Ort: Dorfen Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Inklusion und Vernetzungen im Sozialraum Aktiv seit: 2005 Wirkungsradius: Größere Kleinstadt
Kontakt: Kinder- und Jugendhaus Dorfen, Annette Gerlitsch (Leitung Kinder- und Jugendhaus), kjh[@]kita-dorfen.de
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Rund 45 Kilometer östlich von München, der Weltstadt mit Herz, liegt Dorfen – die zweitgrößte Stadt im Landkreis Erding mit viel Herz für alle Kinder. Unabhängig davon woher sie kommen, wie ihre Familien leben oder ob sie besondere Herausforderungen mitbringen: Der Arbeitskreis Kinder- und Jugendarbeit und das Kinder und Jugendhaus als zentrale Anlaufstelle sorgen dafür, dass alle hier gut zusammenleben, lernen und arbeiten können. In dem Bündnis haben sich Kitas und Schulen, Ehrenamtliche, soziale Einrichtungen, Politik und Verwaltung zusammengeschlossen. Gemeinsam organisieren sie Aktionstage, Workshops oder Cafés für Kinder und Eltern. Die Kitas im Ort unterstützt das Bündnis auch personell: Es gibt eine Qualitätsmanagementbeauftragte und eine Fachkraft für Kinder mit Migrationshintergrund. In den vier Inklusionshäusern arbeiten eigene Heilpädagogen. Ein heilpädagogischer Fachdienst unterstützt die restlichen Häuser, die entsprechende therapeutische Expertise benötigen.
Wenn es darum geht, Mitmach-Projekte für Kinder zu organisieren, wächst das Dorfener Bündnis auch schon mal sprichwörtlich über sich hinaus: etwa bei Kooperationen mit dem Seniorenheim, der Flüchtlingshilfe, der Bücherei, der Musikakademie oder den Stadtwerken. Damit die Angebote auch in Einklang mit den Bedürfnissen der Familien stehen, hat das Bündnis vor kurzem eine Befragung zur Lebenswelt der Kinder, Jugendlichen und Familien in der Kommune durchgeführt.
Das sagt die Jury
Das Bündnis lebt Inklusion in vorbildlicher Weise, indem es an den jeweils individuellen Lebenswirklichkeiten der Kinder ansetzt und dann schaut, wie es passgenau unterstützen kann, beispielsweise durch eine zentralisierte Platzvergabe. Die Akteure im Bündnis entwickeln lösungsorientierte Ansätze für jedes Kind, die sich an den Bedürfnissen und nicht an Vorgaben orientieren, um Chancengleichheit und Bildungsteilhabe zu ermöglichen. Es vertritt die Haltung, dass sich die Umgebung verändern muss, nicht das Kind.
Zunächst rein aus der Zivilgesellschaft entstanden, arbeitet das Bündnis inzwischen breit und professionell aufgestellt: Vielfältige Akteure aus Ehrenamt, Fachwelt und Politik wirken eng zusammen und machen sowohl die Lebenswirklichkeit der Kinder, Jugendlichen und Familien vor Ort als auch das kommunale Leitbild zu ihrem Ausgangspunkt.
Die Akteure im Bündnis agieren als Einheit, es gibt einen starken Zusammenhalt und eine hohe Identifikation. Das zeigt sich auch im Übergangsmanagement zwischen den Bildungseinrichtungen, das die Jury sehr beeindruckt hat.
Das Bündnis arbeitet in einem starken Bewusstsein, dass seine Arbeit sowohl gegenwarts- als auch zukunftsorientiert ist, lässt sich immer wieder auf neue Themen ein und nutzt unterschiedliche Formate der Reflexion. Es reagiert frühzeitig auf sich ändernde Bedingungen im Sozialraum und bringt sich auch politisch aktiv ein, was sich in entsprechenden Ratsbeschlüssen widerspiegelt. Auch darin zeigt sich die besonders gelungene Mischung aus zivilgesellschaftlichem Engagement und professioneller Steuerung, die nachhaltige Strukturen (z.B. Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendzentrum, kleinräumige Netzwerke) anstatt temporärer Angebote schafft.
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