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Als Erwachsene auf die Stimmen der Kinder achten und sie ernst nehmen, lautet die Devise im schleswig-holsteinischen Netzwerk Ahrensbök. Das Bündnis geht selbst mit bestem Beispiel voran: Es beteiligt die Kinder an Friedensdemonstrationen im Ort, Aktionen für Kinderrechte sowie an einem Theaterprojekt zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Mit Initiativen wie „Heute schon mit deinem Kind gesprochen?“ reagieren die Akteur*innen in Ahrensbök auf Beschwerden von Kita-Kindern und sensibilisieren die Eltern für deren Belange. Deutschkurse mit Kinderbetreuung, ein interkulturelles Frühstück sowie eine Lesegruppe bringen Familien mit und ohne Migrationshintergrund zusammen. Um allen Kindern in der ländlich geprägten Region ideale Bildungs- und Teilhabechancen zu eröffnen, arbeiten Familienzentrum, Kitas, Tagesmütter, Frühe Hilfen, Schulen und Jugendpflege Hand in Hand. Zudem sorgt das Bündnis dafür, dass auch die Öffentlichkeit die Wünsche und Fähigkeiten der Kinder besser wahrnimmt.
Ort: Aschersleben Bundesland: Sachsen-Anhalt Handlungsfeld: Natur, Nachhaltigkeit und Bewegung, Partizipation, generationsübergreifende Bildungsangebote Aktiv seit: 2016 Wirkungsradius: Landgemeinde Partner: Integrative Kita, Natur und Handwerk e. V., Förderverein der Kita, Familienhof „Martin“, Sportverein, Gemeinde
Kontakt: Kita „Schackstedter Strolche“, Sandra Görke (Leitung), kita-strolche[@]kids-ev-bernburg.de
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In Sachsen-Anhalt, zwischen Magdeburg und Halle, liegt das kleine Dorf Schackstedt. Hier hat sich das Bündnis Schackstedter Strolche gegründet, das sich für Bildungsangebote in den Bereichen Natur, Umwelt und Bewegung stark macht. Die Interessen der Kinder geben hier die Richtung vor: Durch Kinderinterviews gestalten und entscheiden die Jüngsten aktiv über Projekte mit. So setzt sich die Initiative auf deren Wunsch zum Beispiel für das Anlegen eines Sagen- und Märchenpfades im Wald ein. Neben dem Dorfmittelpunkt – der Kita „Schackstedter Strolche“ – sind der Natur und Handwerk e. V., der Sport- und Förderverein, Familienhöfe sowie die Gemeinde selbst Teil des Bündnisses. Kinder können sich hier frei in der Natur bewegen, Ziegen füttern, spannende Filmnachmittage im Heukino erleben oder Puppen aus Naturmaterialien basteln. Ob auf traditionellen Dorffesten oder während der Umsetzung von Bildungsangeboten – das Bündnis setzt sich für ein familienfreundliches Schackstedt ein!
Das sagt die Jury
Das ehrenamtliche Engagement im Ascherslebener Ortsteil Schackstedt ist groß. Das ganze Dorf kommt hier zusammen, damit Kinder bestmöglich lernen und aufwachsen können, aber auch um gemeinsam gute Lebensbedingungen für alle Menschen im Ort zu gestalten. Die Jury lobt die ausgeprägte Kindorientierung als Herzstück der Bündnisarbeit. Alle Verbündeten zeichnet ein ressourcenorientierter Blick auf die Kinder aus. So entstehen die Angebote durch deren Ideen und Bedürfnisse und knüpfen beispielhaft an den Lebenswelten der Kinder an.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Schackstedter Strolche sind ein tolles Beispiel für hohes ehrenamtliches Engagement: In Schackstedt kommt das ganze Dorf zusammen, um gute Lern- und Aufwachsbedingungen für die Kinder, aber auch gute Lebensbedingungen und ein lebendiges Gemeinwesen für alle Menschen vor Ort zu gestalten. Das Bündnis ist damit Mittelpunkt des Dorflebens und ein wichtiger Anlaufpunkt für alle Bürger*innen.
Die Jury lobt die ausgeprägte Kindorientierung als Herzstück der Bündnisarbeit: Alle Akteur*innen zeichnet ein ressourcenorientierter Blick auf die Kinder aus. Entsprechend entstehen die Angebote aufgrund von Impulsen, Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und knüpfen so gut an deren Lebenswelten an.
Die Jury lobt zudem die gelebte Beteiligungskultur für Kinder in Schackstedt: Es gibt viele Möglichkeiten für Kinder, ihre Perspektive einzubringen beispielsweise durch Kinderinterviews. Projekte entstehen aus den Interessen der Kinder, sie werden in der Planung wie auch in der Umsetzung der Projekte von Anfang an mit einbezogen und erleben so, dass ihre Sichtweisen wichtig sind und berücksichtigt werden. Für Beschwerden ist zudem ein Briefkasten auf Höhe der Kinder angebracht.
Das Bündnis lebt vom gemeinsamen Miteinander der Menschen in der Gemeinde. Kurze Wege und flache Hierarchien werden effizient genutzt, um einen Mehrwert für die Kinder zu schaffen. Die Kinder erleben sich selbst und ihre Interessen als Mittelpunkt des Sozialraums und das Dorf als eine eigene große Familie, in der sie sich gut aufgehoben wissen.
Für die Entwicklung dieser Angebote nutzt das Bündnis die ihm verfügbaren Ressourcen im dörflichen Sozialraum – vom Ziegenhof bis zum Sportverein – auf sehr gute Weise, um Lern- und Begegnungsorte für Kinder zu schaffen und diese zu erweitern. Die Kinder erleben dadurch einen unmittelbaren Bezug zu ihren Lebenswelten im Sozialraum und den daraus entstehenden Mehrwert.
Die Jury attestiert dem Bündnis ein hohes Lernniveau: Die Beteiligten sind offen für neue Impulse und reflektieren ihr Handeln insbesondere unter der Maßgabe, wie die Interessen der Kinder noch besser adressiert werden können.
Ort: Solingen und zehn weitere Kommunen Bundesland: Nordrhein-Westfalen Handlungsfeld: Kulturelle Vielfalt, rassismuskritische und gendersensible Pädagogik, Mehrsprachigkeit, Partizipation, Inklusion, Stärkung Resilienz, Qualifizierungsangebote Aktiv seit: 2016 Wirkungsradius: Kommunenübergreifend Partner: 28 Kitas von 21 Trägern, reguläre Fachberatungen, Marte Meo Supervisorinnen NRW, externe Fachreferenten, Winzig Stiftung Wuppertal, lokale Kooperationspartner
Kontakt: Solinger Kinderstuben gGmbH, Martina Schaab (Fachberatung Sprach-Kitas), fbsprach-kitas.schaab[@]solinger-kinderstuben.de
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In Nordrhein-Westfalen, in der Region Bergisches Land bis zum südlichen Ruhrgebiet, macht sich der Verbund Solinger Kinderstuben für bildungsbenachteiligte Familien und Kinder stark. Im Bündnis arbeiten 28 Kitas, 21 Träger, Stiftungen und weitere Akteur*innen aus benachbarten Kommunen zusammen. Ob mit Gebärden die Jüngsten im Alltag begleiten oder mit Piktogrammen im Morgenkreis den Tagesablauf bestimmen – das Bündnis ermöglicht die Teilhabe aller Kinder. Zudem arbeiten die pädagogischen Fachkräfte mit Marte Meo – einer Methode, die Entwicklungsprozesse im Alltag unterstützt. Das Bündnis beherzigt nicht nur die Interessen und Bedarfe der Kinder von Anfang an, sondern auch ihre Kulturen und Sprachen: Zusammen mit Eltern gestaltet es etwa Sprachspielgruppen oder organisiert im Projekt „Rucksack-Kita“ mehrsprachige, kulturvielfältige Treffen und Feste mit den Familien. So setzt sich das Bündnis für bestmögliche Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern und Familien ein – und das in insgesamt elf Kommunen.
Ort: Gelsenkirchen-Ückendorf Bundesland: Nordrhein-Westfalen Handlungsfeld: Kinderarmut, Armutsprävention, Chancengerechtigkeit, Talentförderung, Übergang Kita-Schule Aktiv seit: 2019 Wirkungsradius: Stadtteil Partner: RAG-Stiftung, Stadt Gelsenkirchen für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. Frankfurt, Kita-Leitungen, Bildungsbegleitungen
Kontakt: Gelsenkirchener Kindertagesbetreuung – GeKita, Sebastian Gerlach (Projektkoordination), sebastian.gerlach[@]gekita.de
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Kinderarmut und fehlende Chancengerechtigkeit frühzeitig erkennen und ihnen entgegenzuwirken ist Ziel des Bündnisses ZUSi – Zukunft früh sichern! in sieben städtischen Kitas in Gelsenkirchen-Ückendorf. Armutsprävention und Talentförderung von Vier- bis Sechsjährigen sowie ein erfolgreicher Übergang von der Kita in die Grundschule stehen im Mittelpunkt. Aus einem nicht einsehbaren Tauschschrank können sich Familien diskret Kleidung, Spielsachen und Medien nehmen, in der „ZUSI-App“ haben sie alle Angebote auf einen Blick und können sich niedrigschwellig anmelden. Jedes Kind kann sich in den Bereichen Kunst, Kultur, Bewegung und Naturwissenschaft ausprobieren und seine Interessen entdecken. Mit einer alltagsorientierten Betrachtung der Lebenswelten erkennen die Fachkräfte Stärken und Förderbedarfe der Kinder und gleichen diese mit den Ressourcen der Familien ab, um weiter zu unterstützen. Durch die intensive Betreuung erleben die Kinder Erfolge und individuelle Bestärkung und ihre Eltern werden aktiv miteinbezogen.
Das sagt die Jury
Beispielhaft gestaltet das Gelsenkirchener Bündnis verlässliche Strukturen, um in einem belasteten Stadtteil hochwertige Entwicklungsmöglichkeiten anzubieten. Zu Recht, findet die Jury, wird es als Modell für armutssensibles Handeln in der frühen Bildung wahrgenommen. Beeindruckend ist der differenzierte Ansatz zur Armutsprävention und Talentförderung, der bei den Kita-Kindern beginnt. Durch die vielfältige Reflexion und wissenschaftliche Begleitung der Bündnisarbeit können neue Erkenntnisse hervorragend weiterentwickelt und übertragen werden.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Gelsenkirchener Bündnis ist ein hervorragendes Beispiel für die Gestaltung verlässlicher Strukturen in einem hoch belasteten Stadtteil, das zu Recht als Modell für armutssensibles Handeln im frühkindlichen Bereich wahrgenommen wird. Es möchte den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungs- und Lernchancen durchbrechen und qualitativ hochwertige und vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten anbieten. Das Bündnis leistet so einen wichtigen Beitrag für die Bildungsgerechtigkeit.
Beeindruckend ist der Ansatz zur Armutsprävention – mit einem sehr differenzierten Blick auf Kinderarmut – und der Talentförderung, beginnend im frühen Stadium der Bildungsbiographie von Kindern in den Kitas. Dies gelingt auch durch eine Stärkung des Übergangs Kita-Schule.
Das Bündnis arbeitet dabei ressourcen- und kompetenzorientiert und macht die identifizierten Lerndispositionen und Lebenslagen des Kindes zum Ausgangspunkt der pädagogischen Praxis. Dabei hat es verschiedene Handlungsstrategien und Tools zur Armutsprävention und zur Talentförderung: Das Lebenslagenmodell zur ganzheitlichen Betrachtung der Situation der Kinder, den „Gelsenkirchener Entwicklungsbegleiter“ zur dialogischen Kompetenzentwicklung und Bildungsbegleiter*innen zur Entwicklungsförderung der Kinder auf allen Ebenen.
Es gibt vielfältige Formate der Reflexion und sogar eine wissenschaftliche Begleitung, die die Bündnisarbeit evaluiert, neue Erkenntnisse auch zu armutssensibler Pädagogik generiert und so den Grundstein für Übertragbarkeit, Weiterentwicklung und Verstetigung legt. Die Weiterführung des Ansatzes in die Grundschule ist ein großartiger Schritt der Übertragung, der bereits gegangen wurde.
Die vom Bündnis entwickelte ZUSi-App findet die Jury ein spannendes und inspirierendes Tool mit großer Reichweite, auch über die Angebote der frühkindlichen Einrichtungen hinaus in den Sozialraum zu wirken und kostenlose Angebote vorzustellen. Auch Elternbefragung und -beteiligung wird über die App umgesetzt.
Ort: Hildesheim Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Gesundes Aufwachsen, Bildungschancen erhöhen, Bildungspartnerschaften Aktiv seit: 2018 Wirkungsradius: Kleinere Großstadt Partner: Stadt Hildesheim, Kitas und Familienzentren, Grundschulen, Universität, Träger, Vereine, Stadtteileltern, Landkreis Hildesheim
Kontakt: Stadt Hildesheim, Teresa Daubenmerkl (Sozialplanerin), t.daubenmerkl[@]stadt-hildesheim.de
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Der Stadtteil Nordstadt in Hildesheim ist geprägt von vielfältigen Lebenswelten. Hier gründete sich die AG Nordstadt, um allen Kindern gute Bildungschancen zu ermöglichen. Mit Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Medizin und dem sozialpädagogischen Bereich erarbeitet das Bündnis bedarfsorientierte Angebote für alle Familien im Stadtteil. Um gut und gesund aufwachsen zu können, nehmen Kinder beispielsweise am „Gesunden Frühstück“ oder Musikalisierungskursen in den Kitas teil und verbessern in Projekten wie „Kiddies in Bewegung“ spielerisch ihre Koordination und Motorik. Charakteristisch sind niedrigschwellige Angebote, mit denen das Bündnis auch direkt auf die Familien zugeht: Ob im Kinderwagen-Café oder beim Eltern-Talk – hier tauschen sich Eltern und Kinder untereinander aus und knüpfen neue Kontakte. Das Bündnis leistet so einen wichtigen Beitrag für Teilhabe- und Bildungschancen aller Kinder in der Nordstadt.
Das sagt die Jury
Das Bündnis zeigt eine herausragende Wirkkraft in dem von Armut und Migration geprägten Sozialraum. Alle Akteur*innen aus dem Quartier sind vertreten, darüber hinaus gelingt es dem Bündnis ungewöhnliche Bündnispartner*innen zu gewinnen. Hervorzuheben ist die starke Beteiligung der kinderärztlichen Dienste und die Einbindung der Uni Hildesheim. Das breite Zusammenwirken der unterschiedlichen Akteur*innen ermöglicht einen multiperspektivischen Blick auf Kinder und Familien sowie passgenaue Angebote. Die AG Nordstadt zeichnet sich durch eine beispielhafte partizipative Haltung aus. Die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und Familien sind Ausgangspunkt bei der Gestaltung von Angeboten und Projekten, wodurch sich die Kinder und ihre Familien als selbstwirksame Gestalter*innen ihres Bildungsweges und Sozialraums erleben.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Hildesheimer Bündnis zeigt aus Sicht der Jury eine herausragende Wirkkraft in dem besonders von Armut und Migration geprägten Sozialraum. Alle Akteur*innen aus dem Quartier wie Kitas, Grundschulen, Eltern und Kirchen, aber auch übergeordnete Verwaltungsstellen, unter anderem der Stadt und des Landkreises, sind vertreten. Darüber hinaus gelingt es dem Bündnis, ungewöhnliche Bündnispartner*innen zu gewinnen: Hervorzuheben ist die starke Beteiligung der kinderärztlichen Dienste und die Einbindung der Uni Hildesheim. Politik, Wissenschaft, Medizin und alle Einrichtungen vor Ort zeigen hier exemplarisch, wie Lebensräume und Chancen auch unter schwierigen Bedingungen gewinnbringend für Kinder verändert werden können.
Das breite Zusammenwirken der unterschiedlichen Akteur*innen ermöglicht einen multiperspektivischen Blick auf Kinder und Familien und so auch ein umfangreiches und differenziertes Bild auf ihre Lebenslagen und Bedarfe. Die einzelnen Beobachtungen setzen sich im Bündnis zu einem vollständigen Puzzle zusammen und ermöglichen so gezielte und passgenaue Angebote für die Kinder und Familien.
Bemerkenswert ist die beispielhafte partizipative Haltung des Bündnisses auf allen Ebenen. Die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und Familien, die im Weiteren selbst zu Mitgestalter*innen werden, sind oft Ausgangspunkt bei der Gestaltung von Angeboten und Projekten. Ganz selbstverständlich werden sie auch bei Fragen zur Stadtplanung und -entwicklung einbezogen. Dadurch erleben sich die Kinder und ihre Familien als selbstwirksame Gestalter*innen ihres Bildungsweges wie auch ihres Sozialraums.
In einem besonders von Armut und Migration geprägten Sozialraum gelingt es der AG Nordstadt, Akteur*innen und Ressourcen zu bündeln. Gemeinsam mit allen Beteiligten können so zahlreiche Projekte und Angebote installiert werden, die den Kindern und ihren Familien ein gutes und gesundes Aufwachsen ermöglichen. Die Angebote werden dabei gezielt aufeinander bezogen und miteinander entwickelt. Der umfassende Ansatz fördert die Gemeinwesenarbeit und schafft ein starkes Fundament für das präventive Handeln des Bündnisses.
Im Vorfeld der Bündnisgründung gab es wenig politische Unterstützung für diesen Ansatz. Es gab weder eine systematische Sozial- und Jugendhilfeplanung noch Mittel zur Übernahme dieser Aufgaben. Sukzessive und durch kluges strategisches Handeln gelang es, bei der Politik Akzeptanz zu erzielen.
Aus Sicht der Jury ist die Aufbaustruktur des Bündnisses klug gewählt und passgenau: Das Zusammenspiel aus Steuerungsgruppe und zwei Arbeitskreisen für jeweils unterschiedliche Altersstufen gewährleistet ebenso einen guten, passgenauen Zugang zu den Bedarfen der Kinder und ihrer Familien wie auch die Rückbindung an die politischen Entscheidungsträger*innen.
Die AG Nordstadt kann deshalb als Leuchtturm gelungener Bündnisarbeit und Bündnisorganisation betrachtet werden. Hier wird im Sinne der Kinder durch ein einzigartiges Zusammenspiel aller Professionen viel bewirkt. Politik, Wissenschaft, Medizin und alle Einrichtungen vor Ort zeigen hier exemplarisch, wie Lebensräume und Chancen auch unter schwierigen Bedingungen für Kinder gewinnbringend verändert werden können.
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Das Netzwerk Frühe Hilfenin der Wetterau setzt auf einen guten Anfang: Um allen Kindern ein gutes und gesundes Aufwachsen zu ermöglichen und werdende Eltern in ihrer neuen Rolle zu unterstützen, suchen Familienhebammen, Familiengesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen den Kontakt zu Familien bereits in der Schwangerschaft. Eine vertrauliche, freiwillige Kooperation mit den Eltern prägt die Zusammenarbeit. Dank der guten Vernetzung steht den Eltern ein breites Unterstützungsangebot offen: Neben Spielkreisen und Babykursen gibt es den Notmütterruf mit 13 Notmüttern, die einspringen, wenn sich Eltern aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen temporär nicht um das Kind kümmern können. Auch offene Familientreffs bieten den Familien mit niedrigschwelligen Angeboten Anlaufstelle, Kontaktbörse, Beratung und Bildung. Das Bündnis stärkt die Präventionskette im Wetteraukreis, indem es Netzwerke, Angebote und Akteure so zusammenführt, dass ein untereinander abgestimmtes Handeln möglich wird.
Ort: Meyenburg Bundesland: Brandenburg Handlungsfeld: Sozialer Ungleichheit vorbeugen, Förderung und Vernetzung von Familien und Fachkräften Aktiv seit: 2015 Wirkungsradius: Landgemeinde Partner: Amt Meyenburg, Kitas, Schule, lokale Vereine und Institutionen, Jugendsozialarbeit, Kirche, Senioren, Flüchtlingshilfe
Kontakt: Integrationskita „Eichhörnchen“, Petra Hahn (Netzwerkkoordinatorin), nw-kind-meyenburg[@]gmx.de
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Nach der Wende war die Landflucht im brandenburgischen Meyenburg besonders zu spüren. Damit die hier lebenden Kinder gut und gesund aufwachsen können, verbündete sich die Kommune mit der Integrationskita, der Grundschule und zahlreichen Akteuren vor Ort zum Netzwerk Kind. Gemeinsam bringen sie die Gemeinde seit 2015 zum Pulsieren! Mit vielfältigen Angeboten begegnet das Bündnis präventiv sozialer Ungleichheit und stärkt Familien und Fachkräfte gleichermaßen: So finden Eltern Zugang zu Hilfsdiensten, erhalten Erziehungstipps in der Elternschule oder tauschen sich bei Eltern-Baby-Treffs aus. Auch den Kindern öffnen sich neue Türen: In der Kinderwerkstatt üben sie etwa den Umgang mit Hammer und Säge, erkunden als „Bibfüchse“ die Angebote der Stadtbibliothek oder erklären Seniorinnen und Senioren die Funktionen von Tablet & Co. Bei Integrationsfesten wie dem jährlichen Schlossmarkt erfahren alle Familien, dass sie willkommen sind, lernen die Angebote lokaler Vereine kennen und sehen: Hier ist was los!
Das sagt die Jury
In bemerkenswerter Weise wurde durch eine Initiative zwischen Kita und Grundschule die ganze Dorfgemeinschaft in Meyenburg neu belebt. Das Bündnis sieht Bildung als Schlüssel, um Zuversicht und Gemeinschaftssinn in der strukturschwachen Kommune zu stärken. Begeistert haben die Jury auch die zahlreichen präventiven und niedrigschwelligen Angebote, die unabhängig von der sozialen Herkunft Bildungserfolge ermöglichen und die Gesundheit aller Kinder fördern.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Bündnis hat es geschafft, sich aus einer Initiative zwischen Kita und Grundschule heraus enorm breit aufzustellen: Alle wollen mitmachen – und das tun sie auch! Ob Bibliothek, Kommunalverwaltung, Jugendhilfe, Kirche, Vereine, Senior*innenvertretung, Initiative für Menschen mit Fluchterfahrung oder das Mode-Museum – alle sind mit an Bord.
Es ist bemerkenswert, dass über ein kind- bzw. familienorientiertes Vorhaben eine ganze Dorfgemeinschaft wiederbelebt wurde. Bildung wird in Meyenburg als Schlüssel gesehen, den Raum neu zu beleben: Das Netzwerk bringt einer strukturschwachen und von Abwanderung betroffenen Kommune Zuversicht und Gemeinschaftssinn zurück und holt Angebote nicht nur aktiv in die Kommune, sondern bei Bedarf auch direkt in die Kita. Der gesamte Sozialraum wird für Bildungsgelegenheiten genutzt, um gute Aufwachsbedingungen zu fördern.
Das Bündnis will entgegenwirken, dass der Bildungserfolg stark von der sozialen Herkunft abhängt. Deshalb bemüht sich das Netzwerk Kind um eine soziale Stabilisierung von Familien und unterstützt die frühe Förderung benachteiligter Kinder insbesondere mit präventiven und niedrigschwelligen Angeboten. Viele davon zielen konkret auf die Gesundheitsförderung der Kinder ab.
Das Bündnis war 2022 bereits für den Deutschen Kita-Preis nominiert. Hervorzuheben ist die hohe Lernbereitschaft der Akteur*innen, die sich zum Beispiel darin zeigt, dass Empfehlungen aus der letzten Bewerbungsrunde so zeitnah und effektiv umgesetzt wurden.
Die Jury lobt den präventiven Charakter des Bündnisses: Es macht Angebote rund um Prävention und orientiert sich an den Bedürfnissen und Ressourcen von Anfang an. Dabei hat es die Verstetigung der Angebote gut im Blick. Hervorzuheben sind etwa die Elternbegleitung und -beratung, der Eltern-Baby-Treff, die Förderung aktiver Elternbeteiligung, die Partizipation von Kindern im Alltag und bei Projekten wie der Spielplatzgestaltung, das Engagement beim Übergang Kita-Schule und die bedarfsorientierte Unterstützung von Menschen mit Fluchterfahrung.
Beeindruckend ist zudem, wie die Bündnisarbeit bei den Beteiligten eine Haltungsänderung hin zu starker Kindorientierung bewirkte: Die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien wurden in den Fokus des Handelns gerückt und sie werden partizipativ in die Bündnisarbeit eingebunden.
Ort: Berlin-Kreuzberg Bundesland: Berlin Handlungsfeld: Kiezstärkung, Orte für Kinder im Sozialraum, Gentrifizierung und Verdrängung im Kiez Aktiv seit: 2018 Wirkungsradius: Quartier Partner: Kitas, Kinderläden, Familien- und Nachbarschaftszentrum Kiezanker 36, Jugendamt, verschiedene Protagonisten im Kiez
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Ob beim jährlichen Laternenumzug mit Drachenfrau Fumara und ihrem Sohn Schnaub oder einer Plakataktion gegen vermüllte Spielplätze – das Berliner Bündnis Kitanetzwerk Kiezanker 36 verbindet pädagogische und politische Themen mit denen des Stadtteils und macht durch öffentliche Aktionen auf Missstände aufmerksam. Insbesondere auf die Verdrängung von Familien, Kindern und Kitas durch die Gentrifizierung, die seit Jahren den Wrangelkiez bestimmt. Kinder und Familien werden aktiv eingebunden. Alle Projekte leiten sich aus den Alltagsfragen und Lebensrealitäten der Kinder ab. In der „Plüsch-Plausch-Ecke“ treffen sich regelmäßig Vorschulkinder und erzählen, was ihnen auf dem Herzen liegt. So wird die Jesus-Figur über dem Eingang der evangelischen Kirche Anlass, über unterschiedliche Glaubensrichtungen zu sprechen, entsteht aus den Fragen der Kinder ein regelmäßiger Flohmarkt oder entspringt die Gesprächsrunde „Unser obdachloser Nachbar“ – ein Thema, mit dem die Kinder im Kiez täglich konfrontiert sind.
Das sagt die Jury
Besonders beeindruckt hat die Jury, wie es dem Kreuzberger Bündnis gelingt, Demokratiebildung und Teilhabe von Anfang an zu ermöglichen. Die Akteure nehmen die Impulse der Kinder auf, stärken ihre Stimmen und Rechte, und führen sie kindgerecht dahin, politisch mitzuwirken. Ziel ist es, den Kiez für alle, allen voran für Kinder, zu gestalten. In zukunftsweisenden Verhandlungsprozessen über kindgerechte Stadträume, über Vielfalt, Verdrängung und Tradition wird der öffentliche Raum für Kinder hier gemeinsam zurückerobert.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Jury lobt, wie das Kreuzberger Bündnis Impulse der Kinder aufnimmt und sie kindgerecht daran heranführt, politisch wirken zu können. Die Kinder erleben selbstwirksam, wie sie als politische Subjekte wahr- und ernstgenommen werden und gegen sie betreffende Missstände laut werden können. Sie werden aus sich heraus in Demokratisierungsprozesse eingebunden: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelingt es dem Bündnis, die Stimme der Kinder und ihre Rechte zu stärken, ihre Lebensbedingungen und ihre Stellung im Kiez zu verbessern. Die Kinder selbst können dies mit ihren eigenen Vorstellungen beeinflussen. So verstärkt das Kitanetzwerk Kiezanker 36 Teilhabe und Demokratiebildung von Anfang an.
Besonders beeindruckend findet die Jury die Rückeroberung des öffentlichen Raums für Kinder: Die zukunftsweisenden Verhandlungsprozesse über kindgerechte Stadträume, über Verkehr und Vielfalt, Verdrängung und Tradition werden im Kiezanker 36 aufgegriffen und vorangetrieben. Städte für alle und besonders für Kinder auszurichten, ist zentrales Thema, das in Zukunft mit Blick auf Verdrängungsprozesse in Städten immer wichtiger werden wird. Dabei lebt das Bündnis eine Sicht auf alle sich im Quartier aufhaltenden Menschen – unter anderem Obdachlose – als dazugehörigen Teil des Kiezes vor. Dies hat eine einzigartige solidarische und soziale Strahlkraft, die bundesweit Vorbild hat. Die Jury hat diese vorurteilsfreie Betrachtungsweise aller im Kiez lebenden Menschen beeindruckt.
Inspirierend findet die Jury auch die Finanzierung der Koordinationsstelle des Bündnisses über das Jugendamt: Die angestrebte Absicherung der im Modellprojekt Kiezanker 36 finanzierten Koordinationsstelle kann als wegweisend bezeichnet werden, ebenso hat die sehr gute Kooperation mit dem Jugendamt hohe Strahlkraft. Hoffnung ist es, dass durch das Familienförderungsgesetz eine Finanzierung von Koordinierungsstellen wie im Kiezanker in allen Berliner Bezirken möglich werden wird.
Beeindruckend ist die Wirkkraft des Bündnisses in einem Umfeld mit unterschiedlichen Herausforderungen. Dies wird durch die demokratische Aktivierung verschiedener Bevölkerungsgruppen erreicht, die sich für das Wohl ihres Kiezes einsetzen und so den Sozialraum mitgestalten. Auch andere Altersgruppen werden für familienorientiertes Handeln motiviert. Der gesamte Kiez ist niedrigschwellig eingeladen, sich zu beteiligen. So entsteht eine Atmosphäre von Solidarität, bei der alle mitgedacht werden.
BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte Finalist 2023
Ort: Pielenhofen Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Nachhaltige Bildung, Natur- und Umwelterfahrungen, Vernetzung von Praxis und Schule Aktiv seit: 2016 Wirkungsradius: Landkreis Regensburg Partner: Waldkinder-Regensburg, Fachakademien für Sozialpädagogik in Pielenhofen und Regensburg, Kita-Träger, Gemeinde Pielenhofen, weitere Waldkindergärten und Vereine
Kontakt: Waldkinder-Regensburg, Anke Wolfram (Leiterin), awolfram[@]littlebigfuture.de
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Hügelige Mischwälder und steile Jurafelsen umrahmen die oberpfälzische Gemeinde Pielenhofen im Naabtal. Die vielfältige Natur lädt hier zum Entdecken ein. Kita-Kinder und angehende Pädagog*innen werden dabei vom Bündnis BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte gefördert: Die Initiative rund um den örtlichen Waldkindergarten und die Fachakademie für Sozialpädagogik setzt in der Ausbildung an, um Fachkräfte zu gewinnen und für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu begeistern. Bei Praktika in naturraumorientierten Kitas erleben die Studierenden gemeinsam mit den Kindern die Natur und lernen BNE-Themen zukunftsweisend zu gestalten. Alle Beteiligten bringen sich aktiv ein: Ob bei Elternbefragungen, Ideen-Cafés oder Werkstattgesprächen zur Kita der Zukunft. Doch entscheidend sind die Bedürfnisse und Ideen der Kinder, die sie etwa wöchentlich in Kinderkonferenzen sammeln. So entstand auch das aktuelle Wildbienenprojekt, bei dem Jung und Alt ein Wildbienenareal mit kindgerechten Schautafeln gestalten.
Ort: Künzelsau Bundesland: Baden-Württemberg Handlungsfeld: Sprach- und Medienkompetenzen, Zugang zu Büchern Aktiv seit: 2020 Wirkungsradius: Kreisstadt Künzelsau Partner: Stadtverwaltung, Kitas, städtische Bücherei
Kontakt: Stadtverwaltung Künzelsau, Marion Hannig-Dümmler (stv. Hauptamtsleitung), marion.hannig-duemmler[@]kuenzelsau.de
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Viele Kinder im fränkischen Künzelsau strotzen vor Stolz, wenn sie die Stadtbücherei besuchen – denn unter den Büchern laden auch ihre eigenen Werke zum Schmökern ein. Ermöglicht wird das dank einer Idee der Stadtverwaltung und der Bücherei: Die schlossen sich mit 16 Kitas zum Bündnis Autoren-Kitas zusammen, um Bücher und Vorlesen im Pandemie-Alltag mehr in den Familien zu verankern. Dafür gestalten die Kinder und Fachkräfte in den Kitas gemeinsam professionelle Bücher. Ob beim Abstimmen über Inhalte, der Gestaltung oder dem Druck – die jungen Autor*innen bringen sich bei jedem Schritt selbstwirksam ein. So entstanden schon vielfältige Sach- und Lachbücher, die die bunte Palette an Kinder-Themen darstellen: Die Geschichte vom „Kleinen Corona“ erklärt etwa kindgerecht Hygieneregeln oder die Abenteuer des Müllvogels zeigen, wie man die Natur schützen kann. Mit Bildern und leichten Texten sind die Bücher auch für Familien mit Sprachbarrieren zugänglich – und helfen so, die Menschen vor Ort zu verbinden.
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