Aus der Gereuth für die Gereuth

© DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Aus der Gereuth für die Gereuth
Erster Platz 2020

Ort: Bamberg
Bundesland: Bayern
Handlungsfeld: Förderung von Selbstwirksamkeit, Gesundheit und nachbarschaftlichem Engagement
Aktiv seit: 2017
Wirkungsradius: städtisch

Kontakt: Kath. Kindergarten St. Gisela, Nadja Heinbuch (Einrichtungsleitung), st-gisela.bamberg[@]kita.erzbistum-bamberg.de

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Im Süden Bambergs liegt der Stadtteil Gereuth. Seit 2017 ist hier ein Zusammenschluss aus zivilgesellschaftlichen Gruppen, Beratungsinstitutionen, der katholischen Kita, der Grundschule sowie Einrichtungen der Jugendhilfe aktiv. „Aus der Gereuth für die Gereuth“ – der Name ist Programm: Denn das Bündnis animiert die Anwohner sich für den eigenen Stadtteil einzusetzen. Es sammelt die Ideen der Bevölkerung und setzt sie gemeinsam mit ihr um. So entstanden unter anderem Stadtteil- und Sommerfeste, auf denen sich die Anwohner kennenlernen konnten. Vor allem die Kinder erleben, dass ihre Meinung zählt. Durch Gespräche, Befragungen und Kinderkonferenzen können sie ihre Themen einbringen. So entstand unter anderem die Idee eines Kinderturnens oder eines Eltern-Kind-Kochworkshops. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos und wirklich jede und jeder ist willkommen. Zur Not wird auch mal ein Abholdienst oder eine Begleitung organisiert.

Gemeinsam mit der örtlichen Stadtbaugesellschaft entstand das „Taschengeldprojekt“. Hier gehen die Kinder als gutes Beispiel in Sachen Umweltschutz voran, indem sie ihren Stadtteil sauber halten. Einmal pro Woche treffen sie sich mit einem engagierten Bürger aus dem Viertel und sammeln den herumliegenden Müll ein. Als Gegenzug erhalten sie dafür ein kleines Taschengeld.

Das sagt die Jury

Es gelingt dem Bündnis in einem sehr herausfordernden und stigmatisierten Stadtteil die heterogene Bevölkerung zusammenwachsen zu lassen, indem es die Menschen – und vor allem Kinder – im Stadtteil miteinander in Aktion bringt.

Die Jury hat beeindruckt, wie groß die Kindorientierung und Partizipation dabei in der Gereuth geschrieben werden: Kinder werden nicht als hilfs- und unterstützungsbedürftig adressiert, sondern als Akteure, die mitreden, mitbestimmen und ganz konkret mitwirken können. Angebote werden hier nicht für sie, sondern mit ihnen gemeinsam gestaltet und sie werden so als Zielgruppe konsequent in die Arbeit des Bündnisses mit einbezogen und in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. So wirkt das Bündnis bekräftigend in den Stadtteil hinein und fördert viele Potentiale.

Die Arbeit des Bündnisses zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr konkret ist und gemeinsam mit den Menschen vor Ort die Herausforderungen anpackt. Der Sozialraum wird dabei nicht in die Kita geholt, vielmehr geht die Kita direkt in den Sozialraum hinein. Die gesetzten Ziele und die Art der Bearbeitung stimmen dabei gut überein. Die Zielgruppe wird wirksam aktiviert, um konkrete Hilfen umzusetzen, ohne zu entmündigen. Vielmehr wird die Identifikation mit der Gereuth gestärkt.

Die Ressourcen der Zielgruppe werden gesehen und gefördert. Die Kraft und die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Handelns im Alltag werden deutlich. So gelingt es mit großem Engagement Stück für Stück das Image der Gereuth in Bamberg zu verbessern.