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Bunt geht es zu im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg: Dort befindet sich die Kita Berlin Kids International, in der 84 Kinder unterschiedlicher Nationalitäten betreut werden. Auch das Team profitiert in der Zusammenarbeit von den verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen der Mitarbeitenden. Kein Wunder also, dass kulturelle Vielfalt eine große Bedeutung in der Einrichtung hat. Im Rahmen der jährlich stattfindenden „Internationalen Woche“ stimmen die Kinder ab, mit welchem Land sie sich näher beschäftigen wollen. Gemeinsam mit Fachkräften und Eltern werden dazu Projekte und Aktionen gestaltet, wie beispielsweise im vergangenen Jahr ein Original-Barbecue in der Tradition der Maori, der indigenen Bevölkerung Neuseelands, im Garten der Kita. Die Kinder haben hier viele Einflussmöglichkeiten – sogar bei Personalentscheidungen haben sie Mitspracherecht: So wird in Stellenanzeigen auch schon mal eine Person gesucht, die stark ist und „mindestens ein Fenster heben kann“.
Das sagt die Jury
Bei der Kita Berlin Kids International ist der Name Programm: Internationalität und Diversität sind Teil der pädagogischen Arbeit. Es wird im Kita-Alltag aufgegriffen, was die Kinder individuell bewegt. Dabei spielen auch gesellschaftspolitische Entwicklungen und Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz oder Rassismus eine Rolle. Die Kinder lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen, Fragen zu diskutieren und Kompromisse zu schließen. Die Familien der Kinder sind wichtiger Bestandteil der Bildungsarbeit: Die Familien bringen sich und ihre Kulturen in das Kita-Leben ein. Auch reagieren die Fachkräfte sensibel auf besondere Belastungssituationen der Familien. Beispielsweise wurden während der Corona-Pandemie individuelle Unterstützungsangebote organisiert oder Ideen für gemeinsame Beschäftigung geteilt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Bei der Kita Berlin Kids International ist der Name Programm: Kinder, Fachkräfte und Familien mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und sprachlichen Hintergründen gestalten gemeinsam einen vielfältigen und anspruchsvollen Kita-Alltag. Die multikulturelle Vielfalt und Diversität werden in der Bildungsarbeit bewusst aufgegriffen, dies zeigt sich unter anderem durch ein selbstverständliches Sprachgemisch aus deutsch und englisch.
In der pädagogischen Arbeit beeindruckt besonders das regelhafte Aufgreifen dessen, was die Kinder individuell bewegt. Dabei spielen auch gesellschaftspolitische Entwicklungen und Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz oder Rassismus eine Rolle. Die Kinder lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen, Fragen zu diskutieren und Kompromisse zu schließen. Die Kinder erhalten von den Fachkräften vielfältige Entscheidungsbefugnisse, sie agieren selbstbestimmt in Alltagssituationen und der Tagesablauf ist an den Spielinteressen und Bedürfnissen der Kinder orientiert.
Die Kita-Eltern werden mit hoher Selbstverständlichkeit im Alltag und bei herausfordernden Situationen mit einbezogen. Auch reagieren die Fachkräfte sensibel auf besondere Belastungssituationen der Familien. Beispielsweise wurden Eltern bei der Beantragung von Sozialleistungen für ihre Kinder beraten, während der Corona-Pandemie individuelle Unterstützungsangebote organisiert oder Ideen für gemeinsame Beschäftigung geteilt. Die Kita Berlin Kids International versteht sich als Ort für Kinder und ihre Eltern und zeichnet sich durch ein besonders familiäres Klima aus.
Die Arbeit im Team ist durch eine Kultur des Dialogs, hohe Professionalität und eine große Weiterbildungsbereitschaft geprägt. Ein wichtiger Baustein für die Arbeit mit den Kindern bildet die intensive Auseinandersetzung der Fachkräfte mit der eigenen Biografie. Ihre Multikulturalität wird offensiv für rege fachliche Diskussionen genutzt und die Unterschiedlichkeit der Meinungen als wertvoll wahrgenommen. Die Leitungskräfte verstehen sich als Impulsgebende und fördern ein wertschätzendes Miteinander im Team.
Netzwerk für Bildung, Spielen und Gestalten Finalist 2021
Ort: Lörrach Bundesland: Baden-Württemberg Handlungsfeld: Künstlerisches Gestalten, Natur-, Tier- und Zirkuspädagogik, Orte des Miteinanders Aktiv seit: 1978 Wirkungsradius: Kleinere Mittelstadt
Kontakt: Dieter-Kaltenbach-Stiftung, Rike von der Heide (Koordination), info[@]kaltenbach-stiftung.de
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Im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz liegt die baden-württembergische Stadt Lörrach. Attraktiv für Familien und daher dicht besiedelt ist der grenznahe Stadtteil Stetten. Hier fördert das Netzwerk für Bildung, Spielen und Gestalten die Persönlichkeitsentwicklung vom Kleinkind bis zum Erwachsen. Wichtig sind das Ausprobieren und Erlernen handwerklicher wie künstlerischer Fähigkeiten, der Umgang mit Tieren sowie das Leben mit der Natur. Den Kindern steht ein großes Gelände mit Kita, Hort, Spielplatz, Garten, offenen Werkstätten, Eselgehege und Zirkuszelt zur Verfügung. Auf einem gepachteten Außengelände wird Natur erlebbar. Hier nehmen bis zu 160 Kinder an offenen Ferienprogrammen und Kursen teil. Organisiert werden die teilweise inklusiven Angebote von der Dieter-Kaltenbach-Stiftung und der Volkshochschule, Vereinen, Ehrenamtlichen sowie der Kommune. Das Bündnis startete vor über 40 Jahren und erreicht jährlich über 2.000 Kinder.
Ort: Kiel Bundesland: Schleswig-Holstein Größe: 108 Kinder, 40 Mitarbeitende Träger: Pädiko e.V. Unsere Stärken: Gelebte Reggio-Pädagogik, Fokus auf den Interessen und Rechten der Kinder, Kreatives Gestalten (auch mit digitalen Medien)
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Die Kieler Förde bildet einen Knotenpunkt für zahlreiche Kreuzfahrten. Auch die Kinder der PädikoKita Colorito gehen hier täglich auf Entdeckungsreise: Als Expertinnen und Experten ihres Stadtteils zeigen sie den Fachkräften bei den gemeinsamen Streifzügen immer wieder neue Orte. Ein beliebtes Ziel ist der benachbarte Spielplatz, für den die Kita eine Patenschaft übernommen hat. Aus Begegnungen in der Kieler Innenstadt, auch mit Obdachlosen, entstehen Projekte, in denen sich die Kinder mit der Gleichwertigkeit aller Menschen befassen. Gemeinsam mit dem multiprofessionellen Team bearbeiten hier schon die Jüngsten vielfältige Themen. Die Fachkräfte gestalten ihre Arbeit nach der Reggio-Pädagogik und lassen sich von den Stärken, Interessen und Rechten der Kinder inspirieren – und die münden immer wieder in spannenden Projekten. Brennende Fragen sammeln die Kinder auf einer Wichtig-Wand, besprechen sich dazu im Morgenkreis und geben so jeden Tag die Richtung vor.
Ort: Oderwitz Bundesland: Sachsen Handlungsfeld: Chancengerechtigkeit und selbstbestimmtes Lernen Aktiv seit: 2006 Wirkungsradius: Landgemeinde und umliegender Landkreis
Kontakt: Erfinderkiste,Gisela Glathe (Geschäftsführerin des Trägers Waldhäusl e.V.), info[@]kiga-waldhaeusl.de
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Damit alle Kinder im sächsischen Landkreis Görlitz gleiche Bildungschancen erhalten, schlossen sich im Jahr 2006 Eltern, Kitas und Grundschulen mit einem freien Träger, dem Waldhäusl e.V., zusammen. Gemeinsam retteten sie eine Fabrikhalle in der ländlichen Gemeinde Oderwitz vor dem Abriss und gestalteten sie zu einer Lernwerkstatt um. Geboren war die Erfinderkiste, der Kern des Bündnisses. Hier haben Kinder reichlich Platz, um bei Kulturprojekten mitzumachen, nach eigenem Interesse zu forschen und sich spielerisch dem MINT-Bereich zu nähern. Die vielfältigen Angebote bringen die ganze Nachbarschaft zusammen: So fertigen Auszubildende aus lokalen Betrieben Kleinteile an, die die Kita-Kinder zusammenbauen und stolz Ergebnisse wie Räucherhäuschen in den Händen halten. Aus dem benachbarten Tschechien und Polen zugezogene Kinder sowie Tagesgäste lernen hier spielerisch Deutsch. Gemeinsam haben sie schon viele Projekte umgesetzt und unter anderem ein deutsch-tschechisches Kochbuch verfasst.
Das sagt die Jury
Die „Erfinderkiste“ bietet als Ankerpunkt einen großen Mehrwert für die Menschen vor Ort, nicht nur in Oderwitz, sondern im gesamten Landkreis bis nach Polen und Tschechien. Kinder und Familien stehen hier im Mittelpunkt, was sich zum Beispiel auch darin zeigt, dass das Bündnis während der Corona-Pandemie verschiedene Hilfsdienste für Jung und Alt bot. So wurde Nachbarschaftshilfe geleistet und Kindern das Mittagessen nach Hause gebracht. Besonders beeindruckt hat die Jury die konsequente Ausrichtung der Arbeit des Bündnisses an den Wünschen und Ideen der Kinder. Sie wurden an der Entstehung des Bildungs- und Freizeitzentrums maßgeblich beteiligt und ihre Wünsche an den Ort wurden berücksichtigt und umgesetzt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Im südöstlichen Dreiländereck mit Polen und Tschechien ist in Oderwitz in einer schrumpfenden Region ein Bündnis aus zivilgesellschaftlicher Kraft entstanden. In einer Fabrikhalle wurde mit der Erfinderkiste ein Ort für Kinder gestaltet, an dem sie sich gemeinsam mit ihren Eltern ausprobieren können. Der Initiative gelingt es, mit ihren niedrigschwelligen Angeboten viele Familien zu erreichen.
Die Jury hat besonders beeindruckt, wie das Bündnis mit großem Engagement und einem niedrigschwelligen Zugangskonzept dazu beiträgt, einen erlebbaren Ort für Kinder in Oderwitz, im gesamten Landkreis und darüber hinaus zu schaffen. Zugleich wird durch die Bündnisarbeit Demokratie für Menschen im Dreiländereck erlebbar.
Der Ort der Erfinderkiste ist in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit den Kindern entlang ihrer Bedürfnisse entstanden und wird auch weiterhin gemeinsam mit ihnen gestaltet und weiterentwickelt. Außerdem macht das Bündnis der Erfinderkiste alltagsbezogene Fragen der Kinder an die Welt zur Grundlage projektorientierten Arbeitens und Forschens. Es praktiziert damit im besten Sinne kindorientierte frühe Bildung und ein ko-konstruktives Bildungsverständnis, indem es sich konsequent an den Wünschen und Ideen der Kinder ausrichtet.
Eltern und Kinder werden durch verschiedene Formate an der Bündnisarbeit und der Gestaltung von Projekten beteiligt, z. B. durch Befragungen oder eine Einbindung von Eltern in die Steuerungsgruppe.
Das Bündnis der Erfinderkiste ist aus Sicht der Jury eine starke und wichtige Akteurin in der Region. Da eine hohe Identifikation mit dem Sozialraum innerhalb des Bündnisses selbstverständlich ist, werden die Bedürfnisse der Kinder auch außerhalb des eigentlichen Fokus der Erfinderkiste in den Blick genommen: Kinder und Familien stehen im Mittelpunkt aller Handlungen und besonders auch im Zentrum der Haltungen der Bündnisakteur:innen, was sich z.B. auch darin zeigt, dass Kinder während der Kita-Schließung in der Corona-Pandemie mit Mittagessen versorgt oder kostenfreie Angebote installiert wurden, die einige Familien nicht selbst finanzieren können. Außerdem wurden während der Pandemie Betreuungszeiten ausgeweitet, um den Eltern mehr Spielraum in der Gestaltung ihrer Arbeit zu ermöglichen und den Kindern einen Raum zum Entfalten zu bieten.
Die Erfinderkiste in Oderwitz fungiert nach Meinung der Jury als Perspektivgeberin in einer strukturschwachen Region und bietet als Ankerpunkt einen großen Mehrwert für die Menschen vor Ort, nicht nur in Oderwitz, sondern im gesamten Landkreis bis nach Polen und Tschechien.
Ort: Berlin-Zehlendorf Bundesland: Berlin Größe: 85 Kinder, 22 Mitarbeitende Träger: Kindertagesstätten Berlin Süd-West Eigenbetrieb von Berlin Unsere Stärken: Beteiligung der Krippenkinder (U3), Inklusion und Weltoffenheit
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In Berlin-Zehlendorf, in ruhiger und grüner Lage, befindet sich die Kita Brittendorfer Weg. Hier können 85 Kinder bis drei Jahre selbstbestimmt spielen und ihre Umwelt erkunden. Die Fachkräfte beobachten sie dabei aufmerksam, achten gezielt auf nonverbale Signale und können so in jeder Situation auf die Bedürfnisse der Jüngsten eingehen. Die Rechte der Kinder hat das Team in einer eigenen Kinderverfassung festgehalten. Bei täglichen Entscheidungen, etwa wo gespielt wird oder welche Blumen im Garten gepflanzt werden, stimmen die Kinder mit Hilfe von Holzstäbchen, Steinen oder anderen Materialien ab. Auch die Eltern beteiligen sich hier aktiv. Im Elterncafé tauschen sie sich mit den Fachkräften aus, gestalten Fotobücher für ihre Kinder und sind auf Familienwänden in der Kita sichtbar. Die Vielfalt der Familien und des Teams spiegelt sich auch in den Spielmaterialien wider: Statt Büchern mit stereotypen Bildern gibt es zum Beispiel Geschichten mit verschiedenen Familienmodellen.
Ort: Monheim am Rhein Bundesland: Nordrhein-Westfalen Handlungsfeld: Gestaltung einer familienfreundlichen Kommune,soziale und kulturelle Teilhabe Aktiv seit: 2011 Wirkungsradius: Mittelstadt, innerstädtisch
Kontakt: Stadt Monheim am Rhein,Gerlinde Knisel-Scheuring (Abteilungsleitung Frühkindliche Bildung), gknisel[@]monheim.de
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Zwischen den Metropolen Köln und Düsseldorf liegt die Stadt Monheim am Rhein, die selbsternannte Hauptstadt für Kinder. Das Jugendamt sieht sich hier als „Haus der Chancen“; die Stadt hält eine familienfreundliche Infrastruktur vor. Alle frischgebackenen Eltern erhalten einen Begrüßungsbesuch, damit sie um die bunte Angebotspalette wissen. Die sieben Träger der insgesamt 24 Kitas haben sich zum Bündnis Mo.Ki – Monheim für Kinder zusammengeschlossen. Alle Einrichtungen werden trägerübergreifend fachlich wie finanziell beim Ausbau zu Familienzentren unterstützt. Optimale Bildungsförderung und intensive Erziehungspartnerschaften erhöhen die Bildungschancen aller Kinder; eine weitere wichtige Säule ist der präventive Kinderschutz. Die Kitas kooperieren mit Bildungs- und Kultureinrichtungen, dem Gesundheitsamt, der Familienhilfe und weiteren Akteuren, um Bildungsgerechtigkeit, ein gesundes Aufwachsen und soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Das sagt die Jury
Das Monheimer Bündnis kann sich aus Sicht der Jury zurecht Hauptstadt für Kinder nennen! Es ist eine beispielhafte Initiative, die sowohl in der Region als auch bundesweit als Leuchtturm mit Signalwirkung andere zur Nachahmung inspiriert. Das Bündnis zeichnet sich durch klare und professionelle Strukturen aus, die auf Teilhabe und Mitbestimmung aller relevanten Akteur:innen basieren. Alle Träger, Fachkräfte, aber auch Kultureinrichtungen und weitere Akteure werden in die Bündnisarbeit einbezogen. So gelingt es der Stadt Monheim seit Jahren, eine lebendige Bildungslandschaft für Kinder und Eltern zu gestalten. Beeindruckt hat die Jury, wie in dem Bündnis Kinder und Familien von Anfang an begleitet werden: Im Fokus stehen die Familien und jedes Kind mit seiner spezifischen Lebenssituation, umso Chancen für alle Kinder zu öffnen.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die Stadt Monheim ist mit ihrem Bündnis Monheim für Kinder ein herausragendes Beispiel für eine kommunale Planung, die auf eine bedarfsorientierte Unterstützung für Kinder und Familien ausgerichtet ist. Analyse, Planung und die operativen Bereiche sind auf‘s Beste miteinander verbunden und die Leitlinien werden gemeinsam entwickelt.
Das trägerübergreifende Bündnis hat als ein Konzept für die erfolgreiche Umsetzung einer fundierten kommunalen Gesamtstrategie frühkindlicher Bildung und Prävention Vorbildcharakter für andere Kommune. Hervorzuheben ist, wie konsequent, vernetzt und durch konkrete Schritte hinterlegt die Beteiligten das Ziel verfolgen, Chancengerechtigkeit und Teilhabe für alle Kinder und ihre Familien in Monheim zu verbessern.
Das Bündnis in Monheim zeichnet sich dabei durch klare und professionelle Strukturen aus, die auf Teilhabe und Mitbestimmung aller relevanten Akteur:innen basieren. Die Träger und Fachkräfte aller Kitas haben die Möglichkeit, sich in die Prozesse aktiv einzubringen und sie mitzugestalten. Auch Kultureinrichtungen und weitere Akteur:innen werden in die Bündnisarbeit einbezogen. So gelingt es der Stadt Monheim seit Jahren, eine lebendige Bildungslandschaft für Kinder und Eltern zu gestalten.
Grundlage für die Bündnisarbeit bilden ein gemeinsames Handlungskonzept und der Blick auf die Alltagspraxis. Kinder und Familien werden von Anfang an ressourcenorientiert begleitet. Der Anspruch ist, dass jedes Kind mit seiner spezifischen Lebenssituation und die Familien im Fokus stehen. Vor diesem Hintergrund haben sich die Akeur:innen bewusst dafür entschieden „Ungleiches ungleich zu behandeln“ und so Chancen für alle Kinder zu öffnen. Hier wirkt das Jugendamt tatsächlich als „Haus der Chancen“.
Besonders bemerkenswert empfand die Jury die Entwicklung des Monheimer Bündnisses von einem Zusammenschluss von fünf Familienzentren in einem belasteten Stadtteil hin zu einer kommunalen Präventionsstrategie, die inzwischen alle 24 Kitas in Monheim als Familienzentren umfasst.
Das Monheimer Bündnis kann sich aus Sicht der Jury zurecht Hauptstadt für Kinder nennen und wirkt als solche sowohl in der Region als auch bundesweit als Leuchtturm mit Signalwirkung, der zur Nachahmung inspiriert.
Ort: Berlin-Pankow Bundesland: Berlin Größe: 45 Kinder, 15 Mitarbeitende Träger: Minomi GmbH (Daks) Unsere Stärken: Resilienz fördern, Kindern Raum und Zeit geben, Zusammenarbeit mit Familien
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Ruhiger und grüner als in der City ist es in Französisch-Buchholz, einem Ortsteil des Berliner Bezirks Pankow. Ruhig und gelassen geht es auch in der Kita Villa Universum zu, die dort in einem der zahlreichen Altbauten untergebracht ist. Das Team arbeitet nach dem Situationsansatz und entwickelt sich beständig weiter. Statt einem durchorganisierten Tagesplan bestimmen die achtsam wahrgenommenen, sich immer wieder verändernden Situationen, Fragen und Bedürfnisse der Kinder den Alltag. Es bleibt viel Zeit und Raum, sich auszuprobieren und die Welt mit allen Sinnen zu erleben. Das geht in der Holzwerkstatt, im Atelier, in der Kinderwohnung oder im eigenen kleinen Gemüsegarten besonders gut; viel Spielzeug braucht es dafür nicht. Neben dem Besuch des benachbarten Sportclubs bereichern auch Waldtage, Ausflüge im Kiez oder in die naheliegenden Felder sowie Besuche von Museen, Theatern oder Bibliotheken die Erfahrungswelt der Kinder.
Ort: Rinteln, Hessisch Oldendorf, Auetal Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Qualitätsentwicklung in Kitas unter Beteiligung aller Akteurinnen und Akteure Aktiv seit: 2011 Wirkungsradius: Kommunenübergreifend imländlichen Raum
Kontakt: Qualität im Dialog, Ingmar Everding (Bündniskoordinator), ieverding[@]auetal.de
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In den niedersächsischen Gemeinden Auetal, Rinteln und Hessisch Oldendorf setzt sich das Bündnis Qualität im Dialog dafür ein, die Arbeit in den örtlichen Kitas weiterzuentwickeln und den Lebenswelten der Familien anzupassen. Der Name des Bündnisses ist Programm: Kinder, Eltern, Träger und Fachkräfte aus 29 Kitas beteiligen sich und kommen miteinander ins Gespräch. Über Hospitationen in anderen Einrichtungen, Fachtage, Infoabende für Familien oder Elternbefragungen können sich die Beteiligten über ihre Bedürfnisse austauschen und von- und miteinander lernen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Kinder, die ihre Sicht vielfältig einbringen: In Mal-Interviews teilen sie bildlich mit, was ihnen in ihrer Kita gefällt und was nicht, sie bewerten verschiedene Orte mit Smileys oder halten ihre Wünsche in Videos fest. Alle Ergebnisse werden gemeinsam ausgewertet – und das hat über Träger- und Landkreisgrenzen hinweg schon viele Veränderungen angestoßen.
Das sagt die Jury
Das Bündnis zeigt beispielhaft, wie es über drei Kommunen hinweg gelingt, vorhandene Ressourcen in der Zusammenarbeit klug zu nutzen und Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung sowie Demokratieförderung auf höchstem Niveau gemeinsam mit Kindern, Familien und Fachkräften voranzutreiben. Das Bündnis war bereits 2019 Finalist des Deutschen Kita-Preises und hat die aufgezeigten Potenziale aufgegriffen, weiterentwickelt und umgesetzt. Durch Elternabende und Befragungen bezieht das Bündnis ganz besonders stark alle relevanten Akteur:innen, insbesondere Familien, mit in ihre Arbeit ein und beteiligt diese beispielsweise auch an der (Weiter-)Entwicklung von Fragebögen. Besonders beeindruckt hat die Jury die Bündnisarbeit während der Pandemie. Mit der Broschüre zum „Kita-Leben in besonderen Zeiten“ ist dem Bündnis eine Sammlung von Praxisbeispielen gelungen, die sowohl Fachkräften als auch Eltern und Kindern Inspirationen und Orientierung für den Alltag in der Pandemie und auch darüber hinaus gibt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Bündnis Qualität im Dialog macht nicht an Grenzen Halt und überzeugt durch seine landkreisübergreifende Zusammenarbeit über drei Kommunen hinweg. Es zeigt beeindruckend, wie Kindertageseinrichtungen mit Unterstützungen der Kommunen und unter Einbezug von Kindern und Familien erfolgreich an einer gemeinsamen Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung arbeiten.
Durch die Arbeit in dialogischen Beteiligungsprozessen gelingt es dem Bündnis, für die verschiedenen Einrichtungen aus drei unterschiedlichen Sozialräumen eine gemeinsame Identität herzustellen und mit Leben zu füllen. Ein wichtiger Schlüssel und beispielhaft für andere Kommunen ist für die Jury die Haltung des Bündnisses, nicht in Zuständigkeiten, sondern in gemeinsamer Verantwortung zu denken und zu arbeiten.
Bemerkenswert und beispielhaft ist, wie die Perspektiven auf Kita-Qualität aus Kinder-, Eltern- und Fachkraftsicht in den pädagogischen Alltag der verbundenen 29 Kindertageseinrichtungen aufgenommen werden.
Qualität im Dialog war bereits 2019 Finalist des Deutschen Kita-Preises und hat die aufgezeigten Potenziale aufgegriffen, weiterentwickelt und umgesetzt. Durch einrichtungsbezogene Elternabende und Befragungen werden alle relevanten Akteur:innen und v.a. Familien stark eingebunden. Eltern werden beispielsweise auch an der (Weiter-)Entwicklung von Fragebögen beteiligt. Diese Selbstevaluationen sieht die Jury als Qualitätsentwicklungsinstrument für eine nachhaltige, partizipative und an den Bedarfen der Anspruchsgruppen ausgerichtete Bündnisarbeit.
Das Bündnis Qualität im Dialog zeichnet sich durch eine hohe Kindorientierung mit differenzierten Beteiligungsmöglichkeiten aus. Es bietet zudem großes Potential, Kinder auch in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Von allen Bündnisakteur:innen werden Kinderrechte sehr ernst genommen. So wünschen sie sich, Kindern einen festen Platz in der Lenkungsgruppe einzuräumen. Das Bündnis steht damit für gelebte Partizipation.
Das Bündnis nimmt außerdem einen politischen Blick auf die Rahmenbedingungen ein, um die Voraussetzungen in den Einrichtungen und damit die Arbeitssituation der Fachkräfte zu verbessern.
Besonders beeindruckt hat die Jury die Bündnisarbeit während der Pandemie: Mit einer Broschüre zum „Kita-Leben in besonderen Zeiten“ ist eine gelungene Sammlung von Praxisbeispielen und Möglichkeiten entstanden, die auch digital angewendet werden kann und sowohl Fachkräften als auch Eltern und Kindern Inspirationen und Orientierung für den Alltag in der Pandemie gibt. Für die Jury ist dies eines von vielen Beispielen, wie zielstrebig das Bündnis Herausforderungen begegnet und mit wieviel Weitsicht es agiert, um Qualitätsentwicklung im Bereich frühkindliche Bildung zu befördern.
Qualität im Dialog in Auetal, Rinteln und Hessisch Oldendorf zeigt beispielhaft, wie es auch kleinen Kommunen gelingen kann, vorhandene Ressourcen in der Zusammenarbeit klug zu nutzen und Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung und Demokratieförderung auf höchstem Niveau zu betreiben.
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Die hessische Stadt Gießen ist geprägt von ihrer Universität, aber auch von ehemaligen Militärflächen, die zu Wohngebieten wurden. Wie die Marshallsiedung, wo die AWO KiTa Marshallstraße für Kinder unterschiedlicher Herkunft ein zweites Zuhause ist. Hier werden sie in ihren Besonderheiten und Rechten bestärkt. Ergänzend zu den vielen Muttersprachen hilft die Gebärdenunterstützte Kommunikation allen Kindern dabei, sich auszudrücken. Wenn ein Kind Regenbögen ans Fenster kleben oder sich mit Ameisen beschäftigen will, kann das zu einem mehrtägigen Projekt werden. Wer Interesse an neuen Medien zeigt, lernt gemeinsam mit den Fachkräften, wie man diese kreativ nutzen kann. In Patenschaften kümmern sich die Kinder selbst um Neuankömmlinge und übernehmen damit auch füreinander Verantwortung. Zudem bietet die Kita als Familienzentrum gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren diverse Spiel-, Freizeit und Unterstützungsangebote für Kinder und Eltern im Stadtteil.
Das sagt die Jury
Die Fachkräfte besuchen die Kinder und ihre Familien schon vor der Eingewöhnung zuhause. Die Kita nutzt digitale Medien auf vielfältige Art. Gemeinsam engagieren sich die Fachkräfte in hohem Maße und mit vielfältigen Projekten im Sozialraum, indem sie sich beispielsweise für Menschen in Not und mit Fluchterfahrung einsetzen oder Familien bei der Bewältigung der Corona-Pandemie unterstützen.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die AWO-Kita Marshallstraße in Gießen ist geprägt durch eine Kultur des Miteinanders und der Vernetzung, bei der nicht nur die Kinder und ihre Persönlichkeitsentwicklung im Fokus stehen, sondern auch die Familien und Menschen im Umfeld der Kita.
Die pädagogische Arbeit der Fachkräfte ist Ausdruck einer konsequent stärkeorientierten Sichtweise auf Kinder. Ihr Ziel ist es, Kindern ein positives Selbstwertgefühl zu vermitteln, ihr Selbstbewusstsein zu fördern und sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen. Sie richten ihre Aktivitäten an den Themen und Interessen der Kinder aus, begleiten sie im Alltag und ermöglichen ihnen vielfältige Herausforderungen. Die Partizipation der Kinder und Eltern an der Gestaltung des Kita-Alltags werden konsequent ermöglicht, etwa indem Fachkräfte Kinder und ihre Familien schon vor der Eingewöhnung zuhause besuchen, aber auch durch die vielfältige Nutzung digitaler Medien.
Das Team reflektiert regelmäßig seine Arbeit und sucht gemeinsam immer wieder nach Antworten auf aktuelle Herausforderungen. Die Fachkräfte entwickeln dafür nicht nur ihre Konzeption kontinuierlich weiter, sondern auch ihr Handeln und ihre Kompetenzen. Die Leitung wirkt als Motivationsgeberin und bringt mit Unterstützung des Trägers neue Impulse in das Team ein. Gemeinsam setzen die Fachkräfte vielfältige Projekte im Sozialraum um und unterstützen Menschen in Not und mit Fluchterfahrung sowie Familien bei den Herausforderungen der Corona-Pandemie.
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„Jedes Kind ist exzellent“ – dieses Motto, das auch einer der Grundsätze des Early Excellence-Ansatzes ist, lebt das Team der evangelischen integrativen Kindertagesstätte „Sonnenkinderhaus“ in Rostock tagtäglich. Hier wird vor allem Mitbestimmung großgeschrieben. Für die Kinder gibt es viele Möglichkeiten, ihre Wünsche und Anliegen einzubringen: Neben den Kinderkonferenzen ist das auch während der Erzähl- und Morgenkreise sowie in Kinderversammlungen möglich. Im Büro der Kita-Leitung ist zudem ein Kinderbüro geplant. Aktuell befindet sich das „Sonnenkinderhaus“ im Wandel – aus der Kita wird ein Kinder- und Familienzentrum, in dem Angebote für Kinder, Eltern, Großeltern und den gesamten Sozialraum gebündelt werden. Dafür wird die Kita in einen Neubau umziehen. In die Planung mit dem Architekturbüro werden Kinder und Eltern ausdrücklich mit einbezogen, so dass hier alle ihre Vorstellungen einbringen und gemeinsam Großes bewirken können.
Das sagt die Jury
Besonders beeindruckt hat die Jury, wie die Kita das räumliche Umfeld mitgestaltet und das überdurchschnittliche Engagement der Fachkräfte. Das Kita-Team engagiert sich weit über den normalen Kita-Alltag hinaus für die Belange der Kinder und deren Familien. Gemeinsam mit vielen anderen Akteuren des Stadtteils gestalten sie hier den Alltag mit: Vom gemeinsam ausgerichteten Flohmarkt über Beratungsstellen, die für alle Bewohner offen stehen bis hin zur Beteiligung am Stadtteiltisch ist das „Sonnenkinderhaus“ aktiv in die Stadtteilarbeit in Lütten Klein eingebunden.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Die evangelische integrative Kindertagesstätte “Sonnenkinderhaus” in Rostock ist beispielhaft für eine sich im Wandel befindende Institution. In einem herausfordernden Umfeld werden die vorhandenen Ressourcen gezielt genutzt, um die pädagogische Qualität Schritt für Schritt zu verbessern und die Kita zu einem Ort zu entwickeln, der Kinder und ihre Familien stärkt und unterstützt.
Ein wichtiges Anliegen der Fachkräfte ist es, Kindern vielfältige Erfahrungs- und Gestaltungsmöglichkeiten zu bieten, sie in ihrer individuellen Entwicklung zu begleiten und auch dem besonderen Förderbedarf von Kindern zu entsprechen. Die hohe Diversität der Kinder wird durch eine konzeptionelle Vielfalt aufgegriffen. In Zukunft wird es darum gehen, die Mitbestimmungs- und Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder weiter zu verbessern.
Eine besondere Stärke der Kita liegt in der starken Sozialraumorientierung und dem außergewöhnlichen kinder- und familienpolitischen Engagement. Bei ihrer pädagogischen Arbeit orientieren sich die Fachkräfte an den konkreten Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien, die sie über Gespräche und Analysen in den Blick bekommen. Gemeinsam mit Kooperationspartner:innen aus dem Umfeld ermöglichen sie auf dieser Grundlage vielfältige Angebote, Aktivitäten und Unterstützungsleistungen, die sich durch einen großen Ideenreichtum auszeichnen und allen Familien im Umfeld der Kita eine wichtige Stütze bieten.
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