Echte Beziehungen über Generationen hinweg: Praxisbesuch in der JuS Kita Kinderland

© DKJS

„Das ist mal eine Abwechslung, weil ich zuhause immer alleine bin. Und das ist wirklich schön hier“, freut sich Marianne Zietmann über die Angebote und Begegnungen in der JuS Kita Kinderland. Gemeinsam mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses Amandum verbringt die Seniorin viel Zeit mit den Kindern der Kita Kinderland. Denn die Kita und das Seniorenwohnhaus im brandenburgischen Oranienburg befinden sich nicht nur unter einem Dach, sondern arbeiten auch konzeptionell eng zusammen.

Menschen im Alter von 1 bis über 100 Jahren kommen hier regelmäßig zum Gärtnern, Backen, Spielen, Singen oder Basteln zusammen. Die vielfältigen Angebote und Projekte gestalten Jung und Alt gemeinsam. Mit ihrem partizipativen und intergenerativen Ansatz schaffte es die Kita vergangenes Jahr bis ins Finale beim Deutschen Kita-Preis.

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Das Interesse am Konzept ist nach wie vor groß
Von der Arbeit vor Ort wollten sich Pina Nell, Projektmanagerin bei der Auridis Stiftung, und Maria-Theresia Münch, wissenschaftliche Referentin beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V., jetzt persönlich überzeugen. Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung waren sie am 24. März zu Besuch in der Kita Kinderland. Kita-Leiter Paul Kästner und seine Stellvertreterin Kristin Glück haben zunächst das Konzept erläutert und von ihrer Arbeit berichtet:

Kristin Glück

„Die intergenerative Arbeit schafft Begegnungen im Alltag für die Kinder und die Senioren: Die Kinder erleben echte Lebenserfahrung und die älteren Bewohner haben wieder eine Aufgabe und das Gefühl, gebraucht zu werden. Allerdings ist dabei wichtig, dass die Kinder nicht Unterhalter für die Bewohner sind, sondern dass der Alltag von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist.“

Neben Führungen durch die Kita und das Generationenhaus durfte der Besuch auch ein Angebot begleiten, bei dem Jung und Alt passend zum Frühlingsanfang gemeinsam Papier-Tulpen basteln. Das Fazit:

Pina Nell

„Mich hat heute besonders der Blick fasziniert, den die Leitung hier auf die Menschen hat – sowohl auf die Kinder als auch auf die Menschen, die in der Pflegeeinrichtung leben. Diesen ressourcenorientierten Blick, den Wunsch des gemeinsamen Lernens und dafür einen Rahmen zu schaffen, fand ich sehr beeindruckend – und das sollte an verschiedensten Orten umgesetzt werden.“

Maria-Theresia Münch

„Mich haben heute der Mut und der Elan des Leitungsteams beeindruckt, sich auch gegen alle Widerstände für das offene Konzept einzusetzen – und gleichzeitig darzustellen, dass es sehr wohl Strukturen gibt. Was mich auch begeistert hat, ist die Ausstattung der Kita und der mehrgenerationale Ansatz. Das hat mir richtig gut gefallen und es lohnt sich, hierherzukommen.“

Mehr über die JuS Kita Kinderland sowie unsere anderen Finalisten und Preisträger erfahren Sie hier.