Heute ist Tag der Kinderbetreuung! Seit den frühen Morgenstunden sind im ganzen Land Eltern und ihre Kinder, Politikerinnen und Politiker, Verantwortliche aus Verbänden und Verwaltung sowie viele mehr mit einer besonderen Mission unterwegs: Gemeinsam rücken sie die gesellschaftliche Bedeutung guter Kindertagesbetreuung in den Mittelpunkt. Viele von ihnen haben kleine oder große Aufmerksamkeiten im Gepäck, um sich bei Kita-Teams und Tageseltern für ihren unerlässlichen Einsatz zu bedanken. Dafür, dass diese Kinder jeden Tag dabei begleiten, Neues auszuprobieren, eigene Erfahrungen zu machen, sich in der Gruppe zu erleben und Konflikte zu meistern.
Arbeit, die gut ankommt Die Arbeit in der frühen Bildung erreicht und begeistert aber nicht nur am heutigen Aktionstag zahlreiche Menschen, sondern vor allem im Alltag. Anfang des Jahres sind rekordverdächtige 1.335 Empfehlungen für den Deutschen Kita-Preis 2026 bei uns eingegangen. Neben Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie anderen Politikerinnen und Politikern haben vor allem zufriedene Eltern ihre Kitas für eine Auszeichnung vorgeschlagen – und dafür gab es gute Gründe. Eine kleine Auswahl der vielen wertschätzenden Empfehlungen möchten wir zum Tag der Kinderbetreuung mit Ihnen teilen:
Was Eltern uns erzählt haben
Zum Mitmachen ist es nicht zu spät Auch Kurzentschlossene können sich noch am Tag der Kinderbetreuung 2026 beteiligen. Auf unseren Aktionsseiten finden Interessierte verschiedene Vorlagen und Ideen, die sich auch kurzfristig umsetzen lassen.
Diskutiert wird, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kitas mit Blick auf aktuelle Debatten und gesellschaftliche Entwicklungen gelingt. Wie lassen sich beispielsweise Zuversicht und Resilienz stärken? Welche Chancen bieten neue Trends und wie lassen sie sich in die Kita-Praxis übertragen? Zu diesen und weiteren Fragen bringen Fachleute aus verschiedenen Projekten und Programmen ihre Erfahrungen ein.
Ob Sie als Multiplikatorin oder Multiplikator, als Fachberatung, in der Fort- und Weiterbildung, in der Wissenschaft oder Praxis tätig sind – eingeladen sind alle, die das Thema BNE in der Kita aktiv mitgestalten.
Mitten im Kita-Alltag klingelt das Telefon im Leitungsbüro. Unverhofft verkündet die Stimme am anderen Ende: „Herzlichen Glückwunsch, Sie und Ihr Team sind für den Deutschen Kita-Preis 2026 nominiert!“
Unsere Anrufe bei den 30 Nominierten sorgten für so manche Jubelschreie und Freudentränen. Und das zu Recht: Aus rund 620 Bewerbungen haben sie es in die nächste Runde beim Deutschen Kita-Preis 2026 geschafft. Dieser Erfolg bestätigt die 15 Kitas und 15 Bündnisse nicht nur in ihrer Arbeit, sondern bringt sie auch den Preisgeldern von insgesamt 110.000 Euro einen großen Schritt näher.
Regionale und inhaltliche Vielfalt Bis auf Bremen und das Saarland sind dieses Jahr alle Bundesländer dabei. Mit gleich fünf Nominierten ist Nordrhein-Westfalen am stärksten vertreten, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit insgesamt vier Kandidaten in den beiden Kategorien. Ebenso vielfältig sind die thematischen Schwerpunkte, mit denen die 30 Kitas und Bündnisse unser Auswahlgremium überzeugt haben. Ob Bildung für nachhaltige Entwicklung, Inklusion oder Bewegungsangebote, ob Familienförderung von Anfang an, gute Übergänge oder generationenübergreifendes Lernen – die Arbeit unserer Nominierten bildet eine große Bandbreite an aktuellen Themen aus der frühen Bildung ab. In vielseitigen Kooperationen werden die Ansätze zu diesen und weiteren Themen vor Ort ständig weiterentwickelt.
Wie es nach der Nominierung weitergeht Unsere Fachleute wollen die ausgewählten Kitas und Bündnisse jetzt noch besser kennenlernen. In digitalen Interviews und weiteren Bewerbungsunterlagen stellen die 30 Nominierten ihre Arbeit nun im Detail vor. Anhand dieser neuen Eindrücke werden anschließend acht Finalisten pro Kategorie ausgewählt. Welche Kitas und Bündnisse das sind, entscheidet sich Ende Juni.
Das Interesse am Deutschen Kita-Preis 2026 war groß: Insgesamt 618 Bewerbungen aus ganz Deutschland sind dieses Jahr bei uns eingegangen, in denen 560 Kitas und 58 Bündnisse ihre individuellen Profile und Stärken vorgestellt haben. Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihr Engagement und die wertvollen Einblicke in ihre Arbeit.
Das sagen die Statistiken Wie vielseitig der Bewerbungsjahrgang 2026 im Schnitt ist, verrät ein Blick auf die Zahlen: Wie stark sind die einzelnen Bundesländer in den beiden Kategorien vertreten? Wie viele Kinder gehen täglich in den teilnehmenden Kitas ein und aus? Wo wirken die Bündnisse und seit wann setzen sie sich für die Familien vor Ort ein? Das und mehr Wissenswertes erfahren Sie hier:
Kategorie „Kita des Jahres“
Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“
„Die bestmögliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt mir sehr am Herzen. Dafür habe ich mich stets eingesetzt. Ich bedanke mich bei all denen, die jeden Tag verantwortungsvoll eine wichtige Aufgabe für die Zukunft unserer Kinder und ihrer Familien übernehmen“, hebt Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission und selbst siebenfache Mutter, die Arbeit von Tageseltern und Fachkräften in Kitas hervor.
Schließen Sie sich an: Am 11. Mai 2026 ist Tag der Kinderbetreuung – eine gute Gelegenheit, den Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung für ihren täglichen Einsatz für das Wohl unserer Jüngsten zu danken. Der Aktionstag findet seit 2012 immer am Montag nach Muttertag statt. Überall in Deutschland machen Eltern und ihre Kinder sowie aufmerksame Menschen aus Politik, Verbänden, Unternehmen oder Kita-Trägern mit, um zusammen ein Zeichen der Wertschätzung zu setzen.
Ob Blumengrüße, Schokomuffins, selbstgebastelte Karten, gemeinsame Feste oder digitale Dankesbotschaften – der Kreativität für kleine oder große Aufmerksamkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Inspiration aus den Vorjahren und verschiedene Vorlagen zum Tag der Kinderbetreuung finden Sie auf unserer Aktionsseite.
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Südlich vom Harz, an der Grenze von Sachsen-Anhalt zu Thüringen, liegt die Stadt Sangerhausen. Kita-Fachkräfte arbeiten hier Hand in Hand mit Sozialarbeiterinnen sowie weiteren Akteuren wie Beratungsstellen zusammen. Gemeinsam bauen sie Brücken zwischen der Kita und den Familien, erkennen frühzeitig, was die Kinder brauchen und entwickeln passende Lern- und Freizeitangebote. Das Beste daran: Die Jüngsten dürfen mitentscheiden! Ein Mitmachzirkus, regelmäßige Ausflüge zum Kletterfelsen oder in die Schwimmhalle – all das ist entstanden, weil die Kinder sich das sehnlichst gewünscht haben. Auch die Eltern werden von Anfang an mit eingebunden. Ob bei Elternabenden oder im Elterncafé – hier können sie sich untereinander austauschen und an der Planung von Projekten beteiligen. Das Bündnis aus Sangerhausen zeigt allen: Wir tun etwas für Kinder und Familien in der Stadt, es lohnt sich zu bleiben!
Das sagt die Jury
Das Bündnis aus Sangerhausen setzt sich mit Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als innovatives und zentrales Element hervor. Zudem gelingt es dem Bündnis die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zu nutzen. So gestaltet es vielfältige Lerngelegenheiten für die Kinder und ermöglicht ihnen Teilhabe.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das Bündnis setzt sich in einem sozial sehr belasteten Sozialraum mit hoher Motivation und bemerkenswerter Eigeninitiative sowie Engagement für die Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Familien ein. Die Verbesserung von Teilhabe und Chancengerechtigkeit ist der zentrale Motor des Bündnishandelns. Das Bündnis schafft Perspektiven und bietet Kindern Chancen, Ungleichheit mit eigener Stärke zu begegnen. Dabei zeichnet sich das Bündnis stets durch einen klaren ressourcenorientierten Ansatz aus.
Die Jury hebt die Kita-Sozialarbeit als zentrales Element des Bündnisses hervor: Damit gelingt es sehr gut, an die Lebenswelten der Kinder und Familien anzuknüpfen. Mit Hilfe der Kita-Sozialarbeiterin gelingt es dem Bündnis, die unterschiedlichen Akteur:innen und Ressourcen im Sozialraum zu verbinden und so die Lebens- und Lernwelt der Kinder sowie die Bedingungen ihres Aufwachsens deutlich zu verbessern. Auch an den Kitas unterstützt sie die Fachkräfte dabei, die Entwicklung und den Bildungsverlauf der Kinder zu begleiten sowie soziales Lernen und Konfliktbewältigung zu fördern.
Das Bündnis schafft Formate, um die Bedarfe und Wünsche der Kinder auf- und ernst zu nehmen – insbesondere den „Wunschtag“. Und es nutzt die vorhandenen Ressourcen im Sozialraum, um diese Wünsche auch zu erfüllen. So werden vielfältige Lerngelegenheiten geschaffen, die vor allem – aber nicht ausschließlich – den Kindern Förderung, Entwicklung und Teilhabe ermöglichen, die sich das sonst nicht leisten könnten, wie zum Beispiel am Kletterfelsen, im Schwimmbad oder beim Zirkus.
Es gelingt dem Bündnis sehr gut, die knappen Ressourcen im Sozialraum zu bündeln und zielgerichtet zum Wohl der Kinder und Familien vor Ort einzusetzen (siehe Angebote oben). Gleichzeitig schafft diese Bündelung eine Entlastung für die einzelnen Akteur:innen.
Die Jury betont die hohe Motivation des Bündnisses und seiner Akteur:innen, die oft gegen eine gewisse Passivität von Eltern arbeiten müssen, sich dieser Herausforderung jedoch mit großem Engagement stellen.
Beispielhaft hierfür ist der handlungsorientierte Einbezug der Eltern in die verschiedenen Projekte etwa beim Aufbau des Zirkusprojekts oder über die direkte Ansprache. Die Einbindung wird immer wieder und weiter versucht, trotz einer bislang insgesamt eher niedrigen Beteiligungsrate. Diese wird aber Stück für Stück verbessert.
Die Stärkung der Kita-Sozialarbeit, die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und die wissenschaftliche Begleitung bündeln verschiedene Lösungsansätze, was angesichts der geringen Ressourcen und der erheblichen Herausforderungen im Alltag beachtenswert ist.
Netzwerk Familienfreundliche Kommune Hainichen Finalist 2022
Ort: Hainichen Bundesland: Sachsen Handlungsfeld: Eltern sprechen mit Eltern, Übergang Kita- Grundschule gestalten, Bildungspartnerschaften Aktiv seit: 2013 Wirkungsradius: Kleinstadt Partner: Familienzentrum, drei Kitas, Hort, Stadt-Elternrat, Koordinatorin Familienbildung, Stadtverwaltung
Kontakt: Werkstatt Familie, Joachim Fänder (Projektleitung), joachim.faender[@]werkstatt-familie.de
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Zwischen Dresden und Chemnitz liegt die sächsische Kleinstadt Hainichen. Ein Bündnis aus verschiedenen Akteuren macht sich für Familien in der Stadt stark. Das Netzwerk Familienfreundliche Kommune Hainichen entwickelt Kitas zu Eltern-Kind-Zentren und sorgt für einen reibungslosen Übergang von der Kita in die Schule. So besuchen unter anderem Lehrkräfte die Kitas und bereiten die Kinder auf den Wechsel vor. Wichtiger Akteur im Bündnis ist der Stadt-Elternrat. Hier kommen Eltern miteinander ins Gespräch und tauschen sich über ihre Bedarfe aus. So findet das Bündnis schnell heraus, was die Familien brauchen und entwickelt passende Angebote. Auf diese Art sind bereits Elterninformationsabende sowie Bewegungs- und Beratungsangebote entstanden. Im Bündnis setzen sich neben der Familienbildungsstätte, den Kitas, dem Hort, der Grundschule und auch der Stadtverwaltung viele Akteure der Zivilgesellschaft für ein familienfreundliches Hainichen ein – und das auf Augenhöhe!
Ort: Duisburg Bundesland: Nordrhein-Westfalen Handlungsfeld: Teilhabe und Zugang zum Bildungssystem, Übergang von Kita zu Grundschule, niedrigschwellige Elternangebote Aktiv seit: 2017 Wirkungsradius: Stadtteil Partner: DRK-Familienbildungswerk, Jugendamt, städtische Ämter, Kitas, Schulen, Frühe Hilfen, kommunales Integrationszentrum
Kontakt: DRK-Familienbildungswerk Duisburg, Anna Žalac (Leiterin), anna.zalac[@]drk-duisburg.de
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Der kinderreiche Stadtteil Duisburg-Hochfeld ist geprägt von verschiedensten Lebenswelten. Hier unterstützt das Bündnis Hochfeld Familien, oft mit Zuwanderungsgeschichte oder Fluchterfahrung, im Stadtteil und der dortigen Bildungslandschaft anzukommen. Dafür setzt das DRK-Bildungswerk mit Kitas, Schulen, Ämtern, Behörden und anderen Verbündeten zahlreiche Angebote um. So erhalten Kinder zum Beispiel Kita-Plätze, die im Jahresverlauf frei werden. Ist dies nicht möglich, erleichtert der „begleitete Schulanfang“ den Schulstart: Im Jahr vor der Einschulung bauen die Kinder in drei Kursen pro Woche direkt in der neuen Schule Feinmotorik und Sprache auf, lernen die Einrichtung und Lehrkräfte kennen. Eltern üben in Sprachkursen oder Elterncafés alltagsintegriert Deutsch, knüpfen neue Kontakte und werden beraten. Alle Unterstützungsangebote sind leicht zugänglich und werden von Muttersprachler:innen oder Dolmetschenden begleitet. Selbst während der Pandemie war das Bündnis mit einer Fensterberatung in acht Sprachen für die Familien da.
Das sagt die Jury
Das aus der Zivilgesellschaft heraus entstandene Bündnis agiert in einem hoch belasteten Stadtteil. Die Akteur:innen arbeiten hier mit großer Motivation stärkenorientiert und mit Tatendrang zusammen. Eine lebensnahe und anpackende Bündnisarbeit sorgt für Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Die Mitarbeitenden des Duisburger Bündnisses gehen dorthin, wo auch die Kinder sind – sei es direkt in die Wohnungen oder auf Spiel- und Marktplätze.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Das zivilgesellschaftlich initiierte Bündnis agiert in einem hoch belasteten Stadtteil, in dem die Akteur:innen in ungebrochener Motivation stärkenorientiert und mit hohem Engagement zusammenarbeiten. Das Bündnis leistet einen großen Beitrag dafür, dass Kinder in diesem Quartier eine Chance auf Teilhabe erhalten und kennt seinen Sozialraum sehr gut. Es arbeitet täglich unter erschwerten Bedingungen und verliert das Ziel, Beteiligung zu fördern, nicht aus dem Blick. Es trägt in vorbildlicher Weise dazu bei, dass die Angebote bei den Adressat:innen das Erleben von Selbstwirksamkeit befördern.
Die vielfältigen Angebotsformate und Projekte sind an den besonderen Bedarfen und Lebenswelten der Kinder und Familien orientiert, wodurch das Bündnis vorbildlich niedrigschwellige Zugänge auch zu schwer erreichbaren Familien schafft und allen Kindern Bildungsgelegenheiten bietet.
Als Beispiel hervorzuheben ist etwa die ausgeprägte „Geh-Struktur“, indem es sich selbst direkt zu den Orten aufmacht, an welchen es die Kinder und Familien automatisch antrifft – direkt an den Wohnungen, auf Ämtern und in der Verwaltung, auf Spiel- und Marktplätzen oder bei Ärzt:innen. Auch mit der Fensterberatung während der Lockdowns hat das Bündnis beeindruckt: Die Fenster des DRK Familienbildungswerks wurden genutzt, um in verschiedenen Sprachen niedrigschwellig vom Bürger:innensteig aus Beratungen anzubieten. Und mit dem Pavillon der Frühen Hilfen platziert sich das Bündnis beispielsweise mitten in der Fußgängerzone.
Die Projekte des Bündnisses knüpfen kultursensibel an die unterschiedlichen Lebenswelten der Familien an: Durch Vertrauensaufbau werden auch bildungsbenachteiligte Familien und Familien mit Fluchterfahrung und damit Kinder erreicht, die sonst wenige Berührungspunkte mit dem frühen Bildungssystem oder außerfamiliäre Kontakte haben. Das Bündnis setzt dabei bewusst Bündnisakteur:innen als Schlüsselpersonen ein, um Familien und Kinder im Sozialraum zu erreichen (durch geteilte Kulturerfahrungen/Sprachen).
Im Familiengrundschulzentrum werden auch Mittel der Frühen Hilfen eingesetzt und so mit Angeboten für ältere Kinder verknüpft. Dies ist ein innovativer Ansatz, der auch die Übergänge in das Bildungssystem unterstützt.
Die Jury hebt die praxisorientierte Arbeitsweise hervor, bei der über verschiedene Akteur:innen und bestehende Kooperationen sehr direkt konkrete Angebote geschaffen werden (Hands-On-Mentalität).
Ort: Dortmund Bundesland: Nordrhein-Westfalen Handlungsfeld: Chancengleichheit durch kulturelle Teilhabe, Förderung von Erziehungspartnerschaften Aktiv seit: 2018 Wirkungsradius: Stadtteil, Stadt Partner: Kitas, Kulturbüro Dortmund, Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg, kommunaler Kita-Träger FABIDO, Kultureinrichtungen, Kunstschaffende
Kontakt: Kulturbüro Stadt Dortmund, Susanne Henning (Referentin), shenning[@]stadtdo.de
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Bunt geht es zu in Dortmund: Das städtische Kulturbüro, der Träger FABIDO, ein Berufskolleg und 12 Kitas aller Träger haben sich als Bündnis zertifizierter Kulturkitas zusammengeschlossen. Gemeinsam mit Kunstschaffenden und kulturellen Einrichtungen eröffnen sie den Kindern im gesamten Stadtgebiet Räume, in denen sie Tanz, Theater oder Kunst erleben und selbst gestalten können. In den Kitas laden Materialien, Instrumente und Kostüme in eigens eingerichteten Bereichen ein, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Den Ton geben oft die Kinder an: Bei Theaterstücken besetzen sie etwa die Rollen, wählen Themen und bauen Bühnenbilder. Die Stadtteile und ihre Museen, Theater & Co werden gemeinsam erkundet, wobei die Kinder immer wieder auf eigene Werke stoßen: So haben sie in ihrem Umfeld schon Stromkästen und Pumpwerke verschönert. Über die Bündnis-Angebote erhalten vor allem auch Eltern Zugang zum Kulturleben der Stadt und können ihre Erfahrungen und Talente einbringen. So führen Kunst und Kultur die Menschen in Dortmund zusammen.
Das sagt die Jury
Kreativität wird hier als Zukunftskompetenz gesehen, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht. Das Bündnis bietet den Kindern auf kreative Art und Weise vielfältige Entfaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten. Von Theaterprojekten, die Kinder und auch Eltern beteiligen, über Leseangebote in verschiedenen Sprachen bis hin zu Museumsbesuchen mit Kindern als Kunstreporter:innen ist Vieles dabei.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
Es ist beeindruckend, wie das Gesamtkonzept Kulturelle Bildung der Stadt Dortmund als Anlass genommen wurde, um dieses Bündnis ins Leben zu rufen und mit vielen kreativen Ideen zu füllen.
Die Kooperation zwischen Kulturbüro, Kitas, der Fachschule für Sozialpädagogik und Kunstschaffenden vereint das Beste aus verschiedenen Welten und das, obwohl das Bündnis noch vergleichsweise jung ist und der Großteil der Bestehenszeit in die Pandemie fällt (besteht seit 2018).
Der Brückenschlag zwischen der vielfältigen Kulturlandschaft in Dortmund und der frühkindlichen Bildung ist sehr gelungen, nachhaltig und inspirierend. Eine innovative Idee, Kinder an kulturelle Bildung heranzuführen und sie selbstverständlich in ihrem Alltag zu verankern.
Kulturelle Bildung – mit einem sehr breiten Kulturverständnis – wird als verbindendes Element verstanden, um alle Bildungsbereiche lebendig zu gestalten und Kindern durch Kreativität vielfältige Entfaltungs- sowie Ausdrucksmöglichkeiten zu geben und das Denken in viele Richtungen anzuregen. Nicht nur musisch-ästhetisch, sondern auch kultursensibel und sprachbildend.
Beeindruckende Beispiele aus der Bündnis-Arbeit sind etwa Theaterprojekte, die in allen Schritten Kinder und auch Eltern beteiligen (inkl. Aufführung im Dortmunder U), Leseangebote in verschiedenen Sprachen, zum Teil von den Eltern als Hörbuch eingesprochen, oder Museumsbesuche mit Kindern als Kunstreporter:innen, um sie einerseits mit den Kunstwerken vertraut zu machen und sie andererseits mit digitalen Medien in Kontakt zu bringen.
Kinder selbst sind die Kulturmittler:innen zwischen Elternhaus, Kita und Museum und machen vielfältige Erfahrungen mit ihrer Selbstwirksamkeit.
Die Arbeit in Dortmund zeichnet sich durch die klaren Kriterien für die Beteiligung aus, die einerseits Einheitlichkeit bieten und dennoch ausreichend Raum für unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen in den einzelnen Kitas lassen.
Jede Kulturkita bindet ihren Sozialraum konkret ein, greift Impulse auf und gestaltet ihn mit – durch zum Beispiel die Gestaltung von Stromkästen mit Kindern oder die Etablierung von Kooperationen mit Künstler:innen. So wird der kulturelle Sozialraum auch Kindern und Familien zugänglich. In Dortmund stehen die Angebote für die Kinder dabei im Zentrum.
Kreativität wird als Zukunftskompetenz gesehen, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht.
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Die Stadt Arnsberg im nordrhein-westfälischen Sauerland hat 15 Stadtteile. Um die Familien in diesem heterogenen Umfeld ganzheitlich zu unterstützen, vernetzt das Bündnis Familienzentren im Arnsberger Modelldie Angebote im gesamten Stadtgebiet. Gemeinsam erarbeiten die Familienzentren mit Kooperationspartnern und anderen sozialen Einrichtungen trägerübergreifende Strategien, die allen Kindern und Eltern zugutekommen. Jedes der 15 Familienzentren hat eine Kinderschutz-Fachkraft und bietet unter anderem offene Spiel- und Bewegungsangebote, Streitschlichtungskurse, Beratungsgespräche sowie spezielle Vater-Kind-Aktionen. Alles ist passgenau auf die Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen zugeschnitten: So fokussieren manche Familienzentren auf die Integration von armutsgefährdeten Familien oder Menschen mit Fluchterfahrung, andere auf Angebote für Kinder, deren Eltern berufstätig sind. So erhalten alle Kinder in Arnsberg die gleichen Chancen.
Das sagt die Jury
Die Initiative richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen in ihrem Stadtteil und entwickelt passgenaue Angebote für die Bewohner:innen. Die Familienzentren im Arnsberger Modell haben es sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dafür hat sich das Bündnis die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahne geschrieben. So gab es beispielsweise einen Kinderrechte-Tag, der durch verschiedene Aktionen und Banner für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte. Auch strukturell ist das Bündnis vorbildlich aufgestellt und zeigt eine hervorragende Organisation, die sich im Prozess weiterentwickelt. Die Jury lobt die vielen unterschiedlichen Kommunikations- und Organisationselemente wie die Entwicklung einer Bündnis-App für Smartphones oder Beratungen als „Walk- and Talk”-Angebot, aber auch die festgelegten und verbindlichen Bündnis-Standards. Die Familienzentren im Arnsberger Modell sind somit auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt.
Die Begründung unserer Jury in voller Länge
In Arnsberg agieren 15 Familienzentren unter einem gemeinsamen Konzept als Bündnis mit verschiedenen Akteur:innen im Sozialraum. Dass sich so viele Einrichtungen unterschiedlicher Träger als ein Team betrachten, ist bemerkenswert. Hier wird trägerübergreifendes Arbeiten vorbildlich sowie in hoher Professionalität und Qualität umgesetzt.
Das Bündnis agiert unter Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen und unterstützt Familien, die in einem sozial prekären Umfeld wohnen ebenso wie Familien, die in Einfamilienhaussiedlungen leben. Die Bedarfslagen und Bedürfnisse der Menschen im Quartier bestimmen die fachliche Ausrichtung – dies trifft in Arnsberg sowohl auf die Inhalte als auch auf die Form der Leistungen der Familienzentren zu und schafft lebensnahe sowie zum Sozialraum und seinen Bewohner:innen passende Angebote. Das Bündnis handelt nicht nur im Sozialraum, sondern gestaltet ihn aktiv mit.
Die gemeinsam erarbeiteten Standards sind nicht starr, sondern ermöglichen ein spezifisches, passgenaues Agieren in unterschiedlichen Sozialräumen, so dass die Einrichtungen eigene Schwerpunkte je nach örtlichem Bedarf setzen. Dass es für alle Beteiligten Raum für Weiterentwicklung und Wachstum gibt, ist eine große Stärke des Arnsberger Modells.
Die Jury sieht in Arnsberg eine hohe Innovationskraft: Die Akteur:innen nutzten die Vorgaben des Landesprogramms als Sprungbrett. Sie adaptierten sie nach den Bedarfen vor Ort so, dass sie passgenau für die Kinder und Familien im Sozialraum sind und heben sie auf ein neues Niveau. Durch die Weiterentwicklung wurde aus einem „Top-Down-Projekt“ mit allgemeinen Vorgaben ein „Bottom-Up-Projekt“ der beteiligten Kitas und Fachkräfte. Die Art und Weise, wie hier der Rahmen eines Landesprogramms genutzt und mit Leben gefüllt wurde, um eigene Strukturen und Angebote zu entwickeln, kann anderen Bündnissen oder Einrichtungen als großartiges Vorbild dienen.
Eine Besonderheit des Arnsberger Modells ist, dass die teilnehmenden Familienzentren von den bereitgestellten Mitteln maximal 50 Prozent für Personal aufwenden dürfen. Der Rest muss direkt in Aktivitäten für Kinder und Familien fließen. Dieser Ansatz trägt mit dazu bei, dass das Arnsberger Bündnis sich durch eine besondere Kindorientierung auszeichnet.
Die Richtschnur des Handelns in Arnsberg ist es, allen Kindern ein gutes Aufwachsen in ihren Lebenswelten zu ermöglichen. Das Bündnis hat sich dabei explizit die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahnen geschrieben. Diese prägen nicht nur die Programmatik, sondern werden auch in konkreten Produkten und Angeboten aufgegriffen.
Neben der alltäglichen Arbeit findet sich die Umsetzung der Kinderrechte beispielsweise in einem gemeinsamen Kinderrechte-Tag, der nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit für die Kinderrechte schuf (durch Banner und Aktionen), sondern bei dem auch – die Wünsche der Kinder aufnehmend – eine große Kirmes veranstaltet wurde.
Partizipation wird in Arnsberg großgeschrieben und gelebt! Hier haben die Meinungen der Kinder eine Stimme. Das zeigt sich einerseits im alltäglichen Handeln (Übernahme kleiner Aufgaben und altersgemäßer Verantwortung, Beschwerdemanagement), aber auch darin, wie bei besonderen Wünschen der Kinder (Kirmes) keine Mühen gescheut werden, um diese zu verwirklichen.
Das Bündnis ist auch strukturell beispielhaft aufgestellt und zeigt eine hervorragend strukturierte Organisation, die sich im Prozess weiterentwickelt. Die Jury lobt die vielen unterschiedlichen Kommunikations- und Organisationselemente, aber auch die festgelegten und verbindlichen Bündnis-Standards wie Qualitätszirkel, Kompetenzteams, Arbeitskreise, Befragungen. Das Bündnis ist somit auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt.
Beeindruckend ist auch die Ausgestaltung der vielfältigen Förderkurse für Kinder und das Angebot der facettenreichen Abenteuerformate.
Sowohl die Akteur:innen als auch die Eltern und Kinder werden proaktiv in die Gestaltung und Entwicklung der Angebote des Bündnisses eingebunden und haben vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv in das Bündnishandeln einzubringen. Über verschiedene Formate können Stimmen und Meinungen niedrigschwellig eingebracht und in praktisches Handeln überführt werden. Einige erwähnenswerte Beispiele sind Elternbefragungen, Eltern-Cafés, Einbindung in Ausgestaltung von Angeboten, Fortbildungen für Fachkräfte, Kinderbefragungen.
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