzentrum besuchen, haben verschiedenste sprachliche und kulturelle Hintergründe. Eine große Chance für die Olgakrippe! So ist mit Hilfe der Eltern ein Dolmetschernetzwerk entstanden, das sich insbesondere bei Elterngesprächen als wertvoll erweist.
Das sagt die Jury
Das Familienzentrum hat die Jury unter anderem mit ihrer besonderen Lern- und Veränderungsbereitschaft überzeugt. Die Pandemie wurde als Chance begriffen, Prozesse zu überdenken, Dinge zu verändern und neue Wege zu gehen. Das Team der Olgakrippe stellt die Partizipation von Kindern klar in den Mittelpunkt. Es ist dem Team wichtig, Kinder an der Gestaltung des Alltages zu beteiligen und sie zu ermutigen, sich in die Gemeinschaft einzubringen sowie Verantwortung zu tragen. An „Kindertagen“ übernehmen die Kinder das Ruder und schlüpfen in die Rollen der pädagogischen Fachkräfte. Sie gehen ans Telefon und dürfen Entscheidungen nach außen vertreten. Das Familienzentrum zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus und nimmt deren Heterogenität als besonderen Gewinn wahr.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Einrichtung ist in hohem Maße preiswürdig, da sie systematisch und auf allen Ebenen die Qualitätsanforderungen an einen Preisträger beim Deutschen Kita-Preis erfüllt.
Die Qualitätsentwicklung ist hier eine gemeinschaftliche Teamaufgabe. Dabei übernehmen einzelne Fachkräfte ihren persönlichen Interessen und Kompetenzen entsprechende Aufgaben, zum Beispiel als „Fahrzeugbereichsleiter:in“.
Die Pandemie und deren Auswirkungen wurden als Chance genutzt, Bestehendes zu überdenken: In diesem Verständnis einer Krise als Chance wurde der gute Kontakt zu Familien erweitert mit Angeboten wie Online-Yoga, digitalen Bilderbuchstunden, der Olgakrippen-Zeitung, einem Kulturzaun und digitalen Teamsitzungen (Handlungsmut/Kreativität).
Die Olgakrippe zeichnet sich durch eine sehr gute Teamkultur aus. Abstimmungen der Fachkräfte verdeutlichen, dass es möglich ist, unterschiedlich zu agieren, zum Beispiel, wenn einer Fachkraft konkrete Spielsituationen riskant oder unsicher erscheinen. Es dürfen unterschiedliche Haltungen existieren, dies führt in der Olgakrippe aber nicht dazu, dass Kinder eingeschränkt werden, sondern die Fachkräfte stimmen sich gut untereinander ab.
Das Team lebt den Early Excellence-Ansatz auch in der Teamkultur. Man respektiert die anderen, hört ihre Meinung und unterstützt sich gegenseitig. Auch hier wird in der Olgakrippe auf die Stärken des Einzelnen gesetzt (zum Beispiel beim Onlineangebot für die Familien während der Pandemie). Verschiedene Meinungen werden diskutiert, niemand wird bloßgestellt. Es gibt eine ausgeprägte Feedback-Kultur, in deren Rahmen die Fachkräfte ihr eigenes Tun regelmäßig reflektieren.
In der Kita des Jahres ist Partizipation eine Herzensangelegenheit. Das Team der Olgakrippe stellt Partizipation von Kindern klar in den Mittelpunkt ihres Handelns und immer wieder auch ihrer Qualitätsentwicklung. Bei der Neugestaltung der Räume wurden die Kinder beispielsweise aktiv eingebunden – dies war gleichzeitiger Start einer Weiterentwicklung der Kita mit Fokus auf Partizipation.
Den Pädagog:innen ist es wichtig, Kinder an der Gestaltung ihres Alltags zu beteiligen. Sie regen Kinder an, sich in die Gemeinschaft einzubringen und Verantwortung zu übernehmen und finden hierfür teils unkonventionelle Methoden.
So wurde zum Beispiel ein Kinderbeirat gewählt (inkl. Wahlkampf). An der Wahl waren auch die Eltern beteiligt. Es gibt einen Kindertag, an dem die Kinder die Kita „leiten“. Daraus entstehen neue Ideen zur Raumgestaltung und Veränderungsprozesse. Überzeugend sind auch Wunschangebote wie der „Kindercheftag“ und der Kindertag, an denen Kinder die Rollen der pädagogischen Fachkräfte einnehmen und zum Beispiel ans Telefon gehen und Entscheidungen auch gegenüber Externen vertreten.
Die Zusammenarbeit mit Eltern ist in der Olgakrippe gelebte Bildungspartnerschaft auf gleicher Augenhöhe.
Beeindruckt hat die Jury ebenso die gelungene Kindorientierung und gelebte Vielfalt: Das Handeln der Fachkräfte und der Alltag für die Kinder richten sich konsequent an den Bedürfnissen der Kinder aus. Dafür werden die Bedürfnisse der Kinder auf unterschiedlichste, kreative Weise in Erfahrung gebracht, mit den Kindern betrachtet und in mitunter außergewöhnliche Ideen übersetzt, gemeinsam in der Praxis erprobt und umgesetzt.
So werden die bedeutsamen Themen der Kinder regelmäßig methodisch-gestützt erhoben, zum Beispiel durch Beobachtungen oder Gespräche mit den Kindern. Auf Basis der Auswertung dieser, entwickeln die Fachkräfte dann im Team Ideen für Aktivitäten oder ungewöhnliche Angebote, die sich an den Impulsen und Fragen der Kinder orientieren, wie beispielsweise eine „laute Runde“, die anstelle einer „leisen Runde“ gewünscht wurde.
Der ressourcenorientierte Blick gilt für alle Beteiligten, die Kita zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus und nimmt deren Heterogenität als besonderen Gewinn wahr. Die Offenheit für verschiedene Kulturen wird in der Praxis gelebt, zum Beispiel finden Morgenkreise in unterschiedlichen Sprachen statt.
Mehr als nur Kita – die Olgakrippe ist ein Familienzentrum im Stadtteil: Sie zeichnet sich durch ihr hohes Engagement im Sozialraum aus und es gibt sehr gute Kooperationen im Stadtteil (zum Beispiel mit der Grundschule). Für Eltern stellt die Kita detaillierte Informationen über mögliche Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die Olgakrippe wird so zu einem wichtigen Bestandteil im Lebensraum der Menschen und die Angebote werden an die Bedürfnisse der Familien angepasst – zum Beispiel, indem Veranstaltungen auf das Wochenende verlegt werden.
Beeindruckend: Die Kita versteht sich als Gemeinschaft und lebt dieses Gemeinschaftsgefühl.
Die Olgakrippe zeichnet sich durch eine offene Arbeitsstruktur unter Einbezug des Early Excellence Ansatzes aus, der erst im Jahr 2019 eingeführt wurde und bereits gut implementiert ist.
Ort: Künzelsau Bundesland: Baden-Württemberg Handlungsfeld: Sprach- und Medienkompetenzen, Zugang zu Büchern Aktiv seit: 2020 Wirkungsradius: Kreisstadt Künzelsau Partner: Stadtverwaltung, Kitas, städtische Bücherei
Kontakt: Stadtverwaltung Künzelsau, Marion Hannig-Dümmler (stv. Hauptamtsleitung), marion.hannig-duemmler[@]kuenzelsau.de
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Viele Kinder im fränkischen Künzelsau strotzen vor Stolz, wenn sie die Stadtbücherei besuchen – denn unter den Büchern laden auch ihre eigenen Werke zum Schmökern ein. Ermöglicht wird das dank einer Idee der Stadtverwaltung und der Bücherei: Die schlossen sich mit 16 Kitas zum Bündnis Autoren-Kitas zusammen, um Bücher und Vorlesen im Pandemie-Alltag mehr in den Familien zu verankern. Dafür gestalten die Kinder und Fachkräfte in den Kitas gemeinsam professionelle Bücher. Ob beim Abstimmen über Inhalte, der Gestaltung oder dem Druck – die jungen Autor*innen bringen sich bei jedem Schritt selbstwirksam ein. So entstanden schon vielfältige Sach- und Lachbücher, die die bunte Palette an Kinder-Themen darstellen: Die Geschichte vom „Kleinen Corona“ erklärt etwa kindgerecht Hygieneregeln oder die Abenteuer des Müllvogels zeigen, wie man die Natur schützen kann. Mit Bildern und leichten Texten sind die Bücher auch für Familien mit Sprachbarrieren zugänglich – und helfen so, die Menschen vor Ort zu verbinden.
Ort: Lonsee Bundesland: Baden-Württemberg Größe: 104 Kinder, 16 Mitarbeitende Träger: Gemeinde Lonsee Unsere Stärken: Teiloffene Arbeit, Partizipation von Kindern und Eltern, Demokratie von Anfang an, Wirken im Sozialraum
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Wenn Amseln auf Hühner aufpassen, ist man im Kinderhaus Spatzennest in Lonsee-Urspring. Denn die Einrichtung im baden-württembergischen Alb-Donau-Kreis hat nicht nur Kindergruppen mit Vogelnamen, sondern auch echte Hühner. Für diese übernehmen die Kinder im „Gackerdienst“ Verantwortung, zu Schließzeiten gemeinsam mit den Eltern. Die Wünsche der Familien werden im „Zwitscherkasten“ im Flur gesammelt und wandern dann in den von allen Kindern gewählten „Spatzenrat“. Hier treffen die Jüngsten eigenständig Entscheidungen über Kita-Projekte, Anschaffungen oder wie sie das soziale Miteinander gut gestalten. Die Fachkräfte setzen deren Ideen aber auch spontan um: Etwa beim Eiersuchen an Halloween oder auf einem Tagesausflug, um die Schafe eines Jungen im Nachbarort zu bestaunen. Wenn monatlich das „Spatzencafé“ öffnet, Pasta-Tage stattfinden oder Sankt Martin und Erntedank gefeiert werden, sind alle Anwohner*innen eingeladen. So bringt die Kita auch die Menschen vor Ort näher zusammen.
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Ein neues Kleid aus alten Stoffen nähen, den Weg von der Kartoffel zu Pommes verfolgen, Brötchen backen oder den Wald erkunden – so unterschiedlich kann ein Tag in der Kita Talstraße aussehen. Die Kita arbeitet mit der Werkstattpädagogik. Die Angebote orientieren sich dabei an den Stärken und Interessen der Kinder und pädagogischen Fachkräfte. Neben Werkstätten etwa zu den Themen Rollenspiel, MINT, Lesen und Schreiben gibt es eine Nähstube im Atelier und eine Bewegungswerkstatt. Die Kinder entscheiden jeden Tag aufs Neue, an welchen Angeboten sie teilnehmen und können eigene Ideen umsetzen, auch zusammen mit ihren Familienmitgliedern: Wenn die Uroma das Rezept für die weltbeste Tomatensuppe hat, nimmt die Urenkelin sie kurzerhand mit in die Kita und gemeinsam kochen sie für alle zu Mittag. So gestalten die Fachkräfte einen kindorientierten Alltag, in dem sich die Jüngsten entfalten und mit ihren Vorstellungen einbringen können.
Das sagt der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Zusatzpreis
Die Kita überzeugt durch ihre konsequent gelebte Partizipation und Mitbestimmung im Team sowie die hohe Fachlichkeit. „Je mehr Beteiligung, desto besser“ ist das Leitprinzip für die Zusammenarbeit und das gemeinsame Handeln von Träger, Leitung und Fachkräften. Die vorhandenen Beteiligungsformate wie regelmäßige Teamsitzungen oder einrichtungsübergreifende Arbeitskreise werden von den Fachkräften, den Auszubildenden und vom Träger aktiv genutzt, um ihre Arbeit kontinuierlich zu reflektieren und weiterzuentwickeln. So wurden ein neues Handlungskonzept, Qualitätsstandards oder auch ein Leitbild und eine Vision für die pädagogische Arbeit entwickelt. Diese konsequente Beteiligung aller Beschäftigten in diesen Prozessen stärkt die pädagogische Qualität und die Identifikation mit der Arbeit und der Einrichtung.
Durch flexible Arbeitszeiten und selbstbestimmtes Arbeiten wird den individuellen Bedürfnissen der Fachkräfte Rechnung getragen. Die dadurch mögliche eigenverantwortliche Planung der Vor- und Nachbereitungszeiten führt dazu, dass die Fachkräfte auch im eng getakteten Kita-Alltag auf ein gesundheitsförderliches Arbeitsverhalten achten können. Hierfür stellt der Träger den Fachkräften zusätzlich ein Zeitkontingent zur Verfügung, das über das gesetzliche Maß hinausgeht.
Durch das Konzept der Werkstattpädagogik können die Fachkräfte ihre eigenen Ideen und Stärken einbringen und ihr tägliches Arbeitsfeld aktiv gestalten. Ein vielfältiges Fortbildungsprogramm und die Begleitung durch die Fachberatung erhöhen die Motivation der Fachkräfte, sich auch neuen pädagogischen Aufgaben und Anforderungen im Alltag zu stellen.
Die Kita Talstraße zeigt sehr eindrucksvoll, dass sich gelebte Partizipation und Mitbestimmung außerordentlich positiv auf die Arbeitszufriedenheit, Gesunderhaltung und Motivation der Beschäftigten auswirken und das Gemeinschaftsgefühl deutlich stärken.
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In der Katholischen Kita St. Hedwig bauen die Kinder in der „Babbelrunde“ Freundschaften auf und die Eltern lernen sich beim „Spielplatzgeplauder“ kennen. Gemeinsam wird geputzt, aufgeräumt, repariert und gegärtnert. Das Wir-Gefühl ist hier besonders wichtig. Die Kita in der Karlsruher Waldstadt hat sich im vergangenen Jahr neu erfunden. Die Kinder sollen im Kita-Alltag so viel wie möglich selbst bestimmen und den eigenen Interessen nachgehen. Wenn beim Frühstück im Garten der Specht trommelt, kommen ihnen tausend Fragen: Hat der Specht Kinder? Kommt er auch bei Regen raus? Welche Bäume mag er? Die Antworten finden die Kinder selbst. So wird in Büchern gewälzt und im Wald der echte Vogel beobachtet. Müssen muss hier aber niemand etwas. Es gibt Kindersprecher*innen und eine Kinderkonferenz mit der Kita-Leitung. Dabei werden sie zu selbstbewussten Persönlichkeiten, die ihren eigenen Weg gehen, und lernen für sich selbst zu sorgen.
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