Qualität im Dialog

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Qualität im Dialog
Zweiter Platz 2021

Ort: Rinteln, Hessisch Oldendorf, Auetal
Bundesland: Niedersachsen
Handlungsfeld: Qualitätsentwicklung in Kitas unter Beteiligung aller Akteurinnen und Akteure
Aktiv seit: 2011
Wirkungsradius: Kommunenübergreifend im ländlichen Raum

Kontakt: Qualität im Dialog, Ingmar Everding (Bündniskoordinator), ieverding[@]auetal.de

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In den niedersächsischen Gemeinden Auetal, Rinteln und Hessisch Oldendorf setzt sich das Bündnis Qualität im Dialog dafür ein, die Arbeit in den örtlichen Kitas weiterzuentwickeln und den Lebenswelten der Familien anzupassen. Der Name des Bündnisses ist Programm: Kinder, Eltern, Träger und Fachkräfte aus 29 Kitas beteiligen sich und kommen miteinander ins Gespräch. Über Hospitationen in anderen Einrichtungen, Fachtage, Infoabende für Familien oder Elternbefragungen können sich die Beteiligten über ihre Bedürfnisse austauschen und von- und miteinander lernen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Kinder, die ihre Sicht vielfältig einbringen: In Mal-Interviews teilen sie bildlich mit, was ihnen in ihrer Kita gefällt und was nicht, sie bewerten verschiedene Orte mit Smileys oder halten ihre Wünsche in Videos fest. Alle Ergebnisse werden gemeinsam ausgewertet – und das hat über Träger- und Landkreisgrenzen hinweg schon viele Veränderungen angestoßen.

Das sagt die Jury

Das Bündnis zeigt beispielhaft, wie es über drei Kommunen hinweg gelingt, vorhandene Ressourcen in der Zusammenarbeit klug zu nutzen und Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung sowie Demokratieförderung auf höchstem Niveau gemeinsam mit Kindern, Familien und Fachkräften voranzutreiben. Das Bündnis war bereits 2019 Finalist des Deutschen Kita-Preises und hat die aufgezeigten Potenziale aufgegriffen, weiterentwickelt und umgesetzt. Durch Elternabende und Befragungen bezieht das Bündnis ganz besonders stark alle relevanten Akteur:innen, insbesondere Familien, mit in ihre Arbeit ein und beteiligt diese beispielsweise auch an der (Weiter-)Entwicklung von Fragebögen. Besonders beeindruckt hat die Jury die Bündnisarbeit während der Pandemie. Mit der Broschüre zum „Kita-Leben in besonderen Zeiten“ ist dem Bündnis eine Sammlung von Praxisbeispielen gelungen, die sowohl Fachkräften als auch Eltern und Kindern Inspirationen und Orientierung für den Alltag in der Pandemie und auch darüber hinaus gibt.

Die Begründung unserer Jury in voller Länge

Das Bündnis Qualität im Dialog macht nicht an Grenzen Halt und überzeugt durch seine landkreisübergreifende Zusammenarbeit über drei Kommunen hinweg. Es zeigt beeindruckend, wie Kindertageseinrichtungen mit Unterstützungen der Kommunen und unter Einbezug von Kindern und Familien erfolgreich an einer gemeinsamen Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung arbeiten.

Durch die Arbeit in dialogischen Beteiligungsprozessen gelingt es dem Bündnis, für die verschiedenen Einrichtungen aus drei unterschiedlichen Sozialräumen eine gemeinsame Identität herzustellen und mit Leben zu füllen. Ein wichtiger Schlüssel und beispielhaft für andere Kommunen ist für die Jury die Haltung des Bündnisses, nicht in Zuständigkeiten, sondern in gemeinsamer Verantwortung zu denken und zu arbeiten.

Bemerkenswert und beispielhaft ist, wie die Perspektiven auf Kita-Qualität aus Kinder-, Eltern- und Fachkraftsicht in den pädagogischen Alltag der verbundenen 29 Kindertageseinrichtungen aufgenommen werden.

Qualität im Dialog war bereits 2019 Finalist des Deutschen Kita-Preises und hat die aufgezeigten Potenziale aufgegriffen, weiterentwickelt und umgesetzt. Durch einrichtungsbezogene Elternabende und Befragungen werden alle relevanten Akteur:innen und v.a. Familien stark eingebunden. Eltern werden beispielsweise auch an der (Weiter-)Entwicklung von Fragebögen beteiligt. Diese Selbstevaluationen sieht die Jury als Qualitätsentwicklungsinstrument für eine nachhaltige, partizipative und an den Bedarfen der Anspruchsgruppen ausgerichtete Bündnisarbeit.

Das Bündnis Qualität im Dialog zeichnet sich durch eine hohe Kindorientierung mit differenzierten Beteiligungsmöglichkeiten aus. Es bietet zudem großes Potential, Kinder auch in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Von allen Bündnisakteur:innen werden Kinderrechte sehr ernst genommen. So wünschen sie sich, Kindern einen festen Platz in der Lenkungsgruppe einzuräumen. Das Bündnis steht damit für gelebte Partizipation.

Das Bündnis nimmt außerdem einen politischen Blick auf die Rahmenbedingungen ein, um die Voraussetzungen in den Einrichtungen und damit die Arbeitssituation der Fachkräfte zu verbessern.

Besonders beeindruckt hat die Jury die Bündnisarbeit während der Pandemie: Mit einer Broschüre zum „Kita-Leben in besonderen Zeiten“ ist eine gelungene Sammlung von Praxisbeispielen und Möglichkeiten entstanden, die auch digital angewendet werden kann und sowohl Fachkräften als auch Eltern und Kindern Inspirationen und Orientierung für den Alltag in der Pandemie gibt. Für die Jury ist dies eines von vielen Beispielen, wie zielstrebig das Bündnis Herausforderungen begegnet und mit wieviel Weitsicht es agiert, um Qualitätsentwicklung im Bereich frühkindliche Bildung zu befördern.

Qualität im Dialog in Auetal, Rinteln und Hessisch Oldendorf zeigt beispielhaft, wie es auch kleinen Kommunen gelingen kann, vorhandene Ressourcen in der Zusammenarbeit klug zu nutzen und Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung und Demokratieförderung auf höchstem Niveau zu betreiben.