Kulturkitas Dortmund

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Kulturkitas Dortmund
Zweiter Platz 2022

Ort: Dortmund
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Handlungsfeld: Chancengleichheit durch kulturelle Teilhabe, Förderung von Erziehungspartnerschaften
Aktiv seit: 2018
Wirkungsradius: Stadtteil, Stadt
Partner: Kitas, Kulturbüro Dortmund, Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg, kommunaler Kita-Träger FABIDO, Kultureinrichtungen, Kunstschaffende

Kontakt: Kulturbüro Stadt Dortmund, Susanne Henning (Referentin), shenning[@]stadtdo.de

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Bunt geht es zu in Dortmund: Das städtische Kulturbüro, der Träger FABIDO, ein Berufskolleg und 12 Kitas aller Träger haben sich als Bündnis zertifizierter Kulturkitas zusammengeschlossen. Gemeinsam mit Kunstschaffenden und kulturellen Einrichtungen eröffnen sie den Kindern im gesamten Stadtgebiet Räume, in denen sie Tanz, Theater oder Kunst erleben und selbst gestalten können. In den Kitas laden Materialien, Instrumente und Kostüme in eigens eingerichteten Bereichen ein, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Den Ton geben oft die Kinder an: Bei Theaterstücken besetzen sie etwa die Rollen, wählen Themen und bauen Bühnenbilder. Die Stadtteile und ihre Museen, Theater & Co werden gemeinsam erkundet, wobei die Kinder immer wieder auf eigene Werke stoßen: So haben sie in ihrem Umfeld schon Stromkästen und Pumpwerke verschönert. Über die Bündnis-Angebote erhalten vor allem auch Eltern Zugang zum Kulturleben der Stadt und können ihre Erfahrungen und Talente einbringen. So führen Kunst und Kultur die Menschen in Dortmund zusammen.

Das sagt die Jury

Kreativität wird hier als Zukunftskompetenz gesehen, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht. Das Bündnis bietet den Kindern auf kreative Art und Weise vielfältige Entfaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten. Von Theaterprojekten, die Kinder und auch Eltern beteiligen, über Leseangebote in verschiedenen Sprachen bis hin zu Museumsbesuchen mit Kindern als Kunstreporter:innen ist Vieles dabei.

Die Begründung unserer Jury in voller Länge

Es ist beeindruckend, wie das Gesamtkonzept Kulturelle Bildung der Stadt Dortmund als Anlass genommen wurde, um dieses Bündnis ins Leben zu rufen und mit vielen kreativen Ideen zu füllen. 

Die Kooperation zwischen Kulturbüro, Kitas, der Fachschule für Sozialpädagogik und Kunstschaffenden vereint das Beste aus verschiedenen Welten und das, obwohl das Bündnis noch vergleichsweise jung ist und der Großteil der Bestehenszeit in die Pandemie fällt (besteht seit 2018). 

Der Brückenschlag zwischen der vielfältigen Kulturlandschaft in Dortmund und der frühkindlichen Bildung ist sehr gelungen, nachhaltig und inspirierend. Eine innovative Idee, Kinder an kulturelle Bildung heranzuführen und sie selbstverständlich in ihrem Alltag zu verankern. 

Kulturelle Bildung – mit einem sehr breiten Kulturverständnis – wird als verbindendes Element verstanden, um alle Bildungsbereiche lebendig zu gestalten und Kindern durch Kreativität vielfältige Entfaltungs- sowie Ausdrucksmöglichkeiten zu geben und das Denken in viele Richtungen anzuregen. Nicht nur musisch-ästhetisch, sondern auch kultursensibel und sprachbildend. 

Beeindruckende Beispiele aus der Bündnis-Arbeit sind etwa Theaterprojekte, die in allen Schritten Kinder und auch Eltern beteiligen (inkl. Aufführung im Dortmunder U), Leseangebote in verschiedenen Sprachen, zum Teil von den Eltern als Hörbuch eingesprochen, oder Museumsbesuche mit Kindern als Kunstreporter:innen, um sie einerseits mit den Kunstwerken vertraut zu machen und sie andererseits mit digitalen Medien in Kontakt zu bringen. 

Kinder selbst sind die Kulturmittler:innen zwischen Elternhaus, Kita und Museum und machen vielfältige Erfahrungen mit ihrer Selbstwirksamkeit. 

Die Arbeit in Dortmund zeichnet sich durch die klaren Kriterien für die Beteiligung aus, die einerseits Einheitlichkeit bieten und dennoch ausreichend Raum für unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen in den einzelnen Kitas lassen. 

Jede Kulturkita bindet ihren Sozialraum konkret ein, greift Impulse auf und gestaltet ihn mit – durch zum Beispiel die Gestaltung von Stromkästen mit Kindern oder die Etablierung von Kooperationen mit Künstler:innen. So wird der kulturelle Sozialraum auch Kindern und Familien zugänglich. In Dortmund stehen die Angebote für die Kinder dabei im Zentrum. 

Kreativität wird als Zukunftskompetenz gesehen, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht.