Interview mit der Kita des Jahres


 

Ein Moment, der in Erinnerung bleibt – Wie die Kita des Jahres 2021 die Preisverleihung erlebte

 

Als die integrative Sprach-Kita „Villa Sonnenschein“ aus Oranienbaum-Wörlitz am 9. Juni zur Kita des Jahres 2021 gekürt wurde, waren Kita-Leiterin Ramona Mücke und ihre Stellvertreterin Annett Dreßler sichtlich gerührt. Wie auch die anderen Finalisten-Teams waren sie per Liveschalte zugeschaltet. Trotz Corona-Verordnungen konnten so alle Zuschauer:innen an den Freudentränen und Jubelschreien der beiden Preisträgerinnen teilhaben. Wie das Team und die Kinder die Reise beim Deutschen Kita-Preis rückblickend erlebt haben, wie sich der Moment der Bekanntgabe anfühlte und ob es schon Ideen gibt, was die „Villa Sonnenschein“ mit dem Preisgeld von 25.000 Euro macht, verrät Kita-Leiterin Ramona Mücke im Interview:

 

Wie haben Sie und Ihr Team die digitale Preisverleihung bei sich vor Ort verfolgt?

Unser Team hat die digitale Preisverleihung auf dem Außengelände der Kita am Fernseher verfolgt. Meine Stellvertreterin Frau Dreßler und ich waren während der gesamten Zeit live zugeschaltet. Die Spannung war kaum auszuhalten…

 

Sie waren via Liveschalte zugeschaltet, als Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht verkündete, dass die integrative Sprach-Kita „Villa Sonnenschein“ die Kita des Jahres 2021 ist. Wie haben Sie sich gefühlt, als bekannt gegeben wurde, dass es Ihre Einrichtung auf den ersten Platz geschafft hat? Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?

Der gesamte Abend war für uns alle unglaublich spannend. Den Moment der Verkündung des ersten Platzes werden wir für immer in Erinnerung behalten. Es geschafft zu haben, erfüllte uns mit Stolz, riesiger Freude und war dementsprechend emotional. Es ist für unser gesamtes Team eine große Anerkennung und Wertschätzung unserer Arbeit, die wir tagtäglich leisten. In diesem Moment fiel die ganze Aufregung und Anspannung auf einmal ab. Der Freudenschrei des Teams schallte durch die abendliche Ruhe unserer Kleinstadt.

Pure Freude und große Emotionen beim Leitungsteam aus Oranienbaum-Wörlitz
Pure Freude und große Emotionen beim Leitungsteam aus Oranienbaum-Wörlitz/©DKJS/S.Gabsch

Was für Reaktionen gab es aus Ihrem Umfeld?

Noch am Abend der Preisverleihung beglückwünschten uns viele Eltern und Kinder. Einige von ihnen kamen sogar in die Kita, um persönlich mit uns unseren Erfolg zu feiern. Träger, Elternvertreter:innen und Bürgermeister, aber auch Freunde und Bekannte gehörten zu den Gratulierenden. Auch in den sozialen Netzwerken wurde unsere Leistung sehr gewürdigt.

 

Wie haben die Kinder die Teilnahme beim Deutschen Kita-Preis und die Bekanntgabe erlebt?

Die Teilnahme am Deutschen Kita-Preis haben wir von Anfang an mit den Kindern thematisiert. Umso größer war die Freude, als wir erfuhren, es bis ins Finale geschafft zu haben. Die Interviews mit verschiedenen Film- und Kamerateams waren eine besonders große Freude für sie. Voller Stolz berichteten sie über unseren Kita-Alltag, führten durch den Wörlitzer Park und gaben ihr umfangreiches Wissen an unsere „Besucher“ weiter.

Sehr viele Eltern verbrachten diesen denkwürdigen Abend gemeinsam mit ihren Kindern am Bildschirm. Sie haben mitgefiebert und uns die Daumen gedrückt. Nachdem verkündet wurde, dass wir Kita des Jahres 2021 sind, ließen die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf. Mit bemalten Luftballons, gestalteten Glückwunschkarten und vielen Blumen begrüßten sie uns am nächsten Morgen. Wir überraschten die Kinder mit einer großen Feier: Bei Kindersekt, Eis und Musik gehörte dieser Tag nur ihnen. Gemeinsam schauten wir uns alle am Beamer die Verleihung und die Bewerbungsfilmchen an. Hochemotional versuchten die Kinder und auch das Team zu verarbeiten, was am Abend des 9. Juni 2021 um 18 Uhr wahr geworden ist.

 

Was hat Ihnen und Ihrem Team die Reise beim Deutschen Kita-Preis gebracht? Hat sich etwas verändert? Was nehmen Sie für die Zukunft mit?

Die Teilnahme am Deutschen Kita-Preis wurde getragen von unserem gesamten Team. Vor allem die Ausarbeitung der Bewerbungsunterlagen war für jeden Einzelnen eine großartige Gelegenheit, die eigene Arbeit, die Bedingungen und Möglichkeiten zu reflektieren. Unsere Arbeit und das, was wir in einem langen Prozess bisher erreicht haben, ist uns nochmals bewusst geworden. Wir sind stolz auf das Geleistete und es spornt uns gleichzeitig an, diesen Weg weiterzugehen. Die große Wertschätzung von allen Seiten, die wir in den letzten Wochen erfahren durften, zeigt die Qualität und das Engagement unseres Teams. Wir sehen diese Auszeichnung als Anerkennung unserer Arbeit, verstehen unser Wirken aber trotzdem als nie endenden Prozess der Qualitätsentwicklung mit ständig neuen Herausforderungen.

Anerkennender Applaus für die Kita des Jahres 2021 aus dem Studio im Berliner ewerk
Anerkennender Applaus für die Kita des Jahres 2021 aus dem Studio im Berliner ewerk/©DKJS/S.Gabsch

Und haben Sie schon erste Ideen, was Sie mit dem Preisgeld von 25.000 Euro machen möchten?

Selbstverständlich fallen uns viele Dinge ein, deren Anschaffung jetzt möglich wäre, allerdings werden wir gemeinsam mit den Kindern und dem Team entscheiden, was gekauft wird. Unser größter Wunsch ist ein Klettergerüst, das fehlt uns noch. Aber auch eine weitere XXL-Picknickbank für die größeren Kinder ist geplant.

 

Der Bewerbungszeitraum für den nächsten Durchgang des Deutschen Kita-Preises ist in vollem Gange. Was würden Sie Interessierten und Bewerber:innen mitgeben?

Wir können allen Kitas nur raten, ihre Arbeit gemeinsam regelmäßig zu reflektieren, aber nicht wegen der Bewerbung irgendetwas zu verändern oder in bewährte Abläufe einzugreifen. Entsprechend der vier Dimensionen, die ja jeder Kita maßgebliche Faktoren der ständigen Qualitätsentwicklung sind, sollte die tägliche Arbeit beleuchtet und reflektiert werden. Sich den eigenen Ressourcen bewusst zu werden und diese in der täglichen Arbeit zu nutzen, ist dabei ein wichtiger Baustein.