Kontakt: Diakonissen-Mutterhaus Cecilienstift, Sabine Brennecke (Bereichsleiterin Kindertagesstätten und Frühförderung und Beratung), s.brennecke[@]cecilienstift.de
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Im Harz, einer Region, die vor allem durch den Tourismus geprägt ist, liegt die Kreisstadt Halberstadt. Hier hat sich das „Netzwerk – elementare Bildung inklusiv“ gegründet. Viele Akteure der frühkindlichen Bildung arbeiten daran, ein gemeinsames Verständnis von Inklusion in diesem Landkreis zu entwickeln. Ziel ist es, Fachkräfte zu sensibilisieren und immer mehr Einrichtungen Mut zu machen, sich dieser Thematik zu öffnen. Das Netzwerk konzipiert, organisiert und koordiniert entsprechende Angebote, wie Fachtage und Konsultationen und arbeitet an weiteren Informationsmöglichkeiten, wie Broschüren und Online-Angeboten. Vor allem aber vermittelt es Ansprechpartner für die pädagogischen Fachkräfte in der Region, die ihnen bei Fragen oder Unsicherheiten stets mit Rat und Tat zur Seite stehen – immer auf der Suche nach einer gemeinsamen, gut umsetzbaren Lösung.
Das „Netzwerk – elementare Bildung inklusiv“ will zum Thema Inklusion umfassend informieren, aufklären und dazu beitragen, Vielfalt als Schatz zu begreifen. Die Fachkräfte, an die sich die meisten Angebote des Bündnisses richten, sollen dazu motiviert werden, auch ihre Einrichtung inklusiv auszurichten. Regelmäßige Treffen, in denen sich die Beteiligten austauschen, bereichern die gemeinsame Arbeit aller Netzwerkpartner gleichermaßen.
Förderbündnis Familienzentrum Königsberg Zweiter Platz 2020
Ort: Biebertal Bundesland: Hessen Handlungsfeld: Stärkung der Dorfgemeinschaft undattraktive Lernangebote im ländlichen Raum Aktiv seit: 2012 Wirkungsradius: Ländlicher Raum
Kontakt: Gemeinde Biebertal, Patricia Ortmann (Stv. Bündnissprecherin und Bürgermeisterin), portmann[@]biebertal.de
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Nahe der Stadt Gießen liegt die Gemeinde Biebertal idyllisch umgeben von Wiesen, Wäldern und Bergen. Als die Kita im Ortsteil Königsberg 2012 wegen sinkender Kinderzahlen kurz vor dem Aus stand, ergriffen Eltern und Kita-Mitarbeitende die Initiative und schlossen sich mit der Dorfgemeinschaft zusammen. Gemeinsam gründeten sie ein Familienzentrum und konnten so das Fortbestehen der Kita sichern – und das mit Erfolg! Inzwischen ist die Nachfrage nach Kita-Plätzen in Königsberg so groß, dass die Einrichtung ausgebaut wird und das Bündnis seine Angebote auch für die Familien der umliegenden Orte öffnet. Dazu gehören ausgebildete Elternbegleitungen, die Mütter und Väter bei der Erziehung unterstützen. Das Bündnis bietet zudem Angebote für die ganze Dorfgemeinschaft an. Die Kinder erleben dabei hautnah, was die Natur alles zu bieten hat und lernen lokale Traditionen wie die jährliche Apfelernte und den Einsatz einer mobilen Apfelpresse kennen.
Auch die traditionelle Kartoffelernte mit Kartoffelfeuer und gemeinsamen Essen auf dem Feld ist ein Abenteuer für Groß und Klein, das gleichzeitig die Möglichkeit bietet, mehr über Nachhaltigkeits- und Gesundheitsthemen zu erfahren. Durch die Beteiligung lokaler Vereine, der Kirche, der Verwaltung und vielen mehr vernetzt das Förderbündnis die Menschen vor Ort und verbindet den Ausbau von Bildungsangeboten mit der Dorfentwicklung.
Das sagt die Jury
Das Bündnis hat das Dorf vom „Schlafort“ zum Lebensort gemacht und ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Bürgerinnen und Bürger ihr Dorf wieder zu ihrem eigenen Lebens-Projekt machen können, wenn demokratische Prinzipien und bürgerschaftliches Engagement greifen.
Das Bündnis ist beispielgebend dafür, wie zivilgesellschaftliches und kommunales Handeln in einem kleinen Sozialraum Wirkung entfalten. Die Akteure haben sich mit enormem ehrenamtlichem Engagement für eine Verbesserung ihrer Situation eingesetzt und damit nicht nur der drohenden Kita-Schließung die Stirn geboten, sondern eine Wirkkraft entfaltet, die bis zur Einrichtung eines Familienzentrums führte. Das Bündnis ist damit ein wichtiges Vorbild für Kinder und Jugendliche und fragt selbstverständlich danach, wie ihnen jetzt und in Zukunft Teilhabe ermöglicht wird.
Das Förderbündnis Familienzentrum Königsberg ist fest im gesamten Dorf verankert. Die vielfältigen, niedrigschwelligen Bildungsangebote beziehen viele Beteiligte ein: Hier stehen Kinder, pädagogisches Fachpersonal und Eltern im Mittelpunkt des Handelns.
Das Bündnis war schon im letzten Jahr unter den Finalisten und hat einen deutlichen Entwicklungssprung gemacht. Das Feedback wurde ernst genommen und umgesetzt. So wurden die Bereiche Kinderbeteiligung und Partizipation stark ausgebaut.
Ort: Oberursel Bundesland: Hessen Handlungsfeld: PartizipativeQuartiersarbeit für gelingendes Aufwachsen aller Kinder Aktiv seit: 2017 Wirkungsradius: Mittelstadt
Kontakt: Kinderbüro der Stadt Oberursel, Bettina Schuster-Kunovits (Kinderbeauftragte), kinderbuero[@]oberursel.de
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Die hessische Stadt Oberursel liegt beschaulich am Fuße des Taunusgebirges und dennoch in idealer Pendelnähe zur Metropole Frankfurt. Das macht sie zu einem attraktiven Wohnort für Familien – jeder zehnte Einwohner ist unter zehn Jahre alt. Damit die Jüngsten gut begleitet aufwachsen, haben sich unter Koordination des Kinderbüros die Betreuungseinrichtungen, Bildungsträger und sozialen Akteure der Stadt zusammengeschlossen. Das Bündnis Qualität vor Ort in Oberursel setzt die Lebenswelten der Familien, darunter Kitas, Grundschulen und Vereine in Beziehung und betrachtet sie ganzheitlich. Dafür sind Quartiersbegleiter in den Stadtteilen aktiv. Unter Beteiligung der Kinder und Eltern ermitteln sie deren Bedürfnisse, entwickeln neue Formate der Elternarbeit und schaffen Begegnungsmöglichkeiten, wie etwa beim „Klima-Lunch“, einer gemeinsamen Schulhof-Mahlzeit unter Nachhaltigkeitsaspekten.
Um passgenaue Angebote für die Familien im Quartier zu entwickeln, werden die Kinder auch bei der Beurteilung von Spielplätzen oder bei Projekten zur Verkehrsplanung beteiligt. Eine Steuerungsgruppe bindet Elternbeiräte und politische Akteure in die Entscheidungsprozesse des Bündnisses mit ein.
Lokales Bündnis für Familie Uecker-Randow Zweiter Platz 2020
Ort: Torgelow Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern Handlungsfeld: Bildungschancen der Kinder verbessern und ihre Beteiligung am gesellschaftlichen Leben fördern Aktiv seit: 2005 Wirkungsradius: Ländlicher Raum
Kontakt: Lokales Bündnis für Familie Uecker-Randow,Peter Fels (Bündnissprecher), uer-familienbuendnis[@]web.de
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Kinder sind unsere Zukunft. Das Lokale Bündnis für Familie Uecker-Randow begleitet die Erwachsenen von morgen auf ihrem Weg. Die 57 Bündnispartner, darunter ein Netzwerk aus Kitas und Tagespflege, Einzelpersonen, Firmen, Verwaltung und Politik entwickeln Projekte, mit denen sie dem demographischen Wandel entgegenwirken und Kinder aktiv am Gemeinwesen beteiligen. Bei einem jährlich stattfindenden Ideenwettbewerb werden Kinder befragt, was sie an ihrem Wohnort ändern würden. Ihre Ideen dürfen sie umsetzen und bekommen dafür sogar ein kleines Budget, das sie selbst verwalten. So wurde unter anderem ein Spielplatz von den Kindern gestaltet und eine Kräuterschnecke gebaut. Zentrum der Bündnis-Aktivitäten ist die Kommune Torgelow. Sie liegt direkt an der deutsch-polnischen Grenze, mitten in der Ueckermünder Heide. Daher trägt das Bündnis mit seinen Projekten neben Partizipation auch zur Umweltbildung bei und fördert Weltoffenheit und Freundschaften über Landesgrenzen hinweg.
Genau das ist zum Beispiel im generationen- und grenzüberschreitenden Programm „Lurchenland in Zwergenhand“ passiert. Kinder, Eltern, Großeltern und Betreuer von Kitas an der deutschen und polnischen Grenze organisierten gemeinsam einen Umwelttag und errichteten einen Waldspielplatz. Neben der Natur haben sie so ganz nebenbei Alltag, Kultur und Tradition des jeweiligen Nachbarlandes kennen gelernt.
Das sagt die Jury
Das Bündnis hat die Jury ganz besonders beeindruckt, da es unermüdlich, aus zivilgesellschaftlicher Kraft und mit wenig Unterstützung in einem sehr herausfordernden sozialen Raum ein Zeichen setzt für die Gegenwart und Zukunft der Kinder in der Region. Wenn Kinder Respekt, Achtsamkeit und Zusammenhalt statt Ausgrenzung lernen, ist viel gewonnen.
Das Bündnis ist ein Bollwerk der Demokratie in einer herausfordernden Umgebung. Es macht sich stark für Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Demokratie in einem Kontext, der von demografischem Wandel, fehlender Infrastruktur und starkem Zuspruch zu antidemokratischen Parteien geprägt ist. Die Bündnis-Beteiligten engagieren sich aktiv und werteorientiert für die Region und teilen ein zivilgesellschaftliches und demokratisches Selbstverständnis.
Das Bündnis engagiert sich seit vielen Jahren ausdauernd und langfristig dafür, die Lage von Kindern und Familien zu verbessern. Dabei werden vielfältige Akteure bedarfsorientiert einbezogen. Gemeinsam werden pragmatische, unmittelbare, aktionsbezogene Lösungen entwickelt. Das Bündnis agiert dabei sehr direkt und ist nah dran an den Familien und Kindern vor Ort, schaut aber auch über den Tellerrand und holt sich Impulse, z.B. in Kooperation mit der Universität Greifswald und mit einer polnischen Kita.
PERLE-Netzwerk in Walsrode und der Vogelparkregion Finalist 2020
Ort: Heidekreis Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Gute Übergänge in der Bildungskette und Gestaltung einer professionellen Lerngemeinschaft Aktiv seit: 2015 Wirkungsradius: Ländlicher Raum, kommunenübergreifend
Kontakt: Bildungslandschaft Heidekreis, Stabsstelle Schulverwaltung und Bildung, ÖPNV, Alexandra von Plüskow-Kaminski (Bildungskoordinatorin), a.vonplueskow-kaminski[@]heidekreis.de
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Inmitten der Lüneburger Heide liegt der Heidekreis. Außer dem Weltvogelpark Walsrode und dem Heide Park Soltau lockt die ansprechende Landschaft viele Touristen in die Region. Für die dortige Bildungslandschaft setzt sich das PERLE-Netzwerk ein. Der Kern dieses Bündnisses besteht aus zehn Kitas, sieben Grundschulen sowie Gremien der Kommunen und des Sozialraums, die kommunenübergreifend eine professionelle Lerngemeinschaft für die pädagogischen Fachkräfte aus Kita und Grundschule aufbauen. Durch Fortbildungen in den Bereichen Personal Leadership (PERLE), Beratung und Sprachbildung sowie kollegiale Fallberatungen können sich die Teilnehmenden qualifizieren und lernen auf Augenhöhe zusammenzuwirken. Die Fachkräfte nutzen die gewonnenen Kompetenzen, um den Kindern den Übergang von der Kita zur Grundschule zu erleichtern. Unterstützt wird das Bündnis dabei unter anderem von Strukturen der Niedersächsischen Landesschulbehörde, einer Kinderbuchautorin, die Projekte zur Sprachförderung anbietet oder der TU Braunschweig, die das Netzwerk evaluiert hat.
Über den Tellerrand der eigenen Region hinaus vernetzt sich das Bündnis zudem mit Bildungseinrichtungen aus dem europäischen Ausland, um vielfältige Impulse für die eigene Arbeit aufzugreifen. So nimmt das PERLE-Netzwerk seit 2019 am ERASMUS+ Programm teil und fördert den Austausch mit Kitas und Schulen, unter anderem aus Österreich, Polen und den Niederlanden.
fidibus – mobile inklusive Familienbildung für alle Finalist 2020
Ort: Trier Bundesland: Rheinland-Pfalz Handlungsfeld: Inklusion und Kinderrechte Aktiv seit: 2008 Wirkungsradius: Kleinere Großstadt
Kontakt: fidibus – zentrum für familie | begegnung | kultur e.V. / Haus der Familie, Silvia Willwertz (Vorsitzende und pädagogische Leitung), kontakt[@]fidibus-trier.de
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Das Wahrzeichen der rheinland-pfälzischen Stadt Trier ist die Porta Nigra. Das antike Stadttor hat schon den alten Römern den Zugang zur Moselmetropole ermöglicht. Und um Zugänge geht es auch bei dem hier wirkenden Bündnis „fidibus – mobile inklusive Familienbildung für alle“: Kinder unterschiedlichster Herkunft, mit und ohne Beeinträchtigungen, profitieren unabhängig von ihrer Lebenslage von den Bildungsangeboten dieses Bündnisses, das gelebte Inklusion und Vielfalt interaktiv erlebbar macht. fidibus organisiert zum Beispiel regelmäßig musikalische, kreative und theaterpädagogische Mitmach-Angebote in den Kitas in der Stadt und des umliegenden Landkreises. Hinzu kommen interkulturelle Musik-Projektwochen mit Instrumentenbau sowie Workshops zu Kinderrechten. Zudem unterstützt das Bündnis aus einem Familienzentrum, Kitas und Förderschulen, Jugendämtern, verschiedenen Fachstellen und weiteren Institutionen engagierte Einrichtungen mit Materialien für die pädagogische Arbeit.
So entstanden zum Beispiel eine DVD und verschiedene Broschüren zum Singen und Erzählen mit Gebärden sowie ein Kinderrechtebuch in sieben Sprachen. Mit seinen Kinder-Kunst-Kreativ-Angeboten werden vom Kind ausgehend Erlebnisräume geschaffen, in denen die Kinder zu Fähigkeiten-Entdeckern und Gestaltern ihrer Umwelt werden. Das Bündnis unterstützt Kitas zudem beim Aufbau von Elterncafés oder beim Planen von Eltern-Gesprächsrunden. Für Familien mit besonderen Kindern, Alleinerziehende, geflüchtete Familien oder Eltern mit besonderen Herausforderungen gibt es spezielle Mutmach-Angebote, die Begegnung und Austausch ermöglichen und Familien begleiten. Bedarfsgerechte Fortbildungsangebote ergänzen die Arbeit des Bündnisses.
Qualitätsoffensive: Auf den Anfang kommt es an! Finalist 2020
Ort: Emmendingen Bundesland: Baden-Württemberg Handlungsfeld: Qualität und Inklusion Aktiv seit: 2015 Wirkungsradius: Kleinere Mittelstadt
Kontakt: Stadt Emmendingen, Referat Kindertagesstätten, Beate Ebertz (Qualitätsbeauftragte Kindertagesstätten), b.ebertz[@]emmendingen.de
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Eine gute Aussicht über den Schwarzwald bieten der Eichbergturm und die Ruine Hochburg, zwei Wahrzeichen der badischen Stadt Emmendingen, nahe Freiburg im Breisgau. Gute Aussichten haben auch alle Kinder, die hier aufwachsen. Denn die 24 Kitas der beteiligten Träger haben sich zu einer Qualitätsoffensive zusammengeschlossen, die allen Kindern unabhängig von Herkunft und Fähigkeiten die gleichen Chancen bieten will. Nach dem Motto „Es ist normal, verschieden zu sein“ setzt sich das Bündnis seit 2015 für Qualität und Inklusion im Kita-Alltag ein. Unter Federführung der Stadt tauschen sich Trägervertretungen, Kita-Leitungen und Fachkräfte nicht nur regelmäßig aus: Weiterqualifizierungsangebote zielen auf die Stärkung der Kita-Leitungen. In konkreten Werkstatt-Projekten in den Kitas nehmen die Akteure Spielmaterialien, Räumlichkeiten oder Beteiligungsangebote in den Blick, damit diese tatsächlich barrierefrei werden.
Gemeinsame Qualitätsentwicklung, auch hinsichtlich Inklusion, zieht sich wie ein roter Faden durch die Emmendinger Kitas, so dass Kinder, Eltern und Fachkräfte an Entscheidungen teilhaben und demokratische Prozesse üben können. Diese Erfahrungen des Bündnisses können in den partizipativen Stadtentwicklungsprozess „Mein Emmendingen 2035“ einfließen.
Ort: Bamberg Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Förderung von Selbstwirksamkeit, Gesundheit und nachbarschaftlichem Engagement Aktiv seit: 2017 Wirkungsradius: städtisch
Kontakt: Kath. Kindergarten St. Gisela, Nadja Heinbuch (Einrichtungsleitung), st-gisela.bamberg[@]kita.erzbistum-bamberg.de
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Im Süden Bambergs liegt der Stadtteil Gereuth. Seit 2017 ist hier ein Zusammenschluss aus zivilgesellschaftlichen Gruppen, Beratungsinstitutionen, der katholischen Kita, der Grundschule sowie Einrichtungen der Jugendhilfe aktiv. „Aus der Gereuth für die Gereuth“ – der Name ist Programm: Denn das Bündnis animiert die Anwohner sich für den eigenen Stadtteil einzusetzen. Es sammelt die Ideen der Bevölkerung und setzt sie gemeinsam mit ihr um. So entstanden unter anderem Stadtteil- und Sommerfeste, auf denen sich die Anwohner kennenlernen konnten. Vor allem die Kinder erleben, dass ihre Meinung zählt. Durch Gespräche, Befragungen und Kinderkonferenzen können sie ihre Themen einbringen. So entstand unter anderem die Idee eines Kinderturnens oder eines Eltern-Kind-Kochworkshops. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos und wirklich jede und jeder ist willkommen. Zur Not wird auch mal ein Abholdienst oder eine Begleitung organisiert.
Gemeinsam mit der örtlichen Stadtbaugesellschaft entstand das „Taschengeldprojekt“. Hier gehen die Kinder als gutes Beispiel in Sachen Umweltschutz voran, indem sie ihren Stadtteil sauber halten. Einmal pro Woche treffen sie sich mit einem engagierten Bürger aus dem Viertel und sammeln den herumliegenden Müll ein. Als Gegenzug erhalten sie dafür ein kleines Taschengeld.
Das sagt die Jury
Es gelingt dem Bündnis in einem sehr herausfordernden und stigmatisierten Stadtteil die heterogene Bevölkerung zusammenwachsen zu lassen, indem es die Menschen – und vor allem Kinder – im Stadtteil miteinander in Aktion bringt.
Die Jury hat beeindruckt, wie groß die Kindorientierung und Partizipation dabei in der Gereuth geschrieben werden: Kinder werden nicht als hilfs- und unterstützungsbedürftig adressiert, sondern als Akteure, die mitreden, mitbestimmen und ganz konkret mitwirken können. Angebote werden hier nicht für sie, sondern mit ihnen gemeinsam gestaltet und sie werden so als Zielgruppe konsequent in die Arbeit des Bündnisses mit einbezogen und in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. So wirkt das Bündnis bekräftigend in den Stadtteil hinein und fördert viele Potentiale.
Die Arbeit des Bündnisses zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr konkret ist und gemeinsam mit den Menschen vor Ort die Herausforderungen anpackt. Der Sozialraum wird dabei nicht in die Kita geholt, vielmehr geht die Kita direkt in den Sozialraum hinein. Die gesetzten Ziele und die Art der Bearbeitung stimmen dabei gut überein. Die Zielgruppe wird wirksam aktiviert, um konkrete Hilfen umzusetzen, ohne zu entmündigen. Vielmehr wird die Identifikation mit der Gereuth gestärkt.
Die Ressourcen der Zielgruppe werden gesehen und gefördert. Die Kraft und die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Handelns im Alltag werden deutlich. So gelingt es mit großem Engagement Stück für Stück das Image der Gereuth in Bamberg zu verbessern.
Ort: Dorfen Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Inklusion und Vernetzungen im Sozialraum Aktiv seit: 2005 Wirkungsradius: Größere Kleinstadt
Kontakt: Kinder- und Jugendhaus Dorfen, Annette Gerlitsch (Leitung Kinder- und Jugendhaus), kjh[@]kita-dorfen.de
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Rund 45 Kilometer östlich von München, der Weltstadt mit Herz, liegt Dorfen – die zweitgrößte Stadt im Landkreis Erding mit viel Herz für alle Kinder. Unabhängig davon woher sie kommen, wie ihre Familien leben oder ob sie besondere Herausforderungen mitbringen: Der Arbeitskreis Kinder- und Jugendarbeit und das Kinder und Jugendhaus als zentrale Anlaufstelle sorgen dafür, dass alle hier gut zusammenleben, lernen und arbeiten können. In dem Bündnis haben sich Kitas und Schulen, Ehrenamtliche, soziale Einrichtungen, Politik und Verwaltung zusammengeschlossen. Gemeinsam organisieren sie Aktionstage, Workshops oder Cafés für Kinder und Eltern. Die Kitas im Ort unterstützt das Bündnis auch personell: Es gibt eine Qualitätsmanagementbeauftragte und eine Fachkraft für Kinder mit Migrationshintergrund. In den vier Inklusionshäusern arbeiten eigene Heilpädagogen. Ein heilpädagogischer Fachdienst unterstützt die restlichen Häuser, die entsprechende therapeutische Expertise benötigen.
Wenn es darum geht, Mitmach-Projekte für Kinder zu organisieren, wächst das Dorfener Bündnis auch schon mal sprichwörtlich über sich hinaus: etwa bei Kooperationen mit dem Seniorenheim, der Flüchtlingshilfe, der Bücherei, der Musikakademie oder den Stadtwerken. Damit die Angebote auch in Einklang mit den Bedürfnissen der Familien stehen, hat das Bündnis vor kurzem eine Befragung zur Lebenswelt der Kinder, Jugendlichen und Familien in der Kommune durchgeführt.
Das sagt die Jury
Das Bündnis lebt Inklusion in vorbildlicher Weise, indem es an den jeweils individuellen Lebenswirklichkeiten der Kinder ansetzt und dann schaut, wie es passgenau unterstützen kann, beispielsweise durch eine zentralisierte Platzvergabe. Die Akteure im Bündnis entwickeln lösungsorientierte Ansätze für jedes Kind, die sich an den Bedürfnissen und nicht an Vorgaben orientieren, um Chancengleichheit und Bildungsteilhabe zu ermöglichen. Es vertritt die Haltung, dass sich die Umgebung verändern muss, nicht das Kind.
Zunächst rein aus der Zivilgesellschaft entstanden, arbeitet das Bündnis inzwischen breit und professionell aufgestellt: Vielfältige Akteure aus Ehrenamt, Fachwelt und Politik wirken eng zusammen und machen sowohl die Lebenswirklichkeit der Kinder, Jugendlichen und Familien vor Ort als auch das kommunale Leitbild zu ihrem Ausgangspunkt.
Die Akteure im Bündnis agieren als Einheit, es gibt einen starken Zusammenhalt und eine hohe Identifikation. Das zeigt sich auch im Übergangsmanagement zwischen den Bildungseinrichtungen, das die Jury sehr beeindruckt hat.
Das Bündnis arbeitet in einem starken Bewusstsein, dass seine Arbeit sowohl gegenwarts- als auch zukunftsorientiert ist, lässt sich immer wieder auf neue Themen ein und nutzt unterschiedliche Formate der Reflexion. Es reagiert frühzeitig auf sich ändernde Bedingungen im Sozialraum und bringt sich auch politisch aktiv ein, was sich in entsprechenden Ratsbeschlüssen widerspiegelt. Auch darin zeigt sich die besonders gelungene Mischung aus zivilgesellschaftlichem Engagement und professioneller Steuerung, die nachhaltige Strukturen (z.B. Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendzentrum, kleinräumige Netzwerke) anstatt temporärer Angebote schafft.
Bildungsnetz Heerstraße Nord – AG Frühe Förderung Zweiter Platz 2020
Ort: Berlin-Spandau Bundesland: Berlin Handlungsfeld: Chancengleichheit, Eltern stärken Aktiv seit: 2011 Wirkungsradius: Großstadtbezirk
Kontakt: Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e.V., Quartiersmanagement Heerstraße, Christian Porst (Leitung und stv. Bündnissprecher), porst[@]heerstrasse.net
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Ganz im Westen, am Stadtrand Berlins, ist die Arbeitsgemeinschaft Frühe Förderung, die Bestandteil des Bildungsnetzes Heerstraße Nord ist, zu Hause. Hier kooperieren verschiedene Akteure wie Kitas, Grundschule, Familienzentren, Kinderärzte, Jugendamt, Kinder- und Familienprojekte miteinander, um die Lebenschancen aller Kinder im Quartier zu verbessern und Eltern aktiv in die Bildungsarbeit einzubeziehen. Vor allem die ganz Kleinen stehen im Mittelpunkt des Geschehens: Seit der Gründung im Jahr 2011 wurden im Bereich der frühen Förderung zwei Projekte entwickelt und an freie Träger vergeben. Die Arbeitsgemeinschaft begleitet auch Projektdurchführung und Evaluation. Die „Kita-Sozialarbeit“ ist bereits eine Erfolgsgeschichte im Kiez und darüber hinaus. Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen unterstützen hier Kitas bei der Elternarbeit, können so frühzeitig präventiv wirken und gleichzeitig auch das pädagogische Personal unterstützen und entlasten.
In einem weiteren, neuen Projekt werden Eltern, insbesondere Alleinerziehende und Familien ohne Kita-Platz mit Kindern unter drei Jahren, vor allem durch aufsuchende Arbeit im Sozialraum, gestärkt. Familien können hier auf das Know-how und das Engagement der einzelnen Akteure bauen und finden in diesem Bündnis nicht nur Beratung, sondern vor allem auch ganz praktische und unbürokratische Unterstützung sowie Begleitung.
Das sagt die Jury
Das Bündnis zeichnet sich durch sein unbeirrbares Engagement aus und beeindruckt die Jury durch die außerordentliche Motivation, allen Kindern in einem besonders belasteten Berliner Stadtteil (über 70% der Kinder leben in Familien, die Empfänger von Sozialleistungen sind) von Anfang an verbesserte Lebens- und Bildungschancen sowie Teilhabe zu ermöglichen. Alle Akteure eint der Geist, nicht aufzugeben. Trotz der fehlenden nachhaltigen Planbarkeit aufgrund der wiederholten Projektförderung ist das Netzwerk durch eine relative Stabilität gekennzeichnet.
Die Arbeit des Bündnisses setzt sehr früh an, bereits vor der Geburt, sodass den Familien unmittelbar eine Begleitung zum Wohle der Kinder angeboten werden kann und die Kinder über einen langen Zeitraum von der Unterstützung profitieren. Das Bündnis ist sich der besonderen Bedeutung des frühen Kindesalters für die kindliche Entwicklung sehr bewusst und verbessert die Lebenschancen der Kinder im Sozialraum auf diese Weise besonders nachhaltig. Auch stärkt es Eltern in ihrer Erziehungskompetenz, unter anderem durch das innovative und zugehende Beratungskonzept der Kita-Sozialarbeit. Die Niederschwelligkeit der Angebote schätzt die Jury als vorbildlich ein. Der ganzheitliche Ansatz bietet Familien wirkungsvolle Hilfe zur Selbsthilfe.
Besonders beeindruckend ist auch die Zusammensetzung und Größe des Bündnisses, in dem das zielorientierte Zusammenwirken außergewöhnlich gut gelingt und mit viel Herzblut und persönlichem Einsatz erfolgt. Die Vielfalt der multiprofessionellen Perspektiven, inkl. dem Gesundheitsbereich, führt zu ganzheitlichen, innovativen und effektiven Lösungen. Dabei arbeitet das Bündnis sehr prozessorientiert in einer guten Mischung aus strukturell abgesicherten, regelhaften sowie flexiblen Austausch- und Arbeitsformaten und sowohl mit externer Evaluation als auch regulärer gemeinsamer Reflexion.
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