So haben unsere Erstplatzierten die Preisverleihung erlebt: Doris Gießenberg aus Aurich

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Am 16. Juni gab es im niedersächsischen Aurich gleich doppelten Grund zur Freude. Die PINGUIN Kindertagesstätte hat unsere Jury ganz besonders beeindruckt. Sie ist die „Kita des Jahres 2020“ und kann sich über 25.000 Euro Preisgeld freuen. Zudem erhielt die Auricher Einrichtung im Online-Voting auf Eltern.de die meisten Stimmen und wurde mit dem ELTERN-Sonderpreis ausgezeichnet. Im Interview erzählt Kita-Leiterin Doris Gießenberg, was die Teilnahme beim Deutschen Kita-Preis und der erste Platz für die PINGUIN Kindertagesstätte bedeuten und wie sie und ihr Team die Zeit rund um die digitale Preisverkündung erlebt haben.

Weiter unten erfahren Interessierte noch einmal in Bild, Text und Ton, was die Arbeit der Auricher Einrichtung auszeichnet und was die Jury des Deutschen Kita-Preises zu unserem Erstplatzierten in der Kategorie „Kita des Jahres“ sagt.

 

Interview mit Kita-Leiterin Doris Gießenberg

 

Eigentlich sollte der Preis Anfang Mai verliehen werden. Wie haben Sie und Ihr Team die Zeit vor der Bekanntgabe erlebt?

Eigentlich war ja geplant, dass wir am 7. Mai zur Preisverleihung nach Berlin fahren. An dem Tag selbst haben wir hier in Aurich alle ein wenig Trauer getragen, weil uns noch mal bewusst geworden ist, was wir verpassen. Aber uns wurde ja auch mitgeteilt, dass sich etwas anderes ergeben wird. Und als wir dann wussten, es soll am 16. Juni stattfinden, war uns klar, dass wir die digitale Bekanntgabe zu einem Event machen, weil es auch für die Mitarbeitenden ein ganz besonderer Tag werden sollte. Wir haben dann vor dem Livestream aus Berlin einen eigenen Livestream auf unserem YouTube-Kanal geplant, für die Kinder und Eltern unserer Einrichtung und für alle Interessierten. Darin haben wir vorab noch einmal berichtet, wie der Weg bis ins Finale des Deutschen Kita-Preises war. Wir haben unseren 1. Stadtrat als Vertreter des Bürgermeisters und unseren Landrat eingeladen, damit die Veranstaltung auch einen offiziellen, einen bedeutenden Charakter bekommt. Natürlich wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt! Allen Mitarbeitenden haben wir eine Einladung geschickt und sie eingeladen, am Nachmittag in festlicher Kleidung zu erscheinen.

Wie haben Sie die digitale Preisverleihung bei sich vor Ort verfolgt?

Schon am Vormittag wurden wir aufgeregter und aufgeregter. Das ging mir und auch den Mitarbeitenden so. Und ab 14 Uhr knisterte es hier schon ordentlich. Der Elternbeirat brachte uns einen Korb mit „Nervennahrung“ und vielen lieben Wünschen vorbei. Unser Team hat sich dann um 16 Uhr in der Einrichtung getroffen. Die Hygienemaßnahmen mussten eingehalten werden. So wurden natürlich die Hände desinfiziert und Abstand gehalten bei der Begrüßung der „Offiziellen“. Draußen vor der Tür hatten wir ein Gästebuch liegen. Alle Mitarbeitenden wurden fotografiert, da wir für jeden eine persönliche Erinnerung an den Tag geplant haben. Im Foyer haben wir Stühle aufgebaut – natürlich mit Abstand – und zunächst unseren eigenen Livestream und direkt danach die Preisverleihung aus Berlin auf einer großen Leinwand verfolgt. Natürlich standen neben Getränken auch Konfetti, Tröten, Flöten und sonstige Stimmungsutensilien (für den Jubel) bereit. Die hatten die Kita-Preis-Macher ja in einem Paket ein paar Tage zuvor geschickt.

Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll: Die Spannung war fast nicht auszuhalten. Die Beiträge im Livestream waren ja auch so gemacht, dass es ständig Spannungsbögen gab. Als die ersten vier Preise in der Bündnis-Kategorie vergeben wurden, waren wir noch verhältnismäßig entspannt. Aber als es dann um die Kita-Kategorie ging… Ich glaube, es war der zweite Beitrag, wo gesagt wurde: „Und der nächste Preis geht in eine Kleinstadt“ – das sind wir! – „am Wasser“ - das sind wir! – und als es dann aber in den Süden ging, gab es ein großes Raunen! Es war wie ein Chor: Wir sind es doch nicht. Und dann bekamen wir den ELTERN-Sonderpreis aus dem Online-Voting. Das hatten wir nicht erwartet! Natürlich haben wir uns riesig gefreut, dass wir diesen Preis bekommen haben. Aber uns war eigentlich klar, damit sind wir aus der Vergabe des ersten Preises raus. Zwei Preise für eine Kita – das wird es nicht geben.

Wie haben Sie reagiert, als bekannt gegeben wurde, dass Ihre Einrichtung den ersten Platz belegt?

Als es hieß, dass Frau Giffey die erstplatzierte Kita kennt, haben wir gesagt: „Also, die war nie hier, die kann uns gar nicht kennen. Leute, alle runterkommen, wir genießen einfach die Zeit, die jetzt kommt. Wir heben unser Glas jetzt schon einmal auf uns an und sind dankbar, dass wir im Online-Voting so weit gekommen sind.“ Es war zwar noch Spannung da – wer den ersten Platz belegt – aber eigentlich hatten wir den Preis für uns abgeschrieben. Und als Frau Giffey in ihrer Laudatio erzählte, dass die Kita im Norden zu finden ist, in Ostfriesland, war der Jubel unbeschreiblich. Was im Anschluss gekommen ist und gesagt wurde – ich habe im Nachhinein auch noch mal gefragt – weiß keiner von uns mehr so genau. Hier war nur Jubel, hier flog Konfetti, es wurde geweint, es wurde geklatscht – es war unfassbar. Wir haben dann nicht mehr gehört, warum wir den Preis bekommen haben. Was danach hier los war, kann man sich nicht vorstellen. Ein paar Minuten später standen hier die ersten Eltern mit ihren Kindern vor der Tür, die ja nicht reindurften, aber die sich zuhause getroffen hatten, um die Bekanntgabe zu verfolgen und dann gesagt haben: „Jetzt gehen wir hin!“ Es war unglaublich! Die Kinder tanzten hier rum, die Eltern haben uns zugeprostet. Ich kann das gar nicht weiter beschreiben. Es war ein Moment, den ich mein Leben lang im Herzen behalten werde – zwischen „man kann es nicht glauben" und Euphorie – ein unbeschreibliches Glücksgefühl.

Was für Reaktionen gab es aus Ihrem Umfeld?

In der Notbetreuung hatten wir in der vergangenen Woche ca. 40 Kinder, die alle so gegen 8 Uhr kommen und sonst immer von zwei Mitarbeitenden ins Haus gelassen wurden, weil die Eltern noch nicht ins Haus kommen durften. Am nächsten Morgen kamen viele Eltern mit Blumen und die Kinder kamen mit Luftballons und hatten Bilder in der Hand. Wir haben die Tür aufgemacht, alle Mitarbeitenden gingen raus und uns empfing ein Riesen-Applaus. Wir alle waren ganz ergriffen – Eltern wie Mitarbeitende – und es flossen die Tränen. Schade, dass es Abstandsregelungen durch das Coronavirus gibt. Ansonsten hätten wir sie wahrscheinlich alle in den Arm genommen und uns bei allen bedankt. Es war eine große Freude und Wertschätzung von Seiten der Eltern da, die gesagt haben: „Ihr habt's verdient und wir freuen uns so mit euch. Wir haben gestern alle mitgefiebert.“ Viele Mails mit Glückwünschen und Fotos, die den Moment der Verkündung zeigen, haben uns am nächsten Tag erreicht. 

Ich hatte für den Tag – egal ob wir zuvor einen Preis gewonnen haben oder nicht – für die Kinder einen Eiswagen hierher bestellt und wir haben uns morgens kurzerhand entschlossen, allen Eltern einen Elternbrief zu schreiben: „Der Eiswagen kommt hierher und alle Kinder können sich im Laufe des Vormittags ein Eis abholen. Und bitte, liebe Eltern, bringt ein Glas mit. Wir dürfen hier keine Gläser verteilen (wegen der Hygienevorschriften), aber wir haben Sekt kalt stehen und wir trinken dann noch einmal gemeinsam auf unseren Preis.“ Und das haben ganz viele Eltern gemacht. Wir haben dadurch auch viele Eltern mit ihren Kindern wiedergesehen, die wir jetzt über Wochen nicht gesehen haben. Es war einfach nur schön. Das Wetter war sonnig. Die Stimmung war ausgelassen, eine Stimmung, wie bei einem Sommerfest – nur mit Abstand.

Hat sich durch die Teilnahme beim Deutschen Kita-Preis in Ihrer Einrichtung und in Ihrer Arbeit etwas verändert? Was nehmen Sie für die Zukunft mit?

Ich nehme mit, dass wir eine Wertschätzung erfahren haben, die wir so vorweg noch nicht erlebt haben. Für uns war es schon eine große Anerkennung unter die 25 Nominierten zu kommen. Danach war es noch mal wichtig, für die weiteren Bewerbungsunterlagen in die Reflexion zu gehen. Wir haben uns im Team Zeit genommen, zu überlegen, wo wir derzeit stehen, was wir machen und was uns wichtig ist. Am Ende hatten wir ein Manuskript in den Händen, das uns zeigte: Das sind wir jetzt im Augenblick. Jeder konnte es sich noch einmal durchlesen und überlegen, ob alle Punkte, die ihm selbst wichtig sind, auch wirklich verankert sind. Das war schon ein wichtiger Prozess, den wir gemeinsam durchgegangen sind und der das Team auch noch mal gestärkt hat. Der Prozess hat uns aber auch noch mal dahingehend gestärkt zu überlegen, ob wir die Bedürfnisse der Kinder wirklich im Blick haben. Wir haben dann mit den Kindern überlegt, was ist gut und richtig und was müssen wir gegebenenfalls verändern.

Als wir dann kurz vor Weihnachten unter die letzten zehn gekommen sind, wollte jeder erst mal überlegen, wie der Expertinnen-Besuch hier aussehen wird. Dann wurde gleich auf der ersten Dienstbesprechung im neuen Jahr gesagt: „Wir hatten doch im November ein paar Punkte, die wir noch einmal mit den Kindern überdenken wollten. Wollen wir das Risiko eingehen und kurz vor dem Expertinnen-Besuch Veränderungen vornehmen?“ Allen war dann schnell klar, dass es nicht darum geht, wie der Besuch der Expertinnen ablaufen wird. Es geht darum, wo wir mit den Kindern stehen und was im Augenblick wichtig in der Arbeit mit den Kindern ist. Wir haben dann unseren gesamten Tagesablauf gemeinsam mit den Kindern überdacht: „Was braucht ihr? Was wollt ihr und was wollt ihr nicht?“ Wir haben innerhalb von zwei Wochen unsere Tagesstruktur total umgekrempelt. Es gab schon Sorgen, dass unsere abgeschickte Bewerbung einen anderen Inhalt hat, als den, den die Expertinnen nun hier erleben. Beim ersten Gespräch mit den Expertinnen haben wir ihnen erklärt, dass wir vor 14 Tagen den gesamten Tagesablauf in Absprache mit den Kindern verändert haben. Wir baten die Expertinnen um eine Rückantwort. Der Blick von außen würde uns sicher helfen zu sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. In den Gesprächen während des Expertinnen-Besuchs haben die Kinder wohl widergespiegelt, wie sie diese Neuerungen erarbeitet und auch als passend empfunden haben. Auch die Mitarbeitenden haben in der Reflexionsrunde mitgeteilt, wie wichtig diese Änderung für das Wohlbefinden von Kindern und Erwachsenen war. Dabei haben wir die Chance nutzen können, zwei Fachfrauen im Haus zu haben, die die Situation analysieren können. Diesen Mut zur Veränderung zu haben, das ist auch das, was wir aus dieser ganzen Situation mitnehmen: Mut zu haben, etwas Neues anzugehen, auf sein Gefühl zu hören und auf das, was die Kinder uns sagen, um dann daraus Konsequenzen zu ziehen. Im Nachhinein war es genau das Richtige zum genau richtigen Zeitpunkt.

Dann kam leider die Corona-Pandemie dazwischen. Jetzt müssen wir wieder im Gruppenverband arbeiten, die Tagesstruktur ist klar gegliedert, offene Arbeit leider nicht möglich und viel Spontanität nicht umsetzbar. Das ist jetzt erstmal wieder eine Umstellung, aber auch da werden sich Lösungen mit den Kindern finden, um diese Situation zu überstehen. Zum Zeitpunkt der Hospitation war es für uns ein Geschenk, durch den Expertinnen-Besuch hier vor Ort zu erfahren, dass diese Veränderung gut, wichtig und richtig war. In der schriftlichen Analyse der Expertinnen, die wir bekommen haben, fanden wir uns gut und wertschätzend beobachtet. Das hat uns allen unglaublich gutgetan und jeder trägt das Schreiben wie einen Schatz im Herzen.

Und haben Sie schon erste Ideen, was Sie mit dem Preisgeld von 25.000 Euro machen möchten?

Die Kinder haben ja auch mitbekommen, dass wir unter die letzten zehn gekommen sind und haben gefragt, was das bedeutet. Wir haben erklärt, dass wir mit viel Glück ein Preisgeld bekommen und uns mit diesem Geld vielleicht einen Wunsch erfüllen können. Dann haben die Kinder im Kinderparlament überlegt: Vielleicht, wenn wir Glück haben, kriegen wir Geld. Überlegt mal in den Gruppen, wenn ihr aus dem Kinderparlament rausgeht, was für euch wichtig ist. Was möchtet ihr gerne haben? Wo sagt ihr, da brauchen wir etwas? Es kristallisierte sich dann heraus, dass die Kinder gern eine Rutsche haben möchten. Die Kinder hatten bereits viele Ideen. Es wird so laufen, dass wir, wenn alle Kinder wieder da sind, in den Gruppen noch mal nachfragen und schauen, ob es einen gemeinsamen Beschluss gibt. Wenn es dann wirklich die Rutsche oder ein neues Spielgerät für draußen oder drinnen ist, dann wäre es meine Aufgabe, die ich von den Kindern erhalte, entsprechende Firmen anzuschreiben. So haben wir es mit dem Spielgerät, was wir bereits im Außenbereich haben, auch gemacht. Ich schreibe Firmen an und sage, dass wir ein bestimmtes Budget haben: „Das sind die Ansprüche der Kinder. Bitte machen Sie uns einen Plan, eine Collage, eine Zeichnung, und zwar so, dass die Kinder sehen können, wie das Spielgerät aussehen und was für Funktionen es haben soll. Den Plan oder die Pläne werden wir bei uns in der Kita aushängen und die Kinder geben ihre Stimme dann für ein Spielgerät ab, das sie für sich attraktiv finden. Das bestimmen nicht wir Mitarbeitenden, das legen die Kinder selbst fest. Also, Firmen, gebt euch Mühe, um zu zeigen, was ihr könnt und was ihr den Kindern ermöglicht. Wir Mitarbeitenden vergeben den Auftrag nicht, sondern die Kinder sind die Kunden.

Der Bewerbungszeitraum für den nächsten Durchgang des Deutschen Kita-Preises läuft bereits. Was würden Sie den Bewerberinnen und Bewerbern mitgeben?

Zu diesem Thema haben wir vor einigen Wochen bereits einen eigenen Podcast produziert, weil ich glaube, dass man anderen Einrichtungen ein wenig die Angst nehmen muss. Im Grunde genommen ist das Wichtigste, was ich allen mitgeben kann: Habt Mut! Geht den ersten Schritt. Euch kann nichts passieren, ihr könnt nicht verlieren, ihr könnt immer nur gewinnen. Und wenn der zweite Schritt kommt, gewinnt ihr noch mehr und beim dritten Schritt sicherlich noch mehr. Ob nachher ein Preisgeld rauskommt, ist egal, aber die Reise beim Deutschen Kita-Preis ist fürs Team teambildend, ist eine wertschätzende Art, mit der mit uns umgegangen wird und ist ein fachliches Profil, was uns gegeben wird. So etwas können wir sonst nicht wieder erreichen. Wenn ich die Expertinnen zum Beispiel selbst eingeladen hätte, um sich unser neues Konzept anzuschauen, hätte ich viel Geld dafür bezahlen müssen, was ich gar nicht habe. Und so haben wir hier Fachleute gehabt, eine fachliche Rückantwort bekommen, wie unsere Arbeit gesehen wird – und das kann ich runterbrechen bis zur Erstbewerbung. Warum soll ich das nicht machen, wenn ich davon nur profitieren kann? Unseren Podcast hat zum Beispiel auch das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) veröffentlicht und die vielen Aufrufe zeigen, wie groß das Interesse am Deutschen Kita-Preis ist. Habt als Einrichtung den Mut zu sagen: Wir machen das jetzt! Gerade die Corona-Zeit gibt uns und den Teams auch Zeit, die Arbeit zu hinterfragen und etwas zu erarbeiten. Nutzt diese Zeit für euch und eure Einrichtung. Macht einfach den ersten Schritt!

 

PINGUIN Kindertagesstätte Aurich e. V.
Aurich

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Das ist die PINGUIN Kindertagesstätte Aurich e. V. | ©DKJS/ Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Ort: Aurich

Bundesland: Niedersachsen

Größe: 150 Kinder, 24 Mitarbeitende

Träger: Pinguin Kindertagesstätte Aurich e. V.

Die Stärken der Kita: forschendes Lernen, Kinder und Eltern als Ideengeber

Im Herzen Ostfrieslands, in der Stadt Aurich, sind die Kinder der PINGUIN Kindertagesstätte die Akteure und die Erwachsenen schauen staunend zu. Zum Beispiel in der Kinderlernwerkstatt, in der sich die Kita-Kinder gegenseitig immer wieder Neues beibringen. So entdeckten sie etwa gemeinsam die Welt der Buchstaben und Schriftzeichen. Die Vielfalt von Sprache, Rhythmus und Melodie erleben die Kinder jeden Tag in Musik- und „Vor“-Lese-Angeboten. Im Kita-Atelier toben sich die kleinen „Pinguine“ zudem kreativ aus. Eltern und ortsansässige Firmen sind dabei eine große Hilfe. Nichts wird mehr in Aurich einfach so weggeworfen. Ob Firmenabfälle wie Schrauben, Draht, Holzreste oder alltägliche Dinge wie Dosen oder Stoffe – zu allem haben die Kinder eine kreative Verwertungsidee. Was sie besonders stolz macht: Diese Arbeit fand in Aurich schon große Beachtung unter anderem auf öffentlichen Ausstellungen.

Die Kita ist Teil des Familienzentrums Aurich, in dem sich Eltern und Kinder Hilfestellungen jeglicher Art holen können. Die Einrichtung fungiert dabei als Vermittler und Unterstützer für die Familien im Ort. Vor allem den Eltern kommt in der Kita eine besondere Rolle zu, denn seit fast 50 Jahren wird die Einrichtung von einem Elternverein geführt. Dadurch sind sie aktiv an der pädagogischen Ausrichtung der Kindertagesstätte beteiligt.

  • Die PINGUIN Kindertagesstätte Aurich ist ein gemeinsamer Lebensort, den Erwachsene und Kinder zusammen so gestalten, dass sie sich jeden Tag in der Kita und miteinander wohlfühlen. Der Raum für Kinder, eigene Anliegen und Wünsche zu äußern, ist weit geöffnet und sie erleben unmittelbar und konkret, dass sie mit ihren Ideen ernst genommen werden und etwas bewirken können. Wohl auch deshalb nehmen sie die ihnen offenstehenden Möglichkeiten an und bestimmen und gestalten ganz selbstverständlich mit. In der Kita wird ein partizipatives Miteinander in herausragender Weise gelebt.
     
  • Der Kita-Alltag ist davon bestimmt, dass die Kinder ihren Themen und Interessen folgen und sich in vielfältiger Art und Weise als kompetent und wirksam erfahren können. Die Feinfühligkeit, mit der die Fachkräfte auf die Bedürfnisse der Kinder und konkrete Situationen eingehen, ist sehr beeindruckend.
     
  • Den Fachkräften gelingt es beispielhaft, zwei grundlegende Bedürfnisse von Kindern zu erfüllen: ungestört mit den Freundinnen und Freunden spielen zu können und bei ihrer Welt- und Lebenserkundung von aufmerksamen, ihnen interessante Impulse gebenden Erwachsenen begleitet zu werden.
     
  • Die Art und Weise, wie die Menschen in der Einrichtung und aus dem Umfeld zusammenwirken und gemeinsam die Qualität verbessern und das Konzept weiterentwickeln, entspricht in hohem Maße der Idee eines kompetenten Systems, in das Kinder, Eltern, Fachkräfte, Leitung und der Kita-Träger eingebunden sind. Alle Beteiligten verstehen sich als Lernende, die sich wertschätzend begegnen, ihre Visionen teilen, sich gegenseitig Impulse geben, ihr pädagogisches und organisationales Handeln fortlaufend reflektieren und sich selbst und die Kita zusammen weiterentwickeln.