• Biosphärenkinder

    Biosphärenkinder

    Biosphärenkinder
    Finalist 2024

    Ort: Oberelsbach
    Bundesland: Bayern
    Handlungsfeld: Etablierung einer Bildungslandschaft, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Natur- und Heimaterfahrungen ermöglichen
    Aktiv seit: 1974
    Wirkungsradius: Landgemeinde
    Partner: Kommune, alle Bildungseinrichtungen im Ort, Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V., Umweltbildungsstätte Oberelsbach

    Kontakt: Markt Oberelsbach, Björn Denner (Erster Bürgermeister), rathaus[@]oberelsbach.de

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    Die Rhön bietet vielen Tieren und Pflanzen ideale Lebensbedingungen. Im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats liegt der Markt Oberelsbach. Damit sich die rund 300 Kinder der Gemeinde genauso wohlfühlen wie die heimische Flora und Fauna, vereint das Bündnis Biosphärenkinder die Lernangebote vor Ort. Die Fach- und Lehrkräfte der zwei Kitas, der Krippe, des Horts sowie der Grundschule tauschen sich täglich aus, um die Übergänge fließend zu gestalten und schon den Jüngsten ein naturnahes Aufwachsen zu ermöglichen. Das Mittagessen wird für alle Kinder in der lokalen Umweltbildungsstätte gekocht. Wo die saisonalen Bio-Produkte dafür herkommen, erfahren sie beim monatlichen Besuch auf dem Bauernhof. Bei regelmäßigen Waldtagen, selbst entwickelten Projekten im Biosphärenreservat, Ausflügen zu Imker oder Schäfer wachsen die Kinder weiter zusammen – und lernen viel über Themen wie Nachhaltigkeit und Artenschutz. So wird das ganze Dorf mitsamt seiner Umgebung zum Bildungsraum für Kinder.

  • Sprachkitabande

    Sprachkitabande

    Sprachkitabande
    Finalist 2024

    Ort: Hamburg
    Bundesland: Hamburg
    Handlungsfeld: Sprachliche und kulturelle Bildung, Multikulturalität, Integration, Elternbeteiligung
    Aktiv seit: 2016
    Wirkungsradius: Verschiedene Stadtteile
    Partner: Kindertagesstätten, Grundschulen, Bibliotheken, interkulturelle Zentren

    Kontakt: Sprachkitabande, c/o Caritasverband für das Erzbistum Hamburg e.V., Cordelia Schnell (Fachberatung), cordelia.schnell[@]caritas-im-norden.de

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    Die Kinder in Hamburg wachsen in Familien mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen und Bildungsressourcen auf. Für viele ist Eddi, der Steinpilz, ein treuer Weggefährte. Das Maskottchen der Sprachkitabande begleitet die Kinder aus 14 Sprach-Kitas überall in der Stadt in Geschichten, Liedern und auf gemeinsamen Ausflügen. Ob beim Theaterspielen, Laternenbasteln oder Betrachten der eigenen Werke im „Schatzordner“ – zusammen mit Eddi entdecken sie verschiedene Sprachen, Kulturen und die Natur ihres Lebensraums. Diese Erlebnisse ermutigen sie, sich aktiv zu beteiligen. Neben der Sprachentwicklung fördert das Bündnis so auch das Selbstwertgefühl und den Zusammenhalt der Jüngsten. Eltern und die Kita-Fachkräfte bringen sich ebenfalls ein: Sie teilen Geschichten und Bräuche aus ihren Kulturen und tragen damit zum besseren interkulturellen Verständnis bei. So sorgt ein kleiner Steinpilz dafür, dass sich die Kinder und ihre Familien in Hamburg willkommen und wohlfühlen.

  • Kindergarten Talstraße

    Kindergarten Talstraße

    Kindergarten Talstraße
    Preisträger DGB-Zusatzpreis 2024

    Ort: Fellbach
    Bundesland: Baden-Württemberg
    Größe: 82 Kinder, 16 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Fellbach
    Unsere Stärken: Werkstatt-Pädagogik, kindorientierter Alltag, Partizipation

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    Ein neues Kleid aus alten Stoffen nähen, den Weg von der Kartoffel zu Pommes verfolgen, Brötchen backen oder den Wald erkunden – so unterschiedlich kann ein Tag in der Kita Talstraße aussehen. Die Kita arbeitet mit der Werkstattpädagogik. Die Angebote orientieren sich dabei an den Stärken und Interessen der Kinder und pädagogischen Fachkräfte. Neben Werkstätten etwa zu den Themen Rollenspiel, MINT, Lesen und Schreiben gibt es eine Nähstube im Atelier und eine Bewegungswerkstatt. Die Kinder entscheiden jeden Tag aufs Neue, an welchen Angeboten sie teilnehmen und können eigene Ideen umsetzen, auch zusammen mit ihren Familienmitgliedern: Wenn die Uroma das Rezept für die weltbeste Tomatensuppe hat, nimmt die Urenkelin sie kurzerhand mit in die Kita und gemeinsam kochen sie für alle zu Mittag. So gestalten die Fachkräfte einen kindorientierten Alltag, in dem sich die Jüngsten entfalten und mit ihren Vorstellungen einbringen können. 

    Das sagt der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Zusatzpreis

    Die Kita überzeugt durch ihre konsequent gelebte Partizipation und Mitbestimmung im Team sowie die hohe Fachlichkeit. „Je mehr Beteiligung, desto besser“ ist das Leitprinzip für die Zusammenarbeit und das gemeinsame Handeln von Träger, Leitung und Fachkräften. Die vorhandenen Beteiligungsformate wie regelmäßige Teamsitzungen oder einrichtungsübergreifende Arbeitskreise werden von den Fachkräften, den Auszubildenden und vom Träger aktiv genutzt, um ihre Arbeit kontinuierlich zu reflektieren und weiterzuentwickeln. So wurden ein neues Handlungskonzept, Qualitätsstandards oder auch ein Leitbild und eine Vision für die pädagogische Arbeit entwickelt. Diese konsequente Beteiligung aller Beschäftigten in diesen Prozessen stärkt die pädagogische Qualität und die Identifikation mit der Arbeit und der Einrichtung.

    Durch flexible Arbeitszeiten und selbstbestimmtes Arbeiten wird den individuellen Bedürfnissen der Fachkräfte Rechnung getragen. Die dadurch mögliche eigenverantwortliche Planung der Vor- und Nachbereitungszeiten führt dazu, dass die Fachkräfte auch im eng getakteten Kita-Alltag auf ein gesundheitsförderliches Arbeitsverhalten achten können. Hierfür stellt der Träger den Fachkräften zusätzlich ein Zeitkontingent zur Verfügung, das über das gesetzliche Maß hinausgeht.

    Durch das Konzept der Werkstattpädagogik können die Fachkräfte ihre eigenen Ideen und Stärken einbringen und ihr tägliches Arbeitsfeld aktiv gestalten. Ein vielfältiges Fortbildungsprogramm und die Begleitung durch die Fachberatung erhöhen die Motivation der Fachkräfte, sich auch neuen pädagogischen Aufgaben und Anforderungen im Alltag zu stellen.

    Die Kita Talstraße zeigt sehr eindrucksvoll, dass sich gelebte Partizipation und Mitbestimmung außerordentlich positiv auf die Arbeitszufriedenheit, Gesunderhaltung und Motivation der Beschäftigten auswirken und das Gemeinschaftsgefühl deutlich stärken.

  • Kita St. Hedwig

    Kita St. Hedwig

    Kita St. Hedwig
    Finalist 2024

    Ort: Karlsruhe
    Bundesland: Baden-Württemberg
    Größe: 60 Kinder, 10 Mitarbeitende
    Träger: kath. Gesamtkirchengemeinde Karlsruhe
    Unsere Stärken: Partizipation, Kinderrechte, Förderung Selbstwirksamkeit

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    In der Katholischen Kita St. Hedwig bauen die Kinder in der „Babbelrunde“ Freundschaften auf und die Eltern lernen sich beim „Spielplatzgeplauder“ kennen. Gemeinsam wird geputzt, aufgeräumt, repariert und gegärtnert. Das Wir-Gefühl ist hier besonders wichtig. Die Kita in der Karlsruher Waldstadt hat sich im vergangenen Jahr neu erfunden. Die Kinder sollen im Kita-Alltag so viel wie möglich selbst bestimmen und den eigenen Interessen nachgehen. Wenn beim Frühstück im Garten der Specht trommelt, kommen ihnen tausend Fragen: Hat der Specht Kinder? Kommt er auch bei Regen raus? Welche Bäume mag er? Die Antworten finden die Kinder selbst. So wird in Büchern gewälzt und im Wald der echte Vogel beobachtet. Müssen muss hier aber niemand etwas. Es gibt Kindersprecher*innen und eine Kinderkonferenz mit der Kita-Leitung. Dabei werden sie zu selbstbewussten Persönlichkeiten, die ihren eigenen Weg gehen, und lernen für sich selbst zu sorgen. 

  • Kita Diespeck

    Kita Diespeck

    Kita Diespeck
    Finalist 2024

    Ort: Diespeck
    Bundesland: Bayern
    Größe: 227 Kinder, 38 Mitarbeitende
    Träger: Evang. Luth. Kirchengemeinde Diespeck
    Unsere Stärken: Offene Arbeit, Reggio-Pädagogik, Situationsansatz

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    Wenn Erwachsene sich auf Kinder einlassen, entstehen wunderbare Dinge. Wie in der bayerischen Kita Diespeck. Kinder im Alter von sechs Monaten bis zum Ende der Grundschulzeit werden hier in ihrer Entwicklung begleitet. Täglich erleben sie Abenteuer – ob im Wald, auf Entdeckungstour mit dem digitalen Mikroskop oder auf Exkursion zum örtlichen Baustoffhandel. Wohin es geht, entscheiden sie selbst. Das Projekt des Sand- und Matschbereichs in Form eines Piratenschiffes zeigt, dass die Kinder das Sagen haben: Sie informierten sich im Vorfeld über Piraten und ihre Schiffe, skizzierten ihre Ideen und besorgten die Baumaterialien. Zur Finanzierung ihres Projekts schrieben sie einen Brief an den Bürgermeister. Mit Erfolg: Zum Schluss bauten sie gemeinsam mit Eltern und Großeltern ihr Traumschiff. Die Entwicklung der Kinder wird in Portfolio-Ordnern dokumentiert. So bleiben die vielen Kita-Abenteuer eine Erinnerung für das Leben.

  • Kita Regenbogen

    Kita Regenbogen

    Kita Regenbogen
    Dritter Platz 2024

    Ort: Ortrand
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 193 Kinder, 30 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Ortrand
    Unsere Stärke: MINT-Förderung, Partizipation, Institutionsübergreifende Bildung, Erziehungspartnerschaften

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    In der südlichsten Stadt Brandenburgs kooperieren Kita, Grund- und Oberschule auf einem Gelände, um junge Menschen von der Krabbelgruppe bis zum Berufseinstieg zu fördern. Teil des Ortrander Bildungscampus ist die Kita Regenbogen. In verschiedenen Funktionsräumen können hier schon die Jüngsten spielerisch forschen und lernen. Ob mit selbstgebauten Raketen oder unterm Mikroskop die Wunder der Natur entdecken – ausschlaggebend sind immer die Interessen der Kinder. Wenn die etwa für die Feuerwehr brennen, werden gemeinsam Ideen gesammelt und in die Tat umgesetzt: So sind einige Kinder der Jugendfeuerwehr beigetreten, haben mit den Fachkräften und Eltern eine eigene Feuerwehr auf dem Kita-Spielplatz gebaut oder gelernt, Kerzen und Lagerfeuer sicher anzuzünden. Ihre Ideen und Wünsche diskutieren sie im Kinderrat. Weitreichendere Fragen oder Sorgen bringen die Kinder auch in die eigens eingerichtete Sprechstunde beim Bürgermeister ein. So erleben sie von Anfang an, dass ihre Meinung zählt.

    Das sagt die Jury

    Das Team gestaltet den Sozialraum aktiv mit. Die enge Zusammenarbeit auf dem Bildungscampus und mit der Grundschule gehört genauso zum Alltag wie gemeinsame Angebote mit Vereinen oder eine Kindersprechstunde beim Bürgermeister. Die Strukturen innerhalb der Kita passen die Fachkräfte kontinuierlich an die Bedürfnisse aller Beteiligten an. Dabei beziehen sie die Familien ein oder holen benötigte Therapieangebote direkt in die Kita. So baut das Team Barrieren ab und ermöglicht allen Kindern Teilhabe. Zudem setzen sich der Träger und die Kita-Leitung beispielhaft dafür ein, dass sich alle Mitarbeitenden fachlich und persönlich weiterentwickeln können. So werden die Potenziale der Fachkräfte ausgeschöpft und Perspektiven geschaffen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Kita legt großen Wert auf die Kooperationen mit Vereinen des Sozialraumes und deren Weiterentwicklung. Die Zusammenarbeit mit Sportvereinen stärken das Gemeinschaftsgefühl und vermitteln den Kindern soziale Kompetenzen. Die Stadtverwaltung versucht mit einem qualitativen pädagogischen Angebot Familien anzusprechen, zu binden und neue Familien zu erreichen. Die Kita Regenbogen ist Teil eines Bildungscampus als Stadtentwicklungsstrategie, welcher ein großer Gewinn für den Sozialraum ist. Durch die enge Zusammenarbeit im Netzwerk des Bildungscampus und die Integration in die lokale Gemeinschaft sensibilisiert die Kita die Familien und das Umfeld für die Bedeutung inklusiver und partizipativer Ansätze in der frühkindlichen Bildung. Durch kurze Wege zum Bürgermeister und eine von ihm eingerichtete Kindersprechstunde haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Ideen und Wünsche im Sozialraum einzubringen. Die Kita ergreift die Initiative für Aktivitäten, die allen Kindern den Übergang erleichtern.

    Die Kita kooperiert mit den vielen Vereinen in der Region. Sie machen Angebote in der Kita, wie Schach oder das Spielen von Gesellschaftsspielen mit ehrenamtlichen Senior*innen. Der Sportverein stellt regelmäßig die Sporthalle zur Verfügung. Es gibt Besuche in der Grundschule und gegenseitige Unterstützung bei Raumknappheit, so konnte eine Flexklasse der Grundschule bereits ihren Unterricht in den Räumen der Kita durchführen. Familien erleben, dass die Kita niedrigschwellig Unterstützungsangebote organisiert. Neben der Krabbelgruppe für junge Familien mit Kindern, die noch nicht in der Kita sind, finden auch andere Unterstützungsangebote ihren Raum in der Einrichtung. Hierzu gehört ein Elternkurs zum Thema Bewegung und Musik. Einige Ergotherapeut*innen kommen in die Kita, um mit den Kindern therapeutisch zu arbeiten.

    Der engagierte Träger sorgt für Wohlbefinden und gute Arbeitsbedingungen in der Kita Regenbogen, hierzu zählen auch Möglichkeiten zur Spezialisierung für die Fachkräfte. Die Fachkräfte schätzen die Förderung ihrer individuellen Schwerpunkte sowie Stärken und die fachlichen Weiterentwicklungen durch die Leitung und den Träger. Die Fachberatung des Landkreises begleitet die Kita regelmäßig bei der Entwicklung und Evaluation des Qualitätshandbuchs. Ein gemeinsames fachliches Zukunftsthema sehen Leitung und Team in der Weiterentwicklung der Kita zur Konsultations-Kita des Landes Brandenburg. „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ sind für den Träger und die Kita weitere Zukunftsthemen. Auf eine gute und vor allem lösungsorientierte Zusammenarbeit von Trägervertreter*innen und Leitungen legen Leitung und Team sehr viel Wert.

    Neben der kontinuierlichen jährlichen Selbstevaluation im Rahmen des Qualitätshandbuchs, betrachtet das Team sein Konsultationsangebot für andere Kitas als eine weitere Möglichkeit der eigenen Qualitätsentwicklung. Sowohl die Vorbereitung auf die Konsultation als auch den Austausch mit anderen Einrichtungen sehen sie hier als Gewinn.

    Die Partizipation von Kindern und Eltern ist in der Kita gleichermaßen bedeutsam. Die Fachkräfte haben die Situationen des Essens, der Pflege, des Anziehens und Schlafens so gestaltet, dass sich die Kinder selbstbestimmt einbringen können. Durch die Stiftung „Kinder forschen“ werden hier die MINT-Fächer gestärkt und alle Kinder erfahren eine naturwissenschaftliche Grundbildung. Es ist den Fachkräften wichtig, Kindern mit Behinderungen diese Entscheidungsmöglichkeiten in gleicher Weise zugänglich zu machen. Jedes Kind hat das Recht, ein Kind unter Kindern zu sein. Zudem prüfen die Pädagog*innen immer wieder, ob die Strukturen für alle Kinder geeignet sind und passen sie bei Bedarf an. Familienergänzend ermöglicht die Kita, dass Therapeut*innen die Kinder in der Kita behandeln. Eltern haben so nach der Arbeit keine langen Wege und die Therapeut*innen können ihre Tätigkeit weiterhin im Sozialraum anbieten. Das Team ist zudem kreativ beim Abbau von Sprachbarrieren im Kontakt mit Eltern.

    Das Team hinterfragt Regeln bewusst auf Sinnhaftigkeit. Es ist den Fachkräften wichtig, Beschwerden der Kinder mit ihnen zu diskutieren und neue Regeln zu finden. Die Kita hat dazu ein strukturiertes Beschwerde- und Feedbackverfahren etabliert und Kinder erleben, dass sie über sich bestimmen und ihre Wünsche geachtet werden. Neben dem Kinderrat und den Themenkreisen (Bezugsfachkräfte kommen dort mit den Bezugskindern zusammen und die Kinder bringen auf dieser Ebene ihre Themen ein) sind die regelmäßige Kindersprechstunde beim ehrenamtlichen Bürgermeister des Ortes Teil der strukturell verankerten Beteiligung in der Kita. Der Kita-Ausschuss ist paritätisch besetzt und zu bestimmten Themen wird auch ein Mitglied des Kinderrats eingeladen.

    Ein Kind, das gravierende gesundheitliche Einschränkungen hat und besondere hygienische Bedingungen in Kita und Schule braucht, wurde aufgenommen und es wurde eine eigene Toilette eingerichtet, um die Hygiene zu garantieren, die es braucht. Die Kita Regenbogen stellte sich dieser Herausforderung mit großem Engagement und Hilfsbereitschaft.

  • Kinderland Fantasia

    Kinderland Fantasia

    Kinderland Fantasia
    Finalist 2024

    Ort: Roskow OT Weseram
    Bundesland: Brandenburg
    Größe: 43 Kinder, 9 Mitarbeitende
    Träger: Kinderförderverein WIR e.V.
    Unsere Stärken: Offene Arbeit, Ansatz der Psychomotorik, Förderung Selbstwirksamkeit

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    Im Weseramer Kinderland Fantasia ist der Name Programm: Das multiprofessionelle Team – die Expertise reicht von Yogamotoriker*innen bis zum Steinmetz – bietet den Kindern jeden Tag die Möglichkeit, kreativ zu sein und sich als selbstwirksam zu erleben. Ob beim wöchentlichen Waldtag, beim Tüfteln auf der Bewegungsbaustelle oder beim Musizieren – im Mittelpunkt steht immer das Kind mit seinen Bedürfnissen und Interessen. Bei ihrem Angebot setzt die Kita auf die Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft. So ist eine einwöchige Reise zum Bauernhof Käthe fester Bestandteil des Kita-Jahres und in der örtlichen Sporthalle wird spielerisch – im Sinne der Psychomotorik – die kindliche Entwicklung gefördert. Die Kita versteht sich aber auch selbst als Ort, dessen Türen für alle offen steht: In der „Kiez-Kita“ können sich Familien beraten lassen, Ideen einbringen, eigene Feste feiern. Und nach Feierabend ist das Kita-Gelände weiter für alle zugänglich, die Freude am Spielen haben.

  • Die Gipfelstürmer vom Sportpark Kreideberg

    Die Gipfelstürmer vom Sportpark Kreideberg

    Die Gipfelstürmer vom Sportpark Kreideberg
    Finalist 2024

    Ort: Lüneburg
    Bundesland: Niedersachsen
    Größe: 74 Kinder, 30 Mitarbeitende
    Träger: MTV Treubund SportKita gGmbH
    Unsere Stärken: Bewegung und Vereinssport, Sozialraumorientierung, Situationsorientierter Ansatz

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    Bei den Gipfelstürmern vom Sportpark Kreideberg in Lüneburg steht der Beziehungsaufbau zu den Kindern von Beginn an im Fokus: Schon vor der Eingewöhnung besucht sie eine Fachkraft – mit einem Bilderbuch, einer Einladung zum Familien-Picknick sowie der Aussicht darauf, bald die Kita-Schildkröten kennenzulernen. Um den Kindern vielfältige Sport- und Bewegungsangebote machen zu können, kooperiert die Kita mit dem benachbarten Sportpark. Schon die Jüngsten bestimmen selbst, womit sie sich beschäftigen, wann sie essen und schlafen oder wer ihre Bezugsperson ist. Und auch den Tagesablauf und die Gruppenregeln gestalten die Kinder mit. Als ein mitgebrachter Zeitungsartikel über eine gestohlene Spendenbox für einen Haustierzoo große Emotionen auslöste, wurden die Fragen der Kinder zu Diebstahl und „Richtig oder Falsch“ ausführlich thematisiert. So geht das Team stets einfühlsam auf die Sorgen und Vorschläge der Kinder ein.

  • Kita Regenbogenland

    Kita Regenbogenland

    Kita Regenbogenland
    Erster Platz 2024

    Ort: Rötha
    Bundesland: Sachsen
    Größe: 121 Kinder, 32 Mitarbeitende
    Träger: Stadtverwaltung Rötha
    Unsere Stärke: Inklusion, Situationsansatz, Partizipation Kinder und Eltern

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    Können Feuerwanzen schwimmen? Das dürfen die Kinder der Kindertagesstätte Regenbogenland in Rötha, einer Kleinstadt südlich von Leipzig, selbst austesten – solange die Tiere nicht in Gefahr geraten. Konflikte selbst lösen? Auch das wird gefördert: im „Kinderkrisenteam“. Eigeninitiative und Selbstbestimmung sind seit dem Wechsel der Einrichtung zum offenen Konzept in den Vordergrund gerückt. So entscheiden die Kinder selbstständig, ob sie in einen Themenraum, in den Wald oder einkaufen gehen wollen. Die Fachkräfte der inklusiven Kita gehen sensibel auf Schlüsselmomente und das individuelle Entwicklungstempo der Jüngsten ein. Mit Plakaten, Dolmetschenden und einer App ermuntern sie die Familien in ihrer Vielfalt zum Mitgestalten der Kita-Gemeinschaft. So erleben die Kinder von Anfang an, wie bereichernd es ist, verschiedene Hintergründe, Bedürfnisse, Fähigkeiten und Meinungen zu haben.

    Das sagt die Jury

    Besonders überzeugt hat die Jury, wie das Team den pädagogischen Alltag gestaltet – orientiert an den Interessen der Kinder und Bedürfnissen der Familien. Wichtige Anliegen werden in der gesamten Gemeinschaft besprochen. Auch die Kritischen – auf ein lautes Signal hin kommen dazu zum Beispiel alle in „Kinderkrisenteams“ zusammen. Chancengerechtigkeit wird in der Kita großgeschrieben. Das Team hilft den Familien bei bürokratischen Hürden oder organisiert fehlende Schultüten für Kinder. Bei Bedarf erhalten Kinder auch Therapieangebote wie Logopädie oder Ergotherapie in den Räumen der Kita. Besonders beeindruckt hat die Jury auch die Umstellung auf die offene Arbeit, bei der das Team die Familien schrittweise mitnahm und den Eltern Hospitationen in der Kita anbot. Die Jury zeigte sich fasziniert von der Offenheit im Team, die eigene Arbeit zu reflektieren und gemeinsam neue Lösungen zu finden. Die Kita kann sich dabei der Unterstützung durch ihren Träger gewiss sein. Die Kita versteht sich als aktiver und integraler Teil der Stadt und öffnet sich in den Sozialraum. Es bestehen feste Kooperationen mit anliegenden Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Mehrgenerationenhaus oder der Grundschule. Die Jury lobt die enge Begleitung der Kinder beim Übergang in die Grundschule. Mehrmals besuchen die älteren Kinder die Grundschule und lernen dabei Lehrkräfte, Mitschüler*innen und Umgebung kennen.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Um die Qualität der Einrichtung kontinuierlich weiterzuentwickeln, hat das Team eine bemerkenswerte Haltung in Bezug auf Reflexionsstrukturen und Lösungsbereitschaft entwickelt. In einem kontinuierlichen Veränderungsprozess hin zur offenen Arbeit konnte sich die Kita seit 2017 mit viel Energie und intensiver Evaluation weiterentwickeln. Hierbei ist die partizipative Haltung der Leitungen hervorzuheben: Kinder, Familien und die Fachkräfte wurden sensibel und transparent in den Umstellungsprozess einbezogen. Das Team nahm die Familien bei der Umstellung auf die offene Arbeit Schritt für Schritt mit, indem erst ein offener Freitag angeboten und dann die offenen Tage immer mehr ausgeweitet wurden. Zudem wurden die Familien zu Hospitationen im Kita-Alltag eingeladen.

    Das Team der Kita Regenbogenland evaluiert die eigene pädagogische Arbeit regelmäßig und systematisch mit Blick auf Verbesserungen, ist wissbegierig und engagiert in Sachen Fort- und Weiterbildungen, aber auch stets interessiert am individuellen Kind und seiner aktuellen Situation. Darüber hinaus achten auch die Fachkräfte auf ihre persönlichen Grenzen und unterstützen und entlasten sich in herausfordernden Situationen gegenseitig.

    Die Zusammenarbeit mit Eltern gestaltet das Team äußerst transparent, konstruktiv und vertrauensvoll und ermöglicht Eltern viel Einblick in den Alltag ihrer Kinder, etwa durch Hospitationen der Familien und ein aktives Nutzen der Kita-App. Die Kindertagesstätte unterstützt Familien zudem in herausfordernden Situationen mit dem Ziel der Teilhabe aller Kinder am Kita-Geschehen.

    Die Pädagog*innen sind aufmerksam für individuelle und soziale Unterschiede. In Bezug auf Familien, die in Armut leben, waren sie mit dem Caterer im Austausch und erhalten nun statt der süßen Nachspeisen Obst und Gemüse. Damit ist eine gesunde Ernährung, unabhängig vom Einkommen der Familien gewährleistet. Das Team unterstützt Familien auch im Alltag, beispielsweise bei der Suche nach Kinderwagen, der Organisation einer Schultüte oder bei Antragstellungen. Therapieangebote wie Logopädie oder Ergotherapie finden in den Räumen der Kita statt. Zudem schließen sich Pädagog*innen mit heilpädagogischer Zusatz- oder ähnlicher Qualifizierung zu Integrationsteams zusammen und haben so einen ganzheitlichen Blick auf das Kind. Sie legen Förderpläne sowie Ziele fest und nutzen ressourcenorientierte Methoden zur Umsetzung. Sie treffen sich, um über die Aktivitäten und Partizipation von Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu sprechen.

    Des Weiteren werden bedarfsgerechte Öffnungszeiten angeboten. Die Kinder profitieren so von einer verlässlichen Betreuung, bei der ihre individuellen Bedürfnisse und unterschiedlichen Lebenswelten respektiert werden.

    Die Kita Regenbogenland nutzt aktiv eine Kita-App. Mithilfe von Tablets kann jede Fachkraft auf die App zugreifen, spezifische Hinweise mitteilen oder im Kita-Chat schreiben. Ein Teil der Dokumentation wird über die Tablets geführt, sodass jede Fachkraft jederzeit zu jedem Kind auskunftsfähig ist. Im „Forscherraum“ können auch die Kinder täglich Tablets nutzen.

    Das ehrliche Interesse der Fachkräfte für die Themen der Kinder und die transparente und familiennahe Gestaltung des pädagogischen Alltags zeichnen diese Einrichtung besonders aus. Insgesamt schafft die Kita ein einladendes und unterstützendes Umfeld, in dem Kinder wertgeschätzt und zur aktiven Mitgestaltung ihres Alltags ermutigt werden. Das Bewusstsein für partizipative Bildungskonzepte wird gestärkt, indem die Einrichtung aktiv demokratische Werte fördert und den Beschwerden der Kinder einen Raum gibt. In der Kita werden ihre Stimmen gehört und Partizipation gelebt. Zudem erfahren sie sowohl in strukturiertem Rahmen als auch im Alltag, dass ihre Äußerungen eine Wirkung haben und sie vielfältige Anregungen für ihre Bildungsprozesse erhalten. Es gibt Kinderkonferenzen sowie ein nach Bedarf einberufenes Kinderkrisenteam: hier werden wichtige Anliegen mit der gesamten Gemeinschaft besprochen und gemeinsam Lösungen gesucht. In den Morgen- und Reflexionskreisen werden Kinder ermutigt, von ihrem Tag zu erzählen oder auch zu sagen, was gut oder nicht gut war. Zusätzlich hängt im Eingangsbereich ein Sorgenfresser, in dem die Anliegen der Kinder gesammelt werden.

    Die Pädagog*innen planen Unternehmungen und Projekte eng entlang der Fragen der Kinder bzw. der wahrgenommenen Beobachtungen der Fachkräfte. Das „Dino-Projekt“ wurde beispielsweise auf Grundlage der Beobachtungen von Fachkräften entwickelt. In mehreren Gesprächen ging es um Dinosaurier. Dabei interessierten sich die Kinder vor allem für die Skelette und deren Ausgrabung. Es wurden Dinosaurierknochen aus Salzteig hergestellt, im Sand vergraben und die Kinder konnten Archäolog*innen spielen. Pädagog*innen nutzen zudem unterschiedliche Beobachtungsverfahren und greifen die Interessen, Fragen und Ideen von Kindern aufmerksam auf. So werden auch herausfordernde Themen wie das Thema Tod sensibel und kindnah besprochen.

    Die Kita versteht sich als aktiver und integraler Teil der Stadt und öffnet sich in den Sozialraum. Mit der benachbarten Kita gestaltet die Einrichtung gemeinsam Ausflüge. Mit Unterstützung des Fördervereins organisieren sie verschiedene Feste und Aktionen. Es bestehen feste Kooperationen mit anliegenden Einrichtungen, welche von der Kita aktiv geknüpft werden – wie z.B. dem Mehrgenerationenhaus, der Kinderkrippe sowie einer nahegelegenen Kita. Alle Angebote beispielsweise im benachbarten Mehrgenerationenhaus dienen dazu, dass sich Bewohner*innen des Ortes begegnen können. Die Jury überzeugt zudem die hervorragende und enge Begleitung der Kinder beim Übergang in die Grundschule. Mehrmals besuchen die Kitakinder die Grundschule und lernen dabei schon Klassenlehrkräfte, Mitschüler*innen und die Umgebung kennen. Für die Besuche kooperiert das Team auch mit der benachbarten Kita, damit sich die Kinder kennenlernen können, die später gemeinsam die Grundschule besuchen werden.

    Es herrscht eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Träger, welcher der Kita notwendige Ressourcen und Freiräume bereitstellt und sich auch über die Grenzen der Kommune hinweg für Belange von Kindern und Familien einsetzt.

  • Kita am Sommerbad

    Kita am Sommerbad

    Kita am Sommerbad
    Zweiter Platz & Preisträger ELTERN-Sonderpreis 2024

    Ort: Greiz
    Bundesland: Thüringen
    Größe: 84 Kinder, 18 Mitarbeitende
    Träger: Stadt Greiz
    Unsere Stärke: Teilhabe, Inklusion, Chancen für alle, bedarfsorientierte Angebote für Familien

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    Mehr Informationen

    In der Greizer Kita am Sommerbad begegnen sich Jung und Alt auf Augenhöhe und gemeinsam erstellte Regeln gelten gleichermaßen für alle. Nach dem offenen Konzept können die Kinder ihren Tag frei gestalten: So verwandeln sich die Kita-Räume auf Wunsch in einen Bewegungsparcours oder in Kino und Bettenlager für eine Übernachtungsparty. Möchten die Kinder schwimmen, macht der eigene Eingang zum benachbarten Sommerbad das auch spontan möglich. Als Thüringer Eltern-Kind-Zentrum heißt die Einrichtung Familien in all ihrer Vielfalt willkommen. Eltern können ihre Kinder jederzeit bringen und abholen, sich auf der Kommunikationsinsel kennenlernen, in der Bibliothek stöbern oder im Geben-und-Nehmen-Regal alte Schätze neu entdecken. Das Team vermittelt Familien mit Fluchterfahrung schnell einen Kita-Platz und Deutschkurse. Viele dieser Angebote entstehen, weil die Fachkräfte halbjährlich die Bedarfe und Lebensbedingungen vor Ort analysieren: So wissen sie genau, was die Greizer Familien brauchen.

    Das sagt die Jury

    Die Fachkräfte begegnen Kindern und Familien diversitätssensibel und leben eine konsequent inklusive Haltung. Die Einrichtung wirkt mit Unterstützungsangeboten weit in den Sozialraum hinein und ist ein wichtiger Ankerpunkt für Familien. Die Fachkräfte helfen bei bürokratischen Hürden, übersetzen und beraten. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie das Team auf Herausforderungen reagiert. Seien es kreative Antworten bei der Raumgestaltung oder spezielle Fortbildungen der Mitarbeitenden, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder zu begegnen – die Fachkräfte finden stets innovative Lösungen. Kinder erfahren sich als Individuen, die respektiert und gehört werden. Im Kinderrat oder bei der Gestaltung des Tages bestimmen sie aktiv mit.

    Die Begründung unserer Jury in voller Länge

    Die Kinder der Kita am Sommerbad werden in ihren Stärken gesehen und gefördert. Sie erfahren sich als Individuen, die respektiert, wertgeschätzt und gefragt werden. Sie erleben Vielfalt und demokratische Entscheidungsfindungen und stärken ihr Selbstbewusstsein durch stetige Erfolgserlebnisse bei ihrem eigenverantwortlichen Handeln. Kinder erfahren weitreichende Beteiligungsmöglichkeiten und erleben, dass Ihre Stimme gehört wird. So findet beispielsweise ein wöchentlich tagender und stets gut besuchter Kinderrat statt, die Teilnahme daran ist freiwillig und die Kinder werden eingeladen, ihre Wünsche und Beschwerden zu formulieren und ggf. dem Leitungsteam mitzuteilen. Protokolle jedes Kinderrates werden direkt im Anschluss im Flur der Kita ausgehangen und sind für alle einsehbar. Die Tür des Leitungsbüros steht den Kindern offen und sie sind eingeladen, ihre Anliegen dort mitzuteilen. Die Kinder der Kita am Sommerbad entscheiden täglich neu, ob sie an sommerlichen Vormittagen mit in das direkt benachbarte Sommerbad zum Planschen gehen möchten, zu welchem die Kita jederzeit Zugang hat oder lieber das großzügige Außengelände der Kita erkunden.

    Durch die Arbeit im offenen Konzept mit altershomogenen Gruppenstrukturen gelingt es, dass Kinder gleichzeitig Freiraum und Sicherheit erfahren – ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen.

    In der Kita am Sommerbad beeindruckte die Jury, wie die Fachkräfte es schaffen, jeder Herausforderung mit einer kreativen, innovativen und passgenauen Lösung zu begegnen. Sind es die schwierigen und sehr kleinen Räume der Kita oder die hohe Anzahl von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf oder Fluchterfahrung; die Kita sucht proaktiv und in hoher Eigeninitiative nach Wegen, um sich den Herausforderungen zu stellen und gute Lösungen für alle zu finden. Um auf die hohe Anzahl von Kindern mit Fluchterfahrung zu reagieren, haben etwa alle Mitarbeitenden eine Fortbildung zum Thema „Trauma und Traumafolgestörungen“ absolviert. In den letzten Jahren haben sich außerdem mehrere Pädagog*innen zu Heilpädagog*innen weitergebildet: „Um Barrieren abbauen zu können, ist es wichtig, dass wir Kinder mit Förderbedarf zügig erkennen und sie bei Bedarf alltagsintegriert begleiten“. Um Eltern in allen Lebenslagen zu unterstützen, bietet die Kita in ihren Räumen etwa kostenfreie „Starke Eltern-Starke Kinder“-Kurse an. Und ein Schreiner aus dem Nachbarort unterstützt die Kita ehrenamtlich und fertigt individuell passgenau geschreinerte Möbel an, um die kleinen Räume sinnvoll nutzbar zu machen.

    Die engagierten und kultursensiblen Fachkräfte legen besonderen Wert auf vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in einem herausfordernden Sozialraum.

    Die Fachkräfte der Kita gehen respektvoll, wertschätzend und armutssensibel auf Familien zu und sorgen dafür, dass die Kita sich zu einem wichtigen Ankerpunkt für die Eltern und Familien entwickelt hat. Sie zeigen im Umgang mit den Kindern und Familien eine hohe Diversitätssensibilität und eine konsequent inklusive Haltung, die soziale, ethische, kulturelle und individuelle Unterschiede achtet, ohne zu bewerten. Kinder und Familien dürfen hier so sein, wie sie sind.

    Die Kita setzt ein klares Zeichen gegen Rassismus und vermittelt Werte wie Respekt und Toleranz, wodurch ein inklusives und unterstützendes Umfeld geschaffen wird. Die Pädagog*innen sind aufmerksam für (Sprach-) Barrieren und bauen diese ab, um alle Eltern miteinzubeziehen. So wurde das Willkommensbuch der Kita, das Familien über Abläufe in der Kita informiert, mit Hilfe einer Muttersprachler*in ins Arabische übersetzt. Im Alltag arbeiten die Pädagog*innen mit Übersetzungs-Apps, Piktogrammen und nehmen sich vor allem viel Zeit für Anliegen, Bedarfe und Erklärungen über Sprachgrenzen hinweg. Mit dem warmherzig gestalteten „Eingangstresen“ und der zuständigen Fachkraft ist die Kita in vielen Belangen als Ansprechpartnerin für die Familien da. Die Fachkräfte helfen Eltern beim Beantragen finanzieller Mittel, z.B. für das Bildungs- und Teilhabepaket für Essen und Ausflüge. Sie versuchen zu helfen, bevor Schulden aufgebaut werden. Sie reden mit den zuständigen Ämtern, fragen nach dem Stand der Bearbeitung, übersetzen und beraten.

    Es gibt vielfältige, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für die Familien der Kita und des Sozialraums, auch Ehemalige sind in der Kita am Sommerbad willkommen. Die Vernetzung im Sozialraum ist vielfältig und eigene Angebote werden bedarfsorientiert gestaltet. Die Pädagog*innen kennen die Lebenslagen der Kinder und ihrer Familien sehr gut, was ihnen ermöglicht, ihre Angebote gezielt an den Bedürfnissen der Familien auszurichten. Die Kita führt in hoher Eigeninitiative Angebote für den gesamten Sozialraum durch, für die sie einen Bedarf wahrnimmt. Des Weiteren versteht sich die Kita als aktiver Bestandteil des Sozialraums und organisiert verschiedene Gemeinschaftsaktionen, darunter Wettbewerbe und Veranstaltungen für Familien. Zusätzlich bieten sie praktische Unterstützung, wie die Bereitstellung von Ressourcen wie Kleidung und Bücher. Es gibt ein gut genutztes Verschenke-Regal sowie ein Bücher-Ausleih-Regal im Eingangsbereich der Kita. Die Kita engagiert sich aktiv im Netzwerk „Migration und Inklusion“, um sich mit anderen Institutionen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.     

    Eltern sind jederzeit eingeladen, in der Kita zu verweilen. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Eltern entgegenzukommen, gibt es keine festen Bring- und Abholzeiten. Auf der Kommunikationsinsel im Garten der Kita können Eltern bei einem Kaffee jederzeit mit Fachkräften ins Gespräch kommen. Die Perspektive der Eltern wird außerdem in regelmäßigen Gesprächsrunden, sogenannten „Spinn-Cafés“ eingeholt.