AWO Kita Rödgen

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

AWO Kita Rödgen
Zweiter Platz 2022

Ort: Gießen
Bundesland: Hessen
Größe: 70 Kinder, 14 Mitarbeitende
Träger: AWO Gießen
Unsere Stärke: Selbstbestimmung der Kinder, Naturpädagogik, digitale Bildung

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Mit Schafen kuscheln, im Wald spielen oder Rote Bete ernten – in der AWO Kita Rödgen erkunden Kinder die Natur auf vielfältige Art und Weise. Und das nur fünf Kilometer vom Gießener Stadtzentrum entfernt. Kinder sind die Akteur:innen und entscheiden über ihr Tun. Wo möchten sie Mittag essen, wo ihre Zeit verbringen – in den Räumen der Kita oder draußen? Vor allem während der Pandemie machen Ausflüge in die Natur den Kita-Alltag erst möglich. Auch im Bereich des Digitalen ist die Kita Vorreiterin: Kinder gehen mit Tablets auf Entdeckungsreise und lernen so den bewussten Umgang mit neuen Medien. Mitarbeitende können per Videochat an Besprechungen teilnehmen, über die App den Dienstplan abrufen und die Eltern mit Informationen versorgen. In den letzten zwei Jahren haben die pädagogischen Fachkräfte vor allem eins gelernt: Wenn die Umstände unsere Arbeit, wie wir sie kennen, nicht zulassen, dann machen wir es eben anders!

Das sagt die Jury

Der Innenbereich, der Kita-Garten und der Bauwagen sind drei verschiedene Lernorte, die pädagogisch gekonnt miteinander verknüpft werden. Die Kinder können selbst entscheiden, wo sie die Woche verbringen wollen. Die Gießener Einrichtung legt Schwerpunkte auf Naturpädagogik und Digitalisierung. Besonders beeindruckt hat die Jury die kindorientierte Arbeit der AWO Kita Rödgen: Kinder werden hier als eigenständige und kompetente Menschen betrachtet, die durch impulsgebende und vielfältige Lernorte selbstbestimmt und vertieft ihren Interessen nachgehen können. 

Die Begründung unserer Jury in voller Länge

Der Gießener Einrichtung gelingt die Verknüpfung verschiedener Lernorte: Die drei impulsgebenden Lernorte (Innenbereich, Außenbereich, Bauwagen) sowie die Kombination der Schwerpunkte Naturpädagogik und Digitalisierung sind sehr innovativ und vorbildhaft.  

Besonders beeindruckt hat die Jury die kindorientierte Arbeit der AWO Kita Rödgen: Die Fachkräfte sehen die Kinder als eigenständige und kompetente Menschen, die durch impulsgebende und vielfältige Lernorte selbstbestimmt und vertieft ihren Interessen nachgehen können.   

Die Fachkräfte agieren dabei sehr sensibel für die Bedarfe und Interessen der Kinder und passen ihre pädagogische Arbeit und Angebote entsprechend an. 

Die Kinder bestimmen ihr Lernen in hohem Maße selbst. Die Pädagog:innen beobachten die Lernschritte der Kinder, dokumentieren diese sehr ressourcenorientiert und wertschätzend und besprechen diese mit den Familien auf Augenhöhe.

Die Fachkräfte orientieren sich an den Stärken und Ressourcen der Kinder.

Sie nutzen kreative Möglichkeiten, den pädagogischen Alltag und ihre Rolle als Pädagog:innen transparent zu gestalten, wie beispielsweise den YouTube-Kanal oder die Kita-Info-App.

Auf die Gefühlswelt der Kinder wird sehr gut eingegangen, die Fachkräfte fördern einen bewussten Umgang mit der Artikulation und dem Austausch von Gefühlen, was die Kinder in ihrer Gemeinschaft handlungsfähig macht.

Die Gestaltung der Kitaabläufe entlang der Impulse der Kinder, geprägt durch einen ressourcenorientierten Blick, ermöglicht den Kindern im Entwicklungsverlauf ihre eigenen Stärken zu erkennen und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Das Erkennen einzelner Bildungsmomente leitet die Kinder vom Schneckenfund bis zu Fragen rund um den Salatanbau.

Die Fachkräfte in der Gießener Kita zeichnen sich durch eine hohe Bereitschaft aus, sich zu hinterfragen und Dinge zu ändern. So gelingt eine kontinuierliche Anpassung der pädagogischen Arbeit und der Angebote an den Interessen der Kinder. 

Die gute Sozialraumorientierung der Kita wird durch die Jury besonders hervorgehoben. Die Kita pflegt intensive Kooperationen zu verschiedenen Akteur:innen im Sozialraum und nutzt die dort vorhandenen Ressourcen, um den Kindern vielfältige Lern- und Bildungsanlässe zu ermöglichen, unter anderem mit Grundschule, Bauernhof und Greenpeace, der entstandenen Kooperation mit einem Landwirtschaftsbetrieb oder dem „Netzwerk gelingender Übergang“.  

Gleichzeitig gestaltet die Kita ihren Sozialraum in Gießen aktiv mit. Beispielhaft zeigt sich dies im Projekt „Rödgen summt – wir lassen unseren Ort aufblühen“. Hier wurde der verwilderte Pfarrgarten zu einem Bürgergarten umgestaltet.