Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit
Zweiter Platz 2022

Ort: Sangerhausen
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Handlungsfeld: Kita-Sozialarbeit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit
Aktiv seit: 2018
Wirkungsradius: Kleinstadt
Partner: Jugendamt, Gesundheitsamt, Kita, Christliches Jugenddorf Sachsen-Anhalt (CJD), Sozialarbeiterinnen, Grundschule, Vereine und Beratungsstellen

Kontakt: Landkreis Mansfeld-Südharz – Jugendamt, Sandra Gängel (Koordination Frühe Hilfen), sandra.gaengel[@]lkmsh.de

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Südlich vom Harz, an der Grenze von Sachsen-Anhalt zu Thüringen, liegt die Stadt Sangerhausen. Kita-Fachkräfte arbeiten hier Hand in Hand mit Sozialarbeiterinnen sowie weiteren Akteuren wie Beratungsstellen zusammen. Gemeinsam bauen sie Brücken zwischen der Kita und den Familien, erkennen frühzeitig, was die Kinder brauchen und entwickeln passende Lern- und Freizeitangebote. Das Beste daran: Die Jüngsten dürfen mitentscheiden! Ein Mitmachzirkus, regelmäßige Ausflüge zum Kletterfelsen oder in die Schwimmhalle – all das ist entstanden, weil die Kinder sich das sehnlichst gewünscht haben. Auch die Eltern werden von Anfang an mit eingebunden. Ob bei Elternabenden oder im Elterncafé – hier können sie sich untereinander austauschen und an der Planung von Projekten beteiligen. Das Bündnis aus Sangerhausen zeigt allen: Wir tun etwas für Kinder und Familien in der Stadt, es lohnt sich zu bleiben!

Das sagt die Jury

Das Bündnis aus Sangerhausen setzt sich mit Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als innovatives und zentrales Element hervor. Zudem gelingt es dem Bündnis die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zu nutzen. So gestaltet es vielfältige Lerngelegenheiten für die Kinder und ermöglicht ihnen Teilhabe.

Die Begründung unserer Jury in voller Länge

Das Bündnis setzt sich in einem sozial sehr belasteten Sozialraum mit hoher Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative sowie Engagement für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Verbesserung von Teilhabe und Chancengerechtigkeit ist der zentrale Motor des Bündnishandelns. Das Bündnis schafft Perspektiven und bietet Kindern Chancen, Ungleichheit mit eigener Stärke zu begegnen. Dabei zeichnet sich das Bündnis stets durch einen klaren ressourcenorientierten Ansatz aus. 

Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als zentrales Element des Bündnisses hervor: Damit gelingt es sehr gut, an die Lebenswelten der Kinder und Familien anzuknüpfen. Mit Hilfe der Kita-Sozialarbeiterin gelingt es dem Bündnis, die unterschiedlichen Akteur:innen und Ressourcen im Sozialraum zu verbinden und so die Lebens- und Lernwelt der Kinder sowie die Bedingungen ihres Aufwachsens deutlich zu verbessern. Auch an den Kitas unterstützt sie die Fachkräfte dabei, die Entwicklung und den Bildungsverlauf der Kinder zu begleiten sowie soziales Lernen und Konfliktbewältigung zu fördern. 

Das Bündnis schafft Formate, um die Bedarfe und Wünsche der Kinder auf- und ernst zu nehmen – insbesondere den „Wunschtag“. Und es nutzt die vorhandenen Ressourcen im Sozialraum, um diese Wünsche auch zu erfüllen. So werden vielfältige Lerngelegenheiten geschaffen, die vor allem – aber nicht ausschließlich – den Kindern Förderung, Entwicklung und Teilhabe ermöglichen, die sich das sonst nicht leisten könnten, wie zum Beispiel am Kletterfelsen, im Schwimmbad oder beim Zirkus. 

Es gelingt dem Bündnis sehr gut, die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zielgerichtet zum Wohl der Kinder und Familien vor Ort einzusetzen (siehe Angebote oben). Gleichzeitig schafft diese Bündelung eine Entlastung für die einzelnen Akteur:innen. 

Die Jury betont die hohe Motivation des Bündnisses und seiner Akteur:innen, die oft gegen eine gewisse Passivität von Eltern arbeiten müssen, sich dieser Herausforderung jedoch mit großem Engagement stellen. 

Beispielhaft hierfür ist der handlungsorientierte Einbezug der Eltern in die verschiedenen Projekte etwa beim Aufbau des Zirkusprojekts oder über die direkte Ansprache. Die Einbindung wird immer wieder und weiter versucht, trotz einer bislang insgesamt eher niedrigen Beteiligungsrate. Diese wird aber Stück für Stück verbessert. 

Die Stärkung der Kita-Sozialarbeit, die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und die wissenschaftliche Begleitung bündeln verschiedene Lösungsansätze, was angesichts der geringen Ressourcen und der erheblichen Herausforderungen im Alltag beachtenswert ist.