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Stollberg in Sachsen ist als „Tor zum Erzgebirge“ bekannt. In diesem Sinne möchte das Präventionsnetzwerk Stollberg allen Kindern Türen zu gleichen Chancen eröffnen. Dabei setzt es auf sozial-emotional stärkende Angebote, die Konflikten und Gewalt schon früh vorbeugen. Ein Schwerpunkt des Bündnisses aus Kommune, Kitas, Lebenshilfe und Quartiersmanagement ist der Übergang von der Kita in die Grundschule: Im Projekt „Kita im Quartier“ lernen die Vorschulkinder beispielsweise den Hufeland-Treff, das örtliche Begegnungszentrum, als Schutzraum und Ressource für Spiel- und Freizeitangebote kennen. Spielzeugfreie Tage fördern die Kreativität und „Meins-deins-unser“-Spiele vermitteln die Bedeutung sozialer Regeln und gegenseitiger Unterstützung. Wie sich das Papilio-Programm zur Prävention im Kita-Alltag umsetzen lässt, erfahren pädagogische Fachkräfte auf Fortbildungen. Die Familien finden im „Elternclub“ oder im Familienbüro am Kulturbahnhof unkomplizierte Beratung und Austauschmöglichkeiten. So knüpft das Bündnis ein rundum schützendes Netz, das die Kinder stärkt und sie ermutigt, selbstbewusst ihren Weg zu gehen.
Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach Finalist 2025
Ort: Bad Kreuznach Bundesland: Rheinland-Pfalz Handlungsfeld: Sozialarbeit, Chancengerechtigkeit, Inklusion, Erziehungskompetenz und Selbsthilfe, Prävention Aktiv seit: 2022 Wirkungsradius: Stadt Partner: Kitas, freie Träger, Jugendamt, Kita- und Schul-Sozialarbeit, Grund- und Förderschulen, Familienbildungsstätten, Frühe Hilfen, Freizeit- und Kultureinrichtungen
Kontakt: Stadt Bad Kreuznach, Angelina Hörning (Sachgebietsleitung Kita-Sozialarbeit), angelina.hoerning[at]bad-kreuznach.de
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Alle Familien erreichen – an ihren Lieblingsorten und mit Themen, die sie bewegen: Das gelingt dem Bündnis Kita-Sozialarbeit Stadt Bad Kreuznach direkt in den Kitas sowie bei Spielplatztreffen, Familienwanderungen oder Bibliotheksbesuchen. Denn so kommen Kinder und Eltern ungezwungen mit wichtigen Beratungs- und Unterstützungsangeboten in Kontakt. In der rheinland-pfälzischen Kurstadt haben sich die Kita-Sozialarbeitenden der Stadt vernetzt, um die Familien in 32 Kitas und in ihrem jeweiligen Umfeld zu stärken. Gemeinsam mit kommunalen und freien Trägern, Grund- und Förderschulen, Frühen Hilfen, Familienberatungsstellen und weiteren Institutionen fördern sie Chancengerechtigkeit und Inklusion. Was die Kinder und Familien brauchen, erfahren die Sozialarbeitenden mittels Befragungen, Ortsbegehungen mit Kindern oder in Gesprächen mit Eltern. So entstehen zum Beispiel Vorlesepicknicks für alle Bad Kreuznacher Familien, Mitmach-Ausstellungen zu gemeinsamen Erkundungen oder ein Genussparcours zu gesunder Ernährung. Veranstaltungen zu Zahngesundheit, Windelentwöhnung und Erziehungsfragen stärken die Selbsthilfekompetenz der Familien und entlasten das Kita-Personal – zum Wohl der Jüngsten.
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In Kassel setzt sich das Bündnis Rassismuskritische KinderWelten für ein diskriminierungsfreies Umfeld ein, in dem Schwarze und afrodiasporische Kinder selbstbewusst aufwachsen können. Empowernde Erfahrungen machen die Kinder bei gemeinsamen Ausflügen zum Kinderbauernhof, in Hip-Hop- oder Selbstverteidigungskursen. Wenn an anderen Tagen Schwarze Einsatzkräfte der Feuerwehr oder der Polizei die beteiligten Einrichtungen besuchen, erfahren die Kinder nicht nur viel über deren Arbeit, sondern können sich mit ihren Vorbildern identifizieren. Die Ideen für diese vielfältigen Angebote kommen von den Kindern selbst – das Bündnis setzt sie um. Gleichermaßen stärken sie die Bezugspersonen der Kinder: Die Familien vernetzen sich in Elterncafés oder lernen in Workshops zu Themen wie „Empowerment als Erziehungsaufgabe“ von- und miteinander. Die pädagogischen Fachkräfte bilden sich kontinuierlich fort, um ihre Arbeit sowie vorhandene Materialien vorurteilsfrei zu gestalten. Eingebunden in lokale Netzwerke sensibilisieren die Mitwirkenden darüber hinaus im gesamten Stadtteil für das Thema Rassismus. So tragen alle Beteiligten dazu bei, die gelebte Vielfalt zu feiern und sichtbar zu machen.
Ort: Frankfurt am Main Bundesland: Hessen Handlungsfeld: kulturelle Bildung und Teilhabe, Inklusion, praxisbezogene Förderung pädagogischer Fachkräfte Aktiv seit: 2013 Wirkungsradius: Stadtgebiet, Hessen- und Bundesweit Partner: Kulturkita Grüne Soße, Sozialpädagogischer Verein zur familienergänzenden Erziehung e.V., DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Fachschule für Sozialwesen der Beruflichen Schulen Berta Jourdan
Kontakt: Sozialpädagogischer Verein zur familienergänzenden Erziehung e.V., Bettina Marsden (Bündniskoordinatorin), kubi[at]sozpaed-verein.de
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Im Frankfurter KulturNetz „Bildung trifft Kultur trifft Bildung“ ist der Name Programm. Der Dreierbund aus Kulturkita mitsamt Träger, Filmmuseum und Fachschule eröffnet vielen Kindern in der Mainmetropole Zugänge zu kultureller Bildung. In gemeinsamen Projekten lernen sie die Welt des Films und weitere Kunstformen kennen – und werden selbst kreativ. Im MiniFilmclub erkunden Kita-Kinder etwa die Ausstellungen im DFF, blicken hinter die Kulissen des Kinos und gestalten, inspiriert von Kunstfilmen, eigene Werke. Ob Filmstreifen bunt bemalen oder Schatten mit der Kamera einfangen – unabhängig von ihren Sprachkenntnissen können alle mitmachen. Auch im Kita-Alltag ist die ästhetische Bildung verankert: Die Kinder erzählen regelmäßig Geschichten zu selbst gemalten Bildern, die sie mit der Laterna Magica an die Wand zaubern. Studierende der Fachschule erhalten bei Fortbildungen im DFF und Konsultationen in der Kita praxisnahe Einblicke und Inspiration für ihren späteren Beruf. Dabei erleben sie die Erfahrungsräume der kulturellen Bildung als eigenen Lernmoment. Zudem teilt das Bündnis sein Wissen und bewährte Formate mit anderen Einrichtungen im In- und Ausland – und knüpft so sein Netz für kulturelle Bildung über Grenzen hinweg weiter.
BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte Finalist 2025
Ort: Pielenhofen Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Naturraumpädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung, enge Verbindung von Ausbildung und Praxis, Fachkräftegewinnung Aktiv seit: 2016 Wirkungsradius: Landkreis Partner: Waldkindergarten, Fachakademie für Sozialpädagogik, Kooperationsschulen, Kommune, Träger
Kontakt: Waldkinder-Regensburg, Anke Wolfram (Kita-Leiterin), awolfram[@]littlebigfuture.de
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Inmitten der idyllischen Landschaft der Oberpfalz liegt die Gemeinde Pielenhofen. Hier lernen und forschen Kinder und Studierende Seite an Seite. Durch die enge Verknüpfung von Ausbildung und pädagogischer Praxis im Naturraum erleben Studierende Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht nur theoretisch, sondern gestalten sie aktiv mit. Das Bündnis rund um den Waldkindergarten und die Fachakademie für Sozialpädagogik verbindet in seinen Projekten Naturraumpädagogik mit MINT-Themen und digitaler Medienkompetenz. Ausgangspunkt sind stets die Interessen der Kinder: So entstand in gemeinsamer Arbeit mit Eltern und Fachkräften beispielsweise ein Wildbienenareal. Für den Aktionstag „Waldkita digital“ entwickelten Studierende Lernangebote, mit denen die Kinder ihr Wissen über die Natur spielerisch per Tablet erweitern können. Alle Beteiligten begegnen sich dabei stets auf Augenhöhe. Das Bündnis gilt inzwischen als Modellprojekt für die Vernetzung von Ausbildung und Praxis und wird über den Träger in weitere Bundesländer verbreitet. Mit neuen Kooperationsschulen wächst ein bundesweites Netzwerk, das überregional Impulse setzt. So macht das Bündnis BinE – BNE für pädagogische Fachkräfte Kinder und angehende Fachkräfte stark für die Zukunft.
Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn Dritter Platz
Ort: Mühldorf a. Inn Bundesland: Bayern Handlungsfeld: Verankerung der Familienbildung als präventiven Ansatz, niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen und Stärkung der Elternkompetenzen Aktiv seit: 2009 Wirkungsradius: Landkreis Partner: Koordinierungsstelle Familienbildung, Familienstützpunkte, Kitas, Grundschulen, Jugendamt, Beratungs- und Bildungsstellen
Kontakt: Lernen vor Ort – Landratsamt Mühldorf a. Inn, Dr. Carolin Jürgens (Bündniskoordinatorin), lernenvorort[at]lra-mue.de
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Mit einer Ausdehnung von über 50 Kilometern verbindet der Landkreis Mühldorf am Inn – östlich von München – Städte wie Mühldorf und Waldkraiburg mit vielen Landgemeinden. Weite Wege und die Mischung aus Stadt und Land machen die Begleitung von Familien zur Herausforderung. Das Bündnis Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn stellt sich dieser. Durch strukturierte Bildungsarbeit entstehen Angebote, die alltagsnah, offen und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden an Orten eingerichtet, die Familien im Alltag ohnehin besuchen – in Kitas und Familienzentren. Dort erhalten sie niedrigschwellige Beratung, etwa durch eine Familienkinderkrankenschwester, und können an Angeboten teilnehmen, darunter von Eltern moderierte Austauschrunden, Spielenachmittage oder Frühstückstreffs. Regelmäßige Befragungen sorgen dafür, dass die Angebote kontinuierlich an die Bedürfnisse der Familien angepasst werden. Ein gutes Beispiel für bedarfsorientierte Unterstützung bietet der Elternratgeber zum Übergang von der Kita in die Grundschule. Er wurde auf Wunsch von Eltern entwickelt und unterstützt sie in der Begleitung ihrer Kinder vor Schuleintritt. Das Bündnis zeigt, wie wirkungsvoll frühe Unterstützung für Kinder, Eltern und die ganze Region sein kann.
Das sagt die Jury
Überzeugt hat die Jury, dass das Bündnis mit datengestütztem Bildungsmonitoring, Befragungen und Evaluationen die Bedarfe der Familien erkennt und passende Angebote entwickelt. Der Landkreis erstreckt sich über weite 50 Kilometer. Damit viele Familien teilhaben können, achten die Bündnisbeteiligten darauf, dass alle Angebote alltagsnah und gut erreichbar sind. Sechs Familienstützpunkte wurden deshalb in Kitas und Familienzentren, verteilt auf dem gesamten Landkreis, eingerichtet. Dort bekommen Eltern Beratung unter anderem durch eine Familienkinderkrankenschwester. Die weiteren Angebote reichen von fachlichen Symposien, von Eltern moderierten Austauschrunden bis hin zu Spielenachmittagen. Auch vom Bündnis selbst verfasste Handbücher zum Übergang in die Grundschule geben Orientierung. Des Weiteren sind die Familienstützpunkte lokal vernetzt. Träger und Einrichtungen stimmen sich ab, um Doppelstrukturen zu vermeiden. So entsteht ein starkes Netz für Familien vor Ort.
Die Begründung unserer Jury in voller Länger
Basis für das Wirken: systematische Datenerhebung, Bildungsmonitoring und Weiterentwicklung
Das Bündnis für Familienbildung im Landkreis Mühldorf a. Inn beeindruckt durch eine außergewöhnlich fundierte, datengestützte Arbeitsweise. Ein systematisches Bildungsmonitoring bildet die Grundlage für alle Aktivitäten und ermöglicht es, die Lebenswelten von Kindern und Familien umfassend zu erfassen.
Daraus entstehen klare Handlungsorientierungen und passgenaue Angebote, die die unterschiedlichen Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen zielgerichtet aufgreifen. Die Arbeit wird kontinuierlich durch Elternbefragungen, multiprofessionellen Austausch und regelmäßige Evaluationen untermauert. So konnte etwa der in Befragungen geäußerte Wunsch nach mehr Transparenz zu Ferien- und Freizeitangeboten zeitnah aufgegriffen und in die Entwicklung einer digitalen Übersicht überführt werden.
Die systematische Weiterentwicklung des Bündnisses ist professionell strukturiert und fest verankert; das Fortschreiben der eigenen Konzeption gehört zur „DNA“ der Arbeit des Bündnisses. Der multiprofessionelle Zugang ermöglicht zudem einen ganzheitlichen Blick auf die vielfältigen Lebenslagen der Adressatinnen und Adressaten und stärkt die fachlich fundierte Weiterentwicklung aller Angebote.
Dezentralität und Bedarfsorientierung schafft niedrigschwellige Zugänge
Im Landkreis Mühldorf a. Inn wird Familienbildung nicht als reines Angebot, sondern als strukturelle Aufgabe verstanden. Der Abbau von Barrieren spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Herausforderungen des Flächenlandkreises werden durch ein dezentrales System von Familienstützpunkten beantwortet, die bewusst in Kitas oder Familienzentren angesiedelt sind – also dort, wo Familien sich ohnehin aufhalten.
Grundlage für die Standortentscheidungen sind die Sozialraumdaten des Landkreises, so dass die Stützpunkte dort entstehen, wo der Bedarf am größten ist. Ein strukturiertes System der Bedarfsermittlung schafft passgenaue und differenzierte Angebote, die Erziehungspartnerschaft, Teilhabe und Selbstwirksamkeit nachhaltig stärken.
Besonders deutlich wird der niedrigschwellige Ansatz im Angebot der Familienkinderkrankenschwester. Hier werden in den Familienstützpunkten offene Baby- und Kleinkindsprechstunden mit einer Familienkinderkrankenschwester angeboten. Eltern können sich zu den Sprechstunden anmelden oder diese spontan in Anspruch nehmen und erhalten Beratung zu sämtlichen Themen rund um ihr Kind. Zudem besteht die Möglichkeit, Kinder vor Ort messen und wiegen zu lassen – ein Angebot, das von vielen Familien gerne genutzt wird. Im Mittelpunkt der Sprechstunden stehen häufig Fragen zur Entwicklung, Ernährung oder zu Regulationsschwierigkeiten. Zeigen sich dabei komplexere oder psychosoziale Fragestellungen, dienen die Sprechstunden als niederschwelliger Zugang zu den Fachkräften des koordinierenden Kinderschutzes (KoKi). Auf dieser Grundlage können gezielt weiterführende Unterstützungsangebote vermittelt werden – freiwillig und ohne bürokratische Hürden.
Für viele Eltern stellt die Familienkinderkrankenschwester so eine natürliche Fortsetzung der Hebammenbetreuung dar und wird als deutlich niedrigschwelliger wahrgenommen als ein direkter Kontakt zur Sozialpädagogin. Durch ihre Nähe zum Kind entsteht rasch Vertrauen, das den Zugang zu weiterführender Hilfe erleichtert.
Eine ausgeprägte Beteiligungskultur stärkt zusätzlich die Wirksamkeit der Arbeit – Formate wie Familiensymposien, offene Caféangebote oder Sprach- und Kinderkurse holen Familien aktiv in fachliche und gemeinschaftliche Prozesse hinein. Hohe Wirksamkeit entfalten zudem die bewusst präventiv und niedrigschwellig gestalteten Eltern-Kind-Gruppen, die dezentral an sechs Standorten stattfinden und soziale Integration, Austausch und emotionale Sicherheit fördern. Sie dienen zugleich als Brücke zu den Koordinatorinnen der Familienstützpunkte, die Bedarfe erkennen und in die Weiterentwicklung lokal passender Angebote einfließen lassen.
Prävention mit ressourcenorientiertem Blick
Die Familienbildung im Landkreis Mühldorf zeichnet sich durch einen konsequent ressourcenorientierten Ansatz aus. Auf Grundlage des systematischen Bildungsmonitorings entsteht ein tiefes Verständnis der Lebenswelten der Familien, aus dem klare Handlungsorientierungen abgeleitet werden. Der präventive Ansatz zielt im Bündnis nicht auf erkannte Defizite, sondern setzt an den Stärken der Familien und dem Anspruch, deren vorhandene Ressourcen zu fördern, an.
Angebote wie die Familienkinderkrankenschwester oder der Elterntalk stehen exemplarisch für diesen Ansatz: Beim Elterntalk treffen sich Eltern in privatem Rahmen und tauschen sich moderiert zu Alltagsthemen aus. Das besondere hierbei: Die Moderation übernehmen nicht Fachkräfte, sondern geschulte Eltern, die dabei in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden und sich aktiv und gestaltend einbringen können.
Dieser ressourcenorientierte Blick wirkt weit über die unmittelbare Familienbildung hinaus. Familienfreundliche Strukturen werden als Standortfaktor verstanden und tragen mit dazu bei, dass Mühldorf a. Inn – inzwischen der am schnellsten wachsende Landkreis Deutschlands – für junge Familien besonders attraktiv ist.
Gezieltes Aufschließen der unterschiedlichen Sozialräume im Flächenlandkreis
Die starke Sozialraumorientierung des Bündnisses stellt sicher, dass die Ressourcen vor Ort bestmöglich genutzt werden und gleichzeitig keine blinden Flecken entstehen. Die Familienstützpunkte sind eng mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren in ihren Sozialräumen vernetzt und bilden vor Ort lokale Netzwerke, die sich wiederum mit dem Landkreisbündnis regelhaft rückkoppeln – mit Blick sowohl auf Bedarfe als auch Ressourcen.
So entstehen vor Ort passgenaue Angebote, die niedrigschwellige Zugänge sichern und gleichzeitig in die übergeordnete Strategie im Landkreis eingebunden sind. Die trägerübergreifende Zusammenarbeit verhindert Parallelstrukturen und ermöglicht eine effiziente Bearbeitung der Bedarfe.
Ein mehrstufiges System von Austauschformaten – sowohl auf Landkreisebene als auch in den einzelnen Sozialräumen – gewährleistet, dass finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen optimal genutzt werden. Durch diese systematische Verknüpfung der Ebenen bleiben alle Zielgruppen im Blick: Kinder, Familien und Fachkräfte gleichermaßen.
Ort: Peine Bundesland: Niedersachsen Handlungsfeld: Präventionsketten, Übergang Kita–Schule, Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen der Kinder, Stärkung der Elternverantwortung, Stärkung der Kinderperspektiven Aktiv seit: 2020 Wirkungsradius: Landkreis und Stadt Partner: städtische bzw. kirchliche Kitas und Familienzentren, Frühförderung der Lebenshilfe, Regionales Beratungs- und Unterstützungszentrum für inklusive Schule, Grundschulen und Praxisberatung der Stadt Peine sowie Erziehungsberatungsstelle, Kita-Fachberatung und Kinder- und jugendärztlicher Dienst des Landkreises Peine
Kontakt: Landkreis Peine-FD Jugendamt, Elisa Behrens (Koordinatorin der Präventionsketten), e.behrens[at]landkreis-peine.de
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Die Präventionsketten im Landkreis Peine nehmen die Übergänge in den Blick – von der Eingewöhnung in Krippe und Kita bis zur Grundschule und darüber hinaus. Das Bündnis bindet dabei Fachkräfte, Kinder und Familien aktiv mit ein. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Was brauchen junge Menschen, um gut aufzuwachsen? Weil beispielsweise viele Kinder der ersten Klasse Startschwierigkeiten hatten, organisierten die Verantwortlichen der Präventionsketten Malinterviews mit den Kita-Kindern, um deren Perspektive auf Schule zu erfassen. Das Ergebnis war: Viele von ihnen hatten schlichtweg kein Bild davon, was sie in der Grundschule erwartet. Das Willkommensbuch „Schule“, das nicht nur für die Kinder, sondern mit ihnen konzipiert und gestaltet wurde, sowie eine Info-Broschüre für Eltern geben seither Orientierung. Das Austauschforum „Gut ankommen in der Schule“ unterstützt Fachkräfte zudem dabei, den Übergang gemeinsam und ausgehend von den Bedürfnissen der Familien zu denken. In Fachtagungen und Fortbildungen gibt es neue Impulse und die Möglichkeit, sich auszutauschen. Das stärkt den Zusammenhalt der Verantwortlichen – immer mit dem Ziel, allen Kindern im Landkreis Peine ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.
Das sagt die Jury
Überzeugt hat die Jury, dass sich das Bündnis intensiv mit der Frage beschäftigt „Was brauchen junge Kinder und ihre Familien, um Übergänge gut zu meistern – von der Eingewöhnung in die Krippe und den Ü3-Bereich der Kita über die Schule und darüber hinaus?“ Die Antwort lautet: Orientierung und Sicherheit. Die erhalten die Kita-Kinder in Peine schon vor dem Schuleintritt beispielsweise durch das von Schulkindern gestaltete Willkommensbuch. In den ersten zwei Schulwochen begleiten die Kita-Fachkräfte die Kinder dabei, die neue Umgebung zu entdecken. Die Verantwortlichen verschiedener Institutionen arbeiten dabei sehr eng zusammen. Und die Bündnisbeteiligten haben auch die Kinder im Blick, die in herausfordernden Situationen aufwachsen. So entwickelte der Runde Tisch „Kinderarmut“ in kürzester Zeit eine Übersicht über die Angebote für Familien in finanzieller Not. Das Bündnis hat ein klares Ziel vor Augen, eine verlässliche Struktur und ein starkes Team, das voneinander lernt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Brücken für starke Kinder: Innovative Ideen für einen gelingende Übergange
Das Bündnis verfolgt das Ziel, allen Kindern ein gesundes und chancengerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Um das zu erreichen, baut es Zugangsbarrieren ab, stärkt Übergänge – in die Kita, aber insbesondere den von der Kita in die Schule – und bindet Familien sowie Kinder aktiv ein.
Das Bündnis gestaltet diese Übergänge außerordentlich kindorientiert, ganzheitlich und interdisziplinär. Das Bündnis betrachtet Kindheit umfassend, vernetzt verschiedene Professionen und schafft damit eine stabile Grundlage für gelingende Übergänge. Dabei übernehmen die Beteiligten nicht einfach bestehende Übergangsmodelle, sondern entwickeln diese konsequent weiter und orientieren sich an Kinderperspektiven und an den Bedarfen der Familien. Um Letzteres zu gewährleisten, wurde unter anderem das partizipatives Eingewöhnungsmodell in Kitas eingeführt. Fachkräfte besuchen Familien vor der eigentlichen Eingewöhnung zu Hause, um Vertrauen aufzubauen und das Umfeld des Kindes kennenzulernen.
Kinder und Familien werden über institutionelle Ebenen hinweg begleitet und Wissen wird weitergegeben. Übergänge werden nicht isoliert gedacht. Stattdessen begleitet das Bündnis Kinder und Familien kontinuierlich, fördert Austausch zwischen den beteiligten Einrichtungen und macht Wissen systematisch zugänglich, zum Beispiel durch Informationsmaterialien wie „Das letzte Jahr vor der Schule“ sowie Flyer und Plakate zur Schuleingangsuntersuchung: Diese werden kindgerecht aufbereitet, um das Informationsrecht der Kinder zu berücksichtigen und Familien durch die Schritte des Übergangs zu führen.
Auch gemeinsame Elternabende von Kita und Schule sowie das Forum „Gut ankommen in der Schule“ tragen zum Gelingen bei. Das Forum als jährliche Veranstaltung für Kitas, Grundschulen und weitere Akteurinnen und Akteure – initiiert durch die Bündniskoordination – bietet Austausch, Networking und Best Practice. Ergänzt werden diese Formate durch einen Runden Tisch zum Thema Kinderarmut.
Im Bündnis werden Eltern aktiv eingebunden und nach ihren Einschätzungen gefragt, zum Beispiel durch Befragungs- und Beteiligungsformate, wie Elternbefragungen und -gespräche.
Das Bündnis fördert auch die Einbindung der Kinderperspektiven durch kreative und partizipative Methoden. Kinder werden gefragt, wie sie Übergänge erleben. Methoden wie Malinterviews machen ihre Sichtweisen sichtbar und fließen in die Angebotsentwicklung ein. So zeichnete ein Kind beispielsweise die Schule als Festung – das Bündnis nahm dies auf und entwickelte Willkommensbücher, um Kita-Kindern den Übergang zur Schule zu erleichtern. Das Palaverzelt ist nicht nur eine Methode zur Konfliktlösung. Kinder erlernen die Methode bereits in der Kita und setzen sie in der Grundschule fort. So finden sie bekannte Strukturen wieder und können soziale Kompetenzen weiterentwickeln.
Kita und Schule wirken gemeinsam am Übergang in die Schule Der Übergang von der Kita in die Grundschule ist ein zentrales zentrales Ereignis im Leben eines Kindes, das von zwei unterschiedlichen Institutionen gemeinsam gestaltet werden muss. In Peine gelingt dies in besonderer Weise: Kita und Schule arbeiten eng, wertschätzend und wechselseitig lernend zusammen. Kita und Schule bringen unterschiedliche Perspektiven auf Bildung mit. In Peine gelingt ein außergewöhnlicher fachlicher Austausch, der von beiden Seiten ausgeht. Beide Institutionen wollen aktiv voneinander lernen und ihr Wissen zum Wohl der Kinder teilen. Eine Besonderheit: Pädagogische Fachkräfte aus den Kitas begleiten einzelne Kinder in den ersten zwei Schulwochen im Klassenraum. Sie sind dort ansprechbar, arbeiten im Tandem mit Lehrkräften und geben den Kindern Sicherheit.
Viele Übergangsprojekte stützen sich hauptsächlich auf Hospitationen der Kitas in Schulen. Das Bündnis in Peine geht deutlich weiter: Es lebt einen echten gegenseitigen Austausch. Beide Seiten lassen sich aufeinander ein, ohne Anspruchshaltungen, stattdessen mit dem ernsthaften Willen, Kinderperspektiven und Vorerfahrungen aufzugreifen und gemeinsam zu nutzen. Das Engagement ist außergewöhnlich und institutionell stark verankert. Dafür werden Hospitationen der Schule in den Kitas umgesetzt. Der Impuls dazu kam direkt aus dem Lehrkollegium – ein Zeichen echter Offenheit und Lernbereitschaft. Auch Grundschulleitungen übernehmen aktiv Bündnisarbeit: Sie hospitieren selbst in Kitas. Dadurch wird die Übergangsgestaltung zu einem strategischen Schwerpunkt der Schulen und nicht zu einem Nebenprojekt.
Peer-to-Peer-Ansatz für Kinder beim Übergang Der Übergang von der Kita in die Grundschule wird nicht nur von Erwachsenen gestaltet. In Peine wird ein innovativer Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt, bei dem Kinder nicht nur gehört werden, sondern selbst aktiv zum Gelingen der Übergänge beitragen. Sie unterstützen einander, teilen Erfahrungen und gestalten Materialien für jüngere Kinder.
Ein zentrales Element sind Willkommensbücher, die von Schulkindern erstellt werden. Dadurch werden die älteren Kinder darin bestärkt, Verantwortung zu übernehmen, sich sozial zu engagieren und ihre eigene Selbstwirksamkeit zu erleben. Das Bündnis entwickelt gemeinsam einen reichen Schatz an kindgerechten Materialien und Methoden, die diesen Prozess unterstützen. Dafür gestalten Schulkinder Willkommensbücher: Die Bücher zeigen Kita-Kindern wichtige Aspekte des Schulstarts – zum Beispiel Pläne des Schulgebäudes, Fotos von zentralen Orten, Sicherheitspunkten, dem Hausmeister, der Sekretärin und den Toiletten. Rückzugsorte werden von den Schulkindern selbst definiert und erklärt. Sie entscheiden, was gezeigt wird, fotografieren eigenständig und gestalten alles selbst.
Klare Strukturen für stetige Weiterentwicklung Das Bündnis „Präventionsketten im Landkreis Peine“ zeigt beispielhaft, wie wirksame und nachhaltige Vernetzung zwischen Kommune, Kita, Schule und weiteren Beteiligten gelingen kann. Die Arbeit folgt klaren organisatorischen Strukturen und ist zugleich flexibel genug, um neue Impulse schnell aufzunehmen und umzusetzen.
Es hat eine strukturierte und koordinierte Zusammenarbeit als Grundlage. Die Zusammenarbeit im Bündnis basiert auf einer tragfähigen Struktur: Eine Steuergruppe, verschiedene Arbeitsgruppen und eine zentrale Koordinatorin bündeln alle Aktivitäten. Dadurch ist gewährleistet, dass Informationen zielgerichtet fließen, Verantwortlichkeiten klar sind und Entwicklungen kontinuierlich vorangetrieben werden. Gleichzeitig wächst die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure stetig. Dies zeigt sich beispielsweise an der schnellen Umsetzung des Willkommensbuchs an weiteren Schulen: Beim Vor-Ort-Besuch im Rahmen des Deutschen Kita-Preises stellte sich die Frage, warum nicht alle Schulen das Willkommensbuch nutzen. Nur drei Wochen später hatte die Koordinatorin alle Schulen kontaktiert – nahezu alle wollten das Konzept übernehmen. Dies verdeutlicht die kurze Reaktionszeit und hohe Umsetzungsbereitschaft im Bündnis.
Regelmäßige gemeinsame Formate sichern Austausch und Anpassungsfähigkeit. Durch regelmäßige Treffen, Arbeitsgruppen, Foren und thematische Runden Tische bleibt die Zusammenarbeit lebendig. Herausforderungen werden gemeinsam identifiziert, Lösungen entwickelt und Veränderungen zeitnah umgesetzt. So entsteht eine dynamische Struktur, die fortlaufend an neue Bedarfe angepasst wird. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Weiterarbeit am Runden Tisch „Kinderarmut“: Aus den Ergebnissen des Runden Tisches wurde eine Taskcard mit Unterstützungsangeboten für Familien in finanziellen Notlagen entwickelt. Sie wird allen relevanten Multiplikatoren, wie Kitas, Schulen, Jugendhilfe, freien Trägern, zur Verfügung gestellt. Die Verteilung erfolgt direkt per Mail oder über bestehende Netzwerke wie Frühe Hilfen, Gesundheitsregion, Bildungsregion oder Familienzentren. Damit wird sichergestellt, dass Informationen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
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Der VfL Bochum lässt nicht nur die Herzen seiner Fans höherschlagen, sondern auch die vieler Kita-Kinder: Um dem zunehmenden Bewegungsmangel entgegenzuwirken und Familien für Gesundheitsthemen zu gewinnen, gab der Verein 2022 den Anstoß für den Blau-Weißen Bewegungsraum. Das Bündnis bringt jede Woche rund 800 Kinder in der Ruhrstadt in Schwung. Dabei geht es um weit mehr als ums Kicken: Beim Tanzen, bei Koordinations- oder bei Ballspielen entdecken die Kinder ihre Stärken und finden ohne Leistungsdruck heraus, was ihnen Spaß macht. Mit Piktogrammen wählen sie ihre Lieblingsübungen aus dem vielfältigen Programm aus und entscheiden so aktiv mit. Zur ganzheitlichen Förderung sind die Bewegungseinheiten spielerisch mit Ernährungs- und Umweltthemen verknüpft. Um die Angebote passgenau zu gestalten, ist das gesamte Bündnis mit am Ball: Kita-Fachkräfte sowie Jugend- und Gesundheitsamt bringen ihr Wissen über die Lebensbedingungen und konkreten Bedürfnisse in den heterogenen Quartieren ein. Die Ruhr-Universität begleitet das Konzept wissenschaftlich, Sportstudierende leiten die Übungen und lokale Unternehmen sponsern die Angebote. So tragen in dem eingespielten Team alle dazu bei, Kinder fit für die Zukunft zu machen.
Das sagt die Jury
Überzeugt hat die Jury, dass der VfL Bochum mit dem Bündnis „Blau-Weißer Bewegungsraum“ niedrigschwellig Familien erreicht, Vertrauen schafft und sie für Bewegung begeistert. Dem Bündnis gelingt auch der Zugang zu Kindern aus sozial benachteiligten Wohngebieten. Sportstudierende trainieren jede Woche rund 1.500 Kinder in 60 Einrichtungen. Ob Tanzen oder Ballspiele – mit Piktogrammen wählen die Kinder ihre Übungen aus und entscheiden aktiv mit. Ohne Leistungsdruck werden sie in dem gestärkt, was sie können. Kita-Fachkräfte sowie Jugend- und Gesundheitsamt tauschen sich aus, um die Bedarfe der Kinder zu ermitteln und passgenaue Angebote zu gestalten. Die Ruhr-Universität begleitet das Konzept und lokale Unternehmen sponsern die Angebote. So trägt jeder in dem eingespielten Team dazu bei, dass alle Kinder in Bochum gute Startchancen haben.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Zugang zu Familien schaffen – Gemeinschaft und Teilhabe stiften
Das Bündnis überzeugt durch seine besondere Fähigkeit, verlässliche Zugänge zu Kindern und Familien zu schaffen und damit Gemeinschaft sowie soziale Teilhabe zu ermöglichen. Die vielfältigen Bewegungsangebote eröffnen Lern- und Erfahrungsräume, in denen Kinder spielerisch miteinander in Kontakt treten und soziale Fähigkeiten entwickeln können. Dabei werden motorische und psychosoziale Förderung eng miteinander verbunden, so dass gesundheitliche Entwicklung, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl gleichermaßen gestärkt werden.
Sprachliche Hürden bestehen nicht: Die Trainerinnen und Trainer arbeiten individuell und sensibel mit den Gruppen, nutzen nonverbale Methoden und ermöglichen so eine natürliche, alltagsintegrierte Sprachförderung, wie Kitas ausdrücklich zurückmelden.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt in der Beteiligung des VfL Bochum, der als starker und vertrauter Akteur Identifikation, Verlässlichkeit und positive Emotionen stiftet. Der Verein dient als Türöffner, insbesondere für Familien in Risikolagen, die sonst nur schwer erreicht würden. Nahezu jede Familie in der Stadt verbindet etwas Positives mit dem VfL, was den Zugang erleichtert und Vertrauen schafft.
In enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Ämtern werden gezielt Sozialräume ausgewählt, in denen Sozial- und Gesundheitsdaten einen erhöhten Bedarf erkennen lassen. Dadurch rückt das Bündnis gerade jene Stadtgebiete in den Fokus, in denen Kinder am stärksten von Armut und gesundheitlichen Einschränkungen betroffen sind.
Mit rund 1.500 erreichten Kindern pro Woche in 60 Einrichtungen entfaltet das Bündnis eine hohe und vor allem flächendeckende Reichweite. Die Begeisterung der Kinder zeigt sich unmittelbar: Viele warten bereits an den Fenstern, wenn die Trainerinnen und Trainer – ein Ausdruck starker Bindung und hoher Beziehungsqualität.
Freude an der Bewegung steht im Mittelpunkt
Im Zentrum der Arbeit steht die Freude an Bewegung – nicht Leistung, nicht Wettbewerb, sondern das individuelle Erleben von Spaß, Ausdruck und Selbstwirksamkeit. Die Angebote sind polysportiv, freudebetont und flexibel gestaltet, so dass jedes Kind die Bewegungsform finden kann, die zu ihm passt. Die Trainerinnen und Trainer richten ihre Einheiten sowohl nach den Bedürfnissen der jeweiligen Gruppe als auch der einzelnen Kinder aus. Zu Beginn wird oft abgefragt, wie es den Kindern geht, beispielsweise mithilfe von Farben oder Karten. Die Kinder haben dann die Möglichkeit, über ihr aktuelles Befinden zu berichten. Es wird sich bewusst die Zeit genommen sie erzählen zu lassen, ihnen den Raum zu geben. Die Kinder dürfen dann auf Grundlage der Stimmungsbilder das Programm und die folgenden Angebote mitbestimmen. Die Übungen werden entsprechend spontan angepasst – sei es mit auspowernden Aktivitäten oder ruhigen, entspannenden Formaten.
Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden gezielt und feinfühlig unterstützt. Die Trainerinnen und Trainer investieren in Beziehung und Vertrauen, um echte Teilhabe zu ermöglichen. So berichtet ein Trainer von einem Jungen mit schwierigen familiären Bedingungen und ungenutztem Potenzial, der motorisch noch nicht so weit war und außerhalb kaum gefördert wurde. Gerade für solche Kinder, so betont er, müsse das Bündnis da sein – damit auch sie Anschluss finden, beispielsweise bei der Sportsozialisation in der Grundschule.
Bewegungsangebote wie ein eher ruhiges Kastanienspiel mit dem Fokus Schleichen oder intensive Übungen nach dem Motto „Bewege dich wie ein Tier“ zeigen die Vielfalt und Niedrigschwelligkeit des Ansatzes. Fußball spielen die Kinder beim Blau-Weißen-Bewegungsraum natürlich auch – aber nur wenn Sie selbst darauf Lust haben.
Lebensweltorientierung durch systematische Analyse der Sozialraumdaten
Das Bündnis arbeitet datengestützt und lebensweltorientiert. Die systematische Nutzung von Sozialraumdaten – unter anderem Sozialindexdaten des Jugendamts und Gesundheitsdaten des Gesundheitsamts – wird mit den Beobachtungen der pädagogischen Fachkräfte aus den Kitas kombiniert. Auf dieser Grundlage entstehen Angebote, die präzise auf die Bedarfe einzelner Sozialräume und spezifischer Kita-Gruppen zugeschnitten sind. Unterschiedliche Herausforderungen führen so zu unterschiedlichen, passgenauen Lösungen.
Die Rückkopplung erfolgt dabei strukturiert und regelmäßig. Kitas geben standardisierte Rückmeldungen an die Bündniskoordination; zusätzlich findet ein enger Austausch zwischen Trainerinnen und Trainern sowie den Kita-Teams statt. Diese kontinuierlichen Rückmeldeschleifen ermöglichen eine dynamische Weiterentwicklung und stellen sicher, dass Angebote stets nah an den Lebenswelten der Kinder bleiben.
Systematische Weiterentwicklung
Zur Stabilität und Qualität des Bündnisses tragen zudem ein breit aufgestelltes Fundament sowie die systematisch eingesetzten Instrumente der Weiterentwicklung bei.
Die Ruhr-Universität Bochum begleitet das Bündnis wissenschaftlich und liefert wertvolle Impulse, die sowohl in die Ausgestaltung einzelner Angebote als auch in die strategische Weiterentwicklung einfließen. So sind in den vergangenen Jahren mehrere (sportwissenschaftliche) Abschlussarbeiten im Rahmen der Bündnisarbeit entstanden, die ganz konkrete Impulse sowohl zur Weiterentwicklung der einzelnen Angebote vor Ort wie auch der der Weiterentwicklung des Bündnisses insgesamt gegeben haben. Ergänzend sorgen jährliche qualitative Befragungen der Kitas sowie vierteljährliche Feedbackgespräche mit Kita-Leitungen und pädagogischen Fachkräften für eine kontinuierliche Reflexion der Praxis. Die Ergebnisse werden konsequent aufgegriffen und in die Arbeit integriert.
Das Bündnis vereint vielfältige Stakeholder, die jeweils spezifische Perspektiven und Ressourcen einbringen. Der VfL Bochum fungiert als Türöffner und Identifikationsanker, die städtischen Ämter stellen Daten und Analysen bereit, die Kitas bieten unmittelbaren Zugang zur Zielgruppe, die Universität liefert wissenschaftliche Expertise und Begleitung, weitere Verantwortliche unterstützen mit Spenden und Netzwerken. Dadurch entsteht ein außergewöhnlich robustes und wirkungsvolles Netzwerk, das die Entwicklung der Kinder ebenso stärkt wie die Weiterentwicklung der Qualität in der frühkindlichen Bildung vor Ort.
Das sagt der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Zusatzpreis
Gute Arbeit und starke Teams entstehen dort, wo Menschen mit Respekt, Vertrauen und echter Teilhabe zusammenwirken. Wo es auf die Stärken jedes Einzelnen ankommt und alle die Möglichkeit haben, sich einzubringen. Genau deshalb wird der Zusatzpreis „Attraktivität der Arbeit“ des DGB 2025 für gelingende Partizipation und Mitbestimmung von Beschäftigten und Partnerinnen und Partnern im Bündnis verliehen. Hier hat uns der Blau-Weiße Bewegungsraum rundum überzeugt.
Das Bündnis schafft ein Arbeitsumfeld mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten, einer offenen Kommunikationskultur und gemeinschaftsfördernden Aktivitäten. Dies stärkt den Zusammenhalt und die Freude an der Bündnisarbeit. Für seinen Einsatz, die Gesundheit, Bewegung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, und die authentische Verankerung von Partizipation und Mitbestimmung im Bündnis erhält der Blau-Weiße Bewegungsraum den DGB-Preis „Attraktivität der Arbeit“ 2025.
Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kitas, Stadtverwaltung, Wissenschaft und der Wirtschaft bildet das Fundament für die Bündnisarbeit. Ebenso die eigene Nachhaltigkeitsstrategie, die sich insbesondere auf soziale Vielfalt, gesellschaftliche Verantwortung und Ökologie konzentriert. Um die aktive Einbindung und Mitgestaltung aller Beteiligten zu gewährleisten, stellt der Blau-Weiße Bewegungsraum vielfältige Strukturen und Ressourcen bereit. Regelmäßige Netzwerktreffen, Austauschrunden und Umfragen sichern den kontinuierlichen Dialog. Inhaltliche Themen wie auch persönliche Anliegen werden stets aufgegriffen und fließen in die Weiterentwicklung der Bündnisarbeit ein.
Regelmäßig nehmen die Übungsleitenden an Fortbildungen teil, wie zum Beispiel zum inklusiven Kindersport. Viele von ihnen engagieren sich bereits seit Jahren und bringen ihre individuellen Stärken ein – sei es durch Spielideen, pädagogische Impulse oder durch die sensible Berücksichtigung sprachlicher und sozialer Bedarfe der Kinder. Die geringe Fluktuation im Bündnis spricht für eine hohe Arbeitszufriedenheit und starke Identifikation. „Die Erfahrung, dass eigene Beiträge zählen und das Projekt mitprägen, steigert die Motivation und macht die Arbeit im Bündnis besonders erfüllend“, so die Bündnisbeteiligten. Wir sind überzeugt, dass das Bündnis auch in Zukunft gemeinsam viel und Viele begeistern und bewegen wird.
„Es lässt sich nicht in Worten beschreiben, wie wir uns fühlen! Wir sind mega stolz, freuen uns und feiern ohne Ende“, verrät das Team der Inklusiven Kita Unkel. Zu Recht: Die Einrichtung aus Rheinland-Pfalz wurde Ende November zur Kita des Jahres 2025 gekürt. Mit Freudentränen in den Augen und unter tosendem Applaus nahm das sichtlich überwältigte Team die Trophäe und den Scheck in Höhe von 25.000 Euro entgegen. Ähnlich groß waren die Freude und der Jubel bei den weiteren Preisträgern des Deutschen Kita-Preises 2025, als sie auf der Preisverleihung für ihre hervorragende Arbeit ausgezeichnet wurden.
Die Bühne im Berliner KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst ist längst abgebaut und der rote Teppich eingerollt. Doch die gewonnenen Eindrücke – von der Spannung über die Wertschätzung und Freude bis zu den inspirierenden Praxisbeispielen – werden die rund 160 Gäste unserer Preisverleihung sowie die mehreren tausend Zuschauerinnen und Zuschauer des Livestreams sicherlich noch lange begleiten.
Eine Auswahl der schönsten Momente unserer diesjährigen Preisverleihung haben wir hier für Sie zusammengestellt:
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Mehr über die Arbeit der diesjährigen Preisträger und was unsere Jury besonders beeindruckt hat, erfahren Sie hier. Die komplette Preisverleihung können Sie sich hier anschauen.
Lassen Sie sich inspirieren
Hier können aufmerksame Menschen Kitas und lokale Bündnisse für den Deutschen Kita-Preis 2026 empfehlen. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge!
Worum geht es? Ziel der Veranstaltung ist es, die Bedeutung von gerechten Zugängen für Teilhabe und Armutsprävention hervorzuheben sowie Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Gleichzeitig soll der fachliche Austausch zwischen Verantwortlichen aller Ebenen des Kita-Systems gefördert werden.
Wer kann teilnehmen? Das Symposium schafft Raum zum Austausch. Eingeladen sind deshalb alle Akteurinnen und Akteure, die Zugänge zur Kindertagesbetreuung mitverantworten und mitgestalten – ob aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft oder Praxis.
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