„In diesen Zeiten kommt es mehr denn je darauf an, dass wir gemeinsam ein Zeichen für Menschenwürde setzen“, sagt Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung gegen Rassismus, zum Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Darmstadt. Die Aktionswochen finden jedes Jahr rund um den UN-Tag gegen Rassismus am 21. März statt.
Seien Sie dabei: Bundesweit gibt es über 3.600 Veranstaltungen
Ob Workshops, Kundgebungen, Fotoaktionen oder Nachbarschafsfeste – unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ sind vom 16. bis 29. März zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland geplant. Tausende Menschen und Organisationen machen mit und setzen gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt, Demokratie und ein friedliches Miteinander. Eine Übersicht mit Aktionen in Ihrer Nähe finden Sie im Veranstaltungskalender.
Praxisbeispiele: Den Kita-Alltag diversitätssensibel und vorurteilsfrei gestalten
Der frühkindlichen Bildung kommt bei dem Thema eine besondere Aufgabe zu – denn in Kitas kommen Menschen mit verschiedenen familiären, kulturellen und religiösen Hintergründen zusammen.
Das Bündnis Rassismuskritische KinderWelten aus Kassel stand vergangenes Jahr im Finale beim Deutschen Kita-Preis und setzt sich beispielhaft für ein diskriminierungsfreies Umfeld ein. In der beteiligten Kita werden die Materialien sowie die pädagogische Praxis vorurteilsfrei gestaltet. Bei Angeboten wie Hip-Hop- und Selbstverteidigungskursen oder Besuchen Schwarzer Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei machen Schwarze und afrodiasporische Kinder empowernde Erfahrungen. Gleichzeitig stärkt das Bündnis die Bezugspersonen der Kinder, bildet die Fachkräfte fort und trägt seine Sensibilisierungsarbeit in den gesamten Stadtteil.
Klare Haltung und großen Einsatz beim Thema zeigt auch das Team der Kita am Sommerbad. Die Einrichtung aus dem thüringischen Greiz wurde 2024 mit dem zweiten Platz sowie dem ELTERN-Sonderpreis ausgezeichnet. Die Fachkräfte gehen respektvoll und diversitätssensibel auf die Familien zu und unterstützen sie in allen Lebenslagen: Sie helfen bei bürokratischen Hürden, übersetzen und beraten. Familien mit Fluchterfahrungen vermittelt das Team schnell einen Kita-Platz oder Deutschkurse. Um die Kinder aus den betroffenen Familien bestmöglich begleiten zu können, haben sich die Fachkräfte gemeinsam zum Thema „Trauma und Traumafolgestörungen“ fortgebildet. Im Kita-Alltag werden Sprachbarrieren mithilfe von Übersetzungsapps, Dolmetschenden oder Piktogrammen abgebaut, um alle Kinder und Eltern miteinzubeziehen.
