Qualitätsdimensionen

Vier Dimensionen guter Qualität

Bei der Auswahl der Preisträger stützen wir uns auf vier Qualitätsdimensionen.

Gute Qualität in Kitas wird zum einen durch die tägliche Praxis von Fachkräften in Kitas bestimmt. Zum anderen ist sie aber auch das Ergebnis eines verantwortungsvollen Zusammenwirkens von Trägern, kommunalen Akteuren und weiteren Einrichtungen. Deshalb vergeben wir den Deutschen Kita-Preis in zwei Kategorien:

Kategorie „Kita des Jahres“ – Ausgezeichnete Kita-Arbeit für Kinder und Familien: Der Preis geht an Kita-Teams, die gute Qualität kontinuierlich weiterentwickeln – im Zusammenspiel mit ihren Trägern, mit Eltern und mit Akteuren aus dem Umfeld der Kita.

Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres – Ausgezeichnet werden Zusammenschlüsse von Akteuren, die die Arbeit in Kitas unmittelbar unterstützen und Kinder in den Mittelpunkt stellen. Die Bündnisse agieren auf der Grundlage eines gemeinsam entwickelten Handlungskonzepts, sind langfristig angelegt und in kommunale Strukturen eingebunden.

Bei der Bestimmung der Preisträger kommt es uns auf gute Prozesse und nicht ausschließlich auf gute Ergebnisse an. Denn jede Kita und jede lokale Initiative für frühe Bildung in Deutschland soll sich um den Deutschen Kita-Preis bewerben können. Bei der Auswahl der Preisträger stützen wir uns in beiden Kategorien auf die vier gleichen Qualitätsdimensionen. Sie sind sowohl für die Arbeit in Kitas als auch für lokale Bündnisse zentral. Es gibt aber Unterschiede darin, was diese Dimensionen jeweils in der Alltagspraxis bedeuten.

Qualitätsdimensionen in der Kategorie „Kita des Jahres“

Kinder stehen im Mittelpunkt. Wir zeichnen Kitas aus, deren Handeln konsequent am Kind ausgerichtet ist und die sich an den unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern und ihren Familien orientieren. Das bedeutet:  

  • Das pädagogische Handeln in der Kita basiert auf dem Verständnis, dass alle Kinder die gleichen Rechte auf Bildung haben.  
  • Die Kita unterstützt die individuelle Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen Kindes.  
  • Die Kita integriert die Anforderungen und Chancen einer inklusiven Bildung und integriert diese in die pädagogische Arbeit. 
  • Die pädagogische Arbeit findet eine gute Balance zwischen dem „Recht des Kindes auf den heutigen Tag“ und einer Orientierung am späteren Leben. 

Gute Qualität bezieht den Sozialraum der Kita ein. Wir zeichnen Kitas aus, die ihren Sozialraum als Ressource in ihrer Arbeit berücksichtigen und Beziehungen über die Kita hinaus pflegen. Das beinhaltet:  

  • Die Kita bezieht die Lebenssituation von Kindern und Familien in die pädagogische Arbeit ein.  
  • Die Kita ist Teil der kommunalen Infrastruktur für Familien und Kinder und engagiert sich im Sozialraum.  
  • Die Kita vernetzt sich mit anderen sozialen Institutionen und Initiativen.  

Bildung ist ein partizipativer Prozess. Wir zeichnen eine Kita aus, für die das Mitwirken verschiedener Akteure bedeutsam ist. Das bedeutet:  

  • Die Kita beteiligt Kinder aktiv an der Gestaltung des Kita-Alltags und der Räume sowie an der Planung und Umsetzung von Projekten.  
  • Die Kita beteiligt Eltern – Eltern und Fachpersonal sind Partner in der Bildung, Betreuung und Erziehung.
  • Die Kita respektiert unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen im Team und die Arbeit baut auf gemeinsamen Zielen auf.  

Kinder lernen, wenn auch ihr Umfeld lernt. Wir zeichnen Kitas aus, die sich als lernende Organisation begreifen und Qualität stets weiterentwickeln. Merkmale solcher Kitas sind:  

  • Die Kita reflektiert die pädagogische Praxis kontinuierlich mit allen beteiligten Akteuren und entwickelt sie weiter.  
  • Die Kita-Teams schaffen Strukturen, die Lernen und Entwicklung ermöglichen.

Qualitätsdimensionen in Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres

Ausgezeichnet werden Zusammenschlüsse von Akteuren, die die Arbeit in Kitas unterstützen und Kinder in den Mittelpunkt stellen. Das bedeutet:

  • Das Bündnis hat das Ziel, Chancengerechtigkeit herzustellen.
  • Das Bündnis orientiert sich an den Anforderungen und Chancen einer inklusiven Bildung.
  • Das Bündnis gestaltet seine Arbeit so, dass es an den Lebenswelten von Kindern und ihren Familien anschließt.

Lokale Bündnisse für frühe Bildung sind Zusammenschlüsse rund um Kitas und wirken in den Sozialraum. Das bedeutet:

  • Das Bündnis ist an lokale Strukturen gebunden.
  • Innerhalb des Bündnisses kooperieren Kitas, Kindertagespflege, Träger, soziale Dienste, die kommunale Verwaltung sowie andere relevante Akteure miteinander.  
  • Das Bündnis nutzt vorhandene Ressourcen des Sozialraumes, wie beispielsweise Räume, ehrenamtliches Engagement, Plätze, etc.

Lokale Bündnisse für frühe Bildung leben von der Beteiligung aller Zielgruppen. Das bedeutet:

  • Das Bündnis fragt individuelle Ressourcen der Akteure innerhalb des Sozialraums gezielt nach und nutzt diese für seine Zielerreichung. 
  • Das Bündnis bindet die für die Zielerreichung relevanten Perspektiven ein. 
  • Alle Akteure können ihre Wahrnehmung der Situation, ihre Kompetenz und ihre Impulse in die Arbeit einbringen. 

Das lokale Bündnis versteht Qualität als einen kontinuierlichen Prozess. Das bedeutet:

  • Das Bündnis reflektiert seine Arbeit regelmäßig und passt seine Ziele und Maßnahmen aktuellen Herausforderungen an.  
  • Die Arbeit des Bündnisses wird bewusst gesteuert und begleitet, z. B. durch eine Steuergruppe.