• Familienzentrum Gemeindekindergarten Zauberwelt

    Familienzentrum Gemeindekindergarten Zauberwelt

    Familienzentrum Gemeindekindergarten Zauberwelt
    Zweiter Platz 2019

    Ort: Titz
    Bundesland: Nordrhein-Westfalen
    Größe: 106 Kinder, 19 Mitarbeitende
    Träger: Gemeinde Titz
    Unsere Stärke: Mitbestimmung wird hier großgeschrieben

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    Was wäre, wenn es eine Zauberwelt gäbe, in der Kinder und Erwachsene gleichwertige Partnerinnen und Partner wären? Wie sähe diese Welt aus, in der sie gemeinsam entscheiden könnten, wie sie ihre Umgebung gestalten und was darin passiert? Im nordrhein-westfälischen Titz gibt es solch einen Ort. Im Familienzentrum Gemeindekindergarten Zauberwelt bestimmen Kinder und Fachkräfte zusammen, wie ihr Kita-Alltag aussieht und abläuft: Die Mädchen und Jungen entscheiden hier nicht nur mit, wie die Räume gestaltet werden und welche Projekte sie als Nächstes angehen, sie bringen sich auch im Kinderbeirat ein. Im Kindercafé können sie vormittags frühstücken – wann und mit wem sie wollen. Und sie bestimmen gemeinsam, was hier in der kommenden Woche auf den Tisch kommt. Jedes Kind darf seinen Tag in der Kita selbst gestalten: Der Morgen startet immer in der Stammgruppe, die Kinder können aber zu jeder Zeit einen der zahlreichen Funktionsräume erkunden. Neben einem Atelier und einer Werkstatt gibt es in der Kita einen Bauraum, eine Zahlenwerkstatt, einen Forscherraum sowie einen Licht- und Ruheraum. Zwei Bewegungsräume, ein Rollenspielraum mit einer Tanz- und Theaterbühne, der Ruheraum mit Bibliothek, ein Bereich mit Tischspielen und Puzzles sowie das Außengelände komplettieren die Zauberwelt in Titz, die Kinder gemeinsam mit Erwachsenen gestalten und erforschen dürfen.

    Das sagt die Jury

    Die Arbeit des Familienzentrums Gemeindekindergarten Zauberwelt in Titz wird getragen durch eine sehr gute Führungskultur und professionelle Teamarbeit. Vorhandene Kompetenzen werden sinnvoll vernetzt und die gemeinsame Haltung ist geprägt durch einen positiven Blick auf Kinder und ihre Familien.

    Das Familienzentrum versteht sich auch als kommunalpolitischer Akteur und engagiert sich auch für die Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen, z.B. der Integration geflüchteter Familien.

    Sehr beeindruckend ist zudem, wie Kinder, Eltern und Fachkräfte an der konzeptionellen Weiterentwicklung beteiligt sind, z.B. an der Umgestaltung der Räume von Gruppenräumen in Funktionsräume.

  • AWO Kita „An der schmalen Gera“

    AWO Kita „An der schmalen Gera“

    AWO Kita „An der schmalen Gera“
    Zweiter Platz 2019

    Ort: Erfurt
    Bundesland: Thüringen
    Größe: 52 Kinder, 6 Mitarbeitende
    Träger: AWO Alten-, Jugend- und Sozialhilfe (AJS) gGmbH
    Unsere Stärke: mit dem Team und den Kindern neue Wege gehen

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    Die Erfurter AWO Kita „An der schmalen Gera“ ist in einem Altbau in der Nähe der Altstadt untergebracht. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man hier nicht offen für Neues ist. 2013 hat sich das Kita-Team für eine grundsätzliche Veränderung entschieden: Um den Entwicklungsbedürfnissen der Kinder in der Einrichtung bestmöglich Rechnung zu tragen, wurde das Konzept der offenen Arbeit eingeführt. Dabei war es den Verantwortlichen besonders wichtig, diesen Pfad mit dem Team, den Kindern und den Eltern gemeinsam zu beschreiten. Allen Mitarbeitenden – auch dem technischen Personal – wurde das Konzept erläutert. Die Eltern konnten sich während der Phase der Neuausrichtung zum Beispiel in zusätzlich angebotenen Sprechstunden informieren. Und in Kinderkonferenzen haben die pädagogischen Fachkräfte das Vorhaben auch mit ihren Schützlingen besprochen. Erst mit dem mehrheitlichen Einverständnis der Kinder fiel der Startschuss für die offene Arbeit. Heute dürfen die Kinder zum Beispiel das Außengelände der Kita in Absprache mit den Fachkräften selbständig erforschen oder auch während der Ruhezeiten auf der Bewegungsbaustelle aktiv werden. Im Projekt „Dancing kids“ finden Kinder aller Nationalitäten über Musik und Tanz zusammen. Und bei den Auftritten der Gruppe kommen dann auch ihre Familien miteinander in Kontakt. Beim „geschenkten Kita-Tag“ dürfen übrigens auch die Eltern mit in die Kita kommen, um mit ihrem Nachwuchs zu spielen und die offene Arbeit der Kita hautnah mitzuerleben.

    Das sagt die Jury

    Die Arbeit der Kita überzeugt und beeindruckt durch eine gelebte Haltung der Fachkräfte, Kinder in ihrem Lernen zu unterstützen, ihre Selbstwirksamkeit zu fördern, ihnen mit Zutrauen zu begegnen und ihnen Freiräume zu geben. Dabei haben sie zugleich immer auch die Familien im Blick.

    Um die Qualität kontinuierlich weiterzuentwickeln wurden regelhafte Reflexionsstrukturen etabliert. Die Fachkräfte arbeiten vorausschauend und zugleich pragmatisch, sie nehmen konsequent Schwächen und Entwicklungspotentiale in den Blick und zeigen Mut, Neues zu wagen und konzeptionelle Veränderungen umzusetzen. Dabei werden sie zielgerichtet auch von ihrem Träger sehr bedarfs- und zielorientiert unterstützt.

    Die Kita versteht sich als integraler Bestandteil des Sozialraums, wirkt in diesen hinein und übernimmt Verantwortung in diesem (Tanzgruppe, Müllsammeln im Park, Kontakt Seniorenheim). Es gibt Kooperationen mit vielen Akteuren im Sozialraum aber auch mit Fachschulen, der Universität oder die Mitwirkung in einem Fachberatungsnetzwerk.

  • Caritas-Kinderhaus Leo

    Caritas-Kinderhaus Leo

    Caritas-Kinderhaus Leo
    Finalist 2019

    Ort: Coburg
    Bundesland: Bayern
    Größe: 74 Kinder, 15 Mitarbeitende
    Träger: Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Coburg e. V.
    Unsere Stärke: Reggio-Pädagogik, ästhetisch-künstlerische Bildung, Vernetzung mit Eltern und der Stadt

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    Im Caritas-Kinderhaus Leo kommen alle zusammen. In Krippe, Kita und Hort gehen jeden Tag 74 Kinder aus 18 Nationen im Alter von null bis 14 Jahren ein und aus. Hier wird jedes Kind als individuelle Persönlichkeit geschätzt und gefördert – und beispielsweise in Kinderinterviews nach seiner Meinung gefragt. Vor allem Kunst wird in der Einrichtung großgeschrieben: Im Kinder- und im Draußenatelier wird gemalt, getanzt, getöpfert, experimentiert und vieles mehr, ohne Vorgaben vonseiten der pädagogischen Fachkräfte. So können die Kinder ihren eigenen Ideen nachgehen und gemeinsam Großes schaffen. Doch nicht nur die Kinder, auch die Eltern spielen hier eine zentrale Rolle. In der regelmäßig angebotenen Elternakademie bietet das Kinderhaus Leo – ganz nach dem Motto „von Eltern für Eltern“ – Veranstaltungen an, deren Themen gemeinsam mit den Eltern erarbeitet wurden. Einen großen Stellenwert hat im Kinderhaus auch die Einbeziehung der Stadt Coburg: Die Kita öffnet sich mit ihren Angeboten wie dem Elterncafé nach außen und die Kinder unternehmen mit den pädagogischen Fachkräften Exkursionen zu Behörden, kaufen beim Bäcker nebenan ein oder gehen gemeinsam ins Theater. Bildung muss hier nicht extra in das Kinderhaus geholt werden, sondern findet direkt an den jeweiligen Orten statt. Die Kinder erfahren so gemeinschaftliches Leben im Kleinen und können sich dadurch die großen, globalen Zusammenhänge besser erschließen.

  • Children Center Bunte Vielfalt

    Children Center Bunte Vielfalt

    Children Center Bunte Vielfalt
    Finalist 2019

    Ort: Guben
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 32 Kinder, 15 Mitarbeitende
    Träger: Haus der Familie Guben e. V.
    Unsere Stärke: Interkulturalität, Einbindung der Kita ins Familienzentrum

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    Im Children Center Bunte Vielfalt dreht sich alles um das gemeinschaftliche Forschen und Lernen und die Kinder und Familien stehen als Ganzes im Mittelpunkt. So ist die Kita in das Familienzentrum mit Mehrgenerationenhaus eingebunden und kann dadurch auf eine Vielzahl von Angeboten, zum Beispiel aus dem Bereich Familienbildung, zurückgreifen: Gemeinsam mit den speziell ausgebildeten Mitarbeitenden, den Familienbegleiterinnen und -begleitern kommen beim Familienfrühstück und bei Freizeitangeboten alle zusammen und können sich in einer angenehmen Atmosphäre austauschen. Die 32 Kinder, die derzeit das Children Center besuchen, profitieren außerdem von dem Early-Excellence-Ansatz, den die Einrichtung während einer Studienreise nach Großbritannien kennengelernt hat und seitdem verfolgt: Jedes Kind wird hier als „excellenter Lerner“ verstanden, der von Anfang an durch seine individuellen Stärken und Kompetenzen über das richtige Werkzeug verfügt. Alle Kinder erhalten im Children Center dadurch die für sie bestmögliche Förderung und Bildung.

  • Familienzentrum des Murkel e.V., Kinderhaus I

    Familienzentrum des Murkel e.V., Kinderhaus I

    Familienzentrum des Murkel e.V., Kinderhaus I
    Zweiter Platz 2019

    Ort: Siegburg
    Bundesland: Nordrhein-Westfalen
    Größe: 93 Kinder, 24 Mitarbeitende
    Träger: Elterninitiative Murkel e. V.
    Unsere Stärke: offene Arbeit, Kommunikation und Sprache

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    „Jeder Jeck ist anders und wir nehmen jeden so, wie er ist.“ Getreu diesem Motto wird im Familienzentrum des Murkel e. V. jedem Kind und jeder Familie mit Respekt begegnet und Offenheit im Alltag ganz praktisch gelebt. Hier sprudelt es nur so vor Ideen und Aktivitäten: Alle Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte können sich im Kita-Alltag einbringen. Die Kinder entscheiden beispielsweise jeden Tag aufs Neue, was sie machen möchten und werden von den pädagogischen Fachkräften dabei ganz individuell unterstützt. Das geschieht auch gerne mal auf Kölsch oder nonverbal mithilfe von lautsprachunterstützenden Gebärden. Kommunikation wird im Kinderhaus nämlich großgeschrieben. Alle haben hier eine Stimme und werden gehört. So wird gemeinsam mit den Kindern über Ausflüge in der näheren Umgebung abgestimmt. Im Stadtteil fühlen sich alle wohl – doch wünscht man sich hier noch ein wenig mehr Lebendigkeit. Aus diesem Grund hat sich eine Bürgergemeinschaft gegründet, die unter anderem dafür sorgt, dass der öffentliche Spielplatz nebenan ein noch attraktiverer Ort zum Spielen und Toben für alle „Jecken“ wird.

    Das sagt die Jury

    Ein wichtiger und sichtbarer Fokus des Familienzentrums liegt im Bereich der Autonomieförderung von Kindern und einer gelebten Beteiligungskultur. Es gibt langjährige Erfahrungen mit offener Arbeit und eine große Bereitschaft, die Kinder selbst lernen und eigene Erfahrungen machen zu lassen.

    Auch mit Blick auf die eigene pädagogische Arbeit zeigt sich das Team reflektiert und handlungsmutig, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

    Insgesamt gibt es eine große Zugewandtheit gegenüber Kindern und ihren Familien. Die dialogische Haltung zeigt sich z.B. in einem Patenschaftskonzept, durch das alle Familien einen festen Ansprechpartner haben und bedarfsorientierte Unterstützung erhalten.

  • GartenKulturLabor

    GartenKulturLabor

    GartenKulturLabor
    Finalist 2019

    Ort: Stuttgart
    Bundesland: Baden-Württemberg
    Handlungsfeld: Mitgestaltung des öffentlichen Raums und Eröffnung neuer Naturerfahrungen
    Aktiv seit: 2015
    Wirkungsradius: Großstadt

    Kontakt: Gemeinschaft der Gartenfreunde Stuttgart-Botnang e. V., Wolfgang Zaumseil (Koordinator), info[@]wolfgang-zaumseil.com

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    Im GartenKulturLabor in Stuttgart wachsen neben Kürbis und Zucchini auch neue Bekanntschaften und sogar Freundschaften heran. Das einst brachliegende 1.200 Quadratmeter große Gartengrundstück verwandelte sich in kurzer Zeit zu einem Nachbarschaftsgarten. Heute ist er Treffpunkt verschiedener Generationen und Nationen der näheren Umgebung. Hier jäten, säen, pflanzen und ernten Nachbarinnen und Nachbarn zusammen mit Kindern und deren Eltern aus dem nahegelegenen Spitalwaldkindergarten und einer Unterkunft für Geflüchtete. Gemeinsam gestalten alle Akteurinnen und Akteure den öffentlichen Raum und erleben die Natur auf diese Weise ganz neu. Die Kinder sind nicht nur während der Kita- und Schulzeit im Projektgarten aktiv, sondern auch in der Freizeit, gemeinsam mit ihren Familien. Unter Anleitung von Fachkräften lernen die Nachwuchsgärtnerinnen und -gärtner, wie man Obst und Gemüse pflanzt, erntet und verarbeitet sowie Verantwortung für die Pflege übernimmt. Neben Gartenarbeit gibt es auch Bau-, Kunst- und Forschungsprojekte. So forschten die Kinder zusammen mit einer Biologin der Stuttgarter Universität Hohenheim an einem Versuchsbeet für insektenfreundliche Balkonpflanzen. Dabei lernten sie viel über das Leben der Insekten. Das GartenKulturLabor im Nachbarschaftsgarten Botnang wurde 2015 von der Gemeinschaft der Gartenfreunde Stuttgart-Botnang e. V. ins Leben gerufen. Zum Bündnis gehören neben der Kita und der Unterkunft für Geflüchtete auch das Jugendwerk der AWO Württemberg e. V. sowie die Arbeitsgemeinschaft für die eine Welt (AGDW e. V.). Freiberufliche Fachkräfte aus den Bereichen Musik-, Kunst- und Gartenpädagogik ergänzen das Bündnis.

  • Bildungsnetzwerk Südliche Friedrichstadt

    Bildungsnetzwerk Südliche Friedrichstadt

    Bildungsnetzwerk Südliche Friedrichstadt
    Zweiter Platz 2019

    Ort: Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
    Bundesland: Berlin
    Handlungsfeld: Bildungsgerechtigkeit und Partizipation
    Aktiv seit: 2009
    Wirkungsradius: Großstadt, innerstädtisch

    Kontakt: k&k kultkom, Kerstin Wiehe (Prozessbegleitung k&k kultkom), wiehe[@]kultkom.de

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    Im Herzen Berlins – in der Nähe der Friedrichstraße und des Checkpoint Charlie – liegt die Südliche Friedrichstadt. Seit 2009 arbeiten hier unterschiedliche Akteurinnen und Akteure sowie Kooperationspartnerinnen und -partner daran, allen Kindern die Chance auf eine exzellente Bildung zu geben. Die Philosophie des Bildungsnetzwerks Südliche Friedrichstadt ist der Early-Excellence-Ansatz. Dabei wird jedes Kind als einzigartig betrachtet und die Eltern als Expertinnen und Experten in die Arbeit eingebunden. Das Bündnis nutzt dafür unter anderem eine Beobachtungs- und Dokumentationsmethode nach neuseeländischem Vorbild: Die pädagogischen Fachkräfte beschreiben beispielsweise auf Postkarten die Entwicklungsprozesse und Stärken der Kinder in kleinen Lerngeschichten. Das gesamte Team diskutiert anhand dieser Geschichten, welche weiteren Anreize sie den Kindern im Alltag für ihre Entwicklung geben können. Um dabei auch die Eltern einzubeziehen, werden die Postkarten einmal monatlich nach Hause geschickt. Des Weiteren organisiert das Netzwerk Spaziergänge durch das Viertel, auf denen die Kinder und Eltern ihre Umgebung neu entdecken. Initiiert wurde das Bündnis vom Jugendamt des Bezirks Friedrichshain- Kreuzberg. Weitere Partnerinnen und Partner sind unter anderem Träger der Kindertagesstätten und Familienzentren sowie zahlreiche Elternbildungsprojekte und öffentliche Einrichtungen.

    Das sagt die Jury

    Das Bündnis wird getragen durch ein breites Netzwerk aus vielfältigen Partnern, zu denen sowohl Bildungsinstitutionen als auch Kultureinrichtungen, Künstler und Künstlerinnen gehören. Es agiert in einem Ortsteil, der von starken Gegensätzen geprägt ist und in dem Segregationstendenzen erkennbar sind.

    Das Bündnis arbeitet klar strukturiert, gut koordiniert und organisiert auf der konzeptionellen Grundlage des Early Excellence-Ansatzes und ist systematisch an die kommunalen Strukturen angebunden.

    Eine große Vielfalt an Angeboten prägt die Bündnisarbeit. Von der Jury wird zum einen die gut dokumentierte Elternarbeit hervorgehoben, zum anderen das Format der Mikroprojekte. Hier setzen einzelne Institutionen Angebote um. Die Erkenntnisse daraus werden dann für die weiteren Akteure im Bündnis zugänglich gemacht.

  • Hort „Coole Kids“

    Hort „Coole Kids“

    Hort „Coole Kids“
    Finalist 2019

    Ort: Glienicke/Nordbahn
    Bundesland: Brandenburg
    Handlungsfeld: attraktive Stadtgestaltung, Partizipation von Eltern und Kindern
    Aktiv seit: 2007
    Wirkungsradius: Kleinstadt

    Kontakt: Hort „Coole Kids“, Monika Spur-Rondeshagen (Leiterin), hort[@]glienicke-nordbahn.de

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    Glienicke ist eine typisch brandenburgische Gemeinde – in erster Linie geprägt durch die Nähe zur Großstadt Berlin. Hier gibt es viele Zugezogene, junge Familien und Pendlerinnen und Pendler, die ihren Wohnort teilweise nur als Schlafplatz nutzen. Dem entgegenzuwirken, hat sich der Hort „Coole Kids“ gemeinsam mit einem bunten Netzwerk aus Akteurinnen und Akteuren zur Aufgabe gemacht: Eltern und Kinder sollen auch vor Ort in Glienicke spannenden Freizeitaktivitäten nachgehen können und sich dadurch stärker mit ihrem Wohnort identifizieren. Gemeinsam mit den Bündnispartnerinnen und -partnern wie einem Kinderkunstverein, dem Seniorenclub sowie der Gemeinde und deren Kindertagesstätten wurden bereits vielfältige Projekte auf die Beine gestellt, an deren Umsetzung auch die Kinder oft aktiv beteiligt sind. So wurde beispielsweise zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern sowohl der Schulhof als auch das Zentrum der Gemeinde verschönert und in den Sommerferien eine „Kinderstadt“ organisiert. Öffentlicher Raum wird hier gemeinsam von und mit Eltern, Kindern und Institutionen gestaltet – ein Prozess, von dem alle Beteiligten profitieren. Außerdem führen pädagogische Fachkräfte der Gemeinde teamübergreifende kollegiale Beratungen durch. Ziel ist es, für alle Kinder und deren Eltern Übergänge optimal zu gestalten und bei Bedarf gemeinsam schnelle und unbürokratische Lösungen zu finden.

  • Bildungshaus Lurup

    Bildungshaus Lurup

    Bildungshaus Lurup
    Zweiter Platz 2019

    Ort: Hamburg-Lurup
    Bundesland: Hamburg
    Handlungsfeld: Chancengleichheit, Inklusion
    Aktiv seit: 2007
    Wirkungsradius: Großstadt

    Kontakt: Bildungshaus Lurup, Ulrike Kloiber (Bildungshausleitung), ukloiber[@]bugenhagenschulen.de

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    Menschen unterschiedlichster kultureller und sozialer Hintergründe prägen das Bild des Hamburger Stadtteils Lurup. Die hier lebenden Familien stehen im Mittelpunkt der Angebote des Bündnisses. Das Bildungshaus Lurup engagiert sich vor allem für eine grundlegende Bildung aller Kinder im Quartier und fördert lebendige Inklusion. Das Bündnis ist ein Kooperationsmodell zwischen der staatlichen Schule Langbargheide und der Kindertagesstätte Moorwisch in der Trägerschaft der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Zu den Partnerinnen und Partnern gehören zudem verschiedene soziale Einrichtungen wie der Allgemeine Soziale Dienst (ASD), die Servicestelle Lurup Süd-Ost und die Hamburger Volkshochschule. Das Bildungshaus unterstützt Eltern und deren Kinder, indem es für einen unkomplizierten Übergang von der Kita zur Grundschule sorgt. Außerdem arbeitet das Bündnis mit dem Early-Excellence-Konzept, das Mütter und Väter bereits frühzeitig als gleichwertige Bildungspartnerinnen und -partner mit in die Arbeit einbindet. Im Bildungshaus gibt es für alle viel zu erleben, sei es bei der wöchentlichen Erkundungstour zum nahe gelegenen Bach im Rahmen einer „Bachpatenschaft“ oder beim gemeinsamen Kochen mit den Erwachsenen im Nachbarschaftstreff nebenan. Das sind nur einige der zahlreichen Angebote des Bildungshauses. Inklusion wird dabei großgeschrieben – so lernen hier alle Kinder gemeinsam und werden trotzdem individuell gefördert. Dafür stehen bei Bedarf nicht nur therapeutische Fachkräfte zur Verfügung, sondern auch drei Therapiehunde.

    Das sagt die Jury

    Das Bündnis strahlt mit seiner Arbeit in einem herausfordernden Sozialraum viel Optimismus und Hoffnung aus.

    Dem Bündnis gelingt es, die vorhandenen Ressourcen beispielhaft zu nutzen und Kinder, Eltern und Fachkräfte durch vielfältige Formate und Aktionen zu beteiligen.

    Das Bündnis zeigt, wie durch die enge Verzahnung der Institutionen Krippe, Kita und Grundschule sowie frühe Hilfen, Chancengleichheit hergestellt werden kann. Die Jury hebt besonders hervor, dass die Fachkräfte verbindliche Anker- und Ansprechpersonen für die Kinder über einen langen Zeitraum sind.

    In diesem Bündnis kann man sehr gut erkennen, dass Qualität ein kontinuierlicher Prozess ist. Die Weiterentwicklung wird systematisch reflektiert, geplant und kooperativ umgesetzt, zum Beispiel durch eine umfassende Sozialraumanalyse. Nachdem das Bündnis bereits letztes Jahr unter den Finalisten war, ist für die Jury eine deutliche Weiterentwicklung erkennbar. Dieser Mut und dieses Engagement sind preiswürdig.

  • Förderbündnis Familienzentrum Königsberg

    Förderbündnis Familienzentrum Königsberg

    Förderbündnis Familienzentrum Königsberg
    Finalist 2019

    Ort: Biebertal
    Bundesland: Hessen
    Handlungsfeld: attraktives Angebot an frühkindlichen Lernangeboten im ländlichen Raum
    Aktiv seit: 2012
    Wirkungsradius: ländlicher Raum

    Kontakt: Amt Sozialwesen der Gemeinde Biebertal, Anke Stahl (Amtsleiterin), astahl[@]biebertal.de

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    Rund 20 Autominuten entfernt von Gießen beginnt der Preußische Wald – eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Hessens. Westlich davon liegt Königsberg, der höchstgelegene Ortsteil der Großgemeinde Biebertal. Als der Kita des knapp 800 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Ortes 2012 die Schließung drohte, überlegten die Elternvertretung und Mitarbeitende der Einrichtung zusammen mit der Gemeindeverwaltung und der Dorfgemeinschaft, wie sie die Einrichtung erhalten können. Die Idee für die Erweiterung zum Familienzentrum war geboren – und damit auch das Förderbündnis Familienzentrum Königsberg. Heute ist zum Beispiel auch die Kirchengemeinde in der Initiative aktiv und das Familienzentrum ist zu einem Knotenpunkt des Dorflebens geworden. Die Kooperation mit verschiedenen Vereinen im Ort stärken den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft und bieten Familien die Möglichkeit, mit vielen Angeboten in Berührung zu kommen: Im „Oma-Opa-Kindergarten“ können Kinder und erfahrene ehrenamtliche Gärtnerinnen und Gärtner gemeinsam pflanzen, ernten und voneinander lernen. Vor kurzem hat die Vereinsgemeinschaft der Gemeinde das historische Backhaus im alten Ortskern abgekauft. Zusammen mit dem Traditionsverein Königsberg und der Kindertagesstätte wird hier das Brotbacken wie zu alten Zeiten wiederbelebt: Kleine und große Bäckerinnen und Bäcker können Getreidesorten sprichwörtlich begreifen, Zutaten kennenlernen, Teig kneten und sich kulinarischen Genüssen hingeben.