Netzwerk Startpunkt Leben

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Netzwerk Startpunkt Leben
Zweiter Platz 2022

Ort: Konstanz
Bundesland: Baden-Württemberg
Handlungsfeld: Frühe Hilfen
Aktiv seit: 2014
Wirkungsradius: Mittelstadt
Partner: Akteure der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens wie Kinderärztinnen oder Hebammen, Kitas, Gesamtelternbeirat Kita, Schwangerenberatungsstellen, Wellcome

Kontakt: Startpunkt Leben, Yvonne Richter (Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen), yvonne.richter[@]konstanz.de

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Junge Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren finden in Konstanz am Bodensee ein breites Netzwerk an Unterstützung und Beratung. An verschiedenen Standorten hat die Stadt Konstanz sechs sogenannte „Startpunkte“ eingerichtet, die von weiteren Partnern wie Kitas, Kinderärztinnen und Hebammen unterstützt werden. Hier finden die Familien offene Türen – und offene Ohren für ihre Belange und Fragen. Von Erstinformationen rund ums Thema Elternsein über Beratungen und Babytreffs bis hin zu Eltern-Kind-Spielgruppen bietet das Bündnis eine Vielzahl an Angeboten. Ein Schwerpunkt ist die Unterstützung in alltäglichen und auch besonderen Familien- und Übergangssituationen, wie dem Wechsel von der häuslichen in die institutionalisierte Kinderbetreuung in Krippe und Kita. In Konstanz geht man auch ungewöhnliche Wege: Sei es digital oder bei einem Beratungs-Picknick im örtlichen Strandbad: Nah und früh dran zu sein an den Familien und niedrigschwellig ins Gespräch zu kommen, lautet hier die Devise.

Das sagt die Jury

Dem Konstanzer Bündnis gelingt es, die Bedingungen in den verschiedenen Stadtteilen zu berücksichtigen. Die vorhandenen Ressourcen werden genutzt und niedrigschwellige Angebote für alle Familien entwickelt. So leistet das Bündnis einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Das Bündnis zeichnet sich durch eine klare Orientierung an den Lebenswelten der Familien aus. Mit dem Beratungsangebot „von Handtuch zu Handtuch“ am Konstanzer Stadtstrand beispielsweise, sind die Akteure dort, wo die Familien sind.

Die Begründung unserer Jury in voller Länge

Das Netzwerk Startpunkt Leben ist ein Bündnis im Bereich der Frühen Hilfen, das sich durch eine hervorragende und nachhaltige Struktur auszeichnet. 

In der Bündnis-Struktur werden alle relevanten Akteursgruppen mandatiert und in Steuerungs- und operative Prozesse mit einbezogen. Zentral ist hier die Planungskonferenz genannte Steuerungsgruppe, in die von allen relevanten Akteursgruppen (Kita, Startpunkte, Schwangerschaftsberatung, Ärzt:innen, Eltern etc.) jeweils eine Person hineingewählt wird. 

Beispielhaft ist, wie das Bündnis eine sehr gute Verbindung von der gesamtstädtischen Ebene und Steuerung zu den einzelnen Startpunkten in den unterschiedlichen Quartieren schlägt und dabei aus dieser Konstruktion starke Synergien und Rückkopplungseffekte zieht. Die gesamtstädtische Ebene und die gebündelten Ressourcen werden etwa für die Mini-Netzwerke rund um die Startpunkte vor Ort nutzbar gemacht (beispielsweise die Perspektive der Ärzt:innen), gleichzeitig werden die vor Ort erhobenen Bedarfe in die Gesamtebene eingebracht. 

Die Bündnis-Struktur ermöglicht auch, die unterschiedlichen Sozialräume in den verschiedenen Quartieren der Stadt Konstanz aufzuschließen, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und bedarfsgerechte und niedrigeschwellige Angebote für alle Familien zu entwickeln und so einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit zu leisten. 

Beispielhaft sind die frühzeitige, passgenaue Beratung, individuelle Unterstützung für Familien von Anfang an sowie quartiersnahe und fallunspezifische Angebote zur Bildung, Begegnung oder Information für Schwangere und Familien mit Kleinkindern in den Bereichen Pädagogik, Gesundheit, Entwicklungspsychologie, Eltern-Kind-Beziehung, Elternbildung und -begegnung. 

Das Bündnis zeichnet sich zudem durch eine klare Orientierung und ein Anknüpfen an den Lebenswelten der Familien aus. Es geht dorthin, wo die Familien sind. Das Beratungsangebot „von Handtuch zu Handtuch“ am Konstanzer Stadtstrand, bietet den Familien zum Beispiel einen sehr niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten.  

Die Kindorientierung zeigt sich zudem darin, dass sie verbindlich und über den Trägerinteressen stehend in der Satzung des Bündnisses festgeschrieben wurde. 

In Konstanz werden Beteiligungsmöglichkeiten für Eltern und Bündnisakteur:innen auf höchstem Niveau gelebt: Durch regelmäßige Elternbefragungen und die Möglichkeit der Eltern, sich mit eigenen Angeboten einzubringen, sowie mandatierte Einbindung der Akteursgruppen in die Planungskonferenz. 

Das Bündnis ist wegen seiner multiprofessionellen Ausrichtung, seinem umfassenden Verständnis von Chancengleichheit und der hervorragenden Struktur unter den Preisträgern.