• Präventionsnetzwerk Stollberg

    Präventionsnetzwerk Stollberg

    Präventionsnetzwerk Stollberg
    Finalist 2025

    Ort: Stollberg
    Bundesland: Sachsen
    Handlungsfeld: Übergangsgestaltung, Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen, Sucht- und Gewaltprävention, Fachkräftefortbildung
    Aktiv seit: 2013
    Wirkungsradius: Stadt
    Partner: Stadtverwaltung, kommunale Institutionen, Lebenshilfe Stollberg, Quartiersmanagement, Kitas, Schulen, Vereine, projektbezogene Netzwerkpartner

    Kontakt: Stadtverwaltung Stollberg, Vanessa Fankhänel (Bündniskoordinatorin), v.fankhaenel[at]stollberg-erzgebirge.de

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    Stollberg in Sachsen ist als „Tor zum Erzgebirge“ bekannt. In diesem Sinne möchte das Präventionsnetzwerk Stollberg allen Kindern Türen zu gleichen Chancen eröffnen. Dabei setzt es auf sozial-emotional stärkende Angebote, die Konflikten und Gewalt schon früh vorbeugen. Ein Schwerpunkt des Bündnisses aus Kommune, Kitas, Lebenshilfe und Quartiersmanagement ist der Übergang von der Kita in die Grundschule: Im Projekt „Kita im Quartier“ lernen die Vorschulkinder beispielsweise den Hufeland-Treff, das örtliche Begegnungszentrum, als Schutzraum und Ressource für Spiel- und Freizeitangebote kennen. Spielzeugfreie Tage fördern die Kreativität und „Meins-deins-unser“-Spiele vermitteln die Bedeutung sozialer Regeln und gegenseitiger Unterstützung. Wie sich das Papilio-Programm zur Prävention im Kita-Alltag umsetzen lässt, erfahren pädagogische Fachkräfte auf Fortbildungen. Die Familien finden im „Elternclub“ oder im Familienbüro am Kulturbahnhof unkomplizierte Beratung und Austauschmöglichkeiten. So knüpft das Bündnis ein rundum schützendes Netz, das die Kinder stärkt und sie ermutigt, selbstbewusst ihren Weg zu gehen.

  • Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach

    Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach

    Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach
    Finalist 2025

    Ort: Bad Kreuznach
    Bundesland: Rheinland-Pfalz
    Handlungsfeld: Sozialarbeit, Chancengerechtigkeit, Inklusion, Erziehungskompetenz und Selbsthilfe, Prävention
    Aktiv seit: 2022
    Wirkungsradius: Stadt
    Partner: Kitas, freie Träger, Jugendamt, Kita- und Schul-Sozialarbeit, Grund- und Förderschulen, Familienbildungsstätten, Frühe Hilfen, Freizeit- und Kultureinrichtungen

    Kontakt: Stadt Bad Kreuznach, Angelina Hörning (Sachgebietsleitung Kita-Sozialarbeit), angelina.hoerning[at]bad-kreuznach.de

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    Alle Familien erreichen – an ihren Lieblingsorten und mit Themen, die sie bewegen: Das gelingt dem Bündnis Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach direkt in den Kitas sowie bei Spielplatztreffen, Familienwanderungen oder Bibliotheksbesuchen. Denn so kommen Kinder und Eltern ungezwungen mit wichtigen Beratungs- und Unterstützungsangeboten in Kontakt. In der rheinland-pfälzischen Kurstadt haben sich die Kita-Sozialarbeitenden der Stadt vernetzt, um die Familien in 32 Kitas und in ihrem jeweiligen Umfeld zu stärken. Gemeinsam mit kommunalen und freien Trägern, Grund- und Förderschulen, Frühen Hilfen, Familienberatungsstellen und weiteren Institutionen fördern sie Chancengerechtigkeit und Inklusion. Was die Kinder und Familien brauchen, erfahren die Sozialarbeitenden mittels Befragungen, Ortsbegehungen mit Kindern oder in Gesprächen mit Eltern. So entstehen zum Beispiel Vorlesepicknicks für alle Bad Kreuznacher Familien, Mitmach-Ausstellungen zu gemeinsamen Erkundungen oder ein Genussparcours zu gesunder Ernährung. Veranstaltungen zu Zahngesundheit, Windelentwöhnung und Erziehungsfragen stärken die Selbsthilfekompetenz der Familien und entlasten das Kita-Personal – zum Wohl der Jüngsten.

  • Rassismuskritische KinderWelten

    Rassismuskritische KinderWelten

    Rassismuskritische KinderWelten
    Finalist 2025

    Ort: Kassel
    Bundesland: Hessen
    Handlungsfeld: Antirassismus, Empowerment durch stärkende Angebote
    Aktiv seit: 2022
    Wirkungsradius: Stadtteil
    Partner: Kita und Hort Himmelsstürmer, Familienzentrum Himmelsstürmer, Elterninitiative emPowerKidS

    Kontakt: Familienzentrum Himmelsstürmer, Hannah Pag (Bündniskoordination), hannah.pag[at]viva-stiftung.de

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    In Kassel setzt sich das Bündnis Rassismuskritische KinderWelten für ein diskriminierungsfreies Umfeld ein, in dem Schwarze und afrodiasporische Kinder selbstbewusst aufwachsen können. Empowernde Erfahrungen machen die Kinder bei gemeinsamen Ausflügen zum Kinderbauernhof, in Hip-Hop- oder Selbstverteidigungskursen. Wenn an anderen Tagen Schwarze Einsatzkräfte der Feuerwehr oder der Polizei die beteiligten Einrichtungen besuchen, erfahren die Kinder nicht nur viel über deren Arbeit, sondern können sich mit ihren Vorbildern identifizieren. Die Ideen für diese vielfältigen Angebote kommen von den Kindern selbst – das Bündnis setzt sie um. Gleichermaßen stärken sie die Bezugspersonen der Kinder: Die Familien vernetzen sich in Elterncafés oder lernen in Workshops zu Themen wie „Empowerment als Erziehungsaufgabe“ von- und miteinander. Die pädagogischen Fachkräfte bilden sich kontinuierlich fort, um ihre Arbeit sowie vorhandene Materialien vorurteilsfrei zu gestalten. Eingebunden in lokale Netzwerke sensibilisieren die Mitwirkenden darüber hinaus im gesamten Stadtteil für das Thema Rassismus. So tragen alle Beteiligten dazu bei, die gelebte Vielfalt zu feiern und sichtbar zu machen.

  • KulturNetz „Bildung trifft Kultur trifft Bildung“

    KulturNetz „Bildung trifft Kultur trifft Bildung“

    KulturNetz „Bildung trifft Kultur trifft Bildung“
    Finalist 2025

    Ort: Frankfurt am Main
    Bundesland: Hessen
    Handlungsfeld: kulturelle Bildung und Teilhabe, Inklusion, praxisbezogene Förderung pädagogischer Fachkräfte
    Aktiv seit: 2013
    Wirkungsradius: Stadtgebiet, Hessen- und Bundesweit
    Partner: Kulturkita Grüne Soße, Sozialpädagogischer Verein zur
    familienergänzenden Erziehung e.V., DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Fachschule für Sozialwesen der Beruflichen Schulen Berta Jourdan

    Kontakt: Sozialpädagogischer Verein zur
    familienergänzenden Erziehung e.V., Bettina Marsden (Bündniskoordinatorin), kubi[at]sozpaed-verein.de

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    Im Frankfurter KulturNetz „Bildung trifft Kultur trifft Bildung“ ist der Name Programm. Der Dreierbund aus Kulturkita mitsamt Träger, Filmmuseum und Fachschule eröffnet vielen Kindern in der Mainmetropole Zugänge zu kultureller Bildung. In gemeinsamen Projekten lernen sie die Welt des Films und weitere Kunstformen kennen – und werden selbst kreativ. Im MiniFilmclub erkunden Kita-Kinder etwa die Ausstellungen im DFF, blicken hinter die Kulissen des Kinos und gestalten, inspiriert von Kunstfilmen, eigene Werke. Ob Filmstreifen bunt bemalen oder Schatten mit der Kamera einfangen – unabhängig von ihren Sprachkenntnissen können alle mitmachen. Auch im Kita-Alltag ist die ästhetische Bildung verankert: Die Kinder erzählen regelmäßig Geschichten zu selbst gemalten Bildern, die sie mit der Laterna Magica an die Wand zaubern. Studierende der Fachschule erhalten bei Fortbildungen im DFF und Konsultationen in der Kita praxisnahe Einblicke und Inspiration für ihren späteren Beruf. Dabei erleben sie die Erfahrungsräume der kulturellen Bildung als eigenen Lernmoment. Zudem teilt das Bündnis sein Wissen und bewährte Formate mit anderen Einrichtungen im In- und Ausland – und knüpft so sein Netz für kulturelle Bildung über Grenzen hinweg weiter.

  • BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte

    BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte

    BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte
    Finalist 2025

    Ort: Pielenhofen
    Bundesland: Bayern
    Handlungsfeld: Naturraumpädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung, enge Verbindung von Ausbildung und Praxis, Fachkräftegewinnung
    Aktiv seit: 2016
    Wirkungsradius: Landkreis
    Partner: Waldkindergarten, Fachakademie für Sozialpädagogik, Kooperationsschulen, Kommune, Träger

    Kontakt: Waldkinder-Regensburg, Anke Wolfram (Kita-Leiterin), awolfram[@]littlebigfuture.de

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    Inmitten der idyllischen Landschaft der Oberpfalz liegt die Gemeinde Pielenhofen. Hier lernen und forschen Kinder und Studierende Seite an Seite. Durch die enge Verknüpfung von Ausbildung und pädagogischer Praxis im Naturraum erleben Studierende Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht nur theoretisch, sondern gestalten sie aktiv mit. Das Bündnis rund um den Waldkindergarten und die Fachakademie für Sozialpädagogik verbindet in seinen Projekten Naturraumpädagogik mit MINT-Themen und digitaler Medienkompetenz. Ausgangspunkt sind stets die Interessen der Kinder: So entstand in gemeinsamer Arbeit mit Eltern und Fachkräften beispielsweise ein Wildbienenareal. Für den Aktionstag „Waldkita digital“ entwickelten Studierende Lernangebote, mit denen die Kinder ihr Wissen über die Natur spielerisch per Tablet erweitern können. Alle Beteiligten begegnen sich dabei stets auf Augenhöhe. Das Bündnis gilt inzwischen als Modellprojekt für die Vernetzung von Ausbildung und Praxis und wird über den Träger in weitere Bundesländer verbreitet. Mit neuen Kooperationsschulen wächst ein bundesweites Netzwerk, das überregional Impulse setzt. So macht das Bündnis BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte Kinder und angehende Fachkräfte stark für die Zukunft.

  • Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn

    Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn

    Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn
    Dritter Platz

    Ort: Mühldorf a. Inn
    Bundesland: Bayern
    Handlungsfeld: Verankerung der Familienbildung als präventiven Ansatz, niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen und Stärkung der Elternkompetenzen
    Aktiv seit: 2009
    Wirkungsradius: Landkreis
    Partner: Koordinierungsstelle Familienbildung, Familienstützpunkte, Kitas, Grundschulen, Jugendamt, Beratungs- und Bildungsstellen

    Kontakt: Lernen vor Ort – Landratsamt Mühldorf a. Inn, Dr. Carolin Jürgens (Bündniskoordinatorin), lernenvorort[at]lra-mue.de

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    Mit einer Ausdehnung von über 50 Kilometern verbindet der Landkreis Mühldorf am Inn – östlich von München – Städte wie Mühldorf und Waldkraiburg mit vielen Landgemeinden. Weite Wege und die Mischung aus Stadt und Land machen die Begleitung von Familien zur Herausforderung. Das Bündnis Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn stellt sich dieser. Durch strukturierte Bildungsarbeit entstehen Angebote, die alltagsnah, offen und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden an Orten eingerichtet, die Familien im Alltag ohnehin besuchen – in Kitas und Familienzentren. Dort erhalten sie niedrigschwellige Beratung, etwa durch eine Familienkinderkrankenschwester, und können an Angeboten teilnehmen, darunter von Eltern moderierte Austauschrunden, Spielenachmittage oder Frühstückstreffs. Regelmäßige Befragungen sorgen dafür, dass die Angebote kontinuierlich an die Bedürfnisse der Familien angepasst werden. Ein gutes Beispiel für bedarfsorientierte Unterstützung bietet der Elternratgeber zum Übergang von der Kita in die Grundschule. Er wurde auf Wunsch von Eltern entwickelt und unterstützt sie in der Begleitung ihrer Kinder vor Schuleintritt. Das Bündnis zeigt, wie wirkungsvoll frühe Unterstützung für Kinder, Eltern und die ganze Region sein kann.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, dass das Bündnis mit datengestütztem Bildungsmonitoring, Befragungen und Evaluationen die Bedarfe der Familien erkennt und passende Angebote entwickelt. Der Landkreis erstreckt sich über weite 50 Kilometer. Damit viele Familien teilhaben können, achten die Bündnisbeteiligten darauf, dass alle Angebote alltagsnah und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden deshalb in Kitas und Familienzentren, verteilt auf dem gesamten Landkreis, eingerichtet. Dort bekommen Eltern Beratung unter anderem durch eine Familienkinderkrankenschwester. Die weiteren Angebote reichen von fachlichen Symposien, von Eltern moderierten Austauschrunden bis hin zu Spielenachmittagen. Auch vom Bündnis selbst verfasste Handbücher zum Übergang in die Grundschule geben Orientierung. Des Weiteren sind die Familienstützpunkte lokal vernetzt. Träger und Einrichtungen stimmen sich ab, um Doppelstrukturen zu vermeiden. So entsteht ein starkes Netz für Familien vor Ort.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länger

    Basis für das Wirken: systematische Datenerhebung, Bildungsmonitoring und Weiterentwicklung 

    Das Bündnis für Familienbildung im Landkreis Mühldorf a. Inn beeindruckt durch eine außergewöhnlich fundierte, datengestützte Arbeitsweise. Ein systematisches Bildungsmonitoring bildet die Grundlage für alle Aktivitäten und ermöglicht es, die Lebenswelten von Kindern und Familien umfassend zu erfassen.  

    Daraus entstehen klare Handlungsorientierungen und passgenaue Angebote, die die unterschiedlichen Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen zielgerichtet aufgreifen. Die Arbeit wird kontinuierlich durch Elternbefragungen, multiprofessionellen Austausch und regelmäßige Evaluationen untermauert. So konnte etwa der in Befragungen geäußerte Wunsch nach mehr Transparenz zu Ferien- und Freizeitangeboten zeitnah aufgegriffen und in die Entwicklung einer digitalen Übersicht überführt werden.  

    Die systematische Weiterentwicklung des Bündnisses ist professionell strukturiert und fest verankert; das Fortschreiben der eigenen Konzeption gehört zur „DNA“ der Arbeit des Bündnisses. Der multiprofessionelle Zugang ermöglicht zudem einen ganzheitlichen Blick auf die vielfältigen Lebenslagen der Adressatinnen und Adressaten und stärkt die fachlich fundierte Weiterentwicklung aller Angebote. 

    Dezentralität und Bedarfsorientierung schafft niedrigschwellige Zugänge 

    Im Landkreis Mühldorf a. Inn wird Familienbildung nicht als reines Angebot, sondern als strukturelle Aufgabe verstanden. Der Abbau von Barrieren spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Herausforderungen des Flächenlandkreises werden durch ein dezentrales System von Familienstützpunkten beantwortet, die bewusst in Kitas oder Familienzentren angesiedelt sind – also dort, wo Familien sich ohnehin aufhalten.  

    Grundlage für die Standortentscheidungen sind die Sozialraumdaten des Landkreises, so dass die Stützpunkte dort entstehen, wo der Bedarf am größten ist. Ein strukturiertes System der Bedarfsermittlung schafft passgenaue und differenzierte Angebote, die Erziehungspartnerschaft, Teilhabe und Selbstwirksamkeit nachhaltig stärken.  

    Besonders deutlich wird der niedrigschwellige Ansatz im Angebot der Familienkinderkrankenschwester. Hier werden in den Familienstützpunkten offene Baby- und Kleinkindsprechstunden mit einer Familienkinderkrankenschwester angeboten. Eltern können sich zu den Sprechstunden anmelden oder diese spontan in Anspruch nehmen und erhalten Beratung zu sämtlichen Themen rund um ihr Kind. Zudem besteht die Möglichkeit, Kinder vor Ort messen und wiegen zu lassen – ein Angebot, das von vielen Familien gerne genutzt wird. Im Mittelpunkt der Sprechstunden stehen häufig Fragen zur Entwicklung, Ernährung oder zu Regulationsschwierigkeiten. Zeigen sich dabei komplexere oder psychosoziale Fragestellungen, dienen die Sprechstunden als niederschwelliger Zugang zu den Fachkräften des koordinierenden Kinderschutzes (KoKi). Auf dieser Grundlage können gezielt weiterführende Unterstützungsangebote vermittelt werden – freiwillig und ohne bürokratische Hürden. 

    Für viele Eltern stellt die Familienkinderkrankenschwester so eine natürliche Fortsetzung der Hebammenbetreuung dar und wird als deutlich niedrigschwelliger wahrgenommen als ein direkter Kontakt zur Sozialpädagogin. Durch ihre Nähe zum Kind entsteht rasch Vertrauen, das den Zugang zu weiterführender Hilfe erleichtert. 

    Eine ausgeprägte Beteiligungskultur stärkt zusätzlich die Wirksamkeit der Arbeit – Formate wie Familiensymposien, offene Caféangebote oder Sprach- und Kinderkurse holen Familien aktiv in fachliche und gemeinschaftliche Prozesse hinein. Hohe Wirksamkeit entfalten zudem die bewusst präventiv und niedrigschwellig gestalteten Eltern-Kind-Gruppen, die dezentral an sechs Standorten stattfinden und soziale Integration, Austausch und emotionale Sicherheit fördern. Sie dienen zugleich als Brücke zu den Koordinatorinnen der Familienstützpunkte, die Bedarfe erkennen und in die Weiterentwicklung lokal passender Angebote einfließen lassen. 

    Prävention mit ressourcenorientiertem Blick 

    Die Familienbildung im Landkreis Mühldorf zeichnet sich durch einen konsequent ressourcenorientierten Ansatz aus. Auf Grundlage des systematischen Bildungsmonitorings entsteht ein tiefes Verständnis der Lebenswelten der Familien, aus dem klare Handlungsorientierungen abgeleitet werden. Der präventive Ansatz zielt im Bündnis nicht auf erkannte Defizite, sondern setzt an den Stärken der Familien und dem Anspruch, deren vorhandene Ressourcen zu fördern, an.  

    Angebote wie die Familienkinderkrankenschwester oder der Elterntalk stehen exemplarisch für diesen Ansatz: Beim Elterntalk treffen sich Eltern in privatem Rahmen und tauschen sich moderiert zu Alltagsthemen aus. Das besondere hierbei: Die Moderation übernehmen nicht Fachkräfte, sondern geschulte Eltern, die dabei in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden und sich aktiv und gestaltend einbringen können.  

    Dieser ressourcenorientierte Blick wirkt weit über die unmittelbare Familienbildung hinaus. Familienfreundliche Strukturen werden als Standortfaktor verstanden und tragen mit dazu bei, dass Mühldorf a. Inn – inzwischen der am schnellsten wachsende Landkreis Deutschlands – für junge Familien besonders attraktiv ist.  

    Gezieltes Aufschließen der unterschiedlichen Sozialräume im Flächenlandkreis 

    Die starke Sozialraumorientierung des Bündnisses stellt sicher, dass die Ressourcen vor Ort bestmöglich genutzt werden und gleichzeitig keine blinden Flecken entstehen. Die Familienstützpunkte sind eng mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren in ihren Sozialräumen vernetzt und bilden vor Ort lokale Netzwerke, die sich wiederum mit dem Landkreisbündnis regelhaft rückkoppeln – mit Blick sowohl auf Bedarfe als auch Ressourcen. 

    So entstehen vor Ort passgenaue Angebote, die niedrigschwellige Zugänge sichern und gleichzeitig in die übergeordnete Strategie im Landkreis eingebunden sind. Die trägerübergreifende Zusammenarbeit verhindert Parallelstrukturen und ermöglicht eine effiziente Bearbeitung der Bedarfe.  

    Ein mehrstufiges System von Austauschformaten – sowohl auf Landkreisebene als auch in den einzelnen Sozialräumen – gewährleistet, dass finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen optimal genutzt werden. Durch diese systematische Verknüpfung der Ebenen bleiben alle Zielgruppen im Blick: Kinder, Familien und Fachkräfte gleichermaßen. 

  • Präventionsketten im Landkreis Peine

    Präventionsketten im Landkreis Peine

    Präventionsketten im Landkreis Peine
    Erster Platz

    Ort: Peine
    Bundesland: Niedersachsen
    Handlungsfeld: Präventionsketten, Übergang Kita–Schule, Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen der Kinder, Stärkung der Elternverantwortung, Stärkung der Kinderperspektiven
    Aktiv seit: 2020
    Wirkungsradius: Landkreis und Stadt
    Partner: städtische bzw. kirchliche Kitas und Familienzentren, Frühförderung der Lebenshilfe, Regionales Beratungs- und Unterstützungszentrum für inklusive Schule, Grundschulen und Praxisberatung der Stadt Peine sowie Erziehungsberatungsstelle, Kita-Fachberatung und Kinder- und jugendärztlicher Dienst des Landkreises Peine

    Kontakt: Landkreis Peine-FD Jugendamt, Elisa Behrens (Koordinatorin der Präventionsketten), e.behrens[at]landkreis-peine.de

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    Die Präventionsketten im Landkreis Peine nehmen die Übergänge in den Blick – von der Eingewöhnung in Krippe und Kita bis zur Grundschule und darüber hinaus. Das Bündnis bindet dabei Fachkräfte, Kinder und Familien aktiv mit ein. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Was brauchen junge Menschen, um gut aufzuwachsen? Weil beispielsweise viele Kinder der ersten Klasse Startschwierigkeiten hatten, organisierten die Verantwortlichen der Präventionsketten Malinterviews mit den Kita-Kindern, um deren Perspektive auf Schule zu erfassen. Das Ergebnis war: Viele von ihnen hatten schlichtweg kein Bild davon, was sie in der Grundschule erwartet. Das Willkommensbuch „Schule“, das nicht nur für die Kinder, sondern mit ihnen konzipiert und gestaltet wurde, sowie eine Info-Broschüre für Eltern geben seither Orientierung. Das Austauschforum „Gut ankommen in der Schule“ unterstützt Fachkräfte zudem dabei, den Übergang gemeinsam und ausgehend von den Bedürfnissen der Familien zu denken. In Fachtagungen und Fortbildungen gibt es neue Impulse und die Möglichkeit, sich auszutauschen. Das stärkt den Zusammenhalt der Verantwortlichen – immer mit dem Ziel, allen Kindern im Landkreis Peine ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, dass sich das Bündnis intensiv mit der Frage beschäftigt „Was brauchen junge Kinder und ihre Familien, um Übergänge gut zu meistern – von der Eingewöhnung in die Krippe und den Ü3-Bereich der Kita über die Schule und darüber hinaus?“ Die Antwort lautet: Orientierung und Sicherheit. Die erhalten die Kita-Kinder in Peine schon vor dem Schuleintritt beispielsweise durch das von Schulkindern gestaltete Willkommensbuch. In den ersten zwei Schulwochen begleiten die Kita-Fachkräfte die Kinder dabei, die neue Umgebung zu entdecken. Die Verantwortlichen verschiedener Institutionen arbeiten dabei sehr eng zusammen. Und die Bündnisbeteiligten haben auch die Kinder im Blick, die in herausfordernden Situationen aufwachsen. So entwickelte der Runde Tisch „Kinderarmut“ in kürzester Zeit eine Übersicht über die Angebote für Familien in finanzieller Not. Das Bündnis hat ein klares Ziel vor Augen, eine verlässliche Struktur und ein starkes Team, das voneinander lernt.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Brücken für starke Kinder: Innovative Ideen für einen gelingende Übergange 

    Das Bündnis verfolgt das Ziel, allen Kindern ein gesundes und chancengerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Um das zu erreichen, baut es Zugangsbarrieren ab, stärkt Übergänge – in die Kita, aber insbesondere den von der Kita in die Schule – und bindet Familien sowie Kinder aktiv ein. 

    Das Bündnis gestaltet diese Übergänge außerordentlich kindorientiert, ganzheitlich und interdisziplinär. Das Bündnis betrachtet Kindheit umfassend, vernetzt verschiedene Professionen und schafft damit eine stabile Grundlage für gelingende Übergänge. Dabei übernehmen die Beteiligten nicht einfach bestehende Übergangsmodelle, sondern entwickeln diese konsequent weiter und orientieren sich an Kinderperspektiven und an den Bedarfen der Familien. Um Letzteres zu gewährleisten, wurde unter anderem das partizipatives Eingewöhnungsmodell in Kitas eingeführt. Fachkräfte besuchen Familien vor der eigentlichen Eingewöhnung zu Hause, um Vertrauen aufzubauen und das Umfeld des Kindes kennenzulernen. 

    Kinder und Familien werden über institutionelle Ebenen hinweg begleitet und Wissen wird weitergegeben. 
    Übergänge werden nicht isoliert gedacht. Stattdessen begleitet das Bündnis Kinder und Familien kontinuierlich, fördert Austausch zwischen den beteiligten Einrichtungen und macht Wissen systematisch zugänglich, zum Beispiel durch Informationsmaterialien wie „Das letzte Jahr vor der Schule“ sowie Flyer und Plakate zur Schuleingangsuntersuchung: Diese werden kindgerecht aufbereitet, um das Informationsrecht der Kinder zu berücksichtigen und Familien durch die Schritte des Übergangs zu führen.  

    Auch gemeinsame Elternabende von Kita und Schule sowie das Forum „Gut ankommen in der Schule“ tragen zum Gelingen bei. Das Forum als jährliche Veranstaltung für Kitas, Grundschulen und weitere Akteurinnen und Akteure – initiiert durch die Bündniskoordination – bietet Austausch, Networking und Best Practice. Ergänzt werden diese Formate durch einen Runden Tisch zum Thema Kinderarmut. 

    Im Bündnis werden Eltern aktiv eingebunden und nach ihren Einschätzungen gefragt, zum Beispiel durch Befragungs- und Beteiligungsformate, wie Elternbefragungen und -gespräche.  

    Das Bündnis fördert auch die Einbindung der Kinderperspektiven durch kreative und partizipative Methoden. 
    Kinder werden gefragt, wie sie Übergänge erleben. Methoden wie Malinterviews machen ihre Sichtweisen sichtbar und fließen in die Angebotsentwicklung ein. So zeichnete ein Kind beispielsweise die Schule als Festung – das Bündnis nahm dies auf und entwickelte Willkommensbücher, um Kita-Kindern den Übergang zur Schule zu erleichtern. Das Palaverzelt ist nicht nur eine Methode zur Konfliktlösung. Kinder erlernen die Methode bereits in der Kita und setzen sie in der Grundschule fort. So finden sie bekannte Strukturen wieder und können soziale Kompetenzen weiterentwickeln. 

    Kita und Schule wirken gemeinsam am Übergang in die Schule 
    Der Übergang von der Kita in die Grundschule ist ein zentrales zentrales Ereignis im Leben eines Kindes, das von zwei unterschiedlichen Institutionen gemeinsam gestaltet werden muss. In Peine gelingt dies in besonderer Weise: Kita und Schule arbeiten eng, wertschätzend und wechselseitig lernend zusammen. 
    Kita und Schule bringen unterschiedliche Perspektiven auf Bildung mit. In Peine gelingt ein außergewöhnlicher fachlicher Austausch, der von beiden Seiten ausgeht. Beide Institutionen wollen aktiv voneinander lernen und ihr Wissen zum Wohl der Kinder teilen. Eine Besonderheit: Pädagogische Fachkräfte aus den Kitas begleiten einzelne Kinder in den ersten zwei Schulwochen im Klassenraum. Sie sind dort ansprechbar, arbeiten im Tandem mit Lehrkräften und geben den Kindern Sicherheit. 

    Viele Übergangsprojekte stützen sich hauptsächlich auf Hospitationen der Kitas in Schulen. Das Bündnis in Peine geht deutlich weiter: Es lebt einen echten gegenseitigen Austausch. Beide Seiten lassen sich aufeinander ein, ohne Anspruchshaltungen, stattdessen mit dem ernsthaften Willen, Kinderperspektiven und Vorerfahrungen aufzugreifen und gemeinsam zu nutzen. Das Engagement ist außergewöhnlich und institutionell stark verankert. Dafür werden Hospitationen der Schule in den Kitas umgesetzt. Der Impuls dazu kam direkt aus dem Lehrkollegium – ein Zeichen echter Offenheit und Lernbereitschaft. Auch Grundschulleitungen übernehmen aktiv Bündnisarbeit: Sie hospitieren selbst in Kitas. Dadurch wird die Übergangsgestaltung zu einem strategischen Schwerpunkt der Schulen und nicht zu einem Nebenprojekt. 

    Peer-to-Peer-Ansatz für Kinder beim Übergang 
    Der Übergang von der Kita in die Grundschule wird nicht nur von Erwachsenen gestaltet. In Peine wird ein innovativer Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt, bei dem Kinder nicht nur gehört werden, sondern selbst aktiv zum Gelingen der Übergänge beitragen. Sie unterstützen einander, teilen Erfahrungen und gestalten Materialien für jüngere Kinder. 

    Ein zentrales Element sind Willkommensbücher, die von Schulkindern erstellt werden. Dadurch werden die älteren Kinder darin bestärkt, Verantwortung zu übernehmen, sich sozial zu engagieren und ihre eigene Selbstwirksamkeit zu erleben. Das Bündnis entwickelt gemeinsam einen reichen Schatz an kindgerechten Materialien und Methoden, die diesen Prozess unterstützen. Dafür gestalten Schulkinder Willkommensbücher: Die Bücher zeigen Kita-Kindern wichtige Aspekte des Schulstarts – zum Beispiel Pläne des Schulgebäudes, Fotos von zentralen Orten, Sicherheitspunkten, dem Hausmeister, der Sekretärin und den Toiletten. Rückzugsorte werden von den Schulkindern selbst definiert und erklärt. Sie entscheiden, was gezeigt wird, fotografieren eigenständig und gestalten alles selbst. 

    Klare Strukturen für stetige Weiterentwicklung 
    Das Bündnis „Präventionsketten im Landkreis Peine“ zeigt beispielhaft, wie wirksame und nachhaltige Vernetzung zwischen Kommune, Kita, Schule und weiteren Beteiligten gelingen kann. Die Arbeit folgt klaren organisatorischen Strukturen und ist zugleich flexibel genug, um neue Impulse schnell aufzunehmen und umzusetzen. 

    Es hat eine strukturierte und koordinierte Zusammenarbeit als Grundlage. Die Zusammenarbeit im Bündnis basiert auf einer tragfähigen Struktur: Eine Steuergruppe, verschiedene Arbeitsgruppen und eine zentrale Koordinatorin bündeln alle Aktivitäten. Dadurch ist gewährleistet, dass Informationen zielgerichtet fließen, Verantwortlichkeiten klar sind und Entwicklungen kontinuierlich vorangetrieben werden. Gleichzeitig wächst die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure stetig. Dies zeigt sich beispielsweise an der schnellen Umsetzung des Willkommensbuchs an weiteren Schulen: Beim Vor-Ort-Besuch im Rahmen des Deutschen Kita-Preises stellte sich die Frage, warum nicht alle Schulen das Willkommensbuch nutzen. Nur drei Wochen später hatte die Koordinatorin alle Schulen kontaktiert – nahezu alle wollten das Konzept übernehmen. Dies verdeutlicht die kurze Reaktionszeit und hohe Umsetzungsbereitschaft im Bündnis. 

    Regelmäßige gemeinsame Formate sichern Austausch und Anpassungsfähigkeit. Durch regelmäßige Treffen, Arbeitsgruppen, Foren und thematische Runden Tische bleibt die Zusammenarbeit lebendig. Herausforderungen werden gemeinsam identifiziert, Lösungen entwickelt und Veränderungen zeitnah umgesetzt. So entsteht eine dynamische Struktur, die fortlaufend an neue Bedarfe angepasst wird. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Weiterarbeit am Runden Tisch „Kinderarmut“: Aus den Ergebnissen des Runden Tisches wurde eine Taskcard mit Unterstützungsangeboten für Familien in finanziellen Notlagen entwickelt. Sie wird allen relevanten Multiplikatoren, wie Kitas, Schulen, Jugendhilfe, freien Trägern, zur Verfügung gestellt. Die Verteilung erfolgt direkt per Mail oder über bestehende Netzwerke wie Frühe Hilfen, Gesundheitsregion, Bildungsregion oder Familienzentren. Damit wird sichergestellt, dass Informationen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. 

  • AWO Kita Jenzigblick

    AWO Kita Jenzigblick

    AWO Kita Jenzigblick
    Finalist 2025

    Ort: Jena
    Bundesland: Thüringen
    Größe: 117 Kinder, 21 Mitarbeitende
    Träger: AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V.
    Unsere Stärke: Einbindung in den Sozialraum, gelebte Kinderrechte, Beteiligungsmöglichkeiten, Early-Excellence-Ansatz

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    Am Fuße des Jenzigs in Jena-Ost wächst ein Wunschbaum. An seinen Ästen befestigen die Kinder der AWO Kita Jenzigblick ihre Anliegen und Wünsche – und das trägt Früchte: Vorschläge für das Zirkusprojekt oder das Piratenschiff im Garten kommen nicht nur von den Kindern, sie wirken auch aktiv an deren Umsetzung mit. Schon die Jüngsten entscheiden hier selbst, ob sie etwa den Wald erkunden, einen Kuchen backen oder beim Erzähltheater mitmachen. Die Fachkräfte begleiten sie dabei und fördern nach dem Early-Excellence-Ansatz die Interessen und Potenziale jedes Kindes. Für individuelle Angebote setzt das Team vor allem auf stärkenorientierte Beobachtungen im Alltag. Ein Frühstücksgespräch zweier Kinder über Dinos kann sich so innerhalb weniger Tage zu einer Wanderung über den nahegelegenen Saurierpfad entwickeln, bei der interessierte Kinder mit einer interaktiven App mehr über die Riesenechsen lernen. Von den Bewegungsangeboten mit einer Athletin des Triathlonvereins über gemeinsame Flohmärkte und Elternabende mit der benachbarten Grundschule bis hin zum eigenen Kinderrechte-Song, der mit einem echten Rapper entstand – die Kita bindet ihr Umfeld aktiv ein und wächst so über sich hinaus.

  • Kindertagesstätte Moordamm

    Kindertagesstätte Moordamm

    Kindertagesstätte Moordamm
    Dritter Platz 2025

    Ort: Bad Oldesloe
    Bundesland: Schleswig-Holstein
    Größe: 80 Kinder, 18 Mitarbeitende
    Träger: Ev.-freikirchliche Kindertageseinrichtungen Bad Oldesloe-Mölln e.V.
    Unsere Stärke: bedürfnisorientierte Pädagogik, Kinderrechte, Kooperation Kita-Schule

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    In der Kita Moordamm steht die Selbstbestimmung der Kinder im Mittelpunkt. Sie erleben täglich, dass ihre Ideen zählen, sie gehört werden und den Alltag aktiv mitgestalten können. Möglich macht das unter anderem der „Wichtig-Brief“, mit dem sie Wünsche, Anregungen oder Beschwerden bildlich und sprachlich mitteilen. Ob Flohmarkt, gemeinsames Kuchenbacken oder neue Ausflugsziele: Viele Impulse kommen direkt von den Kindern. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderrechte brachte das Team schließlich zur Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts: In der offenen Kita können die Kinder ihren Interessen frei nachgehen. Auch der Übergang in die Schule wird kindgerecht und behutsam begleitet. Durch wöchentliche Besuche in der Schule lernen die Kinder ihre zukünftige Klasse und Lehrkraft kennen. Das schafft Vertrauen und weckt Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt. Die Kita Moordamm zeigt, wie echte Mitbestimmung, gelebte Kinderrechte und starke Bildungskooperationen funktionieren und Kinder für eine selbstbestimmte Zukunft stärken.

    Das sagt die Jury

    Überzeugt hat die Jury, dass Kinder hier erleben, wie sehr ihre Meinung zählt. Mit dem „Wichtig-Brief“ bringen sie Wünsche und Beschwerden ein und die Erwachsenen gestalten den Kita-Alltag auf dieser Grundlage. Die Fachkräfte stärken aber nicht nur die Kinder darin, ihre Rechte zu kennen und anzuwenden, sondern sie selbst sind Vorbild: Mit Unterstützung ihres Teams setzt sich die Leitung dafür ein, dass gute Kindertagesbetreuung alle angeht – unter anderem mit einer Demonstration und einer Podiumsdiskussion, die öffentlich für Aufmerksamkeit sorgten. Das Team hat nicht nur die Kinder im Blick, sondern auch die eigenen Bedürfnisse. In einem umfangreichen Reflexionsprozess wurden Wege aus dem Stress erarbeitet. Ein einfaches Mittel: Ist jemand überfordert, wird ein Codewort genannt. Sicherheit und Vertrauen sind auch der Schlüssel beim Übergang von der Kita in die Schule. So begleiten die Bezugspersonen aus der Kita die angehenden Schulkinder, wenn sie Schnupperstunden in Deutsch in der Schule besuchen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Systematische Umsetzung der Kinderrechte im Alltag und starkes partizipatives Beschwerdemanagement 

    Die Kita richtet ihren Alltag systematisch an den Interessen, Fragen und Bedürfnissen der Kinder aus. Schon in der Krippe erhalten die Jüngsten die Möglichkeit, sich im Haus zunehmend selbständig zu bewegen, eigene Ideen zu verfolgen und dabei Unterstützung zu erleben. Dieser selbstbestimmte Zugang wird über die gesamte Kita-Zeit hinweg gestärkt: Fachkräfte begleiten die Kinder aufmerksam, setzen Impulse, beobachten feinfühlig und verbalisieren Bedürfnisse, sodass Kinder sich gesehen und verstanden fühlen. Die pädagogische Haltung basiert darauf, dass Kinder aktive Gestalterinnen und Gestalter ihres Alltags sind, deren Perspektiven ernst genommen werden. 

    Ein zentraler Bestandteil ist, die Kinderrechte zu thematisieren und sichtbar zu machen. In Gesprächen, Projekten und Morgenkreisen werden die Rechte regelmäßig aufgegriffen, etwa durch das Format „Kinderrecht des Monats“. Zusätzlich entwickelte die Kita im Projekt „Kinderrechte im Fokus“ einen umfangreichen Kinderrechtekalender. Darin werden jeden Monat Kinderrechte vorgestellt; über QR-Codes können Audioaufnahmen abgerufen werden, in denen Kinder und Fachkräfte ihre Gedanken dazu teilen. Der Kalender ist zugleich Familienplaner und Informationsmedium für Eltern, so dass die Kinderrechte auch in den Familien zum Gesprächsthema werden. In der Krippe visualisiert der „Baum der Kinderrechte“, was den Jüngsten besonders wichtig ist. 

    Ein besonders wirkungsvolles Instrument ist der „Wichtig-Brief“, über den Kinder Wünsche, Ideen oder Beschwerden formulieren können. Die Fachkräfte unterstützen beim Schreiben, wenn nötig, greifen aber nicht inhaltlich ein. Die Wichtig-Briefe werden nach einem klaren, transparenten Verfahren bearbeitet, das Kinder jederzeit nachvollziehen können. Das stärkt ihr Recht darauf gehört zu werden, auf Beteiligung, und Beschwerde. Wie wirkungsvoll das Instrument ist, zeigt dieses Beispiel gelebter Partizipation und Selbstwirksamkeit: Ein Kind wünschte sich einen Ausflug ins Planetarium Hamburg. Aus diesem Wunsch entstand eine gruppenübergreifende Initiative. Die Kinder organisierten den Verkauf selbstgebastelter Dinge, führten Gespräche über Preise und Einnahmen und sammelten über Wochen das nötige Geld. Am Ende konnten sie ihren selbst geplanten Ausflug realisieren. 

    Auch im Alltag zeigt sich die Umsetzung der Kinderrechte: Kinder folgen drinnen und draußen ihren eigenen Ideen und Aufgaben. Die Fachkräfte stellen vielfältige Materialien, Spielzeuge, Medien und Naturerfahrungen bereit und schaffen Bedingungen, die zum Forschen, Ausprobieren und Verhandeln einladen. Regelmäßige Erkundungen der Umgebung, das Aufsuchen von Spielplätzen und Parks sowie die Verknüpfung von Innen- und Außenwelt fördern Bewegung, Selbstständigkeit und Entscheidungsfreiheit. So wird Kinderrechtebildung zu einem lebendigen Bestandteil des pädagogischen Alltags. 

    Übergang Kita–Grundschule 

    Die Kita bereitet die Kinder umfassend auf den Schulbesuch vor und orientiert sich an dem, was Kinder für einen gelungenen Übergang benötigen: Vertrauen, Neugier, Mut zum Fragenstellen, Umgang mit Unsicherheiten und das Bewusstsein für die eigenen Stärken. Die Schulvorbereitung ist eingebettet in alltägliche Situationen, Projekte und Erfahrungsräume, die Kindern Selbstvertrauen und Kompetenz vermitteln. 

    Ein zentrales Element der Übergangsgestaltung sind die vier Waldwochen pro Jahr, die jeweils zu einer anderen Jahreszeit stattfinden. In dieser Zeit verbringen die Vorschulkinder intensive Tage im Freien, entdecken Naturphänomene, lernen Risiken einzuschätzen, üben die Zusammenarbeit und stärken ihre motorischen Fähigkeiten. Die Natur dient als Lernraum, der Selbstwirksamkeit, das Problemlösen und Forschen fördert – Kompetenzen, die für den Schulstart von großer Bedeutung sind. 

    Darüber hinaus nehmen die Kinder von September bis Januar wöchentlich an zwei Unterrichtsstunden in der Grundschule teil. Die Deutschstunde wird von einer zukünftigen Lehrkraft gestaltet, die für dieses Kooperationsformat freigestellt ist. Anschließend findet das freiwillige Programm „Kindergartenkinder in die Schule“ statt, das spielerische Übergänge schafft. Die Kita organisiert zudem vorbereitende Elternabende, bei denen Erwartungen geklärt und Fragen beantwortet werden. Eltern berichten übereinstimmend, wie stark dieser abgestimmte Austausch ihren Kindern Sicherheit vermittelt und wie sehr er zur gelungenen Bewältigung des Übergangs beiträgt. 

    Politisches und fachpolitisches Engagement 

    Leitung und Team machen sich aktiv für bessere Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung stark. Sie scheuen sich nicht, politische Verantwortungsträgerinnen und -träger auf kommunaler und Landesebene anzusprechen, Missstände sichtbar zu machen und Verbesserungen einzufordern. Dieses Engagement ist im Alltag klar spürbar und wird von der gesamten Einrichtung getragen. 

    Die Kita initiierte eine öffentliche Demonstration und eine Podiumsdiskussion, die breite Aufmerksamkeit erzeugten und Eltern, Politik und Fachkräfte miteinander ins Gespräch brachten. Dadurch wurde deutlich, wie sehr die Kita sich als aktiver Teil eines gesellschaftlichen Diskurses versteht. Zusätzlich engagiert sich die Leitung in der „Vereinigung der Kita-Leitungen Schleswig-Holstein“, wo sie ihre fachliche Position einbringt: „Wir müssen deutlich machen: Kita betrifft uns alle, es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Diese Haltung zeigt, dass die Einrichtung strukturelle Herausforderungen nicht nur benennt, sondern aktiv an Lösungen mitwirkt. 

    Gezielte stärkenorientierte Förderung und Empowerment 

    Die Kita verfolgt einen konsequent stärkenorientierten Ansatz. Kinder sollen entdecken, was sie gut können, und dies weiter ausbauen. Die Fachkräfte dokumentieren und reflektieren individuelle Stärken systematisch und schaffen Lerngelegenheiten, in denen Kinder ihre Kompetenzen sichtbar zeigen. Ein zentrales Instrument ist die „Kompetenzsonne“: Gemeinsam mit dem Kind tragen Fachkräfte auf die Blütenblätter ein, was das Kind gut kann – vom Klettern über Fahrradfahren bis hin zu ersten schriftsprachlichen Fähigkeiten. Diese Visualisierung stärkt das Selbstbewusstsein und dient als Grundlage für weitere Förderprozesse. 

    Auch im Team steht Empowerment im Vordergrund. Belastende Situationen werden aktiv thematisiert und bearbeitet, um die pädagogische Qualität dauerhaft hochzuhalten. Mithilfe des Programms „Gut aufgehoben“ analysiert das Team seit 2023 Stress- und Überforderungssituationen und entwickelt alternative Handlungskompetenzen. Bereits 2022 wurde der Prozess angestoßen. Mitarbeitende verfügen über ein gemeinsames Codewort, das in Belastungssituationen genutzt wird, um Unterstützungsbedarf zu signalisieren. Auf Grundlage vielfältiger Methoden analysierten die Fachkräfte zentrale Alltagssituationen — etwa Essen, Sprache im Kita-Alltag oder das offene Konzept — aus verschiedenen Perspektiven. Durch Videoaufnahmen nach der Marte-Meo-Methode werden gelungene Interaktionen sichtbar gemacht und gestärkt; dies fördert die professionelle Selbstreflexion und Wertschätzung gegenüber der eigenen Arbeit. 

    Auch die Kinder werden im Bereich Abgrenzung und Selbstbehauptung gestärkt: Das Stoppsignal wird sowohl verbal als auch gestisch eingesetzt und gilt für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. So erleben Kinder, dass Grenzen geachtet werden und sie selbst Einfluss auf Situationen nehmen können.

  • AWO Kita Pfiffikus

    AWO Kita Pfiffikus

    AWO Kita Pfiffikus
    Finalist 2025

    Ort: Bernsdorf
    Bundesland: Sachsen
    Größe: 197 Kinder, 21 Mitarbeitende
    Träger: AWO Lausitz Pflege- und Betreuungs- gGmbH
    Unsere Stärke: Lernwerkstätten, Kita-Sozialarbeit, Kinder- und Elternrat, Einbindung in Sozialraum

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    Ob im Bauzimmer, in der Medienwerkstatt oder im Naschgarten – in der AWO Kita Pfiffikus können Kinder spielerisch ihre Stärken und Interessen entdecken. In Kinderinterviews erfragen die pädagogischen Fachkräfte die Wünsche der Kinder und lassen sie in die tägliche Arbeit einfließen. So entscheiden die Kinder selbst, was sie essen, mit wem sie den Tag verbringen, an welchen Projekten sie teilnehmen und wie ihre Räume gestaltet werden. Im Kinderrat werden Ausflüge geplant, Konflikte besprochen und gemeinsame Lösungen, wie beispielsweise eigene Streitregeln, entwickelt. Auch die Eltern bringen sich bei der Planung und Vorbereitung von Festen und Projekten mit ein. Eine Kita-Sozialarbeiterin unterstützt Familien bei bürokratischen Anliegen und sorgt für eine vertrauensvolle Begleitung. Als fest verankerter Teil der Nachbarschaft pflegt die Kita zahlreiche Kooperationen – vom Besuch im Pflegeheim über Filmprojekte mit dem Gesundheitszentrum bis zum Bildungsstammtisch, bei dem sich Fachkräfte aus allen Bildungsbereichen der Stadt austauschen und vernetzen. So wird die AWO Kita Pfiffikus zu einem Ort für gelebte Mitbestimmung und eine starke Gemeinschaft.