• Kita am Sommerbad

    Kita am Sommerbad

    Kita am Sommerbad
    Zweiter Platz & Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2024

    Ort: Greiz
    Bundesland: Thüringen
    Größe: 84 Kinder, 18 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Greiz
    Unsere Stärke: Teilhabe, Inklusion, Chancen für alle, bedarfsorientierte Angebote für Familien

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    Mehr Informationen

    In der Greizer Kita am Sommerbad begegnen sich Jung und Alt auf Augenhöhe und gemeinsam erstellte Regeln gelten gleichermaßen für alle. Nach dem offenen Konzept können die Kinder ihren Tag frei gestalten: So verwandeln sich die Kita-Räume auf Wunsch in einen Bewegungsparcours oder in Kino und Bettenlager für eine Übernachtungsparty. Möchten die Kinder schwimmen, macht der eigene Eingang zum benachbarten Sommerbad das auch spontan möglich. Als Thüringer Eltern-Kind-Zentrum heißt die Einrichtung Familien in all ihrer Vielfalt willkommen. Eltern können ihre Kinder jederzeit bringen und abholen, sich auf der Kommunikationsinsel kennenlernen, in der Bibliothek stöbern oder im Geben-und-Nehmen-Regal alte Schätze neu entdecken. Das Team vermittelt Familien mit Fluchterfahrung schnell einen Kita-Platz und Deutschkurse. Viele dieser Angebote entstehen, weil die Fachkräfte halbjährlich die Bedarfe und Lebensbedingungen vor Ort analysieren: So wissen sie genau, was die Greizer Familien brauchen.

    Das sagt die Jury

    Die Fachkräfte begegnen Kindern und Familien diversitätssensibel und leben eine konsequent inklusive Haltung. Die Einrichtung wirkt mit Unterstützungsangeboten weit in den Sozialraum hinein und ist ein wichtiger Ankerpunkt für Familien. Die Fachkräfte helfen bei bürokratischen Hürden, übersetzen und beraten. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie das Team auf Herausforderungen reagiert. Seien es kreative Antworten bei der Raumgestaltung oder spezielle Fortbildungen der Mitarbeitenden, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder zu begegnen – die Fachkräfte finden stets innovative Lösungen. Kinder erfahren sich als Individuen, die respektiert und gehört werden. Im Kinderrat oder bei der Gestaltung des Tages bestimmen sie aktiv mit.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Kinder der Kita am Sommerbad werden in ihren Stärken gesehen und gefördert. Sie erfahren sich als Individuen, die respektiert, wertgeschätzt und gefragt werden. Sie erleben Vielfalt und demokratische Entscheidungsfindungen und stärken ihr Selbstbewusstsein durch stetige Erfolgserlebnisse bei ihrem eigenverantwortlichen Handeln. Kinder erfahren weitreichende Beteiligungsmöglichkeiten und erleben, dass Ihre Stimme gehört wird. So findet beispielsweise ein wöchentlich tagender und stets gut besuchter Kinderrat statt, die Teilnahme daran ist freiwillig und die Kinder werden eingeladen, ihre Wünsche und Beschwerden zu formulieren und ggf. dem Leitungsteam mitzuteilen. Protokolle jedes Kinderrates werden direkt im Anschluss im Flur der Kita ausgehangen und sind für alle einsehbar. Die Tür des Leitungsbüros steht den Kindern offen und sie sind eingeladen, ihre Anliegen dort mitzuteilen. Die Kinder der Kita am Sommerbad entscheiden täglich neu, ob sie an sommerlichen Vormittagen mit in das direkt benachbarte Sommerbad zum Planschen gehen möchten, zu welchem die Kita jederzeit Zugang hat oder lieber das großzügige Außengelände der Kita erkunden.

    Durch die Arbeit im offenen Konzept mit altershomogenen Gruppenstrukturen gelingt es, dass Kinder gleichzeitig Freiraum und Sicherheit erfahren – ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen.

    In der Kita am Sommerbad beeindruckte die Jury, wie die Fachkräfte es schaffen, jeder Herausforderung mit einer kreativen, innovativen und passgenauen Lösung zu begegnen. Sind es die schwierigen und sehr kleinen Räume der Kita oder die hohe Anzahl von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf oder Fluchterfahrung; die Kita sucht proaktiv und in hoher Eigeninitiative nach Wegen, um sich den Herausforderungen zu stellen und gute Lösungen für alle zu finden. Um auf die hohe Anzahl von Kindern mit Fluchterfahrung zu reagieren, haben etwa alle Mitarbeitenden eine Fortbildung zum Thema „Trauma und Traumafolgestörungen“ absolviert. In den letzten Jahren haben sich außerdem mehrere Pädagog*innen zu Heilpädagog*innen weitergebildet: „Um Barrieren abbauen zu können, ist es wichtig, dass wir Kinder mit Förderbedarf zügig erkennen und sie bei Bedarf alltagsintegriert begleiten“. Um Eltern in allen Lebenslagen zu unterstützen, bietet die Kita in ihren Räumen etwa kostenfreie „Starke Eltern-Starke Kinder“-Kurse an. Und ein Schreiner aus dem Nachbarort unterstützt die Kita ehrenamtlich und fertigt individuell passgenau geschreinerte Möbel an, um die kleinen Räume sinnvoll nutzbar zu machen.

    Die engagierten und kultursensiblen Fachkräfte legen besonderen Wert auf vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in einem herausfordernden Sozialraum.

    Die Fachkräfte der Kita gehen respektvoll, wertschätzend und armutssensibel auf Familien zu und sorgen dafür, dass die Kita sich zu einem wichtigen Ankerpunkt für die Eltern und Familien entwickelt hat. Sie zeigen im Umgang mit den Kindern und Familien eine hohe Diversitätssensibilität und eine konsequent inklusive Haltung, die soziale, ethische, kulturelle und individuelle Unterschiede achtet, ohne zu bewerten. Kinder und Familien dürfen hier so sein, wie sie sind.

    Die Kita setzt ein klares Zeichen gegen Rassismus und vermittelt Werte wie Respekt und Toleranz, wodurch ein inklusives und unterstützendes Umfeld geschaffen wird. Die Pädagog*innen sind aufmerksam für (Sprach-) Barrieren und bauen diese ab, um alle Eltern miteinzubeziehen. So wurde das Willkommensbuch der Kita, das Familien über Abläufe in der Kita informiert, mit Hilfe einer Muttersprachler*in ins Arabische übersetzt. Im Alltag arbeiten die Pädagog*innen mit Übersetzungs-Apps, Piktogrammen und nehmen sich vor allem viel Zeit für Anliegen, Bedarfe und Erklärungen über Sprachgrenzen hinweg. Mit dem warmherzig gestalteten „Eingangstresen“ und der zuständigen Fachkraft ist die Kita in vielen Belangen als Ansprechpartnerin für die Familien da. Die Fachkräfte helfen Eltern beim Beantragen finanzieller Mittel, z.B. für das Bildungs- und Teilhabepaket für Essen und Ausflüge. Sie versuchen zu helfen, bevor Schulden aufgebaut werden. Sie reden mit den zuständigen Ämtern, fragen nach dem Stand der Bearbeitung, übersetzen und beraten.

    Es gibt vielfältige, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für die Familien der Kita und des Sozialraums, auch Ehemalige sind in der Kita am Sommerbad willkommen. Die Vernetzung im Sozialraum ist vielfältig und eigene Angebote werden bedarfsorientiert gestaltet. Die Pädagog*innen kennen die Lebenslagen der Kinder und ihrer Familien sehr gut, was ihnen ermöglicht, ihre Angebote gezielt an den Bedürfnissen der Familien auszurichten. Die Kita führt in hoher Eigeninitiative Angebote für den gesamten Sozialraum durch, für die sie einen Bedarf wahrnimmt. Des Weiteren versteht sich die Kita als aktiver Bestandteil des Sozialraums und organisiert verschiedene Gemeinschaftsaktionen, darunter Wettbewerbe und Veranstaltungen für Familien. Zusätzlich bieten sie praktische Unterstützung, wie die Bereitstellung von Ressourcen wie Kleidung und Bücher. Es gibt ein gut genutztes Verschenke-Regal sowie ein Bücher-Ausleih-Regal im Eingangsbereich der Kita. Die Kita engagiert sich aktiv im Netzwerk „Migration und Inklusion“, um sich mit anderen Institutionen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.     

    Eltern sind jederzeit eingeladen, in der Kita zu verweilen. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Eltern entgegenzukommen, gibt es keine festen Bring- und Abholzeiten. Auf der Kommunikationsinsel im Garten der Kita können Eltern bei einem Kaffee jederzeit mit Fachkräften ins Gespräch kommen. Die Perspektive der Eltern wird außerdem in regelmäßigen Gesprächsrunden, sogenannten „Spinn-Cafés“ eingeholt.

  • Kindergarten Talstraße

    Kindergarten Talstraße

    Kindergarten Talstraße
    Preisträger DGB-Zusatzpreis 2024

    Ort: Fellbach
    Bundesland: Baden-Württemberg
    Größe: 82 Kinder, 16 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Fellbach
    Unsere Stärken: Werkstatt-Pädagogik, kindorientierter Alltag, Partizipation

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    Ein neues Kleid aus alten Stoffen nähen, den Weg von der Kartoffel zu Pommes verfolgen, Brötchen backen oder den Wald erkunden – so unterschiedlich kann ein Tag in der Kita Talstraße aussehen. Die Kita arbeitet mit der Werkstattpädagogik. Die Angebote orientieren sich dabei an den Stärken und Interessen der Kinder und pädagogischen Fachkräfte. Neben Werkstätten etwa zu den Themen Rollenspiel, MINT, Lesen und Schreiben gibt es eine Nähstube im Atelier und eine Bewegungswerkstatt. Die Kinder entscheiden jeden Tag aufs Neue, an welchen Angeboten sie teilnehmen und können eigene Ideen umsetzen, auch zusammen mit ihren Familienmitgliedern: Wenn die Uroma das Rezept für die weltbeste Tomatensuppe hat, nimmt die Urenkelin sie kurzerhand mit in die Kita und gemeinsam kochen sie für alle zu Mittag. So gestalten die Fachkräfte einen kindorientierten Alltag, in dem sich die Jüngsten entfalten und mit ihren Vorstellungen einbringen können. 

    Das sagt der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Zusatzpreis

    Die Kita überzeugt durch ihre konsequent gelebte Partizipation und Mitbestimmung im Team sowie die hohe Fachlichkeit. „Je mehr Beteiligung, desto besser“ ist das Leitprinzip für die Zusammenarbeit und das gemeinsame Handeln von Träger, Leitung und Fachkräften. Die vorhandenen Beteiligungsformate wie regelmäßige Teamsitzungen oder einrichtungsübergreifende Arbeitskreise werden von den Fachkräften, den Auszubildenden und vom Träger aktiv genutzt, um ihre Arbeit kontinuierlich zu reflektieren und weiterzuentwickeln. So wurden ein neues Handlungskonzept, Qualitätsstandards oder auch ein Leitbild und eine Vision für die pädagogische Arbeit entwickelt. Diese konsequente Beteiligung aller Beschäftigten in diesen Prozessen stärkt die pädagogische Qualität und die Identifikation mit der Arbeit und der Einrichtung.

    Durch flexible Arbeitszeiten und selbstbestimmtes Arbeiten wird den individuellen Bedürfnissen der Fachkräfte Rechnung getragen. Die dadurch mögliche eigenverantwortliche Planung der Vor- und Nachbereitungszeiten führt dazu, dass die Fachkräfte auch im eng getakteten Kita-Alltag auf ein gesundheitsförderliches Arbeitsverhalten achten können. Hierfür stellt der Träger den Fachkräften zusätzlich ein Zeitkontingent zur Verfügung, das über das gesetzliche Maß hinausgeht.

    Durch das Konzept der Werkstattpädagogik können die Fachkräfte ihre eigenen Ideen und Stärken einbringen und ihr tägliches Arbeitsfeld aktiv gestalten. Ein vielfältiges Fortbildungsprogramm und die Begleitung durch die Fachberatung erhöhen die Motivation der Fachkräfte, sich auch neuen pädagogischen Aufgaben und Anforderungen im Alltag zu stellen.

    Die Kita Talstraße zeigt sehr eindrucksvoll, dass sich gelebte Partizipation und Mitbestimmung außerordentlich positiv auf die Arbeitszufriedenheit, Gesunderhaltung und Motivation der Beschäftigten auswirken und das Gemeinschaftsgefühl deutlich stärken.

  • Kita Regenbogen

    Kita Regenbogen

    Kita Regenbogen
    Dritter Platz 2024

    Ort: Ortrand
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 193 Kinder, 30 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Ortrand
    Unsere Stärke: MINT-Förderung, Partizipation, Institutionsübergreifende Bildung, Erziehungspartnerschaften

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    In der südlichsten Stadt Brandenburgs kooperieren Kita, Grund- und Oberschule auf einem Gelände, um junge Menschen von der Krabbelgruppe bis zum Berufseinstieg zu fördern. Teil des Ortrander Bildungscampus ist die Kita Regenbogen. In verschiedenen Funktionsräumen können hier schon die Jüngsten spielerisch forschen und lernen. Ob mit selbstgebauten Raketen oder unterm Mikroskop die Wunder der Natur entdecken – ausschlaggebend sind immer die Interessen der Kinder. Wenn die etwa für die Feuerwehr brennen, werden gemeinsam Ideen gesammelt und in die Tat umgesetzt: So sind einige Kinder der Jugendfeuerwehr beigetreten, haben mit den Fachkräften und Eltern eine eigene Feuerwehr auf dem Kita-Spielplatz gebaut oder gelernt, Kerzen und Lagerfeuer sicher anzuzünden. Ihre Ideen und Wünsche diskutieren sie im Kinderrat. Weitreichendere Fragen oder Sorgen bringen die Kinder auch in die eigens eingerichtete Sprechstunde beim Bürgermeister ein. So erleben sie von Anfang an, dass ihre Meinung zählt.

    Das sagt die Jury

    Das Team gestaltet den Sozialraum aktiv mit. Die enge Zusammenarbeit auf dem Bildungscampus und mit der Grundschule gehört genauso zum Alltag wie gemeinsame Angebote mit Vereinen oder eine Kindersprechstunde beim Bürgermeister. Die Strukturen innerhalb der Kita passen die Fachkräfte kontinuierlich an die Bedürfnisse aller Beteiligten an. Dabei beziehen sie die Familien ein oder holen benötigte Therapieangebote direkt in die Kita. So baut das Team Barrieren ab und ermöglicht allen Kindern Teilhabe. Zudem setzen sich der Träger und die Kita-Leitung beispielhaft dafür ein, dass sich alle Mitarbeitenden fachlich und persönlich weiterentwickeln können. So werden die Potenziale der Fachkräfte ausgeschöpft und Perspektiven geschaffen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Kita legt großen Wert auf die Kooperationen mit Vereinen des Sozialraumes und deren Weiterentwicklung. Die Zusammenarbeit mit Sportvereinen stärken das Gemeinschaftsgefühl und vermitteln den Kindern soziale Kompetenzen. Die Stadtverwaltung versucht mit einem qualitativen pädagogischen Angebot Familien anzusprechen, zu binden und neue Familien zu erreichen. Die Kita Regenbogen ist Teil eines Bildungscampus als Stadtentwicklungsstrategie, welcher ein großer Gewinn für den Sozialraum ist. Durch die enge Zusammenarbeit im Netzwerk des Bildungscampus und die Integration in die lokale Gemeinschaft sensibilisiert die Kita die Familien und das Umfeld für die Bedeutung inklusiver und partizipativer Ansätze in der frühkindlichen Bildung. Durch kurze Wege zum Bürgermeister und eine von ihm eingerichtete Kindersprechstunde haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Ideen und Wünsche im Sozialraum einzubringen. Die Kita ergreift die Initiative für Aktivitäten, die allen Kindern den Übergang erleichtern.

    Die Kita kooperiert mit den vielen Vereinen in der Region. Sie machen Angebote in der Kita, wie Schach oder das Spielen von Gesellschaftsspielen mit ehrenamtlichen Senior*innen. Der Sportverein stellt regelmäßig die Sporthalle zur Verfügung. Es gibt Besuche in der Grundschule und gegenseitige Unterstützung bei Raumknappheit, so konnte eine Flexklasse der Grundschule bereits ihren Unterricht in den Räumen der Kita durchführen. Familien erleben, dass die Kita niedrigschwellig Unterstützungsangebote organisiert. Neben der Krabbelgruppe für junge Familien mit Kindern, die noch nicht in der Kita sind, finden auch andere Unterstützungsangebote ihren Raum in der Einrichtung. Hierzu gehört ein Elternkurs zum Thema Bewegung und Musik. Einige Ergotherapeut*innen kommen in die Kita, um mit den Kindern therapeutisch zu arbeiten.

    Der engagierte Träger sorgt für Wohlbefinden und gute Arbeitsbedingungen in der Kita Regenbogen, hierzu zählen auch Möglichkeiten zur Spezialisierung für die Fachkräfte. Die Fachkräfte schätzen die Förderung ihrer individuellen Schwerpunkte sowie Stärken und die fachlichen Weiterentwicklungen durch die Leitung und den Träger. Die Fachberatung des Landkreises begleitet die Kita regelmäßig bei der Entwicklung und Evaluation des Qualitätshandbuchs. Ein gemeinsames fachliches Zukunftsthema sehen Leitung und Team in der Weiterentwicklung der Kita zur Konsultations-Kita des Landes Brandenburg. „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ sind für den Träger und die Kita weitere Zukunftsthemen. Auf eine gute und vor allem lösungsorientierte Zusammenarbeit von Trägervertreter*innen und Leitungen legen Leitung und Team sehr viel Wert.

    Neben der kontinuierlichen jährlichen Selbstevaluation im Rahmen des Qualitätshandbuchs, betrachtet das Team sein Konsultationsangebot für andere Kitas als eine weitere Möglichkeit der eigenen Qualitätsentwicklung. Sowohl die Vorbereitung auf die Konsultation als auch den Austausch mit anderen Einrichtungen sehen sie hier als Gewinn.

    Die Partizipation von Kindern und Eltern ist in der Kita gleichermaßen bedeutsam. Die Fachkräfte haben die Situationen des Essens, der Pflege, des Anziehens und Schlafens so gestaltet, dass sich die Kinder selbstbestimmt einbringen können. Durch die Stiftung „Kinder forschen“ werden hier die MINT-Fächer gestärkt und alle Kinder erfahren eine naturwissenschaftliche Grundbildung. Es ist den Fachkräften wichtig, Kindern mit Behinderungen diese Entscheidungsmöglichkeiten in gleicher Weise zugänglich zu machen. Jedes Kind hat das Recht, ein Kind unter Kindern zu sein. Zudem prüfen die Pädagog*innen immer wieder, ob die Strukturen für alle Kinder geeignet sind und passen sie bei Bedarf an. Familienergänzend ermöglicht die Kita, dass Therapeut*innen die Kinder in der Kita behandeln. Eltern haben so nach der Arbeit keine langen Wege und die Therapeut*innen können ihre Tätigkeit weiterhin im Sozialraum anbieten. Das Team ist zudem kreativ beim Abbau von Sprachbarrieren im Kontakt mit Eltern.

    Das Team hinterfragt Regeln bewusst auf Sinnhaftigkeit. Es ist den Fachkräften wichtig, Beschwerden der Kinder mit ihnen zu diskutieren und neue Regeln zu finden. Die Kita hat dazu ein strukturiertes Beschwerde- und Feedbackverfahren etabliert und Kinder erleben, dass sie über sich bestimmen und ihre Wünsche geachtet werden. Neben dem Kinderrat und den Themenkreisen (Bezugsfachkräfte kommen dort mit den Bezugskindern zusammen und die Kinder bringen auf dieser Ebene ihre Themen ein) sind die regelmäßige Kindersprechstunde beim ehrenamtlichen Bürgermeister des Ortes Teil der strukturell verankerten Beteiligung in der Kita. Der Kita-Ausschuss ist paritätisch besetzt und zu bestimmten Themen wird auch ein Mitglied des Kinderrats eingeladen.

    Ein Kind, das gravierende gesundheitliche Einschränkungen hat und besondere hygienische Bedingungen in Kita und Schule braucht, wurde aufgenommen und es wurde eine eigene Toilette eingerichtet, um die Hygiene zu garantieren, die es braucht. Die Kita Regenbogen stellte sich dieser Herausforderung mit großem Engagement und Hilfsbereitschaft.

  • Kita Regenbogenland

    Kita Regenbogenland

    Kita Regenbogenland
    Erster Platz 2024

    Ort: Rötha
    Bundesland: Sachsen
    Größe: 121 Kinder, 32 Mitarbeitende
    Träger: Stadtverwaltung Rötha
    Unsere Stärke: Inklusion, Situationsansatz, Partizipation Kinder und Eltern

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    Können Feuerwanzen schwimmen? Das dürfen die Kinder der Kindertagesstätte Regenbogenland in Rötha, einer Kleinstadt südlich von Leipzig, selbst austesten – solange die Tiere nicht in Gefahr geraten. Konflikte selbst lösen? Auch das wird gefördert: im „Kinderkrisenteam“. Eigeninitiative und Selbstbestimmung sind seit dem Wechsel der Einrichtung zum offenen Konzept in den Vordergrund gerückt. So entscheiden die Kinder selbstständig, ob sie in einen Themenraum, in den Wald oder einkaufen gehen wollen. Die Fachkräfte der inklusiven Kita gehen sensibel auf Schlüsselmomente und das individuelle Entwicklungstempo der Jüngsten ein. Mit Plakaten, Dolmetschenden und einer App ermuntern sie die Familien in ihrer Vielfalt zum Mitgestalten der Kita-Gemeinschaft. So erleben die Kinder von Anfang an, wie bereichernd es ist, verschiedene Hintergründe, Bedürfnisse, Fähigkeiten und Meinungen zu haben.

    Das sagt die Jury

    Besonders überzeugt hat die Jury, wie das Team den pädagogischen Alltag gestaltet – orientiert an den Interessen der Kinder und Bedürfnissen der Familien. Wichtige Anliegen werden in der gesamten Gemeinschaft besprochen. Auch die Kritischen – auf ein lautes Signal hin kommen dazu zum Beispiel alle in „Kinderkrisenteams“ zusammen. Chancengerechtigkeit wird in der Kita großgeschrieben. Das Team hilft den Familien bei bürokratischen Hürden oder organisiert fehlende Schultüten für Kinder. Bei Bedarf erhalten Kinder auch Therapieangebote wie Logopädie oder Ergotherapie in den Räumen der Kita. Besonders beeindruckt hat die Jury auch die Umstellung auf die offene Arbeit, bei der das Team die Familien schrittweise mitnahm und den Eltern Hospitationen in der Kita anbot. Die Jury zeigte sich fasziniert von der Offenheit im Team, die eigene Arbeit zu reflektieren und gemeinsam neue Lösungen zu finden. Die Kita kann sich dabei der Unterstützung durch ihren Träger gewiss sein. Die Kita versteht sich als aktiver und integraler Teil der Stadt und öffnet sich in den Sozialraum. Es bestehen feste Kooperationen mit anliegenden Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Mehrgenerationenhaus oder der Grundschule. Die Jury lobt die enge Begleitung der Kinder beim Übergang in die Grundschule. Mehrmals besuchen die älteren Kinder die Grundschule und lernen dabei Lehrkräfte, Mitschüler*innen und Umgebung kennen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Um die Qualität der Einrichtung kontinuierlich weiterzuentwickeln, hat das Team eine bemerkenswerte Haltung in Bezug auf Reflexionsstrukturen und Lösungsbereitschaft entwickelt. In einem kontinuierlichen Veränderungsprozess hin zur offenen Arbeit konnte sich die Kita seit 2017 mit viel Energie und intensiver Evaluation weiterentwickeln. Hierbei ist die partizipative Haltung der Leitungen hervorzuheben: Kinder, Familien und die Fachkräfte wurden sensibel und transparent in den Umstellungsprozess einbezogen. Das Team nahm die Familien bei der Umstellung auf die offene Arbeit Schritt für Schritt mit, indem erst ein offener Freitag angeboten und dann die offenen Tage immer mehr ausgeweitet wurden. Zudem wurden die Familien zu Hospitationen im Kita-Alltag eingeladen.

    Das Team der Kita Regenbogenland evaluiert die eigene pädagogische Arbeit regelmäßig und systematisch mit Blick auf Verbesserungen, ist wissbegierig und engagiert in Sachen Fort- und Weiterbildungen, aber auch stets interessiert am individuellen Kind und seiner aktuellen Situation. Darüber hinaus achten auch die Fachkräfte auf ihre persönlichen Grenzen und unterstützen und entlasten sich in herausfordernden Situationen gegenseitig.

    Die Zusammenarbeit mit Eltern gestaltet das Team äußerst transparent, konstruktiv und vertrauensvoll und ermöglicht Eltern viel Einblick in den Alltag ihrer Kinder, etwa durch Hospitationen der Familien und ein aktives Nutzen der Kita-App. Die Kindertagesstätte unterstützt Familien zudem in herausfordernden Situationen mit dem Ziel der Teilhabe aller Kinder am Kita-Geschehen.

    Die Pädagog*innen sind aufmerksam für individuelle und soziale Unterschiede. In Bezug auf Familien, die in Armut leben, waren sie mit dem Caterer im Austausch und erhalten nun statt der süßen Nachspeisen Obst und Gemüse. Damit ist eine gesunde Ernährung, unabhängig vom Einkommen der Familien gewährleistet. Das Team unterstützt Familien auch im Alltag, beispielsweise bei der Suche nach Kinderwagen, der Organisation einer Schultüte oder bei Antragstellungen. Therapieangebote wie Logopädie oder Ergotherapie finden in den Räumen der Kita statt. Zudem schließen sich Pädagog*innen mit heilpädagogischer Zusatz- oder ähnlicher Qualifizierung zu Integrationsteams zusammen und haben so einen ganzheitlichen Blick auf das Kind. Sie legen Förderpläne sowie Ziele fest und nutzen ressourcenorientierte Methoden zur Umsetzung. Sie treffen sich, um über die Aktivitäten und Partizipation von Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu sprechen.

    Des Weiteren werden bedarfsgerechte Öffnungszeiten angeboten. Die Kinder profitieren so von einer verlässlichen Betreuung, bei der ihre individuellen Bedürfnisse und unterschiedlichen Lebenswelten respektiert werden.

    Die Kita Regenbogenland nutzt aktiv eine Kita-App. Mithilfe von Tablets kann jede Fachkraft auf die App zugreifen, spezifische Hinweise mitteilen oder im Kita-Chat schreiben. Ein Teil der Dokumentation wird über die Tablets geführt, sodass jede Fachkraft jederzeit zu jedem Kind auskunftsfähig ist. Im „Forscherraum“ können auch die Kinder täglich Tablets nutzen.

    Das ehrliche Interesse der Fachkräfte für die Themen der Kinder und die transparente und familiennahe Gestaltung des pädagogischen Alltags zeichnen diese Einrichtung besonders aus. Insgesamt schafft die Kita ein einladendes und unterstützendes Umfeld, in dem Kinder wertgeschätzt und zur aktiven Mitgestaltung ihres Alltags ermutigt werden. Das Bewusstsein für partizipative Bildungskonzepte wird gestärkt, indem die Einrichtung aktiv demokratische Werte fördert und den Beschwerden der Kinder einen Raum gibt. In der Kita werden ihre Stimmen gehört und Partizipation gelebt. Zudem erfahren sie sowohl in strukturiertem Rahmen als auch im Alltag, dass ihre Äußerungen eine Wirkung haben und sie vielfältige Anregungen für ihre Bildungsprozesse erhalten. Es gibt Kinderkonferenzen sowie ein nach Bedarf einberufenes Kinderkrisenteam: hier werden wichtige Anliegen mit der gesamten Gemeinschaft besprochen und gemeinsam Lösungen gesucht. In den Morgen- und Reflexionskreisen werden Kinder ermutigt, von ihrem Tag zu erzählen oder auch zu sagen, was gut oder nicht gut war. Zusätzlich hängt im Eingangsbereich ein Sorgenfresser, in dem die Anliegen der Kinder gesammelt werden.

    Die Pädagog*innen planen Unternehmungen und Projekte eng entlang der Fragen der Kinder bzw. der wahrgenommenen Beobachtungen der Fachkräfte. Das „Dino-Projekt“ wurde beispielsweise auf Grundlage der Beobachtungen von Fachkräften entwickelt. In mehreren Gesprächen ging es um Dinosaurier. Dabei interessierten sich die Kinder vor allem für die Skelette und deren Ausgrabung. Es wurden Dinosaurierknochen aus Salzteig hergestellt, im Sand vergraben und die Kinder konnten Archäolog*innen spielen. Pädagog*innen nutzen zudem unterschiedliche Beobachtungsverfahren und greifen die Interessen, Fragen und Ideen von Kindern aufmerksam auf. So werden auch herausfordernde Themen wie das Thema Tod sensibel und kindnah besprochen.

    Die Kita versteht sich als aktiver und integraler Teil der Stadt und öffnet sich in den Sozialraum. Mit der benachbarten Kita gestaltet die Einrichtung gemeinsam Ausflüge. Mit Unterstützung des Fördervereins organisieren sie verschiedene Feste und Aktionen. Es bestehen feste Kooperationen mit anliegenden Einrichtungen, welche von der Kita aktiv geknüpft werden – wie z.B. dem Mehrgenerationenhaus, der Kinderkrippe sowie einer nahegelegenen Kita. Alle Angebote beispielsweise im benachbarten Mehrgenerationenhaus dienen dazu, dass sich Bewohner*innen des Ortes begegnen können. Die Jury überzeugt zudem die hervorragende und enge Begleitung der Kinder beim Übergang in die Grundschule. Mehrmals besuchen die Kitakinder die Grundschule und lernen dabei schon Klassenlehrkräfte, Mitschüler*innen und die Umgebung kennen. Für die Besuche kooperiert das Team auch mit der benachbarten Kita, damit sich die Kinder kennenlernen können, die später gemeinsam die Grundschule besuchen werden.

    Es herrscht eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Träger, welcher der Kita notwendige Ressourcen und Freiräume bereitstellt und sich auch über die Grenzen der Kommune hinweg für Belange von Kindern und Familien einsetzt.

  • Netzwerk Familienzentren LaDaDi

    Netzwerk Familienzentren LaDaDi

    Netzwerk Familienzentren LaDaDi
    Dritter Platz 2024

    Ort: Landkreis Darmstadt-Dieburg
    Bundesland: Hessen
    Handlungsfeld: unbürokratische und präventive Unterstützung von Familien, institutionsübergreifender Wissensaustausch, Partizipation
    Aktiv seit: 2011
    Wirkungsradius: gesamter Landkreis
    Partner: Fachkräfte aus 12 Familienzentren, deren lokale Kooperationspartner, Institutionen und Akteure aus dem Netzwerk Frühe Hilfen des Landkreises

    Kontakt: Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Fachstelle Frühe Hilfen, Anne-Katrin Schäfer-Seeger (Netzwerkkoordinatorin), FrueheHilfen[@]ladadi.de

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    Der Landkreis Darmstadt-Dieburg startete 2013 ein Förderprogramm, um Familien niedrigschwellig und bedarfsorientiert zu unterstützen: Fünf Jahre begleiteten die Fachstelle Frühe Hilfen und die Kita-Fachberatung dafür zwölf Kitas auf dem Weg zu Familienzentren. Damit war der Grundstein für das Netzwerk Familienzentren LaDaDi gelegt. Mittlerweile treffen sich die Fachkräfte der beteiligten Einrichtungen regelmäßig, tauschen Erfahrungen aus und bilden sich gemeinsam fort. Die gewonnenen Erkenntnisse geben sie an lokale Akteur*innen weiter und entwickeln mit ihnen vielfältige Angebote. Im Mittelpunkt steht immer das Wohl der Familien. Ob durch Marte Meo Beratung, gebärdenunterstützte Kommunikation oder Hausbesuch – nach dem Early Excellence-Ansatz werden die Kinder individuell gefördert und Eltern als Erziehungsexperten gestärkt. Jung und Alt bringen sich aktiv im Bündnis ein und teilen etwa bei der Talentbörse ihr Wissen in Sachen Sport, Kochen oder Musik. So ist ein Netzwerk entstanden, das alle Familien von Anfang an unterstützt.

    Das sagt die Jury

    Systematisch bringt das Bündnis Bildungseinrichtungen, soziale Dienste, die Politik sowie lokale Akteurinnen und Akteure zusammen, wodurch vorhandene Ressourcen zielgerichtet und unbürokratisch bei den Familien im gesamten Landkreis ankommen. Die integrative und kooperative Herangehensweise des Netzwerks kann als vorbildliches Modell für andere Regionen dienen. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie sich Kita-Praxis und Politik gegenseitig bereichern. Die vor Ort gewonnenen Erkenntnisse fließen in eine familienfreundliche Infrastruktur ein, von der wiederum die Familien und Fachkräfte profitieren. Die Arbeit des Bündnisses orientiert sich vorbildlich an den Lebenswelten der Familien. Um sie besser zu verstehen, besuchen die Fachkräfte die Kinder und Eltern zuhause oder erkunden mit ihnen deren Wohnort, was passgenaue Unterstützung ermöglicht.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Stärke dieses Bündnisses liegt in seiner systematischen Vernetzung der Familienzentren, verschiedener sozialer Dienste, weiterer Bildungseinrichtungen und lokaler Akteur*innen, die gemeinsam ein hochprofessionelles und innovatives Modell schaffen. Durch die starke Einbindung der Lokalpolitik wird das Bündnis nicht nur ernst genommen, sondern erhält auch die notwendige Unterstützung, um seine Ziele nachhaltig zu verfolgen. Besonders hervorzuheben ist, dass das Bündnis die Lebenswirklichkeiten der Familien gezielt wahrnimmt und sie aktiv stärkt. Die enge Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträger*innen bildet ein breites gesellschaftliches Fundament, das für die Wirksamkeit und den langfristigen Erfolg des Bündnisses von entscheidender Bedeutung ist. Dieses Vorgehen kann als Vorbild für die Schaffung ähnlicher Bündnisse in anderen Regionen dienen und stellt ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Kooperation im Sozialraum dar.

    Das Bündnis zeichnet sich durch die enge Zusammenarbeit und das gegenseitige Voneinanderlernen aus. Es basiert auf einem gemeinsamen pädagogischen Konzept, das sowohl die Bedürfnisse von Kindern als auch von Eltern ernst nimmt und in die Gestaltung der Angebote integriert. Besonders hervorzuheben ist die enge Einbindung und aktive Teilnahme der Eltern, zum Beispiel durch Hausbesuche. Dieser Ansatz fördert nicht nur die individuelle Unterstützung der Familien, sondern stärkt auch das Vertrauen in das Netzwerk.

    Ein herausragendes Merkmal des Bündnisses ist, dass es nicht nur auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Familien reagiert, sondern auch präventiv handelt und für gesellschaftliche Herausforderungen wie die Folgen der Corona-Pandemie oder des Ukraine-Kriegs sensibilisiert. Hier zeigt sich die hohe Flexibilität des Bündnisses, schnell und zielgerichtet auf bestehende Bedarfe zu reagieren bzw. diese zu antizipieren.

    Der kontinuierliche Austausch und die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften aus verschiedenen Bereichen sorgen dafür, dass Ressourcen effizient genutzt und Kompetenzen gebündelt werden. Dies führt nicht nur zu einer höheren Qualität der Angebote, sondern spart auch Kosten. Durch die gegenseitige Unterstützung innerhalb des Netzwerks werden externe Expertisen gezielt und nachhaltig eingesetzt, wodurch zusätzliche finanzielle Ressourcen für die Familienzentren freigesetzt werden. Diese Praxis der Ressourcenteilung stellt sicher, dass das Bündnis seine Wirkung langfristig entfalten kann.

    Durch die gezielte Einbindung der Politik wird das Bündnis nicht nur anerkannt, sondern erhält auch die nötige Unterstützung für seine Projekte und Ziele. Die enge Zusammenarbeit mit politischen Gremien sorgt dafür, dass das Bündnis eine breite gesellschaftliche Grundlage erhält und die Bedeutung frühkindlicher Bildung und sozialer Unterstützung in der breiten Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird. Die regelmäßige Kommunikation über die Projekte und Erfolge stärkt nicht nur das Vertrauen in das Bündnis, sondern trägt auch zur Schaffung einer breiten Basis für zukünftige Initiativen bei.

    Ein weiteres Merkmal des Bündnisses ist die Vielfalt an Angeboten und Formaten. Die Fortbildungsangebote zu wichtigen Themen wie der Unterstützung von Kindern im Autismus-Spektrum und die kontinuierliche Weiterbildung der Fachkräfte stellen sicher, dass das Bündnis immer auf dem neuesten Stand der Forschung und Praxis arbeitet. In die Entwicklungsprozesse werden sowohl die Kinder als auch die Eltern aktiv einbezogen. Diese fortlaufende Weiterentwicklung und Sensibilisierung für neue Herausforderungen zeigt, dass das Bündnis in der Lage ist, sich kontinuierlich zu verbessern und auf die Bedürfnisse der Familien und des Sozialraums einzugehen.

    Die Beteiligten legen großen Wert auf eine positive Atmosphäre im Bündnis. Optimistische und anpackende Menschen, die sich für das Wohl der Kinder und Familien einsetzen, bilden die Grundlage für den Erfolg des Bündnisses. Es ist offensichtlich, dass eine „Bündnisarbeit im Sinne der Kinder“ für alle Beteiligten selbstverständlich ist. Dieses Engagement für das Wohl der Kinder und Familien wird durch die enge Zusammenarbeit und das Miteinander der verschiedenen Akteur*innen verstärkt. Dabei wird auch die Rolle der Eltern als Ressource gesehen, was sich in einer Vielzahl von Formaten des beteiligungsorientierten Austauschs widerspiegelt.

    Ein besonders positives Element ist der kollaborative Ansatz des Bündnisses, der den Austausch von Ideen und Lösungen fördert. Dies führt nicht nur zum Erfolg der einzelnen Projekte, sondern stärkt auch den Zusammenhalt innerhalb des Bündnisses. Das Bündnis ist noch lange nicht am Ende seiner Reise, sondern hat klare Perspektiven für die weitere Zielverwirklichung und -erweiterung. Dies zeigt sich auch in der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Ziele und der Ausrichtung auf zukünftige Herausforderungen.

    Insgesamt stellt das Bündnis durch seine integrative und kooperative Arbeitsweise ein vorbildliches Modell für die Zusammenarbeit zwischen Familienzentren und weiteren Einrichtungen im sozialen Bereich dar. Es zeigt eindrucksvoll, wie durch die gezielte Vernetzung unterschiedlicher Akteur*innen, die aktive Einbindung der Eltern und die enge Zusammenarbeit mit der Politik ein nachhaltiges und effektives Unterstützungsnetzwerk geschaffen werden kann. Das Bündnis setzt wichtige Impulse für die frühkindliche Bildung und soziale Unterstützung. Die hohe Professionalität, das Engagement und die Vision der Beteiligten machen dieses Bündnis zu einem herausragenden Beispiel für gelungene Kooperation und langfristige Wirkung im Sozialraum.

  • Bündnis Dortmunder Nordstadt

    Bündnis Dortmunder Nordstadt

    Bündnis Dortmunder Nordstadt
    Erster Platz 2024

    Ort: Dortmund
    Bundesland: Nordrhein-Westfalen
    Handlungsfeld: Förderung des Spracherwerbs und der Medienkompetenz von Kindern, Fortbildung der Fachkräfte in den Bereichen Diversität, Rassismus und Gewaltprävention
    Aktiv seit: 2010
    Wirkungsradius: Quartier
    Partner: FABIDO, Familienbildung Dortmund, uzwei, Kunstreich im Pott e.V., Kitas sowie weitere Kooperationspartnerinnen und -partner je nach Jahresthema

    Kontakt: Kunstreich im Pott e.V., Ulrike Korbach (1. Vorsitzende, Gesamtprojektkoordinatorin), ulrikekorbach[@]web.de

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    „Und Action!“ – in den Kitas der Dortmunder Nordstadt arbeiten jedes Jahr Kita-Kinder an einem Filmprojekt. Das Bündnis Dortmunder Nordstadt hat sich die Förderung von Medienkompetenz und Spracherwerb auf die Fahne geschrieben. Dafür arbeiten Künstler*innen und pädagogische Fachkräfte Seite an Seite zusammen: Verschiedene Themen wie Missbrauchsprävention, Gefühle, Selbstbestimmung oder der eigene Körper werden in Workshops mit Kindern und Eltern bearbeitet. Einmal im Jahr wird dafür ein Film an einer Kita produziert. Drei- bis Sechsjährige erstellen ein eigenes Drehbuch, animieren ihren Film und produzieren die Musik. Am Ende wird ihr Film im Kino oder auf Filmfestivals ausgestrahlt, zu denen das Bündnis zusammen mit den Familien reist. In den vergangenen Jahren holten sie sogar Preise beim Deutschen Jugendfilmpreis und dem Deutschen Multimediapreis. Zusammen mit dem Bündnis Dortmunder Nordstadt gehen Kinder und Eltern selbstbewusst nicht nur in den Kinosaal, sondern auch ins Leben.

    Das sagt die Jury

    Das Bündnis begegnet Kindern und ihren Familien stärkenorientiert und auf Augenhöhe. Kinder werden in ihren individuellen Potenzialen stets gefördert. Dem Bündnis gelingt es hervorragend die Kinder in einem hochbelasteten Stadtteil durch niedrigschwellige Bildungsangebote für Kunst und Kultur zu begeistern und sie diese auch aktiv mitgestalten zu lassen. Das Bündnis nutzt kreative Formate, um Sprachförderung und kulturelle Teilhabe zu kombinieren und gleichzeitig wichtige Themen wie Rassismus, Gewaltprävention und Diversität aufzugreifen. Ein Paradebeispiel für Partizipation: Kinder sind die Hauptakteur*innen und entscheiden, inwieweit sie die Erwachsenen in ihre Projekte einbeziehen. Sie erarbeiten selbst die Ideen und Geschichten für ihre Filmprojekte und bestimmen aktiv, wie sie sich einbringen möchten. Die ausgeprägte Multiprofessionalität macht das Bündnis so stark. Kita-Teams und Kulturschaffende arbeiten eng zusammen. Jeder und jede bringt hierbei seine individuellen Stärken ein. Das Lernen im Prozess wird als Bereicherung erlebt und vorgelebt. Das eigene Wirken wird beständig mit Blick auf etwaige Diskriminierungsmomente und strukturelle Rassismen reflektiert. Mögliche Stereotype werden so aktiv bewusst gemacht und abgebaut.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Das Bündnis Dortmunder Nordstadt zeichnet sich durch eine breite Palette an Lern- und Fördermöglichkeiten für Kinder und Familien aus. Durch die enge Zusammenarbeit eines multiprofessionellen Teams, das neben pädagogischen Fachkräften auch Künstler*innen und Theaterpädagog*innen umfasst, wird die Arbeit mit den Kindern und Familien um verschiedene Perspektiven erweitert. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, kreative und vielfältige Lernmethoden zu entwickeln, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen der Kinder gerecht werden. Künstler*innen bringen ihre Expertise in den Bereichen Musik, bildende und darstellende Kunst ein, was den Kindern neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnet und ihre Kreativität fördert. Theaterpädagog*innen wiederum schaffen Räume, in denen Kinder durch Rollenspiele und Inszenierungen Selbstbewusstsein und soziale Fähigkeiten entwickeln.

    Dieser Ansatz fördert nicht nur die künstlerische Entfaltung der Kinder, sondern trägt auch zur Sprachentwicklung und emotionalen Intelligenz bei. Durch kreative Ausdrucksformen wie Malen, Schauspielern und Musizieren können Kinder ihre Gedanken und Gefühle auf nonverbale Weise mitteilen, was besonders für Kinder mit Sprachbarrieren oder geringen Deutschkenntnissen von großer Bedeutung ist. Die pädagogischen Fachkräfte bringen dabei ihre Erfahrung im Bereich der kindlichen Entwicklung und Sprachförderung ein, wodurch eine ganzheitliche Förderung erfolgt, die sowohl kognitiv als auch emotional und sozial wirkt.

    Die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachkräften führt zu einem intensiven Austausch von Ideen und Methoden. Das kommt nicht nur den Kindern zugute, sondern bildet auch die Fachkräfte selbst weiter. Diese Vielfalt an Perspektiven sorgt dafür, dass jedes Kind auf individuelle Weise angesprochen wird, wodurch eine inklusive und differenzierte Förderung gewährleistet ist. Das Resultat ist eine reichhaltige und dynamische Lernumgebung, in der die Kinder in ihrem eigenen Tempo wachsen können, unterstützt von einem Team, das sowohl die künstlerischen als auch die pädagogischen Potenziale voll ausschöpft.

    Kulturelle Angebote wie Kunst, Theater und Musik werden auch genutzt, um eine Brücke zu den Eltern zu bauen. Dadurch können diese nicht nur die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder unterstützen, sondern auch deren spezifische Talente entdecken. Durch die eröffneten Zugänge erfährt oft die gesamte Familie mehr Teilhabe am kulturellen Leben. Das Bündnis setzt einen besonderen Akzent auf die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund durch gezielte Medien- und Kulturprojekte, die über Medienkompetenz hinaus auch die Resilienz, das Zusammengehörigkeitsgefühl und ein wertschätzendes Miteinander stärken.

    Das Engagement aller Beteiligten in der Bündnisarbeit ist besonders wertvoll. Die offene Haltung und das Zusammenwirken unterschiedlicher Professionen schaffen eine lebendige, vertrauensvolle und lernorientierte Atmosphäre. Kitas arbeiten nicht isoliert, sondern als Teil eines Teams, das kooperiert und gemeinsam an Lösungen arbeitet. Die Partizipation der Kinder steht im Mittelpunkt: Die Kinder sind die Hauptakteur*innen und entscheiden selbst, wie sie sich einbringen möchten, aber auch in welchem Umfang sie die Erwachsenen in ihre Projekte einbeziehen. Sie entwickeln eigenständig Ideen und Geschichten für Filmprojekte und bestimmen aktiv, wie sich ihr Projekt entfaltet. Durch kreative Formate werden Sprachförderung und kulturelle Teilhabe kombiniert, während gleichzeitig wichtige Themen wie Rassismus, Gewaltprävention und Diversität auf fachlicher Ebene behandelt werden.

    Die Präsentation der von den Kindern erstellten Filme in Kinos und auf Festivals ist etwas ganz Besonderes und stärkt das Selbstbewusstsein und das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Durch nonverbale Interaktionsformate wird eine gleichberechtigte Teilnahme aller Kinder ermöglicht. Das Bündnis trägt mit seiner Arbeit somit zu einer authentischen und diskriminierungsarmen Partizipation bei.

    Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelingt es dem Bündnis, durch ressourcenorientierte und kreative Bildungsangebote die Talente der Kinder zu fördern und sie in ihrer Resilienz zu stärken. Die enge Zusammenarbeit zwischen Künstler*innen und pädagogischen Fachkräften schafft einen produktiven Austausch, der sowohl den Kita-Alltag als auch die künstlerischen Prozesse bereichert. Auch die Familien der Kinder werden in das kulturelle Leben einbezogen, was die gesamte familiäre Teilhabe stärkt. Das Bündnis ist ein beeindruckendes Beispiel für multiprofessionelle Zusammenarbeit. Es fördert nicht nur die Talente der Kinder, sondern eröffnet auch neue Horizonte durch Kunst und Kultur. Besonders bemerkenswert ist der kreative Ansatz, der es Kindern und ihren Familien ermöglicht, auf einer ganz neuen Ebene teilzuhaben, zu lernen und zu wachsen.

  • Bündnis für gesundes Aufwachsen von Kindern

    Bündnis für gesundes Aufwachsen von Kindern

    Bündnis für gesundes Aufwachsen von Kindern
    Zweiter Platz & DGB-Zusatzpreis 2024

    Ort: Dresden
    Bundesland: Sachsen
    Handlungsfeld: gesundes Aufwachsen von Kindern, sozialräumliche Zusammenarbeit, gelingende Zugänge zu Unterstützungsstrukturen für Familien, Professionalisierung von Fachkräften
    Aktiv seit: 2014
    Wirkungsradius: Stadtteil Dresden-Prohlis
    Partner: Stadt Dresden, Kitas, Grundschulen, Allgemeiner Sozialer Dienst, Kinder- und Jugendärztlicher Dienst, Familienhebammen, Beratungsstelle für Kinder-, Jugendliche und Familien, offene Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Stadtteilrunde Prohlis

    Kontakt: Roman Haasler, KiNET-Netzwerkkoordination

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    Mehr Informationen

    Das Bündnis für gesundes Aufwachsen von Kindern ist seit mehreren Jahren im Dresdener Stadtteil Prohlis aktiv. Mit dem Ziel, der steigenden Kinderarmut dort zu begegnen und die Chancengerechtigkeit zu erhöhen, setzen die Bündnisakteure auf Prävention durch Vernetzung und Partizipation. Als zentrale Schnittstelle zu Kindern und Familien sind 14 Kindertageseinrichtungen Teil des Bündnisses. Abstimmungen erfolgen in professions- und leistungsfeldübergreifenden Arbeitsformaten. So fließen Erfahrungen direkt in die Überlegungen zu Unterstützungsangeboten ein. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass Kinder und Familien gelingende Zugänge zu diesen Angeboten haben: zum Beispiel durch Stadtteilrallyes für Vorschulkinder, Kooperationen der Kitas mit offenen Angeboten, einen Familienkiosk, der Kurzzeitbegleitung für Eltern bis hin zur Gesundheitsberatung durch den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst.

    Das sagt die Jury

    Mit dem Ziel, der Kinderarmut zu begegnen und die Chancengerechtigkeit im Stadtteil zu erhöhen, setzen die Akteure auf Prävention durch die Zusammenarbeit über Zuständigkeitsgrenzen hinweg. Beindruckt hat die Jury, wie multiprofessionell das Bündnis aufgestellt ist. Vom Allgemeinen Sozialen Dienst über Kitas bis hin zur Familienberatung arbeiten alle Hand in Hand. Die verschiedenen Sichtweisen ergeben ein ganzheitliches Bild, das den Akteuren erlaubt, passgenaue Angebote zu machen. Wie nah dran sie sind, zeigt das Beispiel von „Schwester Agnes“: Die Hebamme sucht Familien aktiv auf und begleitet Familien von der Geburt bis zum Übergang in die Kita. Herausragend ist, wie stärkenorientiert und sensibel die Akteure auf die Familien des hochbelasteten Stadtteils zugehen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Das Bündnis stellt ein herausragendes Beispiel für gelungene Kooperation im Sozialraum dar, bei dem die Bedürfnisse von Kindern und Familien im Mittelpunkt stehen. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt und Innovation der angebotenen Maßnahmen wie beispielsweise der Familienkalender, die Erste-Hilfe-Box für Eltern, die Stadtteil-Rallye, der Stadtteilplan oder der Stadtteil-Song. Diese Angebote sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sowohl die Familien informieren als auch deren praktische Bedürfnisse abdecken. Sie fördern die Teilhabe und bieten den Familien eine wertvolle Orientierung in ihrem Alltag.

    Ein zentrales Merkmal des Bündnisses ist das hohe Engagement aller Beteiligten. Die Jury konnte deutlich erkennen, dass es den Akteur*innen darum geht, in einem Sozialraum mit multiplen Herausforderungen zum Wohl der Kinder und Familien beizutragen. Die Fachkräfte suchen die Familien aktiv im Sozialraum auf und sind außerhalb der Einrichtungen für sie ansprechbar. Dies ist ein Paradebeispiel für niedrigschwelliges und effektives Arbeiten im Sozialraum, das weit über die klassischen Angebotsstrukturen hinausgeht. Durch die enge Zusammenarbeit mit Gesundheitsdienstleister*innen und die regelmäßigen Informationskampagnen wird die Gemeinschaft für gesundheitsfördernde Maßnahmen sensibilisiert, was die Lebensqualität und die Chancengleichheit der betroffenen Kinder und Familien nachhaltig stärkt.

    Es gelingt dem Bündnis hervorragend, fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit zu gestalten. So stellt die Integration von Gesundheitsförderung in die frühkindliche Bildung eine wertvolle Grundlage dar, um ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen und die Resilienz der Familien zu stärken. Insbesondere die frühzeitige Unterstützung vor der Geburt ist bemerkenswert, da sie die Erziehungskompetenzen der Eltern nachhaltig fördert.

    Das Bündnis überzeugt durch einen multiprofessionellen Ansatz, bei dem unterschiedliche Akteur*innen wie der Allgemeine Soziale Dienst, der kinderärztliche Dienst und Beratungsstellen miteinander vernetzt werden. Jede Kita hat eine Ansprechperson beim Sozialen Dienst, was eine niedrigschwellige Anlaufstelle für anonyme Fallbesprechungen und beratende Unterstützung bietet. Von der engen Verzahnung der verschiedenen Professionen und Institutionen profitieren vor allem die Familien. Der interdisziplinäre Austausch sorgt dafür, dass die Hilfe passgenau und bedarfsgerecht erfolgt.

    Die Arbeitsweise des Bündnisses ist von einem hohen Maß an Professionalität geprägt. Besonders hervorzuheben sind die pragmatische Kommunikation und die Entwicklung wirksamer Maßnahmen, die direkt an den Bedürfnissen der Kinder und Familien ausgerichtet sind. Diese Herangehensweise ermöglicht eine schnelle und flexible Reaktion auf Herausforderungen, was für den Erfolg des Bündnisses entscheidend ist. Die Teammitglieder zeichnen sich durch eine positive Grundhaltung, ein hohes Maß an Armutssensibilität und eine große Wertschätzung gegenüber den Familien aus. Dies spiegelt sich in der respektvollen und kreativen Art und Weise wider, wie das Bündnis die Lebensrealitäten der Familien aufgreift und Lösungen entwickelt.

    Darüber hinaus überzeugt das Bündnis durch seine Flexibilität und Effizienz im Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Budgets und Räume werden konkurrenzfrei geteilt. Das sorgt dafür, dass die verfügbaren Mittel optimal genutzt werden. Neue Fachkräfte im Stadtteil werden aktiv durch das Bündnis angesprochen und zur Mitarbeit eingeladen. Die zusätzlichen personellen Ressourcen, die Sachmittel und die Prozessbegleitung bieten den Fachkräften in den Kitas die notwendige Entlastung, um ihre Arbeit noch effektiver und zielgerichteter gestalten zu können.

    Das Bündnis zeigt eindrucksvoll, wie durch die integrierte Zusammenarbeit von Fachkräften aus verschiedenen Bereichen passgenaue, innovative Angebote entwickelt werden und so ein nachhaltiger Beitrag zur Förderung von Chancengleichheit und sozialer Integration geleistet werden kann.

    Das sagt der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Zusatzpreis

    Das Bündnis überzeugt durch den hohen Einsatz seiner Partner*innen, die Lebenssituation von Kindern in einem sozioökonomisch belasteten Stadtteil zu verbessern und Familien bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Ausgehend von dem Leitmotiv „Keine Kita, kein Familienzentrum, kein Kindertreff kann die komplexen Problemlagen der Kinder und Familien allein lösen!“ hat das Bündnis niedrigschwellige und zielgruppenorientierte Begegnungs- und Veranstaltungsformate wie Stadtteilrunden, Spielplatzbesuche, Elternveranstaltungen oder Feste entwickelt und geht damit direkt zu den Kindern und Familien.

    Die Kita wird vom Bündnis als der Ort für Frühprävention verstanden, weshalb die Fachkräfte in den Kitas durch die Bündnispartner*innen in ihrer Arbeit mit benachteiligten Kindern und Familien unterstützt und gestärkt werden. Das Bündnis zeigt auf beeindruckende Weise, wie eine koordinierte multiprofessionelle Zusammenarbeit von Akteur*innen mit unterschiedlichen Expertisen und Aufgaben gelingen kann. Trotz unterschiedlicher Zuständigkeiten und Professionslogiken arbeiten alle Beteiligten eng zusammen und schützen sich gegenseitig vor Überforderung und Überlastung.

    Das Bündnis beeindruckt durch seine gebündelte fachliche Expertise und die hohe Bereitschaft aller Beteiligten, sich kontinuierlich fortzubilden und gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Arbeit des Bündnisses ist konzeptionell durchdacht und langfristig angelegt. Regelmäßig reflektieren alle Beteiligten gemeinsam ihr Handeln im Sinne der gesteckten Ziele. Damit trägt das Bündnis in besonderem Maße zur Integration, Teilhabe und Chancengleichheit von benachteiligten Kindern und ihren Familien in einem stark benachteiligten Sozialraum bei.

    Eine hohe fachliche Kompetenz, gezielte Prioritätensetzung, Verlässlichkeit und Zusammenhalt machen die professionelle Arbeit des Bündnisses aus und fördern laut der Beteiligten die Attraktivität der Arbeit, die Arbeitszufriedenheit und die Gesunderhaltung.

  • Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn

    Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn

    Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn
    Dritter Platz

    Ort: Mühldorf a. Inn
    Bundesland: Bayern
    Handlungsfeld: Verankerung der Familienbildung als präventiven Ansatz, niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen und Stärkung der Elternkompetenzen
    Aktiv seit: 2009
    Wirkungsradius: Landkreis
    Partner: Koordinierungsstelle Familienbildung, Familienstützpunkte, Kitas, Grundschulen, Jugendamt, Beratungs- und Bildungsstellen

    Kontakt: Lernen vor Ort – Landratsamt Mühldorf a. Inn, Dr. Carolin Jürgens (Bündniskoordinatorin), lernenvorort[at]lra-mue.de

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    Mehr Informationen

    Mit einer Ausdehnung von über 50 Kilometern verbindet der Landkreis Mühldorf am Inn – östlich von München – Städte wie Mühldorf und Waldkraiburg mit vielen Landgemeinden. Weite Wege und die Mischung aus Stadt und Land machen die Begleitung von Familien zur Herausforderung. Das Bündnis Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn stellt sich dieser. Durch strukturierte Bildungsarbeit entstehen Angebote, die alltagsnah, offen und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden an Orten eingerichtet, die Familien im Alltag ohnehin besuchen – in Kitas und Familienzentren. Dort erhalten sie niedrigschwellige Beratung, etwa durch eine Familienkinderkrankenschwester, und können an Angeboten teilnehmen, darunter von Eltern moderierte Austauschrunden, Spielenachmittage oder Frühstückstreffs. Regelmäßige Befragungen sorgen dafür, dass die Angebote kontinuierlich an die Bedürfnisse der Familien angepasst werden. Ein gutes Beispiel für bedarfsorientierte Unterstützung bietet der Elternratgeber zum Übergang von der Kita in die Grundschule. Er wurde auf Wunsch von Eltern entwickelt und unterstützt sie in der Begleitung ihrer Kinder vor Schuleintritt. Das Bündnis zeigt, wie wirkungsvoll frühe Unterstützung für Kinder, Eltern und die ganze Region sein kann.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, dass das Bündnis mit datengestütztem Bildungsmonitoring, Befragungen und Evaluationen die Bedarfe der Familien erkennt und passende Angebote entwickelt. Der Landkreis erstreckt sich über weite 50 Kilometer. Damit viele Familien teilhaben können, achten die Bündnisbeteiligten darauf, dass alle Angebote alltagsnah und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden deshalb in Kitas und Familienzentren, verteilt auf dem gesamten Landkreis, eingerichtet. Dort bekommen Eltern Beratung unter anderem durch eine Familienkinderkrankenschwester. Die weiteren Angebote reichen von fachlichen Symposien, von Eltern moderierten Austauschrunden bis hin zu Spielenachmittagen. Auch vom Bündnis selbst verfasste Handbücher zum Übergang in die Grundschule geben Orientierung. Des Weiteren sind die Familienstützpunkte lokal vernetzt. Träger und Einrichtungen stimmen sich ab, um Doppelstrukturen zu vermeiden. So entsteht ein starkes Netz für Familien vor Ort.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länger

    Basis für das Wirken: systematische Datenerhebung, Bildungsmonitoring und Weiterentwicklung 

    Das Bündnis für Familienbildung im Landkreis Mühldorf a. Inn beeindruckt durch eine außergewöhnlich fundierte, datengestützte Arbeitsweise. Ein systematisches Bildungsmonitoring bildet die Grundlage für alle Aktivitäten und ermöglicht es, die Lebenswelten von Kindern und Familien umfassend zu erfassen.  

    Daraus entstehen klare Handlungsorientierungen und passgenaue Angebote, die die unterschiedlichen Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen zielgerichtet aufgreifen. Die Arbeit wird kontinuierlich durch Elternbefragungen, multiprofessionellen Austausch und regelmäßige Evaluationen untermauert. So konnte etwa der in Befragungen geäußerte Wunsch nach mehr Transparenz zu Ferien- und Freizeitangeboten zeitnah aufgegriffen und in die Entwicklung einer digitalen Übersicht überführt werden.  

    Die systematische Weiterentwicklung des Bündnisses ist professionell strukturiert und fest verankert; das Fortschreiben der eigenen Konzeption gehört zur „DNA“ der Arbeit des Bündnisses. Der multiprofessionelle Zugang ermöglicht zudem einen ganzheitlichen Blick auf die vielfältigen Lebenslagen der Adressatinnen und Adressaten und stärkt die fachlich fundierte Weiterentwicklung aller Angebote. 

    Dezentralität und Bedarfsorientierung schafft niedrigschwellige Zugänge 

    Im Landkreis Mühldorf a. Inn wird Familienbildung nicht als reines Angebot, sondern als strukturelle Aufgabe verstanden. Der Abbau von Barrieren spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Herausforderungen des Flächenlandkreises werden durch ein dezentrales System von Familienstützpunkten beantwortet, die bewusst in Kitas oder Familienzentren angesiedelt sind – also dort, wo Familien sich ohnehin aufhalten.  

    Grundlage für die Standortentscheidungen sind die Sozialraumdaten des Landkreises, so dass die Stützpunkte dort entstehen, wo der Bedarf am größten ist. Ein strukturiertes System der Bedarfsermittlung schafft passgenaue und differenzierte Angebote, die Erziehungspartnerschaft, Teilhabe und Selbstwirksamkeit nachhaltig stärken.  

    Besonders deutlich wird der niedrigschwellige Ansatz im Angebot der Familienkinderkrankenschwester. Hier werden in den Familienstützpunkten offene Baby- und Kleinkindsprechstunden mit einer Familienkinderkrankenschwester angeboten. Eltern können sich zu den Sprechstunden anmelden oder diese spontan in Anspruch nehmen und erhalten Beratung zu sämtlichen Themen rund um ihr Kind. Zudem besteht die Möglichkeit, Kinder vor Ort messen und wiegen zu lassen – ein Angebot, das von vielen Familien gerne genutzt wird. Im Mittelpunkt der Sprechstunden stehen häufig Fragen zur Entwicklung, Ernährung oder zu Regulationsschwierigkeiten. Zeigen sich dabei komplexere oder psychosoziale Fragestellungen, dienen die Sprechstunden als niederschwelliger Zugang zu den Fachkräften des koordinierenden Kinderschutzes (KoKi). Auf dieser Grundlage können gezielt weiterführende Unterstützungsangebote vermittelt werden – freiwillig und ohne bürokratische Hürden. 

    Für viele Eltern stellt die Familienkinderkrankenschwester so eine natürliche Fortsetzung der Hebammenbetreuung dar und wird als deutlich niedrigschwelliger wahrgenommen als ein direkter Kontakt zur Sozialpädagogin. Durch ihre Nähe zum Kind entsteht rasch Vertrauen, das den Zugang zu weiterführender Hilfe erleichtert. 

    Eine ausgeprägte Beteiligungskultur stärkt zusätzlich die Wirksamkeit der Arbeit – Formate wie Familiensymposien, offene Caféangebote oder Sprach- und Kinderkurse holen Familien aktiv in fachliche und gemeinschaftliche Prozesse hinein. Hohe Wirksamkeit entfalten zudem die bewusst präventiv und niedrigschwellig gestalteten Eltern-Kind-Gruppen, die dezentral an sechs Standorten stattfinden und soziale Integration, Austausch und emotionale Sicherheit fördern. Sie dienen zugleich als Brücke zu den Koordinatorinnen der Familienstützpunkte, die Bedarfe erkennen und in die Weiterentwicklung lokal passender Angebote einfließen lassen. 

    Prävention mit ressourcenorientiertem Blick 

    Die Familienbildung im Landkreis Mühldorf zeichnet sich durch einen konsequent ressourcenorientierten Ansatz aus. Auf Grundlage des systematischen Bildungsmonitorings entsteht ein tiefes Verständnis der Lebenswelten der Familien, aus dem klare Handlungsorientierungen abgeleitet werden. Der präventive Ansatz zielt im Bündnis nicht auf erkannte Defizite, sondern setzt an den Stärken der Familien und dem Anspruch, deren vorhandene Ressourcen zu fördern, an.  

    Angebote wie die Familienkinderkrankenschwester oder der Elterntalk stehen exemplarisch für diesen Ansatz: Beim Elterntalk treffen sich Eltern in privatem Rahmen und tauschen sich moderiert zu Alltagsthemen aus. Das besondere hierbei: Die Moderation übernehmen nicht Fachkräfte, sondern geschulte Eltern, die dabei in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden und sich aktiv und gestaltend einbringen können.  

    Dieser ressourcenorientierte Blick wirkt weit über die unmittelbare Familienbildung hinaus. Familienfreundliche Strukturen werden als Standortfaktor verstanden und tragen mit dazu bei, dass Mühldorf a. Inn – inzwischen der am schnellsten wachsende Landkreis Deutschlands – für junge Familien besonders attraktiv ist.  

    Gezieltes Aufschließen der unterschiedlichen Sozialräume im Flächenlandkreis 

    Die starke Sozialraumorientierung des Bündnisses stellt sicher, dass die Ressourcen vor Ort bestmöglich genutzt werden und gleichzeitig keine blinden Flecken entstehen. Die Familienstützpunkte sind eng mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren in ihren Sozialräumen vernetzt und bilden vor Ort lokale Netzwerke, die sich wiederum mit dem Landkreisbündnis regelhaft rückkoppeln – mit Blick sowohl auf Bedarfe als auch Ressourcen. 

    So entstehen vor Ort passgenaue Angebote, die niedrigschwellige Zugänge sichern und gleichzeitig in die übergeordnete Strategie im Landkreis eingebunden sind. Die trägerübergreifende Zusammenarbeit verhindert Parallelstrukturen und ermöglicht eine effiziente Bearbeitung der Bedarfe.  

    Ein mehrstufiges System von Austauschformaten – sowohl auf Landkreisebene als auch in den einzelnen Sozialräumen – gewährleistet, dass finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen optimal genutzt werden. Durch diese systematische Verknüpfung der Ebenen bleiben alle Zielgruppen im Blick: Kinder, Familien und Fachkräfte gleichermaßen. 

  • Präventionsketten im Landkreis Peine

    Präventionsketten im Landkreis Peine

    Präventionsketten im Landkreis Peine
    Erster Platz

    Ort: Peine
    Bundesland: Niedersachsen
    Handlungsfeld: Präventionsketten, Übergang Kita–Schule, Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen der Kinder, Stärkung der Elternverantwortung, Stärkung der Kinderperspektiven
    Aktiv seit: 2020
    Wirkungsradius: Landkreis und Stadt
    Partner: städtische bzw. kirchliche Kitas und Familienzentren, Frühförderung der Lebenshilfe, Regionales Beratungs- und Unterstützungszentrum für inklusive Schule, Grundschulen und Praxisberatung der Stadt Peine sowie Erziehungsberatungsstelle, Kita-Fachberatung und Kinder- und jugendärztlicher Dienst des Landkreises Peine

    Kontakt: Landkreis Peine-FD Jugendamt, Elisa Behrens (Koordinatorin der Präventionsketten), e.behrens[at]landkreis-peine.de

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    Mehr Informationen

    Die Präventionsketten im Landkreis Peine nehmen die Übergänge in den Blick – von der Eingewöhnung in Krippe und Kita bis zur Grundschule und darüber hinaus. Das Bündnis bindet dabei Fachkräfte, Kinder und Familien aktiv mit ein. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Was brauchen junge Menschen, um gut aufzuwachsen? Weil beispielsweise viele Kinder der ersten Klasse Startschwierigkeiten hatten, organisierten die Verantwortlichen der Präventionsketten Malinterviews mit den Kita-Kindern, um deren Perspektive auf Schule zu erfassen. Das Ergebnis war: Viele von ihnen hatten schlichtweg kein Bild davon, was sie in der Grundschule erwartet. Das Willkommensbuch „Schule“, das nicht nur für die Kinder, sondern mit ihnen konzipiert und gestaltet wurde, sowie eine Info-Broschüre für Eltern geben seither Orientierung. Das Austauschforum „Gut ankommen in der Schule“ unterstützt Fachkräfte zudem dabei, den Übergang gemeinsam und ausgehend von den Bedürfnissen der Familien zu denken. In Fachtagungen und Fortbildungen gibt es neue Impulse und die Möglichkeit, sich auszutauschen. Das stärkt den Zusammenhalt der Verantwortlichen – immer mit dem Ziel, allen Kindern im Landkreis Peine ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, dass sich das Bündnis intensiv mit der Frage beschäftigt „Was brauchen junge Kinder und ihre Familien, um Übergänge gut zu meistern – von der Eingewöhnung in die Krippe und den Ü3-Bereich der Kita über die Schule und darüber hinaus?“ Die Antwort lautet: Orientierung und Sicherheit. Die erhalten die Kita-Kinder in Peine schon vor dem Schuleintritt beispielsweise durch das von Schulkindern gestaltete Willkommensbuch. In den ersten zwei Schulwochen begleiten die Kita-Fachkräfte die Kinder dabei, die neue Umgebung zu entdecken. Die Verantwortlichen verschiedener Institutionen arbeiten dabei sehr eng zusammen. Und die Bündnisbeteiligten haben auch die Kinder im Blick, die in herausfordernden Situationen aufwachsen. So entwickelte der Runde Tisch „Kinderarmut“ in kürzester Zeit eine Übersicht über die Angebote für Familien in finanzieller Not. Das Bündnis hat ein klares Ziel vor Augen, eine verlässliche Struktur und ein starkes Team, das voneinander lernt.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Brücken für starke Kinder: Innovative Ideen für einen gelingende Übergange 

    Das Bündnis verfolgt das Ziel, allen Kindern ein gesundes und chancengerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Um das zu erreichen, baut es Zugangsbarrieren ab, stärkt Übergänge – in die Kita, aber insbesondere den von der Kita in die Schule – und bindet Familien sowie Kinder aktiv ein. 

    Das Bündnis gestaltet diese Übergänge außerordentlich kindorientiert, ganzheitlich und interdisziplinär. Das Bündnis betrachtet Kindheit umfassend, vernetzt verschiedene Professionen und schafft damit eine stabile Grundlage für gelingende Übergänge. Dabei übernehmen die Beteiligten nicht einfach bestehende Übergangsmodelle, sondern entwickeln diese konsequent weiter und orientieren sich an Kinderperspektiven und an den Bedarfen der Familien. Um Letzteres zu gewährleisten, wurde unter anderem das partizipatives Eingewöhnungsmodell in Kitas eingeführt. Fachkräfte besuchen Familien vor der eigentlichen Eingewöhnung zu Hause, um Vertrauen aufzubauen und das Umfeld des Kindes kennenzulernen. 

    Kinder und Familien werden über institutionelle Ebenen hinweg begleitet und Wissen wird weitergegeben. 
    Übergänge werden nicht isoliert gedacht. Stattdessen begleitet das Bündnis Kinder und Familien kontinuierlich, fördert Austausch zwischen den beteiligten Einrichtungen und macht Wissen systematisch zugänglich, zum Beispiel durch Informationsmaterialien wie „Das letzte Jahr vor der Schule“ sowie Flyer und Plakate zur Schuleingangsuntersuchung: Diese werden kindgerecht aufbereitet, um das Informationsrecht der Kinder zu berücksichtigen und Familien durch die Schritte des Übergangs zu führen.  

    Auch gemeinsame Elternabende von Kita und Schule sowie das Forum „Gut ankommen in der Schule“ tragen zum Gelingen bei. Das Forum als jährliche Veranstaltung für Kitas, Grundschulen und weitere Akteurinnen und Akteure – initiiert durch die Bündniskoordination – bietet Austausch, Networking und Best Practice. Ergänzt werden diese Formate durch einen Runden Tisch zum Thema Kinderarmut. 

    Im Bündnis werden Eltern aktiv eingebunden und nach ihren Einschätzungen gefragt, zum Beispiel durch Befragungs- und Beteiligungsformate, wie Elternbefragungen und -gespräche.  

    Das Bündnis fördert auch die Einbindung der Kinderperspektiven durch kreative und partizipative Methoden. 
    Kinder werden gefragt, wie sie Übergänge erleben. Methoden wie Malinterviews machen ihre Sichtweisen sichtbar und fließen in die Angebotsentwicklung ein. So zeichnete ein Kind beispielsweise die Schule als Festung – das Bündnis nahm dies auf und entwickelte Willkommensbücher, um Kita-Kindern den Übergang zur Schule zu erleichtern. Das Palaverzelt ist nicht nur eine Methode zur Konfliktlösung. Kinder erlernen die Methode bereits in der Kita und setzen sie in der Grundschule fort. So finden sie bekannte Strukturen wieder und können soziale Kompetenzen weiterentwickeln. 

    Kita und Schule wirken gemeinsam am Übergang in die Schule 
    Der Übergang von der Kita in die Grundschule ist ein zentrales zentrales Ereignis im Leben eines Kindes, das von zwei unterschiedlichen Institutionen gemeinsam gestaltet werden muss. In Peine gelingt dies in besonderer Weise: Kita und Schule arbeiten eng, wertschätzend und wechselseitig lernend zusammen. 
    Kita und Schule bringen unterschiedliche Perspektiven auf Bildung mit. In Peine gelingt ein außergewöhnlicher fachlicher Austausch, der von beiden Seiten ausgeht. Beide Institutionen wollen aktiv voneinander lernen und ihr Wissen zum Wohl der Kinder teilen. Eine Besonderheit: Pädagogische Fachkräfte aus den Kitas begleiten einzelne Kinder in den ersten zwei Schulwochen im Klassenraum. Sie sind dort ansprechbar, arbeiten im Tandem mit Lehrkräften und geben den Kindern Sicherheit. 

    Viele Übergangsprojekte stützen sich hauptsächlich auf Hospitationen der Kitas in Schulen. Das Bündnis in Peine geht deutlich weiter: Es lebt einen echten gegenseitigen Austausch. Beide Seiten lassen sich aufeinander ein, ohne Anspruchshaltungen, stattdessen mit dem ernsthaften Willen, Kinderperspektiven und Vorerfahrungen aufzugreifen und gemeinsam zu nutzen. Das Engagement ist außergewöhnlich und institutionell stark verankert. Dafür werden Hospitationen der Schule in den Kitas umgesetzt. Der Impuls dazu kam direkt aus dem Lehrkollegium – ein Zeichen echter Offenheit und Lernbereitschaft. Auch Grundschulleitungen übernehmen aktiv Bündnisarbeit: Sie hospitieren selbst in Kitas. Dadurch wird die Übergangsgestaltung zu einem strategischen Schwerpunkt der Schulen und nicht zu einem Nebenprojekt. 

    Peer-to-Peer-Ansatz für Kinder beim Übergang 
    Der Übergang von der Kita in die Grundschule wird nicht nur von Erwachsenen gestaltet. In Peine wird ein innovativer Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt, bei dem Kinder nicht nur gehört werden, sondern selbst aktiv zum Gelingen der Übergänge beitragen. Sie unterstützen einander, teilen Erfahrungen und gestalten Materialien für jüngere Kinder. 

    Ein zentrales Element sind Willkommensbücher, die von Schulkindern erstellt werden. Dadurch werden die älteren Kinder darin bestärkt, Verantwortung zu übernehmen, sich sozial zu engagieren und ihre eigene Selbstwirksamkeit zu erleben. Das Bündnis entwickelt gemeinsam einen reichen Schatz an kindgerechten Materialien und Methoden, die diesen Prozess unterstützen. Dafür gestalten Schulkinder Willkommensbücher: Die Bücher zeigen Kita-Kindern wichtige Aspekte des Schulstarts – zum Beispiel Pläne des Schulgebäudes, Fotos von zentralen Orten, Sicherheitspunkten, dem Hausmeister, der Sekretärin und den Toiletten. Rückzugsorte werden von den Schulkindern selbst definiert und erklärt. Sie entscheiden, was gezeigt wird, fotografieren eigenständig und gestalten alles selbst. 

    Klare Strukturen für stetige Weiterentwicklung 
    Das Bündnis „Präventionsketten im Landkreis Peine“ zeigt beispielhaft, wie wirksame und nachhaltige Vernetzung zwischen Kommune, Kita, Schule und weiteren Beteiligten gelingen kann. Die Arbeit folgt klaren organisatorischen Strukturen und ist zugleich flexibel genug, um neue Impulse schnell aufzunehmen und umzusetzen. 

    Es hat eine strukturierte und koordinierte Zusammenarbeit als Grundlage. Die Zusammenarbeit im Bündnis basiert auf einer tragfähigen Struktur: Eine Steuergruppe, verschiedene Arbeitsgruppen und eine zentrale Koordinatorin bündeln alle Aktivitäten. Dadurch ist gewährleistet, dass Informationen zielgerichtet fließen, Verantwortlichkeiten klar sind und Entwicklungen kontinuierlich vorangetrieben werden. Gleichzeitig wächst die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure stetig. Dies zeigt sich beispielsweise an der schnellen Umsetzung des Willkommensbuchs an weiteren Schulen: Beim Vor-Ort-Besuch im Rahmen des Deutschen Kita-Preises stellte sich die Frage, warum nicht alle Schulen das Willkommensbuch nutzen. Nur drei Wochen später hatte die Koordinatorin alle Schulen kontaktiert – nahezu alle wollten das Konzept übernehmen. Dies verdeutlicht die kurze Reaktionszeit und hohe Umsetzungsbereitschaft im Bündnis. 

    Regelmäßige gemeinsame Formate sichern Austausch und Anpassungsfähigkeit. Durch regelmäßige Treffen, Arbeitsgruppen, Foren und thematische Runden Tische bleibt die Zusammenarbeit lebendig. Herausforderungen werden gemeinsam identifiziert, Lösungen entwickelt und Veränderungen zeitnah umgesetzt. So entsteht eine dynamische Struktur, die fortlaufend an neue Bedarfe angepasst wird. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Weiterarbeit am Runden Tisch „Kinderarmut“: Aus den Ergebnissen des Runden Tisches wurde eine Taskcard mit Unterstützungsangeboten für Familien in finanziellen Notlagen entwickelt. Sie wird allen relevanten Multiplikatoren, wie Kitas, Schulen, Jugendhilfe, freien Trägern, zur Verfügung gestellt. Die Verteilung erfolgt direkt per Mail oder über bestehende Netzwerke wie Frühe Hilfen, Gesundheitsregion, Bildungsregion oder Familienzentren. Damit wird sichergestellt, dass Informationen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. 

  • Kindertagesstätte Moordamm

    Kindertagesstätte Moordamm

    Kindertagesstätte Moordamm
    Dritter Platz 2025

    Ort: Bad Oldesloe
    Bundesland: Schleswig-Holstein
    Größe: 80 Kinder, 18 Mitarbeitende
    Träger: Ev.-freikirchliche Kindertageseinrichtungen Bad Oldesloe-Mölln e.V.
    Unsere Stärke: bedürfnisorientierte Pädagogik, Kinderrechte, Kooperation Kita-Schule

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    Mehr Informationen

    In der Kita Moordamm steht die Selbstbestimmung der Kinder im Mittelpunkt. Sie erleben täglich, dass ihre Ideen zählen, sie gehört werden und den Alltag aktiv mitgestalten können. Möglich macht das unter anderem der „Wichtig-Brief“, mit dem sie Wünsche, Anregungen oder Beschwerden bildlich und sprachlich mitteilen. Ob Flohmarkt, gemeinsames Kuchenbacken oder neue Ausflugsziele: Viele Impulse kommen direkt von den Kindern. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderrechte brachte das Team schließlich zur Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts: In der offenen Kita können die Kinder ihren Interessen frei nachgehen. Auch der Übergang in die Schule wird kindgerecht und behutsam begleitet. Durch wöchentliche Besuche in der Schule lernen die Kinder ihre zukünftige Klasse und Lehrkraft kennen. Das schafft Vertrauen und weckt Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt. Die Kita Moordamm zeigt, wie echte Mitbestimmung, gelebte Kinderrechte und starke Bildungskooperationen funktionieren und Kinder für eine selbstbestimmte Zukunft stärken.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, dass Kinder hier erleben, wie sehr ihre Meinung zählt. Mit dem „Wichtig-Brief“ bringen sie Wünsche und Beschwerden ein und die Erwachsenen gestalten den Kita-Alltag auf dieser Grundlage. Die Fachkräfte stärken aber nicht nur die Kinder darin, ihre Rechte zu kennen und anzuwenden, sondern sie selbst sind Vorbild: Mit Unterstützung ihres Teams setzt sich die Leitung dafür ein, dass gute Kindertagesbetreuung alle angeht – unter anderem mit einer Demonstration und einer Podiumsdiskussion, die öffentlich für Aufmerksamkeit sorgten. Das Team hat nicht nur die Kinder im Blick, sondern auch die eigenen Bedürfnisse. In einem umfangreichen Reflexionsprozess wurden Wege aus dem Stress erarbeitet. Ein einfaches Mittel: Ist jemand überfordert, wird ein Codewort genannt. Sicherheit und Vertrauen sind auch der Schlüssel beim Übergang von der Kita in die Schule. So begleiten die Bezugspersonen aus der Kita die angehenden Schulkinder, wenn sie Schnupperstunden in Deutsch in der Schule besuchen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Systematische Umsetzung der Kinderrechte im Alltag und starkes partizipatives Beschwerdemanagement 

    Die Kita richtet ihren Alltag systematisch an den Interessen, Fragen und Bedürfnissen der Kinder aus. Schon in der Krippe erhalten die Jüngsten die Möglichkeit, sich im Haus zunehmend selbständig zu bewegen, eigene Ideen zu verfolgen und dabei Unterstützung zu erleben. Dieser selbstbestimmte Zugang wird über die gesamte Kita-Zeit hinweg gestärkt: Fachkräfte begleiten die Kinder aufmerksam, setzen Impulse, beobachten feinfühlig und verbalisieren Bedürfnisse, sodass Kinder sich gesehen und verstanden fühlen. Die pädagogische Haltung basiert darauf, dass Kinder aktive Gestalterinnen und Gestalter ihres Alltags sind, deren Perspektiven ernst genommen werden. 

    Ein zentraler Bestandteil ist, die Kinderrechte zu thematisieren und sichtbar zu machen. In Gesprächen, Projekten und Morgenkreisen werden die Rechte regelmäßig aufgegriffen, etwa durch das Format „Kinderrecht des Monats“. Zusätzlich entwickelte die Kita im Projekt „Kinderrechte im Fokus“ einen umfangreichen Kinderrechtekalender. Darin werden jeden Monat Kinderrechte vorgestellt; über QR-Codes können Audioaufnahmen abgerufen werden, in denen Kinder und Fachkräfte ihre Gedanken dazu teilen. Der Kalender ist zugleich Familienplaner und Informationsmedium für Eltern, so dass die Kinderrechte auch in den Familien zum Gesprächsthema werden. In der Krippe visualisiert der „Baum der Kinderrechte“, was den Jüngsten besonders wichtig ist. 

    Ein besonders wirkungsvolles Instrument ist der „Wichtig-Brief“, über den Kinder Wünsche, Ideen oder Beschwerden formulieren können. Die Fachkräfte unterstützen beim Schreiben, wenn nötig, greifen aber nicht inhaltlich ein. Die Wichtig-Briefe werden nach einem klaren, transparenten Verfahren bearbeitet, das Kinder jederzeit nachvollziehen können. Das stärkt ihr Recht darauf gehört zu werden, auf Beteiligung, und Beschwerde. Wie wirkungsvoll das Instrument ist, zeigt dieses Beispiel gelebter Partizipation und Selbstwirksamkeit: Ein Kind wünschte sich einen Ausflug ins Planetarium Hamburg. Aus diesem Wunsch entstand eine gruppenübergreifende Initiative. Die Kinder organisierten den Verkauf selbstgebastelter Dinge, führten Gespräche über Preise und Einnahmen und sammelten über Wochen das nötige Geld. Am Ende konnten sie ihren selbst geplanten Ausflug realisieren. 

    Auch im Alltag zeigt sich die Umsetzung der Kinderrechte: Kinder folgen drinnen und draußen ihren eigenen Ideen und Aufgaben. Die Fachkräfte stellen vielfältige Materialien, Spielzeuge, Medien und Naturerfahrungen bereit und schaffen Bedingungen, die zum Forschen, Ausprobieren und Verhandeln einladen. Regelmäßige Erkundungen der Umgebung, das Aufsuchen von Spielplätzen und Parks sowie die Verknüpfung von Innen- und Außenwelt fördern Bewegung, Selbstständigkeit und Entscheidungsfreiheit. So wird Kinderrechtebildung zu einem lebendigen Bestandteil des pädagogischen Alltags. 

    Übergang Kita–Grundschule 

    Die Kita bereitet die Kinder umfassend auf den Schulbesuch vor und orientiert sich an dem, was Kinder für einen gelungenen Übergang benötigen: Vertrauen, Neugier, Mut zum Fragenstellen, Umgang mit Unsicherheiten und das Bewusstsein für die eigenen Stärken. Die Schulvorbereitung ist eingebettet in alltägliche Situationen, Projekte und Erfahrungsräume, die Kindern Selbstvertrauen und Kompetenz vermitteln. 

    Ein zentrales Element der Übergangsgestaltung sind die vier Waldwochen pro Jahr, die jeweils zu einer anderen Jahreszeit stattfinden. In dieser Zeit verbringen die Vorschulkinder intensive Tage im Freien, entdecken Naturphänomene, lernen Risiken einzuschätzen, üben die Zusammenarbeit und stärken ihre motorischen Fähigkeiten. Die Natur dient als Lernraum, der Selbstwirksamkeit, das Problemlösen und Forschen fördert – Kompetenzen, die für den Schulstart von großer Bedeutung sind. 

    Darüber hinaus nehmen die Kinder von September bis Januar wöchentlich an zwei Unterrichtsstunden in der Grundschule teil. Die Deutschstunde wird von einer zukünftigen Lehrkraft gestaltet, die für dieses Kooperationsformat freigestellt ist. Anschließend findet das freiwillige Programm „Kindergartenkinder in die Schule“ statt, das spielerische Übergänge schafft. Die Kita organisiert zudem vorbereitende Elternabende, bei denen Erwartungen geklärt und Fragen beantwortet werden. Eltern berichten übereinstimmend, wie stark dieser abgestimmte Austausch ihren Kindern Sicherheit vermittelt und wie sehr er zur gelungenen Bewältigung des Übergangs beiträgt. 

    Politisches und fachpolitisches Engagement 

    Leitung und Team machen sich aktiv für bessere Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung stark. Sie scheuen sich nicht, politische Verantwortungsträgerinnen und -träger auf kommunaler und Landesebene anzusprechen, Missstände sichtbar zu machen und Verbesserungen einzufordern. Dieses Engagement ist im Alltag klar spürbar und wird von der gesamten Einrichtung getragen. 

    Die Kita initiierte eine öffentliche Demonstration und eine Podiumsdiskussion, die breite Aufmerksamkeit erzeugten und Eltern, Politik und Fachkräfte miteinander ins Gespräch brachten. Dadurch wurde deutlich, wie sehr die Kita sich als aktiver Teil eines gesellschaftlichen Diskurses versteht. Zusätzlich engagiert sich die Leitung in der „Vereinigung der Kita-Leitungen Schleswig-Holstein“, wo sie ihre fachliche Position einbringt: „Wir müssen deutlich machen: Kita betrifft uns alle, es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Diese Haltung zeigt, dass die Einrichtung strukturelle Herausforderungen nicht nur benennt, sondern aktiv an Lösungen mitwirkt. 

    Gezielte stärkenorientierte Förderung und Empowerment 

    Die Kita verfolgt einen konsequent stärkenorientierten Ansatz. Kinder sollen entdecken, was sie gut können, und dies weiter ausbauen. Die Fachkräfte dokumentieren und reflektieren individuelle Stärken systematisch und schaffen Lerngelegenheiten, in denen Kinder ihre Kompetenzen sichtbar zeigen. Ein zentrales Instrument ist die „Kompetenzsonne“: Gemeinsam mit dem Kind tragen Fachkräfte auf die Blütenblätter ein, was das Kind gut kann – vom Klettern über Fahrradfahren bis hin zu ersten schriftsprachlichen Fähigkeiten. Diese Visualisierung stärkt das Selbstbewusstsein und dient als Grundlage für weitere Förderprozesse. 

    Auch im Team steht Empowerment im Vordergrund. Belastende Situationen werden aktiv thematisiert und bearbeitet, um die pädagogische Qualität dauerhaft hochzuhalten. Mithilfe des Programms „Gut aufgehoben“ analysiert das Team seit 2023 Stress- und Überforderungssituationen und entwickelt alternative Handlungskompetenzen. Bereits 2022 wurde der Prozess angestoßen. Mitarbeitende verfügen über ein gemeinsames Codewort, das in Belastungssituationen genutzt wird, um Unterstützungsbedarf zu signalisieren. Auf Grundlage vielfältiger Methoden analysierten die Fachkräfte zentrale Alltagssituationen — etwa Essen, Sprache im Kita-Alltag oder das offene Konzept — aus verschiedenen Perspektiven. Durch Videoaufnahmen nach der Marte-Meo-Methode werden gelungene Interaktionen sichtbar gemacht und gestärkt; dies fördert die professionelle Selbstreflexion und Wertschätzung gegenüber der eigenen Arbeit. 

    Auch die Kinder werden im Bereich Abgrenzung und Selbstbehauptung gestärkt: Das Stoppsignal wird sowohl verbal als auch gestisch eingesetzt und gilt für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. So erleben Kinder, dass Grenzen geachtet werden und sie selbst Einfluss auf Situationen nehmen können.